Die Tage nach unserem unvergesslichen Kochkurs mit den Berbern ließen wir im absoluten, tiefenentspannten Urlaubsmodus ausklingen. Ausschlafen ohne Wecker, ausgiebiges Frühstücken mit Blick auf den Atlantik, stundenlange Spaziergänge am endlosen Strand von Essaouira, herrlich faules Liegen am Pool und abends das Eintauchen in die Medina, um in den versteckten Gassen grandioses marokkanisches Essen zu genießen. Es war der perfekte, sanfte Ausklang für eine Reise voller intensiver Eindrücke. Im folgenden Rückblick sind noch einmal unsere ganzen Eindrücke zu finden.
Abschalten am windumtosten Strand von Essaouira
✈️ 27 Stunden Odyssee: Wenn die Rückreise zum Abenteuer wird
Und dann war er plötzlich da – der Tag, an dem es Abschied nehmen hieß. Dass Marokko uns nicht ganz ohne ein letztes Abenteuer gehen lassen wollte, zeigte sich auf der Rückreise, die sich im Nachgang als mittelschweres, 27-stündiges Verkehrschaos entpuppte. Es begann mit einer dreieinhalbstündigen Fahrt von Essaouira zum Flughafen nach Agadir. Dort angekommen, hatte unser Flieger bereits eine Stunde Verspätung, was in einer Kettenreaktion dazu führte, dass wir unseren Anschlussflug in Zürich verpassten. Die Konsequenz: Eine ungeplante Zwischenübernachtung in der Schweiz.
Aufgewacht in der Schweiz statt in Franken
Morgens um 7:00 Uhr ging es schließlich weiter nach Frankfurt, gefolgt von einer zähen, staureichen Autofahrt zurück nach Erlangen. Nach sage und schreibe 27 Stunden Dauerreise schlossen wir endlich unsere Haustür auf. Müde? Ja, extrem. Aber konnte dieses logistische Chaos unsere wehmütigen und glücklichen Erinnerungen an Marokko trüben? Ein ganz klares: **Nein!** Wir haben diese zwei Wochen in Nordafrika in vollen Zügen aufgesaugt.
🏆 Unsere ganz persönlichen Marokko-Highlights
Wenn man uns heute nach den absoluten Meilensteinen der Reise fragt, müssen wir ein bisschen differenzieren. Sandras persönliche Top 3 spiegeln die perfekte Mischung aus orientalischer Ästhetik und authentischer Kultur wider:
1. Das Riad Numa in Marrakesch: Unsere Oase der Ruhe inmitten des wuseligen Altstadt-Dschungels. Das stilvolle Design und die herzliche Gastfreundschaft im Riad Numa haben Maßstäbe gesetzt.
Unsere absolute Wohlfühloase: Das Riad Numa
2. Die magische Stadtführung mit Hasan: Dank ihm haben wir die Souks, die versteckten Paläste und die Seele Marrakeschs auf eine Weise verstanden, wie es kein Reiseführer jemals vermitteln könnte.
Geschichte hautnah im Saaditen-Mausoleum
3. Der Berber-Kochkurs bei Essaouira: Das gemeinsame Einkaufen auf dem ungeschönten Markt und das traditionelle Kochen über offenem Feuer waren ein absolutes Fest für die Sinne.
Die Farben und Düfte Marokkos
Für mich persönlich gab es neben dem genialen Kochkurs noch ein weiteres, landschaftliches Highlight, das mir unter die Haut gegangen ist:
4. Der Ausflug ins raue Atlasgebirge: Die majestätischen Gipfel, das saftige Ourika-Tal und die imposanten Wasserfälle haben mir gezeigt, wie kontrastreich und wild die Natur Marokkos abseits der Wüsten und Städte sein kann.
Die erfrischenden Ourika-Wasserfälle im Atlasgebirge
🇲🇦 Marokko-Fazit: Ein Land, das verzaubert und sicher ist
Marokko ist ein absolut wundervolles, intensives Reiseland. Diese faszinierende, orientalische Welt zieht einen vom ersten Moment an unweigerlich in ihren Bann. Die Menschen, die wir kennengelernt haben, waren durchweg von einer tiefen, ehrlichen Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft geprägt. Die wuseligen Märkte sind eine eigene, pulsierende Kosmologie, die endlosen Sandstrände am Atlantik laden zum Durchatmen ein und die marokkanische Küche ist mit ihren betörenden Gewürzkombinationen ein absoluter Traum für jeden Foodie.
Zuckersüße Kunstwerke in den Souks
Ein ganz wichtiger Punkt für Individualreisende: Wir haben uns zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort absolut sicher gefühlt. Selbst das viel beschriebene, lautstarke Verhandeln in den Souks war zu keiner Zeit unangenehm aufdringlich – wir haben in den zwei Wochen nicht ein einziges Mal das Gefühl gehabt, abgezockt zu werden. Im Gegenteil: Oft endete ein Feilschen mit einem Lächeln und dem Gefühl, neue Freunde gefunden zu haben.
Feilschen auf Augenhöhe macht einfach Spaß
💡 Offen & Ehrlich: Was wir beim nächsten Mal anders machen würden
Zu einem echten, ehrlichen Reiseblog gehört aber auch die Kehrseite der Medaille. Es gab ein paar Dinge, die nicht optimal gelaufen sind und aus denen wir gelernt haben:
⚠️ Die Tücken des Magens: Obwohl wir penibel aufgepasst haben, was wir wo essen, hat es uns beide im Laufe der Reise jeweils einmal kurzzeitig mit Magenproblemen entschärft. Die Hygienestandards in Nordafrika sind schlichtweg andere als in Mitteleuropa. Selbst in gehobenen Hotels kann das den untrainierten, sensiblen deutschen Magen mal kurz aus der Bahn werfen. Eine gut sortierte Reiseapotheke ist hier absolute Pflicht!
🏨 Der Hotel-Fehler: Unser Umzug weg aus der pulsierenden Medina von Marrakesch in ein großes, anonymes Resort am Stadtrand war im Nachhinein betrachtet eine Fehlentscheidung. Wir haben gemerkt: Wir sind einfach keine klassischen Pool-Lieger. Wir brauchen das Leben vor der Tür, wollen spontan über Märkte schlendern und das authentische Treiben spüren. Wer Marokko sucht, sollte in den Medinas wohnen.
🐪 Die Wüsten-Enttäuschung: Unser Ausflug in die Agafay-Wüste war leider ein touristischer Reinfall. Wir haben einen klassischen Massen-Veranstalter erwischt, der den Trip eher als lautes Partyevent mit 30 bis 40 Teilnehmern aufgezogen hat. Das hatte leider gar nichts mit der magischen, stillen Einsamkeit zu tun, die wir uns erhofft hatten. Hier lohnt es sich definitiv, tiefer in die Tasche zu greifen und exklusive, kleinere Anbieter zu buchen.
Es sind die authentischen Momente, die bleiben
❤️ Kommen wir wieder?
Bleibt die abschließende Frage aller Fragen: Ist Marokko eine zweite Reise wert? Antwort: Ein ganz klares, lauthalses **JA!** Das Land hat uns tief berührt und fasziniert. Auch wenn es vermutlich ein bisschen dauern wird, weil unsere Reise-Bucketlist noch prall gefüllt mit vielen anderen Ländern dieser Erde ist – Marokko, du hast einen festen Platz in unseren Herzen sicher. Beslama, bis zum nächsten Mal!
Es gibt ein Sprichwort, das besagt: Wenn du ein Land wirklich verstehen willst, musst du seine Küche kennenlernen – und zwar nicht nur als Gast im Restaurant, sondern mit den eigenen Händen am Herd, lerne zu kochen wie die Einheimischen. In Marokko gilt das umso mehr, denn Essen ist hier kein reines Sattwerden, sondern ein zutiefst geselliges Ritual, das Familien und Gemeinschaften zusammenbringt. Für uns war deshalb klar: Wir wollen nicht nur kulinarisch verwöhnt werden, wir wollen selbst in die Töpfe schauen!
Schon während der Reisevorbereitung in Deutschland waren wir in der ARD-Mediathek auf die großartige Dokumentation „Nix wie nach Marokko“ gestoßen. Dort wurde ein Kochkurs vorgestellt, der uns sofort fasziniert hat: Abseits der typischen Touristenpfade, in authentischer Umgebung nahe Essaouira, organisiert von der Auswandererin Claudia (Berberlands Ecotourism). Kurzentschlossen nahmen wir Kontakt zu ihr auf und buchten den „Berber-Kochkurs inklusive Marktbesuch“. Eine Entscheidung, die sich als eines der absoluten Highlights unserer gesamten Marokko-Reise herausstellen sollte.
🛒 Einkaufen wie die Locals: Markt-Abenteuer in der Medina
Am Morgen des Kochkurses holte uns Claudia zusammen mit ihrer kleinen Tochter und dem treuen Familienhund Jaha direkt an unserem Hotel ab. Die Chemie stimmte sofort. Gemeinsam fuhren wir zur Medina von Essaouira, wo wir Naima trafen, unsere wunderbare Begleiterin und kulinarische Chef-Beraterin für den Tag. Eigentlich führt der Ausflug samstags auf einen der großen, trubeligen Märkte im ländlichen Umland südlich von Essaouira. Da an diesem Tag dort aber kein Markttag war, verlegten wir das Spektakel kurzerhand auf den bunten Markt im Norden der Medina – was dem Erlebnis aber absolut keinen Abbruch tat.
Pures Leben auf dem Markt von Essaouira
Zusammen mit Naima tauchten wir tief in das bunte, laute Marktgeschehen ein, um alle frischen Zutaten für unser Mittagsmenü zu besorgen. Es war ein Fest für die Sinne: Neben altbekannten Klassikern entdeckten wir auch einheimische Gemüsesorten, die im europäischen Supermarkt völlig unbekannt sind. Naima erklärte uns geduldig jede Pflanze, feilschte gut gelaunt mit den Händlern und ließ uns immer wieder probieren.
Mit vollgepackten Taschen verließen wir die Stadt und machten uns auf den Weg Richtung Süden in die raue Haha-Region. Doch eine entscheidende Zutat fehlte uns noch für die perfekte Tajine: Das Fleisch. Dafür stoppten wir an einer kleinen, unscheinbaren Dorfmetzgerei am Straßenrand. In Europa ist Ziegenfleisch eine absolute Seltenheit, doch in Marokko – und besonders in dieser Region – ist es eine Delikatesse. Es handelt sich um spezielle Fleischziegen, die sich fast ausschließlich von den Früchten der Arganbäume ernähren. Genau das verleiht dem Fleisch später sein unvergleichlich feines, leicht nussiges Aroma.
Traditioneller Landschlachter in der Haha-Region
🏡 Herzlicher Empfang auf der Berber-Farm: Workout an der Steinmühle
Nun war unser Einkaufskorb komplett. Über holprige Schotterpisten ging es tief ins Hinterland zu einer kleinen, idyllischen Farm. Dort wurden wir von den Gastgebern Mohamed und Khadija mit strahlenden Gesichtern empfangen. Bevor auch nur ein Messer angerührt wurde, gab es natürlich das marokkanische Begrüßungsritual schlechthin: Einen frisch aufgebrühten, süßen Minztee. Dazu knabberten wir eine köstliche Mischung aus Kichererbsen, Walnüssen, Erdnüssen, Rosinen und kleinen Keksen, die wir morgens auf dem Markt zusammengestellt hatten.
Dann hieß es: Schürzen umbinden! Auf unserem ehrgeizigen Menüplan standen ein traditionell gefülltes Fladenbrot als Vorspeise, eine saftige Ziegenfleisch-Tajine mit handgemachtem Couscous als Hauptgang und erntefrisches Obst als süßer Abschluss.
Wir begannen mit der aufwendigsten Komponente: Dem Couscous. Wer hier an ein schnelles Fertigprodukt aus der Packung denkt, weit gefehlt! In der traditionellen Berber-Küche wird das Korn noch von Hand gemahlen. Zuerst wurden die Getreidekörner in der wunderschönen Außenküche über dem offenen Feuer geröstet, was ihnen ein herrlich röstiges Aroma verleiht und das Mahlen erleichtert. Danach kam eine schwere, historische Steinmühle zum Einsatz.
Die traditionelle marokkanische Außenküche
Echte Handarbeit: Erst rösten, dann mahlen
Khadija zeigte mir kurz die Technik, und dann durfte ich ran. Normalerweise machen die Touristen aus Höflichkeit nur ein paar Alibi-Umdrehungen für das Fotoalbum, bevor die Gastgeberin lächelnd übernimmt. Doch ich packte den Ehrgeiz und kurbelte die schwere Mühle volle 20 Minuten lang durch – mein sportliches Workout des Tages war damit definitiv erledigt!
Voller Körpereinsatz an der Steinmühle
🍲 Das Geheimnis der perfekten Tajine & Männer am Brotteig
Während ich schwitzte, schnippelten die Frauen das frische Marktgemüse. Eine echte Tajine erfordert Geduld, denn die Zutaten werden nicht einfach zusammengewürfelt, sondern kunstvoll geschichtet. Zuerst wanderten bestes Olivenöl, grob gehackte Zwiebeln, eine geheime Gewürzmischung und das frische Ziegenfleisch in den Lehmtopf, um langsam anzubraten. Erst danach wurde das Gemüse nach und nach pyramidenförmig darüber geschichtet.
Das Schichten der Tajine ist eine eigene Kunstform
Während die Tajine auf den glühenden Kohlen leise vor sich hin schmorte, widmeten wir uns dem Brotteig. Aus zwei Mehlsorten, Hefe, Salz und Wasser hieß es nun: kräftig kneten. Als ich beiläufig erzählte, dass ich auch zu Hause in Deutschland unser Brot selbst backe, passierte etwas Herrliches: Khadija schaute mich erst ungläubig, fast ein wenig skeptisch an. In der traditionellen Kultur der Berber ist das Brotbacken eine reine, stolze Frauensache. Doch als sie sah, mit welchen geübten Griffen ich den Teig bearbeitete, wich ihre Skepsis einem anerkennenden, breiten Lächeln und sie überließ mir bereitwillig das Feld.
Während der Teig ruhte, bereiteten wir die Füllung für die Vorspeisen-Fladenbrote zu: Eine herrlich würzige Mischung aus Bergen von Zwiebeln, frischem Koriander und aromatischen Gewürzen.
Kneten unter den wachsamen Augen der Meisterin
Danach setzten wir der Tajine die Krone auf: Kartoffeln, saftige Tomaten, eine feurige Peperoni und frische Petersilie bildeten die letzte Schicht, bevor der charakteristische, kegelförmige Deckel für die finale Garzeit geschlossen wurde.
Die würzige Zwiebel-Koriander-Füllung
Die Tajine ist bereit für das Kohlebecken
Khadija siebte in der Zwischenzeit das von mir mühsam gemahlene Getreide. Das gröbere Schrot hoben wir für den Couscous auf. Das seidenfeine Mehl hingegen wurde sofort mit etwas gutem Olivenöl und einer Prise Salz zu einer kleinen, rohen Zwischenmahlzeit verrührt – eine bei den Berbern unglaublich beliebte, nahrhafte Speise. Den genauen Namen habe ich im Trubel leider vergessen, aber der nussige Geschmack war fantastisch!
Traditionelles Sieben des frisch gemahlenen Korns
Als nächstes stand das Formen der Brotfladen an. Was bei Khadija spielend leicht und harmonisch aussah, entpuppte sich als echter Endgegner. Der Teig klebte, wollte nicht so wie wir, aber am Ende schafften Sandra und ich es immerhin, zwei halbwegs kreisrunde, flache Fladen zu formen. Drei dieser Fladen wurden üppig mit der Zwiebel-Mischung belegt, mit einem zweiten Teigfladen abgedeckt und an den Rändern kunstvoll verzwirbelt.
Formen und Füllen der traditionellen Fladenbrote
Bevor es an das heiße Feuer ging, sammelten wir alle Gemüseabschnitte und Schalen penibel ein. Auf dieser Farm wird absolut nichts verschwendet! Die „Küchenabfälle“ waren ein Festmahl für den Esel und das Pferd der Familie, die uns schon sehnsüchtig am Gatter erwarteten. Eine wunderbare, gelebte Nachhaltigkeit.
Nachhaltige Resteverwertung: Die Vierbeiner freut es!
Gebacken wurde stilecht in einem kleinen, traditionellen Lehmofen im Freien. Auf einem glühend heißen Stein mitten in der lodernden Holzglut wurden die Brote nacheinander gebacken. Wieder schaute ich gebannt zu, bevor ich das hölzerne Werkzeug selbst übernehmen durfte. Den gefüllten, schweren Fladen elegant auf den Stein zu befördern und mit langen Stöcken im Ofen sachte zu drehen, erforderte echte Konzentration. Es war mörderisch heiß vor der Glut, und ich war heilfroh (und ein bisschen stolz), als mein Brot perfekt gebräunt war und Khadija wieder übernahm.
🍽️ Das große Finale: Ein Festmahl für die Sinne
Endlich war es soweit – die Stunde der Wahrheit schlug. Wir schnitten die dampfenden, gefüllten Fladenbrote an. So simpel die Zutaten auch waren, der Geschmack war schlichtweg umwerfend! Die Süße der geschmorten Zwiebeln in Kombination mit den Kräutern und dem rauchigen Aroma des Steinofens war eine Offenbarung. Ich hätte mich am liebsten exklusiv an der Vorspeise sattgegessen, musste mich aber zwingen aufzuhören, um Platz für das absolute Prachtstück zu lassen.
Das fertige, göttliche gefüllte Fladenbrot
Als Khadija den schweren Lehmdeckel der Tajine hob, strömte uns ein unbeschreiblich köstlicher Duft entgegen. Das Gemüse war butterweich, das Argan-Ziegenfleisch so zart, dass es förmlich vom Knochen fiel, und der handgemahlene Couscous hatte die perfekte Textur. Es schmeckte einfach himmlisch. In diesem Moment spürten wir es wieder ganz deutlich: Wenn man einfache, ehrliche Zutaten mit viel Liebe und den eigenen Händen verarbeitet, entstehen die allerbesten Gerichte der Welt.
Die dampfende, perfekte Berber-Tajine
Stolze und glückliche Köche vor dem Festmahl
Als Dessert reichte uns Khadija frisch ausgelöste Granatapfelkerne, Weintrauben und Mandarinen aus der Region, deren Erntesaison gerade erst begonnen hatte. Diese Früchte hatten eine intensive, sonnengereifte Süße, die man mit importiertem Supermarktobst in Deutschland überhaupt nicht vergleichen kann.
Sonngereifter, süßer Nachtisch
Am späten Nachmittag hieß es schließlich Abschied nehmen von unseren herzlichen Gastgebern. Es war ein tief beeindruckendes Erlebnis und genau die Art zu reisen, die wir lieben: Ganz nah an den Menschen, hautnah in ihrer Kultur, ohne Barrieren und fernab des unpersönlichen Massentourismus. Claudia hat hier ein absolut großartiges, authentisches Projekt auf die Beine gestellt, und Naima hat uns mit ihrem enormen Wissen perfekt durch den Tag geleitet. Ein absolutes Must-Do für jeden, der die Region Essaouira besucht!
Ein riesiges Dankeschön an Claudi, Naima, Khadija und Mohamed für diesen unvergesslichen Tag, der uns Marokko noch ein großes Stück nähergebracht hat.
Mit diesen wunderbaren kulinarischen Erinnerungen im Gepäck neigt sich unsere Reise langsam dem Ende zu. Im nächsten und letzten Beitrag ziehen wir ein ganz persönliches Fazit über dieses faszinierende Land der Gegensätze.
Abschied nehmen von Marrakesch fiel uns nicht leicht, doch das nächste Abenteuer wartete bereits an der Atlantikküste auf uns. Unser Ziel: Das geschichtsträchtige, windumtoste Küstenstädtchen Essaouira. Doch schon der Weg dorthin hielt ein absolutes marokkanisches Kuriosum bereit, das man im ersten Moment kaum glauben mag, wenn man es nicht mit eigenen Augen sieht.
🐐 Kletterkünstler im Geäst: Die fliegenden Ziegen Marokkos
Mitten im Nirgendwo passierten wir ein Phänomen, das auf Instagram weltberühmt ist: Ziegen, die wie Vögel seelenruhig in den Baumkronen balancieren. Direkt an der Hauptstraße ist das Ganze natürlich eine perfekt inszenierte Touristenattraktion – die Bauern lassen sich das Fotografieren ihrer tierischen Akrobaten gerne mit ein paar Dirham entlohnen. Fährt man jedoch etwas abseits der Routen, sieht man das Spektakel auch völlig ungestellt in der wilden Natur. Doch warum klettern Huftiere freiwillig auf Bäume? Des Rätsels Lösung ist pure Kulinarik: Die Ziegen sind verrückt nach den gelben Früchten des Arganbaums und klettern wagemutig bis in die Spitzen, um an die Leckereien zu gelangen.
Ziegen auf einem Argan-Baum
Der Arganbaum (Argania spinosa) selbst ist ein faszinierendes Gewächs und ein wahrer Überlebenskünstler. Er wächst weltweit ausschließlich im Südwesten Marokkos. Selbst in extremen, jahrelangen Dürreperioden verliert er kaum sein sattes Grün. Das Geheimnis? Seine Wurzeln bohren sich bis zu 35 Meter tief in die Erde, um an die letzten Wasserreserven zu gelangen. Für die lokale Bevölkerung, insbesondere die Frauenkooperativen, ist der Baum die wichtigste Lebensgrundlage: Aus den steinharten Kernen der Arganfrucht wird in mühsamer Handarbeit das kostbare, flüssige Gold Marokkos gewonnen – das weltberühmte Arganöl.
🌊 Meerblick, Kamelritte und ein ehrlicher Blick auf das Plastikproblem
Nach gut drei Stunden Fahrt erreichten wir endlich Essaouira. Kaum hatten wir unser Hotelzimmer bezogen, hielt uns nichts mehr drinnen: Es zog uns magisch an den Strand. Obwohl wir gut 20 Minuten Fußmarsch durch die Stadt zurücklegen mussten, entschädigte der erste Blick auf den Atlantik jeden einzelnen Schritt. Was für eine Kulisse! Der Strand von Essaouira gilt mit seinen stolzen fünf Kilometern Länge als einer der schönsten und weitläufigsten im ganzen Land.
Der endlose Essaouira Beach
Eine ausgiebige Strandwanderung war für uns natürlich absolute Pflicht. Während uns der stetige, kräftige Passatwind die Haare zerzauste, genossen wir die unglaubliche Weite. Links das tiefblaue, wilde Meer, rechts Touristen, die auf Kamelen und Pferden im Galopp durch den Sand ritten, während in der Ferne ein paar Quad-Fahrer ihre Runden drehten.
Kamel-Tour am Strand
Doch wo Licht ist, ist leider auch Schatten – und zu einem ehrlichen Reisebericht gehört auch die Kehrseite. Beim Spaziergängen entlang der Flutkante fiel uns auf, wie viel Plastikmüll vom Atlantik angeschwemmt wird. Das trübte die Urlaubsstimmung stellenweise ein wenig. Überhaupt ist das Thema Abfall eine der größten Herausforderungen des modernen Marokkos. Wir haben im Laufe der Reise leider oft gesehen, dass der Umgang mit Müll sehr lax gehandhabt wird: Unrat wird wild in der Landschaft abgekippt oder einfach am Straßenrand verbrannt – was in Marokko sogar legal ist. Hier stehen der König, die Regierung und die Gesellschaft sicherlich noch vor einer gewaltigen Mammutaufgabe in Sachen Umweltschutz.
Die wilde Schönheit des Atlantiks
🏰 Die Medina von Essaouira: Entspanntes Flair und Ziegenköpfe
Nach dem Strandausflug tauchten wir abends in die historische Altstadt (Medina) ein. Wer das laute, hektische und teils stressige Marrakesch im Kopf hat, atmet in Essaouira sofort auf. Die Medina hier ist vollkommen anders: Die Gassen sind breiter, die blau-weißen Häuserfronten versprühen maritimes, fast portugiesisches Flair und das gesamte Treiben ist um ein Vielfaches ruhiger, jünger und beschaulicher – aber keinen Deut weniger sehenswert!
ChribathayRampart MogadorPharmacies HamadSahat bab dokkala
Ein echter Geheimtipp für Entdecker ist der Spaziergang entlang der **Avenue Mohamed Zerktouni**, die sich schnurgerade nach Norden zieht. Während der untere Teil noch fest in der Hand von Souvenirläden und Kunsthandwerkern ist, verändert sich die Straße auf dem letzten Drittel komplett. Man überschreitet eine unsichtbare Grenze und steht mitten auf dem echten, ungeschönten Markt der Einheimischen. Hier pulsierte das pure Leben! Von kunterbunten Pyjamas über bergeweise frische Minze bis hin zu – für europäische Augen gewöhnungsbedürftigen – abgezogenen Ziegenköpfen beim Metzger gibt es hier absolut alles zu kaufen. Ein Fest für die Sinne und ein großartiger Einblick in den marokkanischen Alltag.
Impressionen vom authentischen Markt in Essaouira
Zum Abschluss dieses erlebnisreichen Tages zog es uns auf den belebten **Place Moulay El Hassan**. Es ist der perfekte Ort, um sich einfach in ein Café zu setzen, das bunte Treiben an sich vorbeiziehen zu lassen und den spektakulären Sonnenuntergang über dem Atlantik zu bewundern. Wenn der Himmel sich in tiefes Orange färbt und die Möwen über den alten Festungsmauern kreisen, entfaltet Essaouira eine ganz eigene, fast melancholische Magie. Ein nächtlicher Streifzug durch die sanft erleuchteten Lehmgassen rundete diesen perfekten ersten Tag an der Küste ab.
Sonnenuntergang EssaouiraNächtlicher Streifzug durch die Medina
Nach zwei herrlich faulen und tiefenentspannten Tagen an unserem Hotelpool war es heute endlich Zeit, die Wanderschuhe zu schnüren. Der Kontrast hätte nicht größer sein können: Vom ruhigen Mikroklima unserer Oase ging es heute auf eine spektakuläre Tagestour ins Atlasgebirge. Mit einer ganz kleinen, fast familiären Reisegruppe machten wir uns am frühen Morgen auf den Weg nach Süden, wo die mächtigen Gipfel des Hohen Atlas wie eine gigantische Kulisse hinter Marrakesch aufragen.
Auf unserem ambitionierten Plan für den heutigen Tag standen stolze fünf Täler, und der höchste Punkt unserer Route sollte uns auf fast 2.000 Meter Höhe führen. Chauffiert und begleitet wurden wir dabei von unserem fantastischen Guide Abdullah von Morocco Inspiring Tours. Er steuerte unseren Minivan nicht nur absolut sicher durch die immer schmaler und abenteuerlicher werdenden Serpentinenstraßen, sondern erwies sich auch als echtes wandelndes Lexikon.
🏞️ Station 1: Das Ourika-Tal und die versteckten Wasserfälle
Nach knapp 60 Minuten Anfahrt ließen wir die staubige Ebene von Marrakesch hinter uns und erreichten das erste Highlight: das berühmte Ourika-Tal (Ourika Valley). Während draußen die Landschaft an uns vorbeizog, versorgte uns Abdullah ununterbrochen mit fesselnden Informationen über sein Heimatland, die lokalen Gebräuche und die jahrhundertealten Traditionen der Berber. Es war die perfekte Einstimmung auf das, was uns erwarten sollte.
Das Ourika-Tal ist ein faszinierender Naturraum: Durchzogen vom gleichnamigen Ourika River ist es eines der grünsten und fruchtbarsten Täler der gesamten Region. Im malerischen Bergdorf Setti Fatma hieß es dann für uns: „Aussteigen und wandern!“. Hier trafen wir auf unseren lokalen Wanderführer Abdullatif, der uns auf einer 90-minütigen Tour zu den bekannten Ourika-Wasserfällen begleitete. Er lotste uns zielsicher über schmale, teils abenteuerliche Pfade und rutschige Felsen langsam, aber stetig bergauf. Nach gut 40 Minuten schweißtreibendem Aufstieg wurden wir mit dem erfrischenden Tosen und der kühlen Gischt des Wasserfalls belohnt. Ein magischer Ort inmitten der roten Felswände!
Wanderung zu den Ourika Wasserfällen
🏔️ Station 2 & 3: Oukaimden-Tal und die Herzlichkeit auf den Höhen des Aït Farés
Wieder zurück am Minivan fuhren wir ein paar Kilometer im Tal zurück, um die steile Abzweigung ins raue Oukaimden-Tal zu nehmen. Obwohl es hier oben stellenweise noch grün blüht, wirkt die Landschaft deutlich karger und rauer. Man spürt sofort: Das Leben der Menschen in diesen abgelegenen Bergdörfern ist hart und beschwerlich. Umso schöner war eine Beobachtung am Wegesrand: Unser Guide Abdullah, der diese Route regelmäßig fährt, kennt die lokalen Familien und Kinder in- und auswendig. Sobald sein markanter Van in Sicht kam, rannten die Kinder strahlend auf uns zu. Abdullah nutzt diese Touren immer, um ein kleines bisschen zu helfen – mal bringt er den Kids Süßigkeiten mit, ein anderes Mal dringend benötigte Schulmaterialien wie Stifte und Papier. Ein unheimlich berührender Moment gelebter Menschlichkeit! 🎒✨
Wir folgten den Serpentinen immer weiter hinauf in die Wolken und erreichten schließlich im malerischen Aït Farés Tal den absoluten Scheitelpunkt unserer Tour auf fast 2.000 Metern Höhe. Die Ausblicke auf die weiten, terrassierten Hänge der Berbergemeinden waren schlicht atemberaubend.
Aït Farés Tal
Echtes Leben: Gastfreundschaft in einem Berbshaus
Hier oben im Aït Farés Tal erwartete uns eine ganz besondere Einladung: Ein traditionelles Mittagessen bei einer einheimischen Berberfamilie in ihrem Lehmhaus. Manchmal plagt einen bei solchen organisierten Stopps ja das leise Gefühl von künstlicher Kommerzialisierung – doch das ist hier völlig unbegründet. Abdullah erklärte uns, dass die Einnahmen aus diesen Besuchen direkt und ohne Abzüge an die Familien gehen. Es ist nachhaltiger sanfter Tourismus, der es den Familien ermöglicht, sich fließendes Wasser, Solarstrom und Bildung zu finanzieren.
Das Essen selbst war ein absoluter Traum aus Tausendundeiner Nacht: Es gab eine wärmende, würzige Suppe, frische Salate, eine dampfende Berber-Tajine (ein traditioneller Schmorteintopf mit zartem Fleisch und Gemüse), duftenden Couscous, süßes erntefrisches Obst und natürlich den allgegenwärtigen, rituell eingeschenkten Minztee. Wir alle haben die tiefe, ehrliche Herzlichkeit dieser Familie unglaublich genossen.
Mittagessen bei einer Berberfamilie
Gut zu wissen: Die Berber nennen sich selbst eigentlich Amazigh (Plural: Imazighen), was übersetzt „freie Menschen“ bedeutet. Ihre Kultur und Sprache sind wesentlich älter als die arabische Prägung Marokkos, und ihre traditionellen Lehmhäuser (Ksars) sind perfekt an die extremen klimatischen Bedingungen des Hochgebirges angepasst – sie kühlen im Sommer und wärmen im eisigen Winter.
🪵 Station 4 & 5: Das karge Asni-Tal und der Weg zurück in die Ebene
Frisch gestärkt machten wir uns an den Abstieg, um die letzten zwei Täler zu erkunden. Das vierte Tal, das **Asni-Tal** (Asni Valley), zeigte uns wieder ein völlig anderes Gesicht. Hier dominiert eine sehr karge, felsige Landschaft. Oberflächenwasser sucht man in den trockenen Monaten vergeblich; das kostbare Nass wird mühsam aus tiefen Brunnen und Quellen nach oben gepumpt. Je weiter sich die Straße nun bergab schlängelte, desto spürbarer kletterte die Temperaturanzeige im Auto wieder nach oben.
Asni Tal
Ein witziges Detail am Rande: Unterwegs begegneten wir skurrilen Verkehrsmitteln – wer braucht schon ein klassisches gelbes Taxi, wenn man den Transport im ländlichen Marokko auch stilecht und tiefenentspannt im Beiwagen lösen kann? Flexibilität ist hier eben alles! 🐪🚗
Taxi!?
Durch das fünfte und letzte, namenlose Tal öffnete sich schließlich wieder die riesige, flache Ebene, in der auch das rote Marrakesch liegt. Nach gut acht intensiven, staubigen und absolut unvergesslichen Stunden voller Kontraste im Atlasgebirge erreichten wir abends wieder unser Hotel. Dieser Tagesausflug hat tiefe Spuren hinterlassen – an die wilden Landschaften und die ehrliche Herzlichkeit der Menschen werden wir sicherlich noch sehr lange zurückdenken.
Ein Tag voller Sightseeing in Marrakesch lag vor uns. Nach einem wundervollen Frühstück in unserem Riad, holte uns um 10:00 Uhr unser Guide Hasan ab. Hasan würde uns heute durch die Souks führen und noch viel weitere Sehenswürdigkeiten in Marrakesch zeigen.
Gestern noch in den engen Gassen orientierungslos umhergeirrt ging es heute durch die unterschiedlichsten Teile der Souks und Hasan erklärte uns viele kleine Details, welche wir ohne einen Guide niemals erfahren hätten. Wenn man hier mit einem Guide unterwegs ist, ist ein riesiger Vorteil, dass nicht ständig jemand versucht einen in seinen Laden zu locken.
Souks
Nachdem wir fast 1,5 Stunden in den Souks unterwegs waren, ging es zur Medersa Ben Youssef, einer früheren Koranschule. Das mit bunten Zellij-Fliesen, stuckierten Torbögen und feinem Stuck verzierten Gebäude läd zum verweilen ein. Dieser Ort strahlt eine unwahrscheinliche Ruhe aus und man kann sich gar nicht vorstellen wie hier früher bis zu 300 Koranschüler lernten und lebten.
Als nächstes stand das Palais Bahia auf dem Programm, ein Palais, welches von einem Großwesir für seine schöne Frau gebaut wurde. Eigentlich hatte er 4 Frauen doch die eine verehrte er am meisten und so bekam sie auch die prunkvollsten Gemächer im Palais. Ein Traum sind die maurischen Innenhöfe mit ihren vielen unterschiedlichen Pflanzen.
Vor dem Mittagessen ging es dann in die Neustadt, um dort das Saaditen-Mousole zu besichtigen. Wenn man das Mausoleum und die Gräber dort sieht, fragt man sich zuerst wie dort ein Mensch drin begraben sein soll. Hasan erklärte uns jedoch wie Muslim beerdigt werden und dann war glar warum die Gräber keine 50cm breit sind.
Saaditen-Mousole
Auf dem Weg zu unserem persönlichen Highlight des Tages, kamen wir noch an einem der imposanten Stadttore vorbei.
Zum Abschluss des Tages ging es dann zum Majorelle-Garten. Dieser wunderschöne botanische Garten vom französischen Maler Jacque Majorelle ist ein Traum, wenn man die Farbe blau mag.
Nach 7 Stunden erreichten wir wieder unser Riad und nach einer kurzen Pause stürzten wir uns gleich wieder in das Gewühl der Souks und des Jemaa el-Fna.
Nachdem die Koffer endlich gepackt sind und der Alltag in weite Ferne rückt, ist es Zeit für ein neues Abenteuer. Endlich Urlaub – und endlich mal wieder die Gelegenheit, ein für uns völlig neues Land zu entdecken, das schon so lange auf unserer Wunschliste stand.
Vor uns liegen 15 Tage Marokko, inklusive Marrakesch. Eine halbe Ewigkeit, könnte man meinen, und doch viel zu kurz für all die Kontraste, die dieses Land bereithält. Wir haben uns bewusst viel Zeit genommen, um nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern vor allem das Land, die Kultur und die Menschen hautnah kennenzulernen. Gleichzeitig soll es aber auch eine Reise werden, bei der wir einfach mal die Seele baumeln lassen können. Kommt mit auf den Beginn unserer Reise in ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht!
✈️ Die Anreise: Von Franken in den Trubel von Marrakesch
Unser Roadtrip-Abenteuer begann mitten in Franken. Mit dem Auto ging es von Erlangen zum Frankfurter Flughafen, von wo aus uns ein entspannter Direktflug mitten ins Herz Nordafrikas katapultierte. Die Anreise verlief absolut optimal und reibungslos. Schon beim Verlassen des Flugzeugs empfing uns diese ganz besondere, warme und leicht würzige Luft Marokkos. Am Flughafen Menara in Marrakesch wartete bereits unser organisierter Fahrer auf uns – ein perfekter Service, der uns den ersten Urlaubsstress direkt abnahm und uns sicher bis an den äußersten Rand der historischen Medina (der Altstadt von Marrakesch) brachte.
Flughafen Marrakesch
Wissenswertes am Rande: Der Flughafen Marrakesch-Menara gilt architektonisch als einer der schönsten Flughäfen der Welt. Die Kombination aus modernem, strahlend weißem Beton und den traditionellen arabischen Mustern an den Fassaden ist ein echter Hingucker und filtert das gleißende Sonnenlicht auf faszinierende Weise.
Orientierungslos im Labyrinth der Medina
Sobald man die Stadtmauern der Medina passiert, betritt man eine völlig andere Welt. Echte Autos sind in den engen, verwinkelten Gassen absolut tabu – und das aus gutem Grund! So stand am Treffpunkt bereits ein älterer, freundlicher Herr mit einem Handkarren für uns bereit. Er lud routiniert unser Gepäck auf und bedeutete uns, ihm zu folgen. Was dann folgte, war ein echter Crashkurs in Sachen Marrakesch: Wir hatten nach exakt zwei Minuten jegliche Orientierung verloren. Zwischen knatternden Mopeds, Eselkarren, bunten Marktständen und unzähligen Abzweigungen folgten wir brav und im Stechschritt unserem „Gepäck-Guide“. Und plötzlich, als wir dachten, wir finden nie wieder heraus, standen wir vor der unscheinbaren Tür unseres Zuhauses auf Zeit.
Hinter der schweren Holztür unseres Riad öffnete sich eine völlig neue Welt. Das Riad Numa ist eine absolute Oase inmitten des lauten, quirligen Trubels der Altstadt. Kaum ist die Tür zu, herrscht eine fast magische Stille. Das typisch marokkanische Innenhof-Design mit plätscherndem Wasser und viel Grün lässt den Puls sofort heruntersinken.
Zur Begrüßung gab es direkt die traditionelle marokkanische Gastfreundschaft: einen frisch gebrühten, süßen marokkanischen Minztee (der hier scherzhaft auch „Berber-Whisky“ genannt wird) und köstliches Gebäck. Mauro, unser fantastischer Gastgeber, nahm sich unglaublich viel Zeit für uns. Mit einer Engelsgeduld erklärte er uns auf der Karte die wichtigsten Highlights, Geheimtipps und Verhaltensregeln für die nächsten Tage.
Dinge, die vielleicht nicht jeder weiß: Das Wort „Riad“ stammt vom arabischen Wort für „Garten“ (riyāḍ) ab. Traditionell haben diese Häuser keine Fenster nach außen zur Straße, sondern alle Räume öffnen sich zu einem zentralen Innenhof mit einem Garten oder Innenpool. Das schützte die Privatsphäre der Familien vor Blicken und sorgt zudem für ein angenehmes, kühles Mikroklima im heißen Sommer.
Erste Entdeckungen rund um den Place des Épices
Viel Zeit zum Ausruhen wollten wir uns aber nicht gönnen. Für den restlichen Nachmittag stand zumindest noch ein kleiner, vorsichtiger Rundgang durch den nahegelegenen Teil der Medina auf dem Plan. Natürlich immer mit der leisen Hoffnung im Hinterkopf, den Rückweg zum Riad ohne fremde Hilfe wiederzufinden! 🗺️
Unser Weg führte uns schnell zum berühmten Place des Épices (dem Gewürzmarkt). Hier schlagen einem die Düfte von Kreuzkümmel, Zimt, Safran und frischer Minze direkt entgegen. Der Platz ist etwas überschaubarer und entspannter als der riesige, weltbekannte Djemaa el Fna, versprüht aber einen ganz besonderen, authentischen Charme.
Place Des EpicesCafé Des Épices
Insider-Tipp: Die Dachterrassen der kleinen Cafés und Restaurants rund um den Platz sind ein absoluter Traum! Wir haben uns im berühmten Café des Épices niedergelassen. Von hier oben hat man bei einem kühlen Drink einen fantastischen, Logen-artigen Blick auf das wuselige Treiben der Händler und Handwerker unter uns, während im Hintergrund langsam die Sonne untergeht.
🍽️ Kulinarischer Höhepunkt über den Dächern
Das absolute Highlight des Tages erwartete uns jedoch am Abend. Wir hatten uns entschieden, auf der privaten Dachterrasse unseres eigenen Riads zu essen. Eigentlich dachten wir nur an eine kleine, leichte Stärkung nach der Reise – doch die Küche des Riads hat uns komplett umgehauen und mit einem traditionellen, mehrgängigen Festmahl überrascht.
Morocco Menu
Unser exquisites marokkanisches Menü sah so aus:
Morocco Menu
• Tris of Moroccan salads: Eine Auswahl dreier traditioneller, fein gewürzter marokkanischer Salate (oft aus gekochtem Gemüse wie Auberginen-Zaalouk oder marinierten Karotten).
• Tajine Kefta: Herzhafte Hackfleischbällchen, sanft geschmort in einer aromatischen Tomatensauce und perfekt pochierten Eiern obendrauf.
• Moroccan Beef Tajine: Butterzartes Rindfleisch, raffiniert kombiniert mit der Süße von Pflaumen und dem Crunch von gerösteten Mandeln – eine absolute Geschmacksexplosion!
• Vegetable Tajine: Frisches, knackiges Gemüse, abgerundet mit salzigen Oliven und eingelegten Salzzitronen.
• Dessert: Ein süßer, fruchtiger Abschluss, der den Abend perfekt abrundete.
Was für ein absolut traumhafter und gelungener Start in diesen Urlaub! Mit vollen Bäuchen und dem sanften Ruf des Muezzins in den Ohren fielen wir erschöpft, aber glücklich ins Bett. Eines ist sicher: Morgen gibt es dann Sightseeing bis zum Abwinken!
Nach langer Vorbereitung, war endlich der Zeitpunkt an dem ich abliefern musste.
Am Sonntag, den 29.05.2022, stand der Audi Triathlon Ingolstadt in meinem Wettkampfkalender. Starten wollte ich hier über die Olympische Distanz und dies bedeutete, dass ich mich 1.500m Schwimmen, 42,5km Radfahren und 10,6km Laufen stellen musste. Eigentlich alles kein Problem und doch liegt die Tücke im Moment (hier mal nicht im Detail).
Wie schon geschrieben, hatte ich für diesen Triathlon eine recht lange Vorbereitungsphase von 22 Wochen. Die komplette Vorbereitungsphase verlief komplett verletzungsfrei und es gab nur im März mal ein paar Tage, wo ich eine kleine Erkältung hatte. Der Trainingsumfang war schon recht hoch, mit durchschnittlich 12 h Training pro Woche oder anders ausgedrückt: 980km Laufen, 3000km Radfahren, 110km Schwimmen und 28h Stabi-Training.
Ich sollte also gut vorbereitet sein!
Noch dazu war ich 3 Wochen vorher schon einmal in Ingolstadt und hab mir im Rahmen des TriDay die Strecken angesehen und wusste was auf mich zukommt. Der Baggersee hatte damals noch 14,7 Grad Wassertemperatur, was für das erste Freiwasserschwimmen in diesem Jahr nicht gerade angenehm war. Die, die mich kennen wissen, dass ich erst vor 3 Jahren richtig das Kraulen gelernt habe und das Freiwasser immer noch eine große Herausforderung für mich ist. So war auch der ersten Freiwassergang in diesem Jahr, nicht unbedingt von Erfolg gekrönt (Nachfolgende verliefen da wesentlich besser).
Doch kommen wir endlich zum Tag des Wettkampfs. Es war kalt, in der Nacht hatte es nur 6 Grad gehabt und auch als wir am Sonntag um 7:45 Uhr in Ingolstadt eintrafen, waren es gerade mal 10 Grad. Immerhin schien noch die Sonne und der Tag versprach gut zu werden. Mein Start war erst um 10:40 Uhr und so holten wir als aller erstes die Startunterlagen ab und nutzen dann noch die Zeit, um dem Schwimmstart der Mitteldistanz zuzusehen. Das Wasser hatte etwas über 20 Grad und die Luft gerade mal 10 Grad, so das Dunstwolken vom Baggersee aufstiegen, als sich die Schwimmer auf die 1.900m lange Schwimmstrecke machten. Das Ganze hatte schon etwas mystisches!
Danach checkte ich mein Rennrad ein und legte mir alles so bereit, dass die Wechsel möglichst zügig abliefen. Zu dem Zeitpunkt gab es schon ein paar erste vereinzelte Regentropfen und so deckte ich meine Schuhe zumindest mal mit einer Plastiktüte ab. Eine gute Entscheidung wie sich später herausstellte.
Wechselzone Triathlon Ingolstadt
Danach ging es dann zum Schwimmausstieg, um den Mitteldistanz Athleten zuzusehen und hoffentlich auch ein paar bekannte Gesichter zu entdecken. Zu spät erblicke ich Steffen, den ich zumindest noch anfeuern konnte. Etwas früher entdeckte ich Sabrina, so dass ich auch ein Foto schießen konnte.
Sabrina Ausstieg Schwimmen MD
Kaum waren die Mitteldistanzler auf ihren Rädern, begann es zu Regnen. Naja, obwohl nur Regen war das nicht mehr, es schüttete wie aus Eimern! Mir tat jeder leid, der jetzt unterwegs war. Wir verzogen uns ins Auto und warteten , bis kurz vor meinem Start.
Um 10:40 Uhr war es dann endlich soweit, meine erste Olympische Distanz in einem richtigen Wettkampf konnte beginnen.
Kurz vor dem Start
Ich sortierte mich in meinem Starterfeld extra ganz hinten ein, um jeglichen „Wasserkämpfen“ aus dem Weg zu gehen. Beim Schwimmen ging es für mich nur darum gut durchzukommen und möglichst gleichmäßig zu schwimmen.
Man kann es auf den Bilder nur erahnen, aufgrund der Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Luft, stieg Dunst auf und das Wasser sah aus als ob es brodeln würde.
Ich schwamm los, machte meine ersten Kraulzüge, nicht hektisch, sondern ganz locker und gleichmäßig. Mein Puls schoss in die Höhe und meine Atmung wurde hektisch. Ich musste sofort auf Brustschwimmen umstellen, um überhaupt genug Luft zu bekommen. Das war das Worst-Szenario, an welches ich vorher lieber nie gedacht hatte. Alles um mich herum, diese vielen Schwimmer im Wasser, das „brodelnde“ Wasser, war für mich zu diesem Zeitpunkt einfach zu viel. Im Nachgang betrachtet war es eine klassische Panikattacke. Ich beschloss erst einmal ruhiger zu werden, machte einen Zug nach dem anderen. Doch mein Herz raste und meine Atmung war so flach, dass ich die ganze Zeit den Eindruck hatte ich bekomme zu wenig Luft. Dann kam der Gedanke ans Aufgeben, keine 200m geschwommen und dass sollte es schon sein. 22 Wochen Training für 200m Schwimmen im Wettkampf. Da kamen mir meine zwei Mantras in den Kopf „Never give up“ und „Ich kann das!“. Ich beschloss auf jeden Fall bis zur ersten Boje weiter zu schwimmen und hoffte inständig, dass sich mein Körper beruhigen würde. Leider tat er das bis zur ersten Boje nicht und so kam wieder die Überlegung aufzugeben, sich aus dem Wasser fischen zu lassen. Doch dann erblickte ich rechts von mir einen Bootsanlieger mit Booten. Ich überlegte lang hin und her, ob ich einfach kurz abbiege sollte und mich dort kurz festhalte und beruhige sollte, um dann zu versuchen ruhig weiter zuschwimmen. Ist das erlaubt oder werde ich dann disqualifiziert? Es half nichts, so konnte es nicht weitergehen, ich schwamm zu den Booten und hielt mich an einem fest, um zur Ruhe zu kommen. Sogleich war eine Rettungsschwimmerin auf einen Stand Up Paddle bei mir und wollte wissen ob alles ok ist. Ich sagte Ihr, dass ich nur eine kurze Pause brauche. Ich konzentrierte mich nur auf meine Atmung und nach ca. 1 Minute hatte sich meine Atmung und mein Puls wieder etwas beruhigt. Ich bedankte mich noch kurz bei der Rettungsschwimmerin und machte mich auf die weiteren 1.100m, mit der Hoffnung, dass ich jetzt ruhig und ohne weitere Probleme schwimmen konnte. Von hinten kam schon die letzte Startgruppe und ich hoffte nur, dass sie mich nicht überrollen würden.
Ich fand endlich zu einem ruhigen und gleichmäßigen Schwimmen. Ich konzentrierte mich nur auf mich und wusste, dass ich das, was ich hier gerade mache eigentlich kann. Dieser Gedanke brachte mich immer weiter und weiter. Die Meute von hinten kam nicht! Nur ein Schwimmer, mit einer grünen Badekappe, überholte mich sehr zügig. Bei mir lief es jetzt endlich richtig gut, ich holte sogar vereinzelte Schwimmer aus meiner Gruppe wieder ein. Meine Pace lag endlich bei dem was ich mir vorgenommen hatte und so stieg ich nach 33:33 Minuten aus dem Wasser. Ich war erleichtert das Schwimmen hinter mir zu haben und mich jetzt auf meine beiden stärkeren Disziplinen konzentrieren zu können.
Ausstieg Schwimmen
Auf dem Weg zu meinem Rad schälte ich mich bereits halb aus meinem Neo. Am Rad dann, Neo aus, Socken und Schuhe anziehen, Helm auf, Startnummer umlegen und nach 3:27 Minuten war ich auf der Radstrecke.
Start Radstrecke
Motiviert von den letzte 1.100m des Schwimmens hatte ich jetzt richtig Böcke Gas zu geben. Auf dem ersten Stück ist eigentlich Überholverbot. Mein Vordermann und ich hatten leider ein paar Teilnehmer vor uns, die dort mit ca. 22 km/h entlangzuckelten. Nach ein paar Bitten doch etwas schneller zu fahren, nahmen wir uns ein Herz und zogen an ihnen vorbei. Die Straßen waren noch sehr nass, doch ich glaube es hat schon nicht mehr geregnet (ich war bereits im Tunnel und habe nichts mehr um mich herum wahrgenommen!), man musste aber jede Kurve mit viel Feingefühl an- und durchfahren.
Zuerst ging auf eine 10 km lange Schleife durch die Innenstadt, aufgrund des vorherigen Regens waren leider nur wenige Zuschauer an der Strecke, doch die haben jeden einzelnen angefeuert. Wie schon geschrieben; ich hatte jetzt richtig Böcke Gas zu geben und so ging ich eine hohe Trittfrequenz im entsprechenden Gang an. Die Schleife durch die Innenstadt hat richtig Laune gemacht, bei optimalem Wetter und vielen Zuschauer, wäre es ein Traum gewesen. Ich sammelte hier schon viele andere Teilnehmer vor mir ein. Die Jungs und Mädels auf den Zeitfahrmaschinen schienen bei den Witterungsverhältnissen so Ihre Probleme zu haben und ich war gar nicht mehr neidisch „nur“ ein Rennrad zu haben.
Dann ging es hinaus in Richtung Egweil, raus auf die Landstraße. Ab jetzt gab es fast keine engen Kurven mehr, nur ein Kreisverkehr und ein paar Ortsdurchfahrten. Man konnte sich ab jetzt voll und ganz auf die richtige Trittfrequenz konzentrieren und die schnelle Strecke genießen. Da die Straße zu Beginn immer noch sehr nass war, waren die Füße bald tiefgefroren und ohne Gefühl, doch die Strecke wurde zum Glück immer trockener. Ich war nach wie vor richtig gut unterwegs, sammelte immer wieder einen anderen Teilnehmer ein und hatte unterwegs richtig Spaß. Nach der Wende in Hennenweidach an der Kapelle St. Anna ging es auf die letzten 15 km. Meine Beine wurden langsam etwas schwerer, doch hielt ich meinen Geschwindigkeit bei und versuchte auch auf den leichten Anstiegen nicht zu langsam zu werden. Nach 42,5 km, einem Schnitt von 34,4 km/h, war ich nach 1:14:26 Stunden wieder in der Wechselzone. Für meine Frau war ich etwas zu schnell unterwegs, hatte ich doch ein etwas langsameres Tempo geplant. So hat sie mich beim Fotografieren dann nur noch von hinten erwischt.
Kurz vor dem 2ten Wechsel
Auch der zweite Wechsel verlief optimal. Fahrrad wieder einhängen, Helm und Brille hinschmeißen, Schuhe gewechselt und nach 1:25 Minuten war ich auf der Laufstrecke.
Geplant war eine 4:45er Pace, doch die ersten Meter waren Laufen wie auf rohen Eiern. Nicht weil ich noch im Radfahrmodus war, eher weil meine Füße tiefgefroren waren und fast ohne Gefühl. Meine Uhr zeigte nach dem ersten Kilometer 4:34 Minuten an, eigentlich zu schnell, doch ich hielt es wie immer: „Erstmal laufen lassen!“.
Die Strecke verlief zu Beginn um die West- und Südseite des Baggersees, die Schotterwege waren sehr angenehm zu laufen und ich konnte immer wieder andere Läufer überholen. Das Einholen der anderen Läufer und die immer noch recht lockeren Beine ließen mich meine Pace beibehalten. Meine Stimmung war perfekt, mein Training über die 22 Wochen zahlte sich wirklich aus und ich kostete jede Minute in vollen Zügen aus.
Bei Kilometer 4 standen plötzlich Steffen und Jörg an der Strecke und feuerten mich an. Danke für die tollen Bilder und wie man sieht hatte ich wirklich meinen Spaß und die beste Laune.
Kilometer 4 bei bester Laune
Jetzt ging es in Richtung Innenstadt und ich hoffte da auf mehr Zuschauer und eine gute Stimmung. Ich wurde nicht enttäuscht. Auf den kurzen 500 m mitten durch die Innenstadt war die Stimmung riesig und machte Lust auf die letzten Kilometer. Die Beine waren immer noch ok, ab und zu wollte die linke Wade sich zu Wort melden, aber das habe ich gekonnt ignoriert.
Als es entlang der Donau langsam wieder heraus aus der Stadt ging , waren immer wieder kleine Stimmungsnester und gaben einem die Kraft für die letzten 3 km. So beflügelt zog ich meine Pace noch einmal etwas an und hatte die Laufstrecke von 10,5 km nach 49:19 Minuten mit einer durchschnittlichen Pace von 4:33 min/km geschafft.
Wenige Meter vor dem Ziel
Im Ziel zeigte mir meine Uhr 2:42:10 Stunden an, eine Zeit mit der ich sehr zufrieden bin.
Im Zielbereich selber traf ich dann noch auf Krissi, die mit Ihrer Zeit für die Mitteldistanz auch sehr zufrieden war. Von Ihr erfuhr ich auch, das Steffen leider aufgeben musste. Er war durch den kalten Regen total unterkühlt und da war es besser nicht weiter zu machen. @Steffen: Roth wird Dein Wettkampf!!!
Nach einem alkoholfreien Weizen und einem Stück Apfelstrudel, machte ich mich auf den Weg meine Frau in dem Gewühle zu finden, um dann mein Fahrrad und Equipment aus der Wechselzone zu holen.
Unterwegs machten wir noch das obligatorische Bild mit der Medaille und dem dazugehörigen zufriedenen Grinsen.
Zufrieden nach dem Finish
Auf den letzten Metern zum Auto haben wir dann zum Glück noch Sabrina getroffen, die heute im Wasser auch so einiges erlebt hat, aber dass könnt ihr sicherlich in Kürze unter ihrem Instagram-Account nachlesen.
Das war der Audi Triathlon Ingolstadt 2022, trotz mäßigem Wetter ein super toller Wettkampf für mich.
Danke an alle Helfer Vorort, die trotz dem Sauwetter an der Strecke waren und diesen Triathlon möglich gemacht haben.
Wenn Du so etwas das erste Mal machst, ist das Ganze wie eine Überraschungsei! Du weißt eigentlich was Du Dir da gekauft hast, Du siehst die bunte glitzernde Hülle, weißt dass darunter die süße leckere Schokolade steckt, aber welche Überraschung(en) sich im Inneren verbirgt, ist noch vollkommen unklar.
Ganz ähnlich ist es mit der ersten Mitteldistanz im Triathlon. Auch hier weißt Du eigentlich was Dich erwartet, Du hast diese tolle Ausrüstung, ein geiles Fahrrad, einen Neopren-Anzug, top Laufschuhe mit Carbon-Innensohle und noch vieles mehr. Du weißt, welchen Aufwand Du in Dein Training gesteckt hast. Du weißt, wie fit Du in jeder der drei Disziplin bist. Aber ob alles zusammen passt, ohne Pausen und ohne doppelten Boden, ist noch Mal etwas ganz anderes und im Vorfeld nur teilweise planbar.
Dieses Überraschungsei beschreibt ganz gut wie ich mich am Morgen des 28.08.2021 gefühlt habe, eigentlich gut vorbereitet, aber ich hatte keine Ahnung, wie und ob alles zusammenspielt.
12 Wochen intensives Training lagen hinter mir, mit 491 km Lauftraining, 1.370 km im Sattel und 45 km Kachelzählen.
Zu Beginn des Trainings und somit nach der Erholungsphase, die ich aufgrund meines nicht so schönen Sturzes mit dem Rennrad einlegen musste, stand zuerst nur ein grober Plan. Ich hatte keine Ahnung, ob dieser Plan aufgehen würde und wie schnell ich wieder in Form kommen würde. Doch es wurde von Woche zu Woche besser und machte immer mehr Spaß, so dass die Zuversicht, eine Mitteldistanz finishen zu können, immer mehr wuchs.
Doch kommen wir endlich zum Wettkampf. Ich nenne es Wettkampf, auch wenn es ein Triathlon war, den ich ganz für mich alleine bestritten habe und nicht im Rahmen einer Veranstaltung. Ein Wettkampf ist ein Kampf um die beste [sportliche] Leistung und ich wollte hier die beste Leistung abliefern, zu der ich in der Lage war.
Am Morgen des 28. August stand ich pünktlich um kurz vor 10:00 Uhr vor unserem Freibad. Ich wollte so früh wie möglich starten, um nicht zu viel Betrieb im Becken und somit auf den Bahnen zu haben. Warum ich dann nicht früher gestartet bin, nun unser Freibad macht Samstags leider erst um 10:00 Uhr auf. Da das Wetter nicht gerade Freibad-Wetter war (15 Grad und ein grauer Himmel), war ich der einzige, der so „früh“ da war und hatte das ganze Freibad für mich alleine. Ich traf schnell noch die letzten Vorbereitungen (Neoprenanzug, Schwimmbrille, Badekappe richten und die Radklamotten für den Wechsel zurecht legen) und stand so um 10:04 Uhr am Rand des Beckens. Es konnte also wirklich los gehen.
Kurz vor dem Schwimmen im leeren Freibad
Mit einem weiten Hechtsprung durchbrach ich die glatte Wasseroberfläche und begann meine Bahnen zu ziehen. Eigentlich dachte ich, ich würde aufgeregt und unruhig schwimmen, doch das genaue Gegenteil war der Fall. Ich kam sofort in einen gleichmäßigen und ruhigen Flow. Mir war klar, dass ich im Schwimmen nicht schon alles geben würde, sondern in meinem Tempo und ohne Pausen durchschwimmen werde. Auch habe ich mir zwischendurch jeglichen Blick auf die Uhr verboten, ich wollte erst zur Halbzeit, nach 950 m, einen Blick auf die Uhr werfen, um zu sehen wo ich zeitlich ungefähr rauskommen würde. Als ich dachte ich hätte jetzt 19 von 38 Bahnen hinter mir, schaute ich bei der Wende kurz auf die Uhr. Upsss … schon 1050 m … verzählt … und ca. 20 Minuten … voll im Plan. Es lief die ganze Zeit richtig gut und nach weiteren 17 Bahnen war es auch schon vorbei.
1.900 m in 36:53 Minuten und somit einer Durchschnittspace von 1:56 min/100m waren alles was ich wollte und wozu ich Schwimmtechnisch aktuell in der Lage bin.
Schnell raus aus dem Becken, raus aus dem Neoprenanzug und rein in die ersten Radklamotten. Nein, ich hatte keinen Trisuit angezogen, bei gerade mal 15 Grad Lufttemperatur, wollte ich mir den Luxuxs gönnen und trocken auf dem Rad starten.
Dann ging es schnell raus auf den Parkplatz des Freibades, wo meine Frau schon den zweiten Teil der Wechselzone eingerichtet hatte. Beim anziehen der restlichen Radklamotten gönnte ich mir schnell einen Riegel und etwas zu Trinken, bevor ich mich nach unendlichen 7:35 Minuten endlich auf mein Rennrad schwang. In dieser Hektik hatte ich wohl einmal zu oft auf meine Uhr gedrückt und sie zeigte schon wieder Wechsel an. Schnell die Uhr gestoppt, Aktivität bis jetzt gespeichert, wieder eine Triathlon-Aktivität gestartet, bis zum Radfahren durchgeklickt und endlich konnte ich mich auf die 90 km, die jetzt vor mir lagen, konzentrieren.
Die ersten Kilometer gingen noch durch Wohngebiete und liefen deshalb nicht ganz so flüssig. Doch dann ging es auf die wenig befahrenen Landstraßen und ich konnte mich darauf konzentrieren in eine gleichmäßigen Tritt zu kommen. Mein Plan war es mindestens einen 30er Schnitt zu fahren und den mit einer möglichst gleichmäßigen hohen Trittfrequenz, um die Beine nicht sauer zu fahren. So liefen die ersten 25 km trotz kontinuierlichem Gegenwind richtig gut, nur der Himmel machte mir immer mehr sorgen. Regen war eigentlich erst für die Laufstrecke angesagt, aber wie es jetzt aussehen würde, würde es wohl viel früher nass werden.
Nur zwei Kilometer später war es dann soweit, der Himmel öffnete seine Pforten und es regnete zuerst nur leicht und dann immer stärker. Kurzer Stopp, Regenjacke an und weiter. Ich begann immer mehr zu fluchen, Regen, Gegenwind und das genau auf dem Streckenabschnitt, der auch noch die Steigungen für mich parat hält. Was für ein Glück, nach 15 Minuten hörte es wieder auf zu regnen und so konnte ich mich auf den Kampf gegen die Steigungen und den Gegenwind konzentrieren.
Die Steigungen waren jetzt nicht so heftig wie viele vielleicht denken, doch zogen sie sich kontinuierlich über die nächsten 14 km hin und der Gegenwind war auch noch mein ständiger Begleiter. Über meine geplante Zeit für die 90 km machte ich mir noch keine Sorgen, wusste ich doch, dass es nach 45 km Richtung Heimat geht, ich dann Rückenwind haben müsste und es lange leicht bergab geht. Nach 1:33:47 Stunden und 47,8 km hatte ich den höchsten Punkt erreicht und ich durfte endlich den Rückenwind genießen.
Die zweite Hälfte der Radstrecke sollte wesentlich angenehmer verlaufen, es standen fast keine Höhenmeter mehr an und die Streckenführung war einfacher. Also Kopf aus, gleichmäßig treten und soviel Kraft wie möglich sparen. Ich aß und trank unterwegs immer wieder, um genügend Energie für den Rest der Radstrecke zu haben und vor allem für den noch kommenden Halbmarathon.
Alles ging gut bis zu Kilometer 65, ich hatte den Himmel schon länger wieder im Blick und es wurde immer dunkler. Dann fing es wieder an zu regnen und dieses mal erbarmungslos, mit allem was nur von oben runter kommen konnte. Der Wind kam jetzt aus jeder Richtung, so dass der angenehme Effekt des Rückenwindes auch weg war. Die nächsten 10 km waren kein Spaß, von oben Wasser, von unten Wasser und Wind von allen Seiten. Anhalten, eine Pause machen … keine Option … Wettkampf ist Wettkampf und wenn man ihn nur für sich macht. Jede Kurve musste ich voll runterbremsen, um ja nicht zu stürzen, besonders heikel wurde es auf dem Kopfsteinpflaster in Langenzenn, da kam ich mir vor als ob ich auf rohen Eiern fahren würde. Durch das viele Wasser war ich komplett durchnässt, so durchnässt, das ich sogar plötzlich meinen In-Ear-Kopfhörer verlor den ich nur auf der rechten Seite drin hatte. Anhalten, suchen … wieder keine Option. Bei Kilometer 75 wurde der Regen endlich wieder weniger und es hörte zwischendurch sogar mal komplett auf zu regnen.
Es waren nur noch 15 km auf dem Rennrad, die Beine waren noch gut in Form, doch die Motivation hatte etwas gelitten. Als ich plötzlich meine Tochter in der Ferne mit der Kamera erblickte, ging es mir gleich viel besser. Jemanden auf der Strecke zu sehen, den man kennt, mobilisiert immer wieder Kräfte und ich war ihr so dankbar.
Voll motiviert ging es weiter und nach 3:00:06 Stunden erreichte ich die nächste Wechselzone, die heimische Garage.
Aus den Radklamotten musste ich eh raus und so beschloss ich mich komplett umzuziehen, um den Lauf trocken genießen zu können, denn nun kam doch noch die Sonne raus. Nach gut 6 Minuten Umziehen und kurzem Dehnen, ging es auf die 21,1 km Laufstrecke.
Da meine letzten Laufeinheiten nicht so gut liefen, hatte ich geplant eine 5:15er Pace zu Laufen und wenn es gar nicht geht bis auf eine 5:30er Pace runter zu gehen. Bewusst schaute ich die ersten Kilometer erst gar nicht auf die Uhr, sondern versuchte nach Gefühl zu laufen. Es fühlte sich verdammt gut an, nicht so als ob ich gerade schon 1,9 km geschwommen und 90 km Rad gefahren wäre. Als ich dann doch mal auf die Uhr blickte war ich wirklich überrascht, stand da doch eine durchschnittliche Pace von 4:56 auf den ersten 3 km. Wenn man eigentlich langsamer laufen wollte und man so etwas auf der Uhr sieht, kommen einem viele Gedanken in den Kopf und die vordergründige Frage: „Langsamer werden oder den Flow nutzen und es riskieren am Ende einzubrechen?“ Ich entschied mich einfach mal so weiter zu laufen und bei meinem ersten Verpflegungspunkt zu entscheiden, wie es weiter geht.
Als der Verpflegungspunkt so langsam in Sicht kommen sollte, sah ich keine Crew sah und somit keinen Verpflegungspunkt. Sofort schossen mir 10.000 Gedanken durch den Kopf und vor allem der eine: „Steht die Crew an einer falschen Stelle?“. Doch zum Glück tauchten sie plötzlich aus dem Gebüsch auf und alles war gut. Kurze Abstimmung, neue Softflask mit Cola ohne Kohlensäure und weiter ging es. Diese ersten 7 Kilometer verliefen verdammt gut, fast schon zu gut und so beschloss ich die Pace einfach beizubehalten, mehr als dass es sich bitter rächen würde, konnte ja nicht passieren.
Meine Strecke führte mich weitere 3,5 km entlang des Main-Donau-Kanals Richtung Süden und ich hatte die ganze Zeit einen leichten Rückenwind. Dann bei Kilometer 10,6 gab es die Wende und es ging die gleiche Strecke wieder zurück. Ich spürte gleich den leichten Gegenwind und hoffte nur mich nicht verzockt zu haben. Die Pace blieb zum Glück stabil und auch eine Ermüdung war noch nicht wirklich spürbar. Bei Kilometer 14,5 traf ich dann wieder auf meine Crew. Kurzer Update von mir und mit einem halben Riegel in der Hand ging es weiter. Ich hatte kein richtiges Hungergefühl, aber die Getränke und die Lucho Dillitos Energy Blocks, die ich in den letzten 4 Stunden zu mir genommen hatte, hatten zwar meinen Energiebedarf sehr gut gedeckt, aber nicht meinen Magen gefüllt.
Etwas gesättigt ging es auf die letzten gut 6 km. Die Pace passte nach wie vor, nur spürte ich jetzt langsam wie meine Beine müde wurden. Richtig zu spüren bekam ich es dann ab Kilometer 19, doch bei nur noch 2 Kilometer heißt es Zähne zusammenbeißen, nicht langsamer werden und immer weiter.
Für die 1,9 km Schwimmen, die 90 km Radfahren, die 21,1 km Laufen und die zwei Wechsel habe ich insgesamt 5:34:09 gebraucht und ohne die Wechsel sind es sogar nur 5:19:54.
Ich bin vollkommen zufrieden, sehr dankbar meiner Frau und Tochter gegenüber, zum einen für den Support an diesem Tag, aber natürlich auch für das Verständnis und die Unterstützung in den letzten 12 Wochen.
Das Wetter war an diesem Tag nicht immer Lustig und hat mich einiges gekostet, vor allem auch einen In-Ear-Kopfhörer. Ausgezahlt hat sich die kontinuierliche Verpflegung unterwegs, dadurch hatte ich keinerlei Probleme bis zum Ende.
Pause gibt es leider noch keine, denn wenn alles gut geht starte ich am 26. September noch beim Berlin Marathon, den ich als reinen Genusslauf absolvieren möchte, aber danach geht es dann in die Off-Season!
Pläne für danach entstehen auch schon langsam. Im Winter an der Rad- und Schwimm-Performance arbeiten und im Frühjahr will ich mich endlich dem Thema Freiwasser-Schwimmen stellen.
Ihr seht selbst, nach einen erfolgreich gefinishten Mitteldistanz gibt es trotzdem immer noch viel zu tun.
Manchmal ist ein Bericht schnell geschrieben und manchmal dauert es eben bis ein Bericht geschrieben ist. Dieses Mal dauerte es etwas länger, denn irgendwie habe ich keine Ruhe gefunden, meine Erlebnisse bei meinem ersten IndoorMarathon in Worte zu fassen.
Viele können es schon nicht verstehen, wenn man einen Halbmarathon oder Marathon läuft, läufst Du einen Ultra erntest Du Kopfschütteln und wenn Du dann erzählst dass Du einen Marathon Indoor läufst, auf einer Runde von etwas mehr als 760 Meter und über zwei Stockwerke in einem „normalen“ Bürogebäude, erklärt man dich endgültig für verrückt.
Das erste Mal stieß ich auf diesen Lauf vor 1 Jahr, doch zuerst war er ausgebucht, dann hatte ich einen Nachrückerplatz und dann wurde ich krank. So wollte ich dieses Jahr endlich mal an diesem Lauf teilnehmen und war einer der Ersten, die sich angemeldet haben als die Anmeldung geöffnet wurde.
Bevor ich zum Tag des Laufes komme noch kurz ein paar Informationen zu dem Lauf. Er findet jedes Jahr im Gebäude des TÜV Rheinland in Nürnberg statt und es wird die Halbmarathon und Marathonstrecke angeboten, wobei man den Marathon auch als Staffel laufen kann. Beim Marathon geht es über 55 Runden, wobei eine Runde ca. 760m ist und über das Erdgeschoss und den Gängen des Kellers geht. Durch den Lauf über zwei Stockwerke sammelt man auch 455 Höhenmeter, die nur aus Treppen bestehen und somit irgendwann zur Qual werden. Da auf dieser Strecke nicht viel Platz ist, sind nur 120 Einzelläufer und 30 Staffeln zugelassen, also eine schöne kleine familiäre Laufveranstaltung.
Doch kommen wir endlich zum 11.11.2018 dem Tag des Laufes, an dem der Start genau um 11:11 Uhr erfolgen sollte – Beginn der närrischen Zeit!
Eigentlich ist der TÜV Rheinland von mir ja nur einen Katzensprung entfernt, doch wenn man von der falschen Zeite an das Gelände heran fährt kann es schon mal etwas länger dauern, doch irgendwann hatte ich den Parkplatz gefunden und konnte mich auf den Weg zur Startnummernausgabe machen. Name genannt, die nette Dame sucht und plötzlich ein verzweifelter Blick von ihr … sie hat meine Startnummer bereits jemand anders gegeben … ups und nun. Nach einer kurzen Recherche ist klar wer meine Nummer bekommen hat und so bekomme ich einfach seine. So diese zwei Hürden schon mal genommen, ich hoffe der Lauf birgt nicht noch mehr solcher Überraschungen.
Nachdem ich mich umgezogen habe treffe ich auf ein paar bekannte Gesichter, unter ihnen auch Uwe, der sich so richtig chic gemacht hat!
Uwe in seinem rosa Tutu
So ein paar Läufer laufen sich hier sogar warm, doch darauf verzichte ich mal lieber und suche mir ein ruhiges Plätzchen wo ich bis zum Start sitzen kann. Um kurz nach 11:00 Uhr ist es dann so weit, noch eine kurze Einweisung vom Veranstalter, mit der Bitte im Treppenhaus nicht zu überholen und auf den Gängen immer rechts zu laufen, damit die Schnelleren links ohne Probleme überholen können.
Kurz noch den Fasching mit einer Laolawelle eigeleitet.
Dann begaben sich alle Marathonläufer (inklusive Staffel-Läufer) zur Startlinie in einem der Gänge und so ungefähr um 11:11 Uhr gab es den Startschuss.
Da ich die 760 Meter lange Runde noch gar nicht kannte, startete ich ganz verhalten und ließ mich von den anderen Läufer erstmal mitziehen. Schon nach wenigen Metern passierten wir den eigentlichen Dreh- und Angelpunkt des ganzen Laufes, das Foyer. Hier war zum einen die Zeitmessung bzw. Rundenzählung, hier spielte die Samba Band und die meisten Zuschauer waren hier versammelt. Die Stimmung war von Anfang an der Hammer, da würde es auf keiner Runde langweilig werden.
Nachdem man das Foyer das erst Mal passiert hatte, ging es in einer engeren Kurve um den Aufzug und dann wieder ins Foyer. Danach tauchten wir das erst Mal in einen der Gänge im Erdgeschoss ein und es ging für gute 100 Meter gerade aus. Dann kam das erste Treppenhaus, welches gut mit Matratzen ausgekleidet war, so dass sich niemand verletzen sollte, sollte man doch mal ins straucheln geraten oder eine Kurve zu eng nehmen. Dann ging es im Untergeschoss den Gang wieder zurück, bis wir uns unterhalb des Foyer befanden. Hier gab es auch die Verpflegungsstation, an der wir 55 mal vorbei kommen sollten. Die Strecke bog hier im 90 Grad Winkel nach links ab und uns schallte guter alte Rockmusik entgegen. Nach nicht mal 100 Metern erreichten wir die Musik und bogen knapp vor Ihr wieder ins Treppenhaus ab. Jetzt ging es wieder ein Stockwerk nach oben, noch konnte man 2 Stufen auf einmal nehmen und flog nur so die Treppe nach oben, wie dass nach ein paar Runden aussehen wird, wird sich zeigen. Kurz nach dem Treppenhaus erreichten wir auch wieder den Punkt von wo wir gestartet waren. Eigentlich war die Runde sehr kurzweilig und dauerte nur etwa 4 Minuten, mal sehen wie lange die Kurzweilligkeit der Runden andauern würde.
Kurz nach der Zeitmessung gab es noch eine große Leinwand auf der man seine aktuelle Platzierung und Rundenzahl ablesen konnte. Das Ablesen war meistens ganz gut möglich, doch soviel sei schon gesagt, desto mehr Runden es wurden, desto mehr schwand die Konzentration und somit auch die Fähigkeit sich beim vorbei laufen mal schnell auf einer Liste zu finden.
Und so spulte ich Runde für Runde ab, jedes mal wenn ich das Foyer passierten gab es aufmunternde Worte. Tauchte ich in die Gänge ein, wurde es wieder zum konzentrierten Lauf. Hohe Konzentration war auch jedes Mal in den Treppenhäusern gefragt, denn von Runde zu Runde wurde es für mich schwieriger die Treppen einfach fluffig herunter zulaufen und die Treppen nach oben wurden spätestens nach der 20 Runde zur Treppenwanderung.
Blick auf die Anzeige der Runden u. Rundenzeiten
So ab Runde 20 spürte ich langsam was die wirkliche Härte dieser Strecke sein sollte, es waren nicht die Treppenhäuser, es war die stehende Luft. Man hatte zwar überall die Fenster aufgemacht, doch die Luft wurde zusehends trockener und es gab keinen kühlenden Gegenwind. An der Verpflegungsstation griff ich jede 5 Runde zu einem Becher ISO und versuchte so meinen Flüssigkeitshaushalt im Griff zu halten.
Wie immer kommt bei mir der Punkt bei einem Marathon, wo ich gerne mal kurz abbiegen würde um mich zu erleichtern und da kam hier der riesige Vorteil zu tragen, dass man in einem Bürogebäude lief. Pro Runde gab es mindestens 4-5 Möglichkeiten mal kurz abzubiegen und in Runde 24 nutze ich eine dieser Gelegenheiten. Auch ab diesem Zeitpunkt war es so, dass die Runden nicht mehr einfach so dahin flogen. So langsam fragte ich mich schon, wann ich denn endlich die Hälfte geschafft hätte. Zum Glück traf ich auf der Strecke immer mal wieder auf bekannte Gesichter und so wurde ich etwas abgelenkt.
Die Rundenzeiten schwankten schon sehr stark, da es immer darauf an kam, zu welchem Zeitpunkt man ein Treppenhaus erreichte und ob man durchlaufe/gehen konnte oder ausgebremst wurde. Eigentlich war mir das ja egal, denn die Zeit spielte nur eine untergeordnete Rolle. Ich hatte nur ein Ziel, ich wollte unter 4 Stunden bleiben.
Und so ging es weiter und weiter, Runde für Runde. Nachdem ich die 28 Runde abgeschlossen hatte, gab es einen kurzen Motivationsschub … nur noch 27 Runden.
Noch immer voll motiviert!
Leider hielt dieser Motivationsschub nur kurz an und die Treppen nach oben wurden immer härter. Die trockene Luft setzte mir immer mehr zu und so wählte ich zweimal kurz die Möglichkeit abzubiegen, um mir eiskaltes Wasser über das Gesicht und den Nacken laufen zu lassen.
Nach meiner Kalkulation lag ich nach 45 Runden immer noch unter der 4 Stundenmarke und somit war alles gut. Als ich so bei Runde 50 wieder auf die Leinwand mit den Rundenzahlen und Zeiten schaute, kam es mir plötzlich etwas komisch vor. Irgendwie kam ich bei meiner schnellen Überschlagsrechnung nun über 4 Stunden, konnte ich nicht mehr rechnen, hatte ich etwas falsch gelesen. In der nächsten Runde schaute ich noch einmal auf die Leinwand, noch 4 Runden to go und ich hatte schon 3:48 auf der Uhr. Bedeutete ich würde etwas über 4 Stunden landen, auch nicht so schlimm, aber schon komisch.
Dann kam sie, die letzte Runde, noch einmal 760 Meter, noch einmal die Treppe runter und noch einmal die Treppe hoch und das sollte es dann sein. Auf dieser letzten Runde bedankte ich mich nochmal bei der Verpflegungsstation für die tolle Unterstützung und genauso bei der Musik im Keller, die mich jede Runde gepuscht hat.
Es war geschafft 55 Runden in einem Bürogebäude, 55 mal die Treppe runter, 55 mal die Treppe hoch und 42,195 Kilometer in den Beinen … oder?
Im Zielbereich versicherte ich mich, dass ich wirklich alle geforderten 55 Runden absolviert hatte und war dann einfach nur noch froh. Meine Uhr zeigte 44,44 Kilometer und eine Zeit von 4:06:41 an. Etwas viele Kilometer, aber vielleicht ist die Messung mit dem Stryd ja doch nicht so genau. Kaum war ich fertig kam auch schon Uwe zu mir und gratulierte mir zu diesem Lauf, er war in einer Staffel gestartet und ich hatte ihn auch unterwegs einmal getroffen.
Ich holte mir brav meine Medaille und Finisher-Shirt ab und gönnte mir dann im Sitzen ein kühles Weißbier. Das Aufstehen war schon wesentlich schwieriger und der Gang hinunter zu den Duschen war eine Herausforderung, doch endlich unter der Dusche zu stehen war dann eine Wohltat. Ich grübelte immer noch nach wo ich mich denn unterwegs verrechnet hatte, mir wurde mein Fehler aber nicht klar.
Zuhause angekommen legte ich mich aufs Sofa und lass auf Facebook die ersten Posts zu dem Lauf. Einige schrieben von Fehlern bei der Rundenzählung und mich beschlich so langsam das Gefühl, dass da auch bei mir etwas nicht passen könnte. Ein Blick auf die Ergebnisliste mit den einzelnen Rundenzeiten gab mir Gewissheit, da gab es zwei Runden, die mit der Zeit irgendwie nicht passten könnten. Ich schrieb eine E-Mail an den Veranstalter und so nach und nach wurden die Runden korrigiert.
Mein offizielles Endergebnis war am Ende dann 3:58:09, was schon eher passte, auch wenn meine letzte Runde mit einer 4:45,2 ausgegeben wurde, was nicht stimmen konnte, da ich die letzte Runde nochmal richtig Gas gegeben hatte. Was soll’s, war eher ein Funrun!
Insgesamt ist es schon eine kuriose Sache, so einen Marathon in einem Gebäude zu laufen und wer Lust hat sollte so etwas mal mitgemacht haben. Für mich war es die erste Teilnahme und aktuell würde ich nicht noch einmal teilnehmen, ich Laufe einfach viel zu gerne draußen und dass egal bei welchem Wetter.
Wer noch einen kurzen Eindruck von dem Lauf bekommen möchte der kann sich den Beitrag des BR-Fernsehen ansehen.
Bei mir neigt sich das Laufjahr jetzt so langsam dem Ende entgegen. Silvester werde ich noch beim Nürnberger Silvesterlauf über 10k starten und dann für 2 Wochen die Beine hochlege, bis es am 12. Januar zum ersten Ultratrail in 2019 geht (Taunus Ultratrail).
Dieses Jahr gab es die dritte Auflage des Neideck 1000, es ist immer noch die selbe Strecke, sie ist immer noch 22 km lang und hat 1.000 hm. Doch diese Strecke hat ihren Zauber noch immer nicht verloren, sie verlangt von einem alles ab und straft die, die einen Lauf im deutschen Mittelgebirge auf die leichte Schulter nehmen.
Der Lauf findet im Herzen der Fränkischen Schweiz, in Muggendorf statt und bringt den Trailrunner von einer Sehenswürdigkeit zur anderen. Robert Stein, der Veranstalter, hat hier wirklich eine super Strecke entworfen, die jedem Trailrunner einiges ab verlangt.
Für mich sollte es dieses Jahr wieder der krönende Abschluss der Trail-Wettkämpfe werden. Eine Bestzeit war nicht anvisiert, vielmehr diesen Lauf und alles was dazu gehört zu genießen. So langsam entwickelt sich dieser Lauf auch immer mehr zu einem „regionalen Klassentreffen“ der Trailrunner Szene, zum einen findet man hier die regionalen schnellen Läufer, wie auch den Trailrunner, den man gerade noch letzte Woche auf dem Trail getroffen hat.
Dieses Jahr startete ich noch dazu in einem der gemeldeten Speed Teams, zusammen mit Johannes Maier und Thomas Haug bildeten wir die „Hetzles Connection“. Unser Team war fest entschlossen sein Bestes zu geben, auch wenn uns bereits zu Beginn klar war, dass hier kein Blumentopf zu gewinnen war, waren die anderen Teams doch extrem stark besetzt. Doch auch hier galt: „Dabei sein und Spaß haben ist alles!“
Die „Hetzles Connection“
Doch kommen wir zum eigentlichen Tag des Rennens, zum 13. Oktober. Ich hatte den Luxus, dass Thomas mich Zuhause abholte und wir dann auf halber Strecke nach Muggendorf noch Johannes einsammelten. Gemeinsam trafen wir so bereits um 8:45 Uhr in Muggendorf ein und es war schon einiges los, man merkt einfach, dass die Veranstaltung von Jahr zu Jahr wächst. Unser erster Weg führte uns zur Abholung der Startunterlagen, die dieses Jahr wieder in der Grundschule von Muggendorf ausgegeben wurden.
Ausgabe der Startunterlagen
Ausgabe der Startunterlagen
Hier traf ich auch gleich auf Robert, der noch einiges zu organisieren hatte, es ist schon klasse, wie er dass jedes Jahr fast allein auf die Beine stellt. Hier schon mal ein riesiges DANKESCHÖN in Deine Richtung Robert. Du hast uns wieder einen super tollen Tag in der Fränkischen Schweiz geboten!
Wir hatten unsere Sachen noch im Auto und so machten wir uns wieder auf den Weg, um uns umzuziehen und dann alles Notwendige für nach dem Lauf in der Schule zu deponieren.
Letzte Vorbereitungen der Hetzles Connection
Nachdem das alles nun endlich erledigt war, blieb noch etwas Zeit sich einzulaufen. Auf dieser Strecke sollte man von Anfang an fit sein, denng leich nach dem Start geht es 200 hm nach hoch und wer da seine Pumpe nicht schon mal angeworfen hat, wird es schnell büßen.
Start- und Ziel-Bereich
So langsam wird es voller
Kurz vor dem Start traf ich noch auf ein paar andere bekannte Läufer, unter ihnen auch „Tom Clownfisch„, ein Läufer und Triathlet mit dem ich bis jetzt nur Kontakt über die sozialen Medien hatte, um so schöner war es ihn endlich mal persönlich kennenzulernen.
Dann wurde auch schon von 10 heruntergezählt und die Meute aus gut 200 Trailrunnern machte sich auf die 22 km lange Runde, mit ihren 1.000 hm. Ich hatte mich ganz bewusst etwas weiter vorne eingereiht, wollte ich doch an der ersten Engstellen nach gut 400 m nicht feststecken. Mir war zwar auch klar, dass mich später noch viele schnellere Läufer überholen würde, doch so konnte ich von Anfang an fast frei laufen.
Einen genauen Zeitplan hatte ich dieses Jahr nicht, steckte mir doch immer noch der letzte Ultra und meine Erkältung etwas in den Knochen. Ich fand aber schnell in meinen Rhythmus und konnte jetzt zu Beginn auch noch die leichteren Anstiege laufen. So ging es bis zu Quarkschloß (Nachtrag: Auf vielfachen Wunsch; Ja es ist das Quackenschloss) fast ohne Probleme dahin und ich genoss die herbstliche Fränkische Schweiz in vollen Zügen. Dann passierte ich den Adlerstein, den man bei diesem Rennen leider immer wieder zu wenig beachtung schenkt und keine Zeit hat ihn zu erklimmen.
Am Adlerstein (von Peter Fecher)
Beim Downhill zur Riesenburg traf ich dann auf Michael Hänsch, auch ein Läufer hier aus der Region und wir nutzten den lockeren Downhill für ein kurzes Schwätzchen.
Als es die Riesenburg hinunterging, hieß es volle Konzentration, denn die Stufen, die es hier herunter geht sind alle unterschiedlich hoch und wer nicht aufpasst kann schnell stürzen.
An der Riesenburg (Bild von Manu)
Am Fuß der Riesenburg angekommen, geht es kurze 200 m entspannt auf der Bundesstraße entlang, um dann gleich wieder die Rückseite der Riesenburg zur erklimmen. Der nun folgende Anstieg mit seinen guten 120 hm hat es wirklich in sich, ich merke hier zum ersten Mal, wie schwer meine Beine sind und schalte einen Gang zurück. Ich lasse einige Läufer passieren und versuche gleichmäßig hochzugehen. Ich freue mich, als ich den Aussichtspunkt Wiesentblick erreicht habe, den kurz darauf geht es erstmal leicht bergab, sodass sich die Beine wieder etwas erholen können. Erst noch auf einem schmalen Trail, dann auf breiten Fahrwegen geht es in Richtung “ Hohes Kreuz “ und ich muss an den Anstiegen immer öfters gehen.
Bergauf
Nochmal bergauf
… und weil es so schön ist, nochmal bergauf!
So langsam wird mir klar, dass der Lauf heute nicht so entspannt wird wie der Arberland Ultratrail noch vor 3 Wochen. Die Strecke ist zwar kürzer, aber meine Beine sind einfach noch nicht wieder fit. Zum Glück geht es jetzt erstmal 120 hm bergab zur Oswaldhöhle, die es wieder zu durchlaufen gilt. Dieses Jahr ist die Höhle sogar beleuchtet und das Risiko sich den Kopf anzustoßen ist somit sehr gering. Gerade noch bergab geht es schon wieder hoch zum Muggendorfer Pavillon, der hoch oben über Muggendorf thront und einen klasse Blick auf den kleinen Ort bietet. Kurz darauf passieren wir auch den ersten VP, an dem ich mir nur einen Becher Wasser gönne.
Das nächste Ziel ist der Brühnhildenstein, mit seinen 484 hm, also gilt es wieder ein paar Höhenmeter zu machen.
Traumhafte Landschaft
Goldener Herbst
Ich bin froh als ich endlich den Brühnhildenstein erklommen habe, steht jetzt doch nur noch zwei wirklich Steigung zwischen mir und dem Ziel in Muggendorf. Es sind zwar immer noch gute 10 km bis ins Ziel, doch die zweite Streckenhälfte liegt mir wesentlich besser als die Erste.
Der Weg zum Guckhüll führt über teilweise breite Wanderwege, aber auch immer wieder anspruchsvolle technische Singlertails. So genieße ich die Strecke bis kurz vor dem 1 km langen Anstieg zum Guckhüll hinauf. Kurz bevor es hier nach oben geht, drehe ich mich kurz um, muss noch ein zweites Mal schauen und ja wirklich, keine 100 m hinter mir taucht Johannes auf. Bei ihm scheint es heute wesentlich besser zu laufen als bei mir und kurz darauf schließt er schon zu mir auf. Wir wechseln ein paar Worte und als er wieder anläuft muss ich ihn ziehen lassen, alles andere wäre zu unvernünftig. Ich trabe langsam den leichten Anstieg hoch und schalte sofort wieder in den Gehmodus, als es wieder steiler wird. Der Guckhüll ist auf dieser Strecke immer meine ganz eigene Herausforderung, warum genau weiß ich nicht, aber ich bin immer wieder froh, wenn er hinter mir liegt.
Vom höchsten Punkt aus geht es jetzt schnell nach unten in Richtung Streitberg, wieder auf technisch anspruchsvollen schmalen Trails, vorbei an den Muschelquellen, bis ich Streitberg erreichen und somit auch den zweiten VP. Ich nehme mir wieder nur einen Becher Wasser und mache mich dann auf, die letzte Steigung hoch zur Burg Neideck anzugehen.
Streitberg
Streitberg
Ich muß hier schon früh gehen, andere, die mich passieren, versuchen mich zu laufen zu animieren, doch ich habe schon längst in den Genießermodus gewechselt. Wenn es flacher wird, laufe ich und wenn es steiler wird, gehe ich wieder. Ich bin froh als ich endlich oben angekommen bin, die jetzt folgenden welligen Trails liegen mir eigentlich, doch meine Beine haben einfach keine Böcke mehr.
Trainmeusel auf dem Weg zur Fanmeile (von Peter Feche)
Kurz darauf kommt auch schon der dritte und letzte VP in Sicht und schon von weitem bekomme ich die super Stimmung an diesem VP mit. Ich gönne mir einen Schluck Bier und mache mich dann auf, die letzten 2 km anzugehen.
VP 3 mit top Stimmung
Hier geht es noch einmal ganz kurz bergauf und dann nur noch bergab bis ins Ziel. Beflügelt es bald endlich geschafft zu haben, gebe ich noch einmal richtig Gas. Meine Beine sind plötzlich wieder ganz locker und ich kann auf dem folgenden Downhill Stück noch einmal 3 andere Läufer überholen. Als mich der Trail unten im Tal ausspuckt, kann ich das Ziel schon sehen und die letzten 500 m genieße ich einfach nur.
Als ich über die Ziellinie laufe, klatsche ich bei Robert ab und muss mich dann erstmal ins Gras fassen lassen um wieder zu Atem zu kommen. Ich höre nur, wie Robert noch einmal meinen Namen sagt und mich als den regionalen Blogger erwähnt. Kaum habe ich etwas durch geschnauft erblicke ich auch schon Johannes, der gute 3-4 Minuten vor mir ins Ziel gekommen ist.
Robert erwartet die Läufer im Ziel
Johannes, ganz entspannt im Ziel
Bei einem alkoholfreien Bier warten wir gemeinsam auf Thomas, der sein Ziel unter 3:00 Stunden zu bleiben ganz klar erreicht. Jeder ist mit seiner heutigen Leistung zufrieden und nach einer erfrischenden Dusche geht es noch zur Siegerehrung.
Siegerehrung
Siegerehrung
Sie können schon wieder lachen
Robert hat sich dieses Jahr richtig in Zeug gelegt und tolle Preise für die Sieger besorgt. Ich muss aber auch sagen, dass es dieses Jahr leider kein kleines Andenken für jeden Läufer gab. Ich finde das etwas schade, weile es doch immer eine tolle Erinnerung an einen solchen Lauf ist.
Heute habe ich 2:35 für die Strecke gebraucht, das ging schon mal wesentlich schneller, aber was soll’s. Die Strecke liegt direkt vor meiner Haustür und ich werde sie sicherlich noch öfters laufen, dann wieder fit und ausgeruht.
Am Ende noch mal ein dickes Lob an Robert Stein und sein Team. Die Organisation wird von Jahr zu Jahr besser, die Stimmung an der Strecke entwickelt sich super und die Strecke hält, was sie verspricht: „Der härtesten Halbmarathon Bayerns (nördlich der Alpen)“
Die nächsten Wochen werde ich mal wieder etwas flacher laufen und regenerieren, aber es gilt wie immer