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Arberland Ultratrail 2018 – 63km und 2400hm

Der Arberland Ultatrail mit seinen ca. 63km und 2.400hm sollte ein weiterer Höhepunkt für dieses Jahr sein und was die Ultra-Distanzen betrifft auch der krönende Abschluß.

Zwei von drei Ultras hatte ich dieses Jahr schon gefinished und beim Maintal-Ultratrail wurde mir aufgezeigt was es heißt, wenn man nur halbherzig an den Start geht. Auch wenn ich es am Anfang nicht zugeben wollte, hatte mich dieser DNF doch etwas in ein Läufertief gezogen. Ich war müde in den Beinen und vor allem im Kopf. Zum Glück hatte mir kurz nach diesem DNF ein Arbeitskollege und ebenfalls Läufer das Buch „Das Tao des Laufens“ empfohlen (nochmals danke Johannes). Durch das Buch und unseren dreiwöchigen Familienurlaub in Norwegen, habe ich wieder zu meiner alten inneren Stärke zurückgefunden. Hierbei gab mir das Buch viele Impulse darüber nachzudenken, was für mich beim Laufen das wirklich Wichtige ist. Zum anderen hatte ich in Norwegen eine traumhafte Landschaft, mit traumhaften Trails und begriff wieder warum ich eigentlich so gerne laufe. In diesen 3 Wochen bin ich ca. 150 km mit 6.300 hm gelaufen und fühlte mich am Ende so fit wie lange nicht mehr.

Körperlich und im Kopf wieder fit, beschloss ich die letzten 5 Wochen bis zum Arberland-Ultratrail jetzt nicht auf Teufel komm raus zu trainieren, sondern nur soviel wie notwendig, um gut ausgeruht in diesen Lauf zu gehen. Drei Wochen vor dem Start absolvierte ich beim Fränkische Schweiz Marathon meine letzte lange Einheit und diese zeigte mir, dass ich alle richtig gemacht hatte.

Auch wenn ich mich mental und körperlich wieder sehr fit fühlte, bleibe ich doch ein Kopf-Mensch und so grübelte ich immer wieder darüber nach, wie ich denn Arberland-Ultratrail angehen sollte. Wie schnell sollte ich in der leichten Steigung laufe, wann gehen und wieviel Gas bergab geben? Lauter Fragen, die sich mir stellten und auch zu diesem Zeitpunkt kam fremde Hilfe in Form eines Podcasts (Anna Hughes / EPISODE 36: IN WENIGER ALS 8 STUNDEN TRAINING ZUM ULTRA) um die Ecke. Durch den Podcast wurde mir klar, dass es nicht gut war jetzt schon alles planen zu wollen, sondern dass es besser wäre, an dem Tag des Rennens auf meinen Körper zu hören.

Als Kopf-Mensch analysierte ich die Strecke trotzdem Stück für Stück. Ich setzte mir in der Streckenplanung unter GPSies.com, neben den Waypoints für die VPs noch überall dort Marker, wo sich das Gelände auf längere Sicht hin signifikant änderte, um so frühzeitig zu wissen was kommen würde. So kam die Strecke dann auch auf meine Laufuhr und sollte mir unterwegs als Pace-Orientierung dienen.

Am Freitag, den 21.09.2018, ging es dann bereits gegen Mittag gemeinsam mit meiner Frau in Richtung Bayrischer Wald. Das Wetter war am Freitag wirklich noch hochsommerlich und da ich heute nicht allzu viel laufen wollte, beschlossen wir mit der Gondel auf den Großen Arber zu fahren und den Ausblick zu genießen. Schon an der unteren Gondelstation entdeckte ich eine paar rote Fähnchen, führte der erste Teil der Strecke uns morgen doch auch hier vorbei. Von der Gondel aus konnte ich so einigermaßen erahnen, wo ich Morgen entlanglaufen musste und der Weg auf den Großen Arber hinauf, kam mir in diesem Augenblick doch extrem steil vor. Oben angekommen gab es immer mehr Indizien für den morgen stattfindenden Lauf.

Nach dieser Gipfel- und Teilstrecken-Besichtigung machten wir uns auf ins Hohenzoller Skistation, von wo aus dieses Jahr der Start des Arberland Ultratrail erfolgen sollte.

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Die Startunterlagen waren schnell abgeholt und so machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in Bodenmais. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort und (zumindest für mich) einem leichten Abendessen, lag ich bereits um 21:00 Uhr im Bett und hoffte doch gut schlafen zu können.

Als der Wecker dann um 5:15 Uhr klingelte hatte ich wirklich, für eine Nacht vor einem Lauf, sehr gut geschlafen. Da ich in der Pension wohl der einzige Läufer war, hat mir der gute Geist des Hauses für 5:30 Uhr ein individuelles Frühstück zusammen gestellt, welches ich aber nur ein wenig anrührte. Um 5:45 Uhr stand dann auch mein Chauffeur/Supportteam auf und so starteten wir um 6:15 Uhr in Richtung Hohenzoller Skistadion.

Dort angekommen waren erstmal nicht viele Läufer zu sehen, da es gerade mal 8 Grad waren, hatten sich fast alle in den Raum der Startnummernausgabe zurückgezogen.

Erst als gegen 6:40 Uhr eine Durchsage kam, wir sollten uns doch mal so langsam in Richtung Start begeben, setzen sich die Ultras bzw. die, die es an diesem Tag werden wollten, in Bewegung.

Im Startbereich traf ich dann auf ein bekanntes Gesicht und ich kannte auch nur das Gesicht, war das nicht einer der Pacer vom Fränkische Schweiz Marathon?! Der Name zu diesem Gesicht war Bernd und wir unterhielten uns noch ein bisschen, bis wir vom kurzen Racebriefing unterbrochen wurden. Kurz darauf ging es auch schon los und wir wurden von einer Blaskapelle die ersten 50m in den Lauf begleitet.

Jetzt ging es wirklich endlich los! Die ersten Kilometer waren leicht wellig und so konnten wir bis zur Talstation der Großen Arber Bergbahn in einer lockeren Pace laufen. Diese ersten Kilometer gaben mir auch Zeit in den Lauf zu finden und den Puls sowie den gesamten Körper auf Betriebstemperatur hochzufahren. Und dann kam sie, die erste Steigung hoch zum Gipfel der Großen Arber. 3,5 km mit ca. 400 hm auf einem breiten Schotterweg. Wie ich es mir vorgenommen hatte schaltete ich relativ schnell in den Gehmodus und holte meine Stöcke aus dem Quiver. Ich fand schnell meinen Rhythmus und war auch nicht langsamer als die Läufer, die hier langsam hochliefen. Auf dem Weg zum Großen Arber hoch gab es immer wieder kurze Passagen, welche man auch Laufen konnte und so erreichte ich den Gipfel bereits nach 50 Minuten, 20 Minuten schneller als geplant. Oben begrüßte uns gleich mal die erste Miniblaskapelle, die so früh am Morgen schon ordentlich Stimmung machte.

Als wir das Gipfelkreuz auf 1.456 Metern passierten, blies uns ein sehr böiger, kalter Wind entgegen und es war ratsam schnell weiterzulaufen. Jetzt ging es die gerade mühsam erklommenen Höhenmeter zuerst wieder auf einem breiten Forstweg nach unten, bis dann endlich auf die lang ersehnten Trails ging.

ARBERLAND Ultra Trail
Bild von xc-run.de

Hier erwartete uns gleich ein sehr technisches bergab Stück und so früh im Lauf konnte ich diesen noch so richtig genießen. Auch die leichten bergauf Stücke machten so früh am Morgen noch keine Probleme, wenn es so weiter gehen würde wäre es perfekt.

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Es ging vorbei am Mittagsplatzl mit seinen 1.340 m ü. NHN, vorbei am Großen Arbersee, der jetzt um kurz vor 9:00 Uhr noch verlassen da lag und dann schon wieder ins Hohenzoller Skistation, wo der erste VP war.

Und ich sehnte mich nach diesem VP, hatte ich beim Befüllen meiner Softflasks doch einen vehementen Fehler begangen. Ich hatte mir bereits Zuhause mein Getränk aus Maltodextin, löslichem Zitronentee und dieses Mal auch etwas Salz gemischt. Nach dem Gipfel hatte ich den ersten Schluck genommen und hätte kotzen können. Ich hatte leider viel zu viel Salz erwischt und ich Depp hab es vorher nicht probiert. Somit musste ich meine Softflaks leeren und deshalb sehnte ich mich nach dem ersten VP und somit endlich etwas zu trinken.

Im Gegensatz zu heute Morgen beim Start, war hier jetzt schon einiges los. Um 9:00 Uhr erfolgte der Start der 41 km Strecke und die wartenden Läufer machten Stimmung. Ich ließ mir meine geleerten Softflasks mit Wasser und Iso auffüllen und trank selber noch einen schnellen Becher vom Iso-Getränk. So schnell wir das Skistadion erreicht hatten, so schnell machten wir uns wieder auf die Strecke, lagen doch noch gute 47 km vor uns. Der insgesamt fast 16 km lange „Downhill“ ging weiter, zuerst noch durch den Wald und ab der Arberhütte auf 730 m ü. NHN dann entlang des Bach-/Flusslaufs des „Großen Regen“. Ab hier schlängelte sich der Trail leicht wellig und zwischendurch durchaus technisch, vorbei an der Seebachschleife bis zum nächsten VP in Regenhütten.

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Seebachschleife

Wir hatten hier nun schon 25 Kilometer hinter uns, es wurde langsam wärmer und so beschloss ich nun endlich auch mal meine Regenjacke auszuziehen. Während ich so meine Tomate mit Salz und meine Iso-Getränk genoss, schaute ich mal kurz auf die Zeit und wann ich eigentlich geplant hatte hier zu sein. Es war 9:26 Uhr und eigentlich hatte ich geplant erst um 10:17 Uhr hier zu sein. Bin ich den Lauf zu schnell angegangen, würde ich es jetzt auf den restlichen 38km bitter büßen? Ich bin bis jetzt eigentlich komplett nach Gefühl gelaufen und es hat sich die ganze Zeit mehr als gut angefühlt. Ich beschloss jetzt erstmal nicht weiter darüber nachzudenken, denn jetzt lag erstmal ein längerer Anstieg vor uns.

So machte ich mich wieder auf den Weg, ließ den VP hinter, holte meine Stöcke raus und machte mich daran die nächsten 400 hm zu erklimmen. Im Gegensatz zum U.TLW sind die Anstiege hier nicht ganz so technisch und man kann optimal die Stöcke einsetzen, um die Beine etwas zu entlasten. Nach ca. 29 Minuten hatte ich die höchste Stelle, knapp unterhalb der „Rote Höhe“ mit ihren 1.050 m ü. NHN erreicht. Auch der Anstieg ging wesentlich besser als geplant, mit einer Durchschnittspace 10,5 min/km bin ich rückblickend mehr als zufrieden.

Und schon ging es wieder bergab und Richtung des nächsten VP, wo mein Supportteam, in Form meiner Frau auf mich warten sollte. Ich hatte ihr von unterwegs schon immer wieder kurze Nachrichten geschrieben, damit sie wusste, dass ich etwas früher als geplant da sein würde. Am VP in Schöneben angekommen war aber von meinem Supportteam weit und breit nichts zu sehen. Noch hatte ich genügend Gels bei mir und da man diesen VP nach nur 5 km noch einmal passieren sollte, machte ich mir erstmal keine Sorgen. Ich trank einiges, lies meine Softflaks wieder auffüllen, nahm mir noch 2 Weingummis und machte mich auf die 5 km Schleife.

Hier ging es zuerst wieder auf einem breiten Forstweg dahin bis die Wege schmaler wurde und wir die Höhle am Silberberg erreichten.

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Höhle am Silberberg

Hier erwarteten uns schon zwei Helfer, die uns den Zugang zur Höhle zeigten. Naja, so eine richtige Höhle war es jetzt nicht, aber eine coole Abwechslung auf der Strecke. Am Ende der Höhle ging es etwas steiler nach oben und wir passierten nach wenigen 100 Metern den Gipfel des Silberbergs mit seinen 955 m ü. NHN. Was wirklich cool war, war der Trompeten Spieler  (ich glaube zumindest, dass es eine Trompete war), der oben auf dem Gipfel stand und spielte.

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Jetzt ging es zurück zum VP in Schöneben und ich hoffe doch hier meine Gelvorräte auffüllen zu können. Da ich jetzt nicht aus der Richtung kam, aus der meine Frau mich erwartete, sah sie mich natürlich erstmal nicht. Am VP ließ ich mir 2-3 Minuten Zeit, aß und trank nochmal etwas und vergaß fast mir neue Gels geben zu lassen. Dann machte ich mich wieder auf den Weg. Die Hälfte der Strecke war absolviert und es lief immer noch super, mein Vorsprung auf meine Planung betrug jetzt schon 1 Stunde. Mir war klar, dass der Vorsprung nicht ständig so weiterwachsen würde, aber es gab mir ein wirklich gutes inneres Gefühl.

Kurz nach dem VP traf ich auf die dritte Frau (wie sich später erst herausstellte) und wir unterhielten uns kurz und liefen dann ein Stück der Strecke zusammen. Hier muss ich mal erwähnen, dass ich bei diesem Lauf auch wieder die Trail-Community fand, die ich beim Maintal Ultratrail so vermisst hatte. Hier wurde sich immer mal wieder kurz unterhalte, kein stures vor sich hinlaufen, sondern jeder genoss den Lauf und den Austausch mit den anderen Läufern.

Der Arberseeweg führte uns leicht bergauf bis zum Langlaufzentrum Bretterschachten und dann über den Panoramaweg bis kurz unterhalb des Gipfels des Hochzellbergs mit seinen 1.208 m ü. NHN. Auf diesem Stück war alles sehr gut laufbar und die Beine hatten etwas Zeit sich auszuruhen.  Wir verließen den Panoramaweg wieder und schlängelten uns auf schmaleren Wegen bis zum Wasserfall.

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Obere Wasserstube

Kurz danach ging es noch einmal etwas steiler bergauf und mit einem Schlag bekam ich ein ungeheures Hungergefühl. Mein Magen grummelte richtig und da der nächste VP noch ein paar Kilometer entfernt war, blieb mir nichts anderes übrig als zwei Gels zu nehmen. Ich hoffte inständig, dass mein Magen das mitmachen würde. Das Hungergefühl verflog schnell wieder und mein Magen blieb ruhig. Bis zum nächsten VP am Wanderparkplatz Klause ging es jetzt nur noch bergab und so ließ ich es einfach Laufen. Es war schon beeindruckend, dass hier noch eine 5er Pace ging und die Beine sich so locker anfühlten, hatten sie jetzt doch schon 46 km abgespult.

An diesem VP wartete auch wieder meine Frau auf mich, die schwer damit beschäftigt war sich mit den Helferinnen und andern Läuferfrauen zu unterhalten. Ich bekam dann doch etwas Aufmerksamkeit, etwas zu Essen und zu trinken, sowie neue Gels.

Jetzt lag der längste Anstieg vor uns, es waren ca. 600 hm auf ca. 7 km zu erklimmen und ich schaltete mit meinen Stöcken wieder in den Stechschritt-Gehmodus. Irgendwo muss ich an dem Wasserfall „Hochfall“ vorbeigekommen sein, den ich aber gar nicht wahrgenommen habe, ich war voll im „Tunnel“. Nach ca. 45 Minuten erreichte ich den nächsten VP und hatte den Großteil der Steigung hinter mir. Da ich so konzentriert war gleichmäßig hochzugehen, hatte ich auf diesem Stück fast nichts getrunken und bekam prompt meinen Anschiss von der Helferin Vorort. Ich würde viel zu wenig trinken! Ich gelobte Besserung und machte mich auf das nächste Etappenziel zu erklimmen, den Kleinen Arber mit seinen 1384 m ü. NHN, also nur unwesentlich niedriger als sein großer Bruder.

Diesen Teil der Stecke kannte ich jetzt schon vom U.TLW und wusste, dass es gar nicht so schlimm war, wie es von unten aussah. Oben angekommen, verschnaufte ich kurz, machte ein Foto und setzte mich wieder in Bewegung.

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Auch der Downhill vom Kleinen Arber hinab zu Chamer Hütte war mir bekannt und so genoss ich es, obwohl viel Aufmerksamkeit gefragt war um nicht einen Fehltritt zwischen den Steinen zu riskieren. An der Chamer Hütte war einiges los, doch die Wandere dort nahmen nicht viel Notiz von uns. Nach einem kurzen ebenen Stück ging es auf zum letzten Anstieg, noch einmal hoch zum Großen Arber. Dieses Mal ging es von der anderen Seite hoch, zuerst über Wiesen und dann die Holzstufen hoch, die es notwendig machten die letzte Kraft in den Beinen zu mobilisieren.

Hier gab es auch immer wieder kleine Schilder der Veranstalter, um uns zu motivieren und zu zeigen, dass wir es bald geschafft haben.

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Nachdem wir diesen letzte 200 Meter Anstieg hinter uns gebracht hatten und kurz bevor es auf den letzten harten Downhill zum Ziel hinab ging, gab es noch mal einen kleinen VP. Ich merkte schon von weitem, dass die Stimmung hier besonders gut war. Auf die Frage was ich den gerne hätte, sagte ich eine Cola, doch genau die hatten sie nicht. Als ich zum Becher mit vermeintlich alkoholfreiem Bier greifen wollte, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass dies richtiges Bier sein. Auch wurscht, ist ja nur noch ein Downhill von ca. 3 km.

So gestärkt verabschiedete ich mich und machte ich mich auf den Weg. Ich verstand schnell, was der Veranstalter damit meinte, er hätte am Ende noch ein Schmankerl für uns. Der Downhill ging rasant bergab, aber es war kein ebener Trail, nein der Weg war durch und durch mit Felsen durchsetzt. Es galt sich seinen Weg zu suchen und ich war froh als ich nach 1 km endlich den Forstweg erreichte. Ab hier hieß es nur noch laufen lassen, die letzten Meter genießen. Schon von weitem war die Musik und das bunte Treiben in Skistadion zu hören. Die letzten Wellen ging ich noch einmal, um dann locker und entspannt ins Ziel zu laufen.

Es war wiedermal ein Wahnsinns Gefühl eine solche Strecke absolviert zu haben. Ich fühlte mich immer noch fit, hatte heute alles richtig gemacht, hatte auf mein Inneres gehört und den Lauf jeden Meter genossen.

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Am Ende standen 7:43:51 auf der Uhr, über 1 ¼ Stunde schneller als geplant. Ich kam als 41 von 139 Startern auf der Ultradistanz ins Ziel und hatte somit all meine Ziele erreicht.

Hier im Ziel war auch wieder meine Frau, der ich bei diesem Lauf einiges zu verdanken habe. Alleine Ihre Anwesenheit hat mich motiviert und mich dieses Ziel erreichen lassen.

Dieses Jahr gab es keine Medaille, sondern ein schönes Finisher-Glas (hat man sich hier was beim U.TLW abgeschaut?) und das Gute an diesem Glas war, man konnte es sich immer wieder mit Bier auffüllen lassen.

Abschließend sei noch das immer wieder sehenswerte Duschen nach einem solchen Ultra erwähnt. Es gab zwar keine Umkleiden, aber Zimmer in denen man sich umziehen konnte. Eine saubere Aufteilung nach Männlein und Weiblein gab es nicht, doch überall sah man die Probleme, die so ein langer Lauf mit sich bringen.

    • Wie schaffe ich es meine Schuhe zu öffnen?
    • Wie ziehe ich nur meine Socken aus?
    • Soll ich mich hinsetzen oder komme ich sonst nicht wieder hoch?

Einfach zu göttlich und man ist selber jemand von ihnen!

Auch bei diesem Lauf muss ich mich am Ende noch mal beim Organisator und allen Helfern an der Strecke bedanken.

Ihr habt einen super Job gemacht.

Die Strecke war optimal ausgeschildert und alle war sehr freundlich und hilfsbereit. 5 von 5 Sternen 😊

So ich ruhe mich jetzt etwas aus, bis es in drei Wochen zum Saisonabschluss zum Neideck 1000 in die Fränkische Schweiz geht und bis dahin …

…Keep on running!

Hier noch mal kurz die Übersicht was ich zeitlich vor hatte und wie es wirklich kam:

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Da ich öfters auch gefragt werde, wie denn meine Ausrüstung für einen solchen Lauf aussieht, hier mal was ich bei diesem Lauf alles dabei hatte:
  • Hoka One One Mafate Speed 2
  • Wrigthsocks
  • Compressport R2 Oxygen Black
  • Salomon Twinskin Short
  • Gore One Active Run Jacke
  • Armlinge
  • Salomon Fast Wing HZ Shirt
  • Salomon Adv Skin 12 mit 2 x 0,5l Softflasks und dem Salomon Quiver
  • Leki Micro Trail Pro
  • Garmin Fenix 3 mit Pulsgurt
  • Stryd
  • Powerbar Power Gel Hydro Cola
  • Salztabletten

19. Fränkische Schweiz Marathon

Einfach mal so einen Marathon laufen, direkt aus dem Training heraus – wieder mal eine ganz neue Erfahrung.

In nicht ganz drei Wochen geht es zum Aberland-Ultratrail und 3 Wochen davor eine lange Einheit ist eigentlich genau das Richtige. Doch 42,195 km ohne vorher getapert zu haben, habe ich bis jetzt auch noch nie gemacht. Ich war wirklich gespannt wie ich, bzw. meine Beine, diesen Marathon mit machen würden.

Mein Plan war relativ einfach: „Ich laufe einfach die ganze Strecke mit den 3:45 Pacern mit. Dann muß ich mir selber keinen Kopf machen und es wird unterwegs auch nicht so langweilig.“

Die letzten 2 Wochen vor dem Lauf, waren immer so um die 70k-Wochen, mit Trails und Bergtraining, alles was man für so einen Ultratrail trainieren sollte. Meine Beine fühlten sich die letzten Wochen wirklich super an, auch hatte ich meinen DNF vom Maintal-Ultratrail mittlerweile ganz gut verkraftet. So machte ich mich am Sonntag morgen um 7:00 Uhr auf in die Fränkische Schweiz und war trotz vieler gesperrter Straßen schon um 7:40 Uhr Vorort und nahm meine Startunterlagen in empfang. Jetzt war noch genügend Zeit sich in Ruhe umzuziehen und die anderen Kleinigkeiten zu erledigen, die vor so einem langen Lauf anstehen.

Kurz vor dem Lauf traf ich dann noch Steffen, der sich heute eine Zeit um die 3 Stunden vorgenommen hatte. Ich zitiere mal: Ich Lauf den auch nicht am Anschlag. Das ist eher so eine Art Formcheck. Ich bin ja grad mir Jörg zusammen in der Vorbereitung für Frankfurt. Ich peile irgendwas 2:59h – 3:10h an. Je nachdem wie „locker“ es sich anfühlt.“ Wenn ich 3 Stunden anpeilen würde, könnte man mich danach sicherlich auf der Intensivstation besuchen!

Dann ging es in den Startblock und ich positionierte mich sofort bei den 3:45 Pacern, sie sollten heute mein Garant dafür sein, dass ich nicht zu schnell Laufen würde. Plötzlich wurden die letzten 10 Sekunden herunter gezählt und schon ging es los. Um die 3:45 Pacer sammelten sich ca. 20 Läufer und wir rollten alle in einer 5:10er Pace dahin, was sich wirklich schön locker anfühlte.

Streckenverlauf

Die Strecke führte auf der gesperrten Bundesstraße aus Ebermannstadt heraus in Richtung Weilersbach, wo genau nach 5km der Wendepunkt war. Jetzt ging es die gleichen 5km zurück in Richtung Ebermannstadt und wir spürten warum die ersten 5km sich so locker angefühlt hatten. Wir hatten Rückenwind gehabt, was leider für die nächsten 21km Gegenwind bedeutete. Durch den Gegenwind ging die Pace auf eine 5:15er zurück, was aber kein Problem war, da wir mit einer 5:15er Pace immer noch optimal auf 3:45er Kurs lagen. Durch die nette Begleitung der Pacer verflog die Zeit wirklich schnell und erst in Ebermannstadt bemerkte ich, dass unsere Gruppe etwas kleiner geworden war, der Gegenwind scheint einigen sehr zugesetzt zu haben.

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Hier aber schon mal ein riesiges Dankeschön an unsere zwei Pacemaker Daniel (3ter von links) und Volker „Zecke“(4ter von links), die die Gruppe wirklich super über die Distanz gebracht haben.

Pacemaker

Die Strecke ist kein flacher Stadtkurs, hat zwar nur 350-400hm doch die bekommt man ab und zu zu spüren. Das erste Stück, wo man diese kleinen bösen Steigungen zu spüren bekommt ist, wenn es wieder aus Ebermannstadt herausgeht in Richtung Gasseldorf geht. Der Höhenunterschied ist minimal, zieht sich aber und wenn man vorher 11k flach gelaufen ist, spürt man ihn um so mehr. Gut zu wissen ist dann, dass bei Kilometer 12 die nächste Verpflegungsstation ist, so hat man ein Ziel was man anvisieren kann. Und hier passierte es dann auch, ich habe mir nur zwei Becher gegriffen und diese im Laufen getrunken, doch die Pacer ließen sich hier etwas mehr Zeit und so klaffte plötzlich eine Lücke zwischen uns. Es waren noch zwei andere Läufer mit mir vorne weg und ich überlegte kurz zu warten, doch ich befand mich so im Flow, dass ich beschloss er weiter laufen zu lassen.

Die Kilometer bis zur virtuellen Halbmarathon-Marke flogen einfach nur so dahin, meine Pace lag extrem konstant bei einer 5:15 und alles fühlte sich super an. Wir liefen bis hier hin in einer kleinen 3er Gruppe und aus irgendeinem Grund erhöhte sich meine Pace ein bisschen (5:08) und so setzte ich mich ein bisschen von den anderen Beiden ab. Bei Kilometer 26 hat man dann die Behringersmühle erreicht und somit auch den zweiten Wendepunkt der Strecke. Als ich das letzte Mal hier vor zwei Jahren gelaufen bin, ging es mir hier richtig dreckig, da ich am Anfang total überpaced hatte, doch heute fühlte ich mich top und so nahm ich den Rückweg mit seinen 16km in Angriff.

Kurz nach der Wende kamen mir dann auch die 3:45 Pacer entgegen und ich überlegte kurz etwas Tempo raus zu nehmen um auf sie zu waren, doch ich beschloss einfach konstant weiter zu laufen. Sollte ich am Ende noch einbrechen, könnte ich mich immer noch wieder an sie dranhängen. Jetzt ging es erstmal bergab, denn dass sollte man auch erwähnen, die meisten positiven Höhenmeter macht man auf der Strecke zwischen Kilometer 11 und 26, danach geht es eigentlich nur noch bergab (abgesehen von ein paar kleinen Steigungen, doch zu denen kommen wir noch). Auf den nächsten Kilometern konnte man somit bei gleicher Pace etwas von seinen Kräften einsparen.

So ca. bei Kilometer 33 kommt es dann wieder zu einer Besonderheit der Strecke. Die Halbmarathonläufer sind erst um 10:45 Uhr gestartet und haben so ungefähr beim 33ten Marathonkilometer ihren Wendepunkt. Das bedeutet, dass es zum einen wieder voller auf der Strecke wird, zum anderen gibt es aber auch wieder etwas Abwechslung, denn das Feld der etwas über 200 Marathonläufern hat sich zu diesem Zeitpunkt schon sehr weit auseinander gezogen.

Als ich gerade so 500 Meter hinter dem Halbmarathon-Wendepunkt bin kommen mir die 1:29 Pacer für den Halbmarathon entgegen und unter ihnen ein bekanntes Gesicht. Jörg hat sich heute das Ziel Sub90 gesetzt und scheint noch sehr gut dabei zu sein. Von jetzt ab warte ich eigentlich die ganze Zeit darauf, das Jörg mich überholt, doch es dauert bis Kilometer 36 bis mich die 1:29 Pacer überholen und Jörg ist nicht mit dabei. Ich mache mir gerade schon Gedanken darüber was mit ihm los ist, als er zum Glück hinter mir auftaucht. Er klagt ein bisschen über Seitenstechen, beisst sich aber weiter durch und liegt immer noch auf Sub90 Kurs.

So langsam fängt es im Kopf an zu arbeiten, zu arbeiten in der Form, dass ich rechne wie lange ich noch laufen „muß“, wieviel Puffer ich noch habe um unter 3:45 zu bleiben usw.. Eigentlich total unnütz, da ich heute ganz entspannt laufen wollte und auch keiner Zeit hinterherjage. Doch das sind die Mysterien eines Marathons, irgendwann fängt der Kopf mit diesen Spielchen an, egal ob man will oder nicht. Bis jetzt bin ich die ganze Zeit durchgelaufen und verfalle bei der nächsten Verpflegungsstation schon fast der Versuchung mal zu gehen und in Ruhe zu trinken, doch ich widerstehe dieser Versuchung, denn noch laufen die Beine wirklich super, nur wie schon gesagt fängt der Kopf langsam mit Spielchen an.

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Bis Kilometer 37 rollt es weiter und ich habe zum Glück auch wieder 2 andere Läufer gefunden, die meine Pace laufen und an die ich mich dranhängen kann. Wir wechseln ein paar Worte doch Kilometer für Kilometer wird jeder fokussierter und ruhiger. Dann passiert es bei der Verpflegungsstelle bei Kilometer 37, ich nehme mir die Zeit einen Becher Wasser und einen Becher Cola ganz in Ruhe im gehen zu tinken.

Wow … so Gehen hat auch was …

Zum Glück fällt mir das wieder Anlaufen nicht schwer und ich komme gleich wieder in meinen Flow, die anderen Beiden sind zwar weg, aber das stört mich nicht wirklich, jetzt sind es nur noch 5k. Es kommt noch eine Verpflegungsstation und zwei kleine Anstiege, wobei sich nur der letzte „Berg/Anstieg“ bei Kilometer 40,5 wirklich zieht. So laufen Kilometer 39 und 40 dann auch wieder ganz entspannt und ich steuere die letzte Verpflegungsstation an, die vor dem letzten Anstieg liegt. Na, als Trailläufer sollte ich 15hm auf was weiß ich wie vielen hundert Metern Strecke nicht als Anstieg bezeichnen, doch bei einem Straßenlauf sind solche langgezogenen kleinen Anstiege für mich immer wieder etwas ganz anderes.

An der letzten Verpflegungsstation dann das selbe Prozedere wie zuvor, gehen, in Ruhe trinken und wieder anlaufen und dann geht es den „Berg/Anstieg“ hoch. Es zieht sich etwas, tut aber nicht so weh wie vor zwei Jahren noch und ich kann sogar ein paar Läufer überholen. Oben angekommen heißt es nur noch gut 1 Kilometer und dann sind die 42,195 km, der Marathon, absolviert. Da es vorher bergauf ging, geht es jetzt bergab und das heißt wiederum es laufen lassen.

Jetzt stellt sich auch dieses Gefühl ein, dass alles gar nicht so schlimm war und der Lauf wirklich super gelaufen ist. Diesmal kein überpacen, keine Gehpausen, kein Denken an Aufgeben, einfach nur Laufen und dass ohne Druck …. genial!

Schon tauchte das 500m Schild auf und das Ziel kommt in Sicht, noch einmal etwas beschleunigen, etwas aufrechter laufen, man will ja auch eine gute Figur machen wenn man ins Ziel einläuft und schon sind es nur noch wenige Meter. Genau nach 3:41:16 überlaufe ich die Ziellinie und bin sehr froh, dass dieser lange Testlauf vor dem nächsten Ultra wirklich so gut gelaufen ist. Jetzt gönne ich mir erstmal 1-2 alkoholfreie Biere und Cola, setze mich hin und meine Beine genießen die Entspannung.

Als ich wieder ein paar Kräfte gesammelt habe schaue ich mich noch etwas um und entdecke die 3:45 Pacer bei denen ich mich bedanke, sowie auch eine Läuferin, die in dem 3er-Team bis Kilometer 25-26 dabei war.

Erwähnen muss ich noch, dass  Jörg sein Ziel Sub90 auf dem Halbmarathon erreicht hat und mit einer 1:29:27 die Ziellinie passierte. Auch Steffen hat bei seinem Formcheck eine top Zeit erreicht und ist nach 3:01:28 als 14ter Overall im Ziel. Ich bin gespannt was da beim Frankfurt Marathon passiert!

Bei mir gibt es jetzt erstmal nicht viel Pause, in der 3 letzten Woche vor dem Ultra sind noch ein paar Einheiten geplant und erst dann geht es mit großen Schritten in die Tapering-Phase.

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Bis zum nächsten Bericht …

Keep on running!

Laufen zwischen Leoparden und Giraffen

Gestern noch beim Funrun im Nürnberegr Südwestpark und heute dann beim Nürnberger Tiergartenlauf. Zwei schnellere 10er hintereinader … eigentlich kein Problem, wäre da nicht  noch der Ultratrail Lamer Winkel , der mir vom vergangenen Samstag noch in den Knochen steckte, aber für seine schlechte Planung ist ja jeder selbst verantwortlich.

Der gestrige Funrun lief eigentlich ganz gut, 5 Tage Pause hatten zur Regeneration gereicht, um die 9,9 km nicht krichen zu müssen. Doch heute, wie würde es heute aussehen, noch dazu hatte es selbst am Abend um 18:30 Uhr fast 30 Grand und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit.

Den Nürnberger Tiergartenlauf wollte ich eigentlich schon letztes Jahr laufen, musste aber krankheitsbedingt auf den Start verzichten. Dieses Jahr wollte ich endlich mal zwischen Leoparden und Giraffen laufen und wer den Nürnberger Tiergarten kennt, der weiß dass es eine sehr schöne Anlage ist, auf der auch ein paar Höhenmeter zusammen kommen.

Die 10 Kilometer bestehen aus 3 Runden, vorbei an Giraffen, Affen, Dromedaren, Eisbären, Leoparden, Löwen und allem was so ein Tiergarten zu bieten hat … fast eine Lauf-Safari.

Hautplauf

Dieses war einer der wenigen Läufe, wenn nicht sogar der einzigste Lauf, an dem meine komplette Familie dabei war. Die Zuschauer hatten ab 17:30 freien Eintritt in den Tiergarten und konnten so an verschiedenen Stellen denn Läufern zusehen, sie anfeuern und bejubeln.

Der Hauptlauf über die 10 km startete um 19:00 Uhr, zeitgleich mit den 6,6 km Läufern die nur 2 Runden laufen würden, somit waren wir ungefähr 350 Starter.

Kurz vor dem Start stand trotz der hohen Temperaturen noch kurzes einlaufen an, also um 18:45 Uhr eine kurze 1,5 Kilometer Runde gedreht und mein Aufwärmprogramm abgespult. Da ich nach diesem Einlaufen schon so schwitzte, wollte ich mir zumindest noch kurz einen Becher Wasser im Start/Ziel-Bereich gönnen, doch die Helfer rückten nichts raus, was bei mir auf ein völliges Unverständnis traf. Ich bekam nur zu hören, das er (der Helfer) schon über 100 andere Läufer vor mir abgewiesen hätte und es doch schon nach 1 km eine Verpflegungsstelle geben würde (sie kam leider erst nach 2,5 km). Also stellte ich mich schon durchgeschwitzt und durstig in die Startaufstellung und sehnte die erste Verpflegungsstaion herbei.

Der Sprecher gab uns noch ein paar gute Worte mit auf den Weg und um Punkt 19:00 Uhr wurden wir dann auf die Strecke gelassen. Ich hatte mich relativ weit vorne eingereiht, wollte ich doch dem Gedränge im hinteren Starterfeld aus dem Weg gehen, denn die Wege im Tiergarten sind nun mal nicht immer ganz so breit.

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Fotografen Niklas Deutschmann

Da ich meine schweren Beine schnell spürte, wollte ich auf dem ersten Kilometer mal testen was so geht und dann meine weitere Renneinteilung vornehmen. Zu Beginn ging die Runde gleich mal an der Giraffen vorbei … man so lange schmale und kräftige Beine bräuchte man!

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… und anschließend bei den Affen, die diese ganze Lauferei vollkommen cool blieben ließ.

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Fotografen Niklas Deutschmann

Danach ging es dann bis zum 1 Kilometer Schild sehr flach bei den Flamingos und anderem Gefiederzeuch vorbei und nach 4:18 Minuten piepste meine Uhr zum ersten Mal. Für den Start mal wieder relativ flott, doch die Anstiege (immerhin 66 Meter pro Runde) sollten noch kommen und somit garantiert auch eine Verminderung der Pace.

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Hier sah ich auch zum ersten Mal meine Familie, die mich anfeuerte und mir wohl auch schon ansahen, dass das heute nix großes wird. Eigentlich fühlte ich mich noch ganz gut, doch schwitzte ich schon wie ein Wahnsinniger und wollte unbedingt etwas zu trinken haben. Nach der Aussage vom Helfer sollte ja bald eine Verpflegungsstation kommen.

Jetzt ging es hoch zu den Eisbären, hat schon was, so 10 Meter an einem Eisbär vorbei zu laufen, aber es war auch gut zu wissen, dass er nicht hinter einem her kommen konnte. Nach weiteren 500 Metern hatten wir die Waldschänke erreicht und somit auch den höchsten Punkt der Strecke. Der zweite Kilometer schlug mit einer 5:13 zu Buche, was zu erwarten war, da ich den kleinen Anstieg am liebsten hoch gegangen wäre. Doch zum Glück ging es nun auch schon wieder Bergab zu den Nashörnern und leider immer noch keine Verpfelgungsstation in Sicht. Doch dann, nach dem nächsten kleinen Anstieg vorbei an den Antilopen  zu den Raubtieren, endlich eine Verpfelgungsstation! Ich gönnte mir zwei Becher Wasser im laufen, wobei mal wieder nicht viel im Mund landete aber es tat trotzdem gut. Hier hatten wir dann auch bald den 3 Kilometer voll und die 4:52 für den 3ten km ging in Ordnung, hatte ich mir auf den letzten Metern doch schon überlegt, dass es ganz ok wäre wenn ich im Schnitt weiter mit einer 5er Pace laufen würde. Ich musste mir eingestehen, dass an diesem Tag einfach nicht mehr drin war, nicht mit dem was ich in den Beinen hatte und auch nicht bei dem schwül-waremn Wetter.

Und schon begann die zweite Runde. Meine Familie hatte sich in Richtung Ziel bewegt und so konnte ich ihnen bei Kilometer 4 meine Brille in die Hände drücken, die mich heute irgendwie nervte.

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Wie auf dem Bild zu sehen sah ich hier gar nicht mehr frisch aus und die Runde wurde zu einem Kampf, auf dem ich auch immer wieder andere Läufer passieren lassen musste, was mir aber gar nichts ausmachte. Zum Ende der zweiten Runde liefen wir auf die langsamen Läufer auf, beachtlich fand ich hier einen Sanitäter und einen Feuerwehrmann, die in voller Montur mit liefen.

Die Kilometer 4-6 absolvierte ich in 15:14 Minuten, womit mein Plan ungefähr aufging und ich froh war als ich in die letzte Runde aufbrechen durfte. ich muss aber sagen, dass ich den Lauf die ganze Zeit wirklich genoss habe, auch wenn es stellenweise hart war. Ich habe immer mal links und rechts geschaut, um auch ein paar Tiere zu sehen und die Stimmung an der Strecke zu genießen. Apropos Stimmung an der Strecke; Es gab verschiedene Hotspots, wo viele Zuschauer standen und uns anfeuerten und zujubelten, nur die Tiere waren relativ verhalten mit ihrem Jubel!

Die dritte und letzte Runde, war stellenweise hart, da die Beine nicht mehr so recht wollten. Auf der anderen Seite war die letzte Runde aber auch sehr kurzweilig. Hier war natürlich jetzt wesentlich mehr Betrieb als auf den Runden davor, vor allem überrundeten wir die Läufer, die nur 6,6 km gewählt hatten und jetzt auch noch auf Ihrer letzten Runde waren. Insgesamt war aber immer genug Platz um vorbei zu kommen, nur an der einzigste Verpflegungsstation herrschte jetzt Hochbetrieb.

Und dann kam auch schon der letzte Kilometer, kurz noch vorbei an den Steinböcken und Kängurus und schon war die Ziellinie in Sicht.

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Ich mobilisierte noch einmal meine letzten Kräfte und legte einen Schlussspurt hin, den aber mehr just for fun und nicht um noch einen Läufer unbedingt überholen zu müssen.

Bei der Zielverpflegung bekam ich dieses Mal sogar etwas zu trinken, leider gab es nur Wasser und ISO, ein kühles alkoholfreies Weizen wäre mir jetzt lieber gewesen.

Kurzer Blick auf die Uhr … 48:37 Minuten … eine Zeit, die für mich vollkommen in Ordnung ging, mehr war heute einfach nicht drin. Trotz alledem wurde ich bei den Männern 29ter und 4ter in meiner Altersklasse, da sieht man was ausgeruht gehen würde. Mal sehen vielleicht ja nächstes Jahr noch einmal, dann aber ohne Ultratrail und Funrun im Vorfeld.

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Die Siegerehrung fand dann anschließend in der Lagune statt, was mal was ganz anderes war als die sonstigen Siegerehrungen.

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Ins Wasser musste und sollte sich hier aber keiner stürzen, da hier bereits die Delphine ihr Runden drehten und wir nach der Siegerehrung auch noch eine Sondervorstellung bekamen.

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Der Tiergartenlauf ist wirklich ein ganz besonderes Event, in einer speziellen Location. Wenn die Sache mit der Wasserversorgung bei der Hitze noch besser gewesen wäre, wäre es eine perfekte Laufveranstaltung gewesen.

So jetzt leg ich erstmal die Beine hoch und überlege mir wo ich als nächstes laufe und bis dahin …

Keep on running!

Nürnberger Funrun

Am 5 Tag nach dem Ultratrail Lamer Winkel, steht schon der nächste Wettkampf bei mir auf dem Programm. Der Funrun in Nürnberg. Es ist einer der vielen Firmenläufe, die derzeit  in allen Städten angeboten werden und meine Firma hat sich gerade für diesen dieses Jahr entschieden.

Eigentlich könnte man so einen Firmenlauf ja nur mal zum Spaß laufen, in einem ganz gemütlichen Tempo, ohne sich und vor allem seinen Körper zu stressen. Aber ganz ehrlich, auch wenn es mir nicht um irgendwelche Platzierungen geht oder eine neue Bestzeit, sobald ich an einer Startlinie stehe packt mich der Ehrgeiz und ich möchte wissen was an dem Tag geht. Und so sollte es dann auch heute sein, doch dazu gleich mehr.

Beim Funrun im Nürnberger Südwestpark kann zwischen einer 5 oder 9,9 Kilometer Runde für Läufer gewählt werden. Für die Nordicwalker gibt es dann noch die 9,9 Kilometer Runde, sowie zwei Distanzen für Kinder. Die 5 und 9,9 Kilometer Runden sind nicht gerade optimal von der Streckenführung, aber bei diesem Laufevent ist der Grundgedanke ja eher sich gemeinsam zu bewegen und was für seine Gesundheit zu tuen.

Bevor es für uns 10 Kilometer Läufer auf die Strecke ging, waren aber zuerst noch die Kidis dran und es hat wirklich Spaß gemacht ihnen zu zu sehen. Beim Start hatten die Sprecher allerhand damit zu tun die Kids etwas geordnet auf die Strecke los zulassen und wären hierbei beinahe überrollt worden.

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30 Minuten später waren wir dann an der Reihe und Rudi Obermeier (Sprecher) ließ uns nach einem kurzen Countdown auf die Strecke.

Wie schon gesagt, Firmenlauf – gemeinsam mit Kollegen laufen und so lief ich auch mit einem meiner Kollegen (Kevin) gemeinsam los. Plan war es eine lockere 5er Pace zu laufen und wenn gar nix mehr gehen sollte noch etwas langsamer zu werden. Das Feld sortierte sich zum Glück sehr schnell und nachdem wir den Zickzack-Kurs durch den Businesspark erfolgreich hinter uns gelassen hatten, versuchte ich das Tempo auf eine 5er Pace zu bringen.

Das mit der Pace wollte aber irgendwie nicht hinhauen, zeigte meine Uhr eine 5er Pace an, hatte Kevin eine 4:20er auf seiner Uhr und so war uns nicht ganz klar, wie schnell wir jetzt wirklich sind. Als wir dann das 1 km Schild passierten blickte ich auf die Uhr, ich hatte erst 850 Meter auf der Uhr und es wurden mir 4:42 Minuten angezeigt. Wir hatten die ganze Zeit sehr stark unterschiedliche Paces und als ich beim Schild für Kilometer 2 wieder auf die Uhr schaute waren wir sogar eine 4:28er Pace gelaufen. Ich wusste, dass wenn wir so weiterlaufen Kevin schnell an seine Grenzen kommt, also Tempo raus genommen. Bei Kilometer 3 und 4 hatten wir dann eine 4:45 und 4:47 Pace und am Anfang von Kilometer 5 merkte ich dann langsam, dass es für Kevin schwieriger wurde mir zu folgen. Wir blieben dann noch bis zum Ende von Kilometer 5 zusammen und dann beschloß ich ihn alleine in Ruhe weiterlaufen zu lassen.

Soviel dazu mal gemütlich mit Kollegen laufen!

Da ich die Strecke von einigen Trainigsläufen her kannte, wusste ich dass es bald nur noch am Main-Donau-Kanal entlang gehen würde und wir noch dazu Rückenwind haben werden. Also hab ich die Pace etwas angezogen und konnte mich langsam an dem einen oder anderen Läufer vorbei arbeiten. Da es plötzlich so gut lief, beschloss ich noch etwas zu zulegen und so absolvierte ich die letzten 2,9 Kilometer durchschnittlich in einer 4:20er Pace. Mein Puls dankte mir diese Tempoverschärfung und ging auf einen Maximalwert den ich lange nicht mehr erreicht hatte. Im Ziel war ich am Ende und brauchte erstmal ein paar Becher Wasser und alkoholfreies Weizen. Nach einer kurzen Erholung begab ich mich dann wieder zu Zielbereich und wartete den Zieleinlauf meiner Kollegen ab. Alle kamen noch wohlbehalten ins Ziel und wir feierten jeden der die Ziellinie überschritt.

Am Ende stand eine 43:12 für die 9,9 Kilometer auf der Uhr, was ich aber ehrlich gesagt nicht ganz glauben kann. Diese Endzeit würde eine durchschnittliche Pace von 4:22 bedeuten, die ich definitiv nicht gelaufen bin. Ich glaube die Strecke war einiges kürzer als angegeben, meine Uhr zeigte nur 9,54 Kilometer an, was eine 4:32 Pace bedeuten würde und schon eher hinkommt.

Dafür, dass ich erst vor 5 Tagen einen Ultratrail gelaufen bin, ging es heute verdammt gut. Mal sehen wie es mir am nächsten Tag, beim nächsten Wettkampf, dem Nürnberger Tiergartenlauf sein wird.

… and Keep on running!

U.TLW 2018 – König vom Bayerwald

Eigentlich muß ich gar nicht mehr schreiben, dass Beitragsbild sagt alles.

Es war hart, es war schön, es war wieder mal eine neue Erfahrung und ich weiß wieder was ich noch intensiver trainieren muss.

Aber vielleicht schreib ich doch etwas mehr. Zur Vorbereitung, sie lief gut ohne irgendwelche wirklichen Wehwehchen, nur habe ich zuwenig Höhenmeter trainiert und dass sollte sich dann auch während dem Lauf bemerkbar machen.

Ich reiste bereits am Freitag nachmittag an um so entspannt wie möglich in den Lauf gehen zu können. Und das war auch gut so, den die Anreise dauerte 2,5 Stunden, da es ab Amberg nur noch über Landstrassen bis Lam ging. In Lam angekommen bezog ich mein Quartier nur unweit der Ziellinie entfernt.

Hier war aber zu diesem Zeitpunkt tote Hose, da sich am Tag zuvor alles in Arrach, dem Startort der U.TLW, abspielte.

Also nur kurz alles ins Zimmer gebracht und ab ging es nach Arrach, wo ich zum einen meine Startunterlagen abholen wollte und zum anderen meinen Cousin treffen wollte, der auch beim U-TLW mitlief. Ich hatte meinen Cousin gute 20 Jahre nicht mehr gesehen und so war es wirklich klasse ihn endlich mal wieder zu treffen (Ich bin also nicht der einzigste Verrückte in dieser Familie). Nachdem wir erstmal etwas gequatscht haben, habe ich noch meine Startunterlagen abgeholt und mir das Racebriefing angehört, dabei habe ich dann noch meine Pasta verdrückt. Schon hier war eine super Stimmung und ich freute mich riesig auf den nächsten Tag.

Ich versuchte dann wirklich früh ins Bett zu kommen und habe es immerhin geschafft 6 Stunden tief und fest zu schlafen, mehr ging irgendwie nicht. Das Gasthaus war voll auf die Läufer eingestellt und so gab es bereits um 6:30 Uhr Frühstück mit allem was man sich nur wünschen konnte. Auch hier, beim Frühstück war die Stimmung wieder super und überall würde über das Laufen gequatscht. Ich hab mir nur ein Brötchen gegönnt, mehr war einfach nicht drin. Schnell noch fertig angezogen und ab ging es wieder Richtung Arrach.

Bevor es in die Startaufstellung ging, gab es noch den Check der Pflichtausrüstung, der aber schnell und sehr unbürokratisch vonstatten ging. In der Startaufstellung traf ich dann auch meinen Cousin Stefan mit seiner Freundin Cristina, sowie noch zwei weiteren Freunde von ihnen (Joao und Sachin).

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Und dann ging es auch schon los, um Punkt 8:00 Uhr wurde der Start mit Böllerschüssen freigegeben und die ersten 50 Meter ging es mit einer Blaskapelle vorweg auf die Strecke, wobei es zu Beginn noch einmal um den See des Seeparks Arrach ging und somit nochmal an allen Zuschauern am Start vorbei.

 

 

Dann ging es endlich auf die Strecke! Die ersten zwei Kilometer gingen sehr flach durch eine Wiesenlandschaft dahin, genau das Richtige um sich warm zu laufen. Hier traf ich auch wieder auch Joao und wir unterhielten uns etwas, bevor es dann für die nächsten Kilometer darum ging Höhenmeter zu machen.

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Gute 400 Höhenmeter sind es, die man auf den weiteren 7 Kilometern erklimmen muss, wobei größtenteils alles laufbar war. Beim „Eck“, dem Punkt der Strecke wo es die Bergwertung gibt, war die Hölle los. Der Veranstalter hatte uns schon am Vorabend beim Racebriefing versprochen, dass hier wieder einige Zuschauer sein werden, doch so etwas habe ich noch nicht erlebt.

Wir sind noch nicht aus dem Wal draußen, da hören wir schon die Kuhglocken und den Jubel der Zuschauer. Kurz nachdem wir dann den Wald verlassen haben, geht es durch ein Spalier von Zuschauern, die einen anfeuern und abklatschen … Gänsehaut garantiert.

Hier am Eck nach 9 km und 1 Stunde Laufzeit für mich ist auch der erste VP. Da meine Soft-Flasks noch gut gefüllt sind gönne ich mir nur zwei Becher ISO und setze meinen Weg fort, mit dem „Kleinen Arber“ (1386 m ü. NHN) als nächstes Etappenziel.

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Die Strecke ist wirklich traumhaft und so geht es über den Höhenzug stetig bergauf, hoch zum Mühlriegel (1080 m ü. NHN), zum Ödriegel (1156 m ü. NHN), zum Schwarzeck (1238 m ü. NHN) und Heugstatt (1262 m ü. NHN), dann weiter zum Enzian (1285 m ü. NHN) und endlich ist der Kleine Arber erreicht. Auch wenn es auf diesen 12 Kilometern nur knapp 600 Höhenmeter zu überwinden geht, wird es immer härter.

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Die Trails sind wie gesagt ein Traum, doch fordern sie die ganze Zeit ein höchstes Maß an Konzentration. Die Pfade sind oft nicht breiter als 40-50 cm, bespickt mit Wurzeln, Steinen und Felsen, weswegen ich das Tempo auch immer wieder stark reduzieren muß und stellenweise nur noch gehen kann. Zum Glück gibt es auf dem Abschnitt doch noch einen Mini-VP an dem man seine Soft-Flasks zumindest wieder mit Wasser auffüllen kann.

Auf diesem Teilstück denke ich sogar kurz ans Aufgeben, da mir mein Magen ab Kilometer 15 zu schaffen macht, der Gedanke daran nichts mehr essen und trinken zu können, treibt starke Zweifel in mir hoch, ob ich hier wirklich bis zum Ende dabei sein kann. Doch ab Kilometer 20 bessert sich das Ganze wieder.

Oben am Kleinen Arber muß kurz Zeit für ein Foto sein, um dann den Großen Arber in Angriff zu nehmen.

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Der Große Arber (1456 m ü. NHN) liegt nicht mal 100 Höhenmeter über dem Kleinen Arber, da es aber kurz wieder bergab geht, gilt es doch wieder fast 200 Höhenmeter auf den nächsten 2,5 Kilometern zu erklimmen. So geht es dann erstmal einen breiten Fahrweg nach oben, auf dem ich mir fast schon überlege einem vorbeikommenden Biker das Rad abzunehmen, doch ich laufe lieber weiter. Und dann geht es endlos andauernde Stufen nach oben, die aus Felsen und Holzbalken bestehen.

Auf dem Großen Arber angekommen erwartet uns auch die nächste Verpflegungsstation, mit allem was das Läuferherz nur begehrt.

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Ich gönne mir eine Cola, ein ISO-Getränk und Gummibärchen, so gestärkt könnte es eigentlich gleich weitergehen, doch es gibt Dinge … ähhhm Bedürfnisse, die auch Läufer haben. Also schnell in die Bergstation des Großen Arber und für ein paar Minuten absolute Ruhe an einem stillen Örtchen … sitzen kann ja so gut tun!

Wer einen Berg hoch rennt (ok … viel hoch geht), darf ihn auch wieder runter rennen und so hieß es auf den nächsten fast 9 Kilometern runter von 1449 m ü. NHN auf 673 m ü. NHN. Zu Beginn verlief die Strecke noch rein über Schotterpisten, mal kurz Zeit den Kopf abzuschalten, die Landschaft zu genießen und es etwas laufen zu lassen. Am Anfang schmerzten die Oberschenkel ganz schön und mussten sich erstmal an die andere Belastung gewöhnen, doch dann pendelte sich langsam alles ein und es tat gut mal bergab zu laufen.

Ca. bei Kilometer 29 erreichten wir den dann den kleinen Arbersee, auch wenn die Wege hier technisch nicht anspruchsvoll waren, so war es doch eine schöne Sache einmal den kleinen See zu umrunden und immer wieder einen schönen Blick auf diesen zu erhaschen.  Hier waren natürlich viel mehr Wanderer unterwegs, doch alle machten uns platz und feuerten uns an.

Nach dem kleinen Arbersee ging es dann weiter bergab und die Trails wurden wieder schmaler und zauberten mir immer wieder ein kleines Grinsen ins Gesicht. Gerade das letzte Stück entlang des Weißer Regen (ein Bach) war es wunderschön zu laufen und als der Trail uns am Ende ausspuckte erreichten wir einen der nächsten kleinen VPs. Hier muß ich einfach mal ein erstes Lob an alle Helfer aussprechen, so hilfsbereite Helfer habe ich wirklich selten erlebt. Die Helfer am VP haben einem die Soft-Flasks abgenommen, man hat nur kurz gesagt womit sie wieder aufgefüllt werden sollen und konnte sich dem trinken und Essen widmen. Top … wirklich ganz klasse!

Nachdem sich die Beine jetzt genug ausgeruht hatten war es wieder an der Zeit Höhenmeter zu sammeln und unser nächstes Ziel war das Zwercheck mit 1333m ü. NHN. Also ging es auf den nächsten 6 Kilometern wieder gute 650 Höhenmeter hoch, wobei der erste Teil stellenweise noch gut laufbar war.  Bei Kilometer 34,5 trafen sich dann auch die Strecke des „König vom Bayerwald“ und die des „Osser-Riesen“, wodurch neue Gesichter auftauchten und die Strecke wieder etwas belebter wurde.

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Auf diesem Teilstück kamen wir bei Kilometer 37 zum nächsten großen VP und hier war die Stimmung wieder super. Zuschauer und Helfer, jeder sprach einem gut zu und es wurde angefeuert was das Zeug hält. Ich gönnte mir wieder 2 Becher Cola ein paar Gummibärchen und ließ meine Soft-Flasks einmal mit Wasser und einmal mit ISO auffüllen.

Nachdem VP ging es zuerst locker weiter bis der letzte Kilometer hoch zum Zwergeck uns wieder einmal einiges abverlangte. 200 Höhenmeter auf 1 Kilometer Strecke mit bereits harten 37,5 Kilometern in den Beinen ist nicht gerade das, wo man einfach mal so hochsprintet. Meine Pace, na ich glaube Pace kann man dazu nicht mehr sagen, ging auf diesem Stück gegen Schneckentempo und ich war unendlich froh als ich endlich oben angekommen war.

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Die Aussicht war grandios und ich gönnte mir einen Augenblick wieder zu Atem zu kommen und vor allem um den Ausblick zu genießen. Nach nur einem kurzen Stück auf einem Höhenweg ging es gleich wieder durch den Zwechecker Wald bergab. Dieses Bergabstück war technisch wieder sehr anspruchsvoll, ca. 30% Gefälle, der Trail gespickt mit Wurzeln und Steinen/Felsen, also nichts um mal richtig Gas zu geben. Erst als es unten auf einen Forstweg ging wurde die Pace mal wieder annehmbar und ich versuchte entspannt aber doch zügig zu laufen.

UTLW Osser Wiesen 48km #6

Jetzt lag noch ein Anstieg vor uns, der Weg hoch zum Großen Osser! Bevor es jedoch hoch ging, gab es noch einmal eine kleine aber sehr feine Verpflegungsstation. Die Stimmung hier war der Hit und so schickten uns die Helfer mit frisch gefüllten Soft-Flasks und vielen aufmunternden Worten hinauf auf den Trail zum Großen Osser.

Nur noch 2 Kilometer Bergauf, nur noch 300 Höhenmeter überwinden und dann würde es nu noch bergab gehen. Davon beflügelt, legte ich einen dynamischen Start auf dem unwegsamen Trail hin, doch diese Dynamik verflog leider sehr schnell wieder. Da ich schon über 2000 Höhenmeter und 40 Kilometer in den Beinen hat, schien mein Körper diesen Anstieg nicht mehr lustig zu finden. Der Aufstieg wurde zur reinen Kopfsache und kostete mich über eine Halbestunde. Das Einzigst beruhigende war, dass keiner an einem vorbei rannte. Ich ließ ab und zu mal ein paar Läufer passieren, weil ich kurz verschnaufen musste.

Je näher ich dem Großen Osser aber kam, desto besser wurde die Stimmung der Zuschauer und die letzten Meter wurde man quasi mit Sprüchen auf Plakaten (siehe Titelbild) und den Anfeuerungsrufe hoch getragen.

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Auch solch aufmunternde Aushänge waren kurz vom dem Gipfel zu finden:

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Und dann war ich endlich oben, hatte den letzten harten Anstieg geschafft.

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Ich war so froh endlich oben zu sein und mein Körper schrie so nach Flüssigkeit, dass ich mir gut 10 Minuten Erholung gönnte. Cola, Iso, Gummibärchen und natürlich ein alkoholfreies Bier waren hier meine Pausenverpflegung und nebenbei lauschte ich der Blasmusik. Gefühlt gab es an jedem VP auch eine Blaskapelle, die ordentlich aufspielte!

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Auf ging es, auf den letzten Teil des König vom Bayerwald und wenn ich denen traute, die hier schon mal gelaufen sind, sollten die letzten 8-9 Kilometer nicht einfach nur bergab gehen. Wörter wie „Klettern“, „Tromsø-Trail“ und „Holy-Trail“ hörte ich hier im Vorfeld und ich war gespannt was mich jetzt noch erwarten würde.

Und dann kamen sie, zuerst der …

Tromsø-Trail

-Trail und danach der

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Der Anfang vom Tromsø-Trail war gleich spaßig, um eine kleine Felsformation zu überwinden, musste etwas geklettert werden. Der Veranstalter hatte hier extra noch Seile anbringen lassen und Helfer abgestellt, die den nicht so beweglichen Läufern helfen sollten.

Na das konnte ja noch lustig werden!

Zuerst ging es noch weiter über schöne, technisch anspruchsvolle Trails und dann ging es erstmal auf gut laufbaren Wegen bergab. Für einen Kilometer konnte ich es mal etwas schneller Laufen lassen und passierte Läufer die langsam an ihr Limit kamen und mit Krämpfen zu kämpfen hatten.

Auch wenn ich im Vorfeld viele kritische Stimmen über diese Streckenabschnitte gehört hatte, war ich mehr als positiv überrascht. Trails, auf die sich jeder Trailrunner freuen sollte und das Beste sollte noch vor mir liegen.

Der „Holy-Trail“ ist einfach nur Fun, nichts was man einfach so durchlaufen kann (also ich zumindest nicht), aber genau dass, warum ich Trails laufe. Größtenteils schöne schmale Pfade, weicher Waldboden, zwischendurch gespickt mit Steinen und Felsen, die es zu Umlaufen oder überwinden gilt. Ich fühlte mich super, merke rein gar nichts mehr von den harten Aufstiegen die hinter mir lagen. Meine Beine liefen einfach und mein Kopf genoß die Umgebung. Viele Läufer schienen hier Ihre Probleme zu haben und so lief ich immer wieder auf einzelne Läufer oder kleine Gruppen auf. Nur wenn diese kurz stoppten um mich vorbei zulassen, war es überhaupt möglich zu passieren, so schmal waren die Trails hier.

Nach 52,6 Kilometern in den Beinen verlassen wir endgültig den Wald und die schönen Trails. Lam ist jetzt zum greifen nah und man hört schon den Sprecher an der Ziellinie, sowie das Gejubel der Zuschauer. Jetzt geht es noch über ein paar Wiesen und das Ziel vor Augen beflügelt mich und ich erhöhe noch einmal die Pace. Ich ziehe noch an ein paar Läufern vorbei, die glaube ich genauso froh sind bald im Ziel zu sein wie ich. Hätte ich die Power, die ich zu diesem Augenblick  gerade spürte, nur auch an den Anstiegen gehabt!

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Und dann kam er, der rote Teppich, die letzten Meter ins Ziel. Der Sprecher sagte meinen Namen und ich schwebte schon fast die letzten Meter ins Ziel.

Was für ein Lauf, was für eine Herausforderung.

Meine Zielzeit von 7:57:57 geht für mich vollkommen in Ordnung, mehr ging heute einfach nicht.

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Im Zielbereich waren dann erstmal zwei Dinge wichtig:

Trinken und Sitzen!

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Ich glaube ich habe 3-4 alkoholfreie Colaweizen getrunken und dann noch ein richtiges Bier zur Belohnung bis mein Flüssigkeitshaushalt wieder hergestellt war. Hier muß ich vielleicht noch erwähnen, dass ich ab Kilometer 44 Nierenschmerzen bekommen habe, mir schien es als ob keine Flüssigkeit mehr bei den Nieren ankam, obwohl ich unterwegs soviel getrunken habe, wie bei keinem anderen lauf bisher.

Im Chill-Bereich traf ich dann noch auf Joao  der die Strecke in 7:13 Stunden absolviert hatte. Er hatte sich eigentlich mehr vorgenommen, bekam unterwegs aber auch Magenprobleme wodurch er etwas zurückstecken musste.

Ich genoß die Atmosphäre im Zielbereich noch etwas, bis ich mich in Richtung der Duschen aufmachte. Und das mit den Duschen war nicht fair, sie waren 500 Meter entnervt und noch dazu musste man einen Berg hinunter. Dies 500 Meter waren anstrengender als die 54 Kilometer zuvor, vor allem der Rückweg war hart.

Als ich vom Duschen zurückkam war mein Cousin Stefan mit Freundin Cristina, sowie  Sachin noch nicht im Ziel. Ich wartete eine ganze Weile doch sie tauchten nicht auf, wie ich später erst erfuhr, kamen sie nach 9:21 Stunden bzw. 9:48 Stunden ins Ziel, da saß ich gerade im Bus zurück zu meinem Auto in Arrach.

Das war es, das Wochenende beim Ultra Trail Lamer Winkel. Wenn es den Lauf 2020 wieder gibt, komme ich wieder … da geht noch was!

Meine letzten Worte gehören den Veranstaltern und den Helfern.

Ihr habt uns hier wirklich eine knall harte Strecke zusammengestellt, die alles von einem abfordert. Alle Helfer waren super motiviert und motivierend.

danke

… and Keep on running!

 

Pfreimdtaltrail 2018

Endlich mal wieder … „Race-Day„!

Seit meinem letzten richtigen offiziellen längeren Trailrennen sind etwas mehr als 3 Monate vergangen und in den 3 Monaten lief nicht alles wie geplant. Um so mehr habe ich mich auf den Pfreimdtaltrail in Trausnitz gefreut, Halbmarathondistanz mit ca. 450 Höhenmeter, genau das Richtige um wieder rein zu kommen.

Der Pfreimdtaltrail sollte einer der letzten Stationen zur Vorbereitung auf den U.TLW  Anfang Juni sein. Bedeutete ganz klar nicht 100% zu geben, sondern vernünftig seine Kräfte einteilen. Will ich doch auch noch am folgenden Wochenende den Regensburg Marathon laufen.

Zum Glück liegt Trausnitz nicht so weit von mir entfernt und so reichte es, dass ich meinen Wecker ganz entspannt auf 7:00 Uhr stellte und immer noch genügend Zeit hatte in Ruhe zu Frühstücken und den Tag ohne Stress zu starten. Um 8:00 Uhr setzte ich mich dann ins Auto und machte mich auf den Weg in das 100 km entfernte Trausnitz.

Angekommen herrschte stellenweise schon reges treiben und doch machte jeder einen entspannten Eindruck. Das schöne am Pfreimdtaltrail ist, dass es ein Lauf mit nur 150 Startern ist und dieses Jahr geniales Wetter war.

Ich machte mich so gleich auf meine Startunterlagen abzuholen und beobachte dann erstmal das Treiben um mich herum.

So langsam trafen immer mehr Läufer ein und für mich wurde es Zeit mich um zu ziehen und warm zu laufen. Zum Race-Briefing waren es noch 15 Minuten und 30 Minuten bis zum Start und so langsam stellte sich dieses leichte Kribbeln in der Magengegend ein (ok manche nennen es auch Nervosität, aber die gehört einfach dazu).

Um kurz vor 10:00 Uhr war es dann endlich so weit, alle Läufer versammelten sich so langsam am Start und wie so oft wollte keiner in die erste Reihe, was zur Folge hatte, dass wir alle 3 Meter vor der Startlinie standen.

Es gab noch schnell ein Geburtstagsständchen für einen Läufer der heute seinen 50sten Geburtstag feierte und dann wurde auch schon von 10 auf 0 heruntergezählt und die Meute machte sich auf die 21.1 km.

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Wie immer gaben einige Läufer zu Beginn gleich richtig Gas, doch ich blieb zum Glück meinem Vorhaben treu und ließ mich nicht mitziehen. Meine Pace lag auf den ersten 800 Metern trotzdem bei  4:30 min/km, doch die fühlten sich sehr gut an und so ließ ich es laufe.

Dann kam sie: „DIE RAMPE“!

Ich hatte im Vorfeld schon viel über „DIE RAMPE“ gelesen und sie sollte die erste Bremse in unserem lockeren Lauf sein. Es ging hier für ca. 300 Meter steiler nach oben, ich lief das erste Drittel und war dann aber vernünftig genug den Rest hoch zu gehen, lagen doch noch mehr als 20 km vor uns.

Pfreimdtaltrail #4

Hier noch ein Video von Tino, direkt von „DER RAMPE“:

Kurz danach ging es kurz auf der Strasse weiter, um dann aber wieder schnell auf den Trail abzubiegen.

Pfreimdtaltrail #3

Oben angekommen ging es bis Kilometer 2,5 nur bergab, wo dann die nächste kleine Steigung auf uns wartete. Hier konnte man aber alles laufen und oben angekommen erwarteten uns die ersten Zuschauer, die uns kräftig anfeuerten.

Für die nächsten 3 Kilometer ging es jetzt auf breiten Forstwegen teils welligen, teils nur bergab dahin und man konnte die Beine locker laufen lassen. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich in einer 4er Gruppe, zu der auch die zweite Frau gehörte. Erst am nächsten Anstieg zerfiel die Gruppe wieder, ich bemühte mich aber an der zweiten Frau dran zu bleiben, die ungefähr mein Tempo ging.

Dieses Teilstück brachte uns auf schmale Singeltrails, die Art Wege, die mir am liebsten sind, immer weiter „bergauf“. Auf 2 Kilometern galt es nun 100 Höhenmeter zu machen, unser Ziel war der Hochspeicher, unter dem ich mir so gar nichts vorstellen konnte. Kurz vor diesem höchsten Punkt war bei Kilometer 7 die erste Verpflegungsstation, an welcher auch wieder einige Zuschauer standen und uns ordentlich anfeuerten. Schnell einen Becher Wasser und dann ab zum Hochspeicher.

Pfreimdtaltrail #2

Als ich oben angekommen bin staunte ich nicht schlecht und musste mir einfach einen kurzen Augenblick für ein Foto nehmen.

Somit war der höchste Punkt des Laufs erreicht und jetzt sollte es erstmal lange bergab gehen.

4 Kilometer mit -150 Höhenmeter ließen trotz Trails eine 4:35 min/km Pace zu und machten richtig Laune. Am Ende habe ich dann die Pace wieder etwas raus genommen, um vernünftig zu bleiben und wurde hier auch von ein paar anderen Läufern überholt. Ich laufe ja nie um eine Platzierung und heute erst recht nicht und so machte mir das Überholen der Anderen rein gar nichts aus.

Bei Kilometer 11 erreichten wir dann die zweite Verpflegungsstation und ich nahm mir die Zeit in Ruhe einen Schluck Iso und Wasser zu trinken.

Dann ging es auf den für mich schönsten Teil der Strecke weiter, meist schmale Trails, technisch stellenweise anspruchsvoller in wirklich schöner Landschaft. Es hatte sich wieder eine Gruppe aus 3-4 Läufern gebildet, wobei sich Wechsel an der Spitze dieser Gruppe immer wieder ergaben.

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Kurz vor Kilometer 17 spuckte uns der Trail unverhofft aus und die dritte und letzte Verpflegungsstation kam in Sicht. Hier gab es jetzt neben Wasser, Iso und Cola auch ein paar Kleinigkeiten zu Essen. Ich begnügte mich mit einem Becher Cola und machte mich dann auf die letzten 4 Kilometer.

Für einen Kilometer ging es jetzt noch mal in den Wald und somit auf unwegsames Gelände, bevor wir die Trails endgültig verließen. Jetzt lagen nur noch 3 Kilometer Schotterpiste und harter Teer vor uns. Die Beine waren immer noch ok und so lief ich eine entspannte 5er Pace. Unsere Gruppe bestand nur noch aus 3 Läufern und die beiden Anderen liefen lange immer ein paar Meter hinter mir, ich diente wohl als Pacemacher.

Erst bei Kilometer 20, kurz nachdem es die Treppe zum Fluß Pfreimd herunter gegangen war, überholte mich einer von beiden und forcierte das Tempo etwas. Da kam dann doch mal das Kampfschwein in mir zum Vorschein und ich hängte mich an ihn dran. Sich über Kilometer ziehen lassen und dann kurz vor Schluß noch ein Platz gut machen … ne nicht mit mir.

800 Meter vor dem Ziel hab ich dann noch einmal angezogen und bin wieder an ihm vorbei gegangen. Anscheinend hatte er alle Körner verschossen und so konnte ich die letzten 300 Meter bis in Ziel genießen.

Warum genau die letzten 300 Meter? Nun der Pfreimdtaltrail hat die Eigenschaft, dass man zuerst kurz am Vereinsheim vorbei läuft und dann oberhalb des Sportplatzes. Ab dem Augenblick, wo es am Vereinsheim vorbei geht, sieht einen sowohl der top engagierte Sprecher, wie auch alle die im Ziel warten. Der Sprecher heizt jedem Läufer hier noch einmal richtig ein und für einen extra Schlussspurt gibt es dann auch extra Applaus.

Am Ende des Sportplatzes geht es dann zum Sportplatz runter und wieder über den kompletten Sportplatz zurück. Kurz noch den Sprecher abgeklatscht und durch den Zielbogen… geschafft.

Pfreimdtaltrail #1

Im Ziel ist schon so einiges los, keine Ahnung auf welchem Platz ich gelandet bin, ein Ziel habe ich auf jeden Fall erreicht, nämlich unter 2 Stunden zu bleiben, ob ich auch im ersten Drittel des Feldes (wie gewünscht) gelandet bin wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Mit meiner Zeit von 1:53:22 bin ich mehr als zufrieden und hab auf dem Lauf alles richtig gemacht.

Foto 06.05.18, 12 00 14

Der Letzte Kilometer war hart und so falle ich erstmal auf die Wiese und versuche wieder zu Atem zu kommen. Als es wieder geht, genehmigte ich mir eine Cola und Wasser, mehr brauche ich heute gar nicht.

Es war wirklich ein super Lauf, bei dem ich es endlich geschafft habe mich an meine eigenen Vorgaben zu halten, nicht zu viel zu wollen und nicht zu überpacen.

Da ich im Anschluß schnell wieder zurück nach Erlangen wollte, da noch eine Feier anstand, habe ich mich nur schnell geduscht, mir ein leichtes Weizen und ein Bratwurstbrötchen gegönnt und bin ins Auto gestiegen.

Zu diesem Zeitpunkt war mein Gedanke schon:

„Pfreimdtaltrail 2018 – Was ein geiler Lauf!“

Und dann vergingen ein paar Stunden und als ich am Abend im Bett lag und nur kurz schauen wollte, ob die Ergebnisse schon online sind, bekam ich folgendes zu sehen:

Ergebnis Masters M

Ähhhh … was … ich auf dem zweiten Platz in meiner Altersklasse????

Da hab ich doch glatt die Siegerehrung verpasst, aber dank dem tollen Video vom Pfreimtaltrail von David Trott, konnte ich den noch sehen was ich verpasst habe. Geht einfach mal zum Zeitpunkt „15:58“.

Wirklich zu schade und ich habe mich wirklich selber sehr geärgert, aber der Veranstalter ist so nett und schickt mir meine Urkunde noch zu.

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Danke an alle, die diesen tollen Lauf ermöglicht haben!

Danke an den Veranstalter Thomas Hölzl (rechts im Bild) und die Sprecher Stephan Irrgang (links im Bild) und Rudi Obermeier (mittig im Bild), die wirklich eine super Stimmung gemacht haben!

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Danke an die, die ich auf der Strecke kennenlernen durfte und vor allem noch einmal ein riesiges Dankeschön an alle die, die auf der Strecke geholfen haben.

IHR HABT EINEN SUPER JOB GEMACHT!!!!

… and Keep on running!

18. Erlangener Winterwaldlauf mit der Trail Premiere

Wie war das noch?

Die Läufe, die man gar nicht einplant, sind die besten Läufe!

Ich hatte diesen Erlangener Winterwaldlauf überhaupt nicht auf dem Schirm, obwohl ich hier letztes Jahr schon die 15 km gelaufen bin und es sau gut lief. Erst über Facebook wurde ich am Freitag morgen auf den Lauf aufmerksam und als ich dann noch laß, dass es dieses Jahr einen Trail geben würde, war mir klar, dass ich dabei bin.

Also am Freitag gleich nach der Arbeit noch schnell nach gemeldet, so schnell kann’s gehen.

Als meine Frau davon hörte war sie zuerst gar nicht so happy, war ich doch immer noch  dabei meine Grippe/Erkältung auszukurieren. Als sie aber hörte, dass es nur 7,5k sind, gab sie mir grünes Licht.

Am Samstag morgen war ich pünktlich um 9:30 Uhr im Startbereich, um in Ruhe noch eine Runde zum warm werden drehen zu können. Es waren -4 Grad, also warm genug für eine kurze Hose und eine leichte Jacke.

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Pünktlich, kurz vor 10:00 Uhr versammelten sich alle Trailrunner an der „Startlinie“, wobei eine Linie gab es eigentlich nicht nur so eine gedachte Linie, aber wir Trailrunner sehen sowas ja nicht so eng. Der Veranstalter gab uns kurz noch ein paar Informationen über die Strecke (Schlammlöcher, „Berg“, quer liegender Baum) und verließ uns dann Richtung der Walker, die hinter uns starten würden. Er meinte wir sollten starten wenn wir den Startschuss hören und so warteten wir.

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Irgendwie passierte dann nichts, bis plötzlich die Walker von 5 auf 0 herunterzählten und der Schuß ertönte.

Das Feld setzte sich sogleich in Bewegung und da ich relativ nah an der virtuellen Startlinie stand, befand ich mich sogleich im vorderen Feld. Ich hatte ca. 20 Läufer vor mir und 100 hinter mir, da wir später fast nur auf schmalen Trails unterwegs sein würden, bemühte ich mich meine Position zu halten und nicht ins Gewühl zu geraten.

Da ich nach meiner krankheitsbedingten Auszeit keine Ahnung hatte was gehen würde, war ich etwas erschrocken, als mir der erste Kilometer mit einer 4:24 min/km angezeigt wurde. Puh, … dass würde nicht gut gehen! Also etwas Pace raus genommen und der hinter mir laufende Läufer schien nichts dagegen zu haben, überholte er mich doch nicht.

Bei Kilometer 1,5 kamen wir zum einzigsten angekündigten Berg auf der ganzen Strecke und ich war wirklich froh, als ich den 5 Meter hohen Rodelberg hinter mir lassen konnte. Danach ging es wieder auf schmale Trails und das Überholen fiel hier wirklich schwer, nur wenn der Weg mal kurz etwas breiter wurde, konnte man schnell mal vorbeiziehen.

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Zwischen Kilometer 2-3 kamen wir zu den vom Veranstalter angesprochenen Schlammlöcher und wie sagte er noch: „Da müsst Ihr Euch Euren Weg außenrum suchen!“. Hallo … wir sind Trailrunner, da gibt es kein außenrum, da gibt es nur ein mittendurch. Und so nahm ich auch jedes Schlammloch mittendurch, was mir zwar nasse Füße bescherte, aber ich gewann so immer ein paar Meter auf die vor mir laufenden.

Zwischendurch ging es mal wieder auf breitere Wege, aber immer nur für ein kurzes Stück, der Veranstalter hatte sich wirklich Mühe gegeben möglichst nur schmale Trails zu finden.

7,5 km sind nicht lang und so kam ich nach 30 Minuten dem Ziel schon wieder näher. Auf den letzten 500 Metern konnte ich den vor mir laufenden Läufer endlich noch ein- und überholen, er hatte es mir wirklich nicht leicht gemacht.

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Die Runde hat echt Spaß gemacht, es war alles dabei was einen guten Trail ausmacht, sogar ein Berg!

Am Ende stand eine 32:17 auf der Uhr und somit der 14 Platz bei 119 Startern. Mir ging es hier nicht darum möglichst weit vorne zu landen, vielmehr wollte ich wissen wie fit ich nach der längeren Auszeit noch bin.

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Hoffentlich gibt es diesen Trail Lauf im Rahmen des Erlangener Winterwaldlaufs auch im nächsten Jahr, gerne auch ein paar Kilometer, Schlammlöcher und Berge mehr.

Danke für die tolle Organisation und Danke an alle Streckenposten, Ihr habt einen super Job gemacht.

… and Keep on running!

Ein Dank auch an die Fotografen: Fabiana Garske Jou, Stefan Schöner, Olaf Ulrich, Sylvio Kosse, Roland, Eduard Baumann für die Bilder. Weitere Bilder sind zu finden unter: Winterwaldlauf Fotos 2018

Altmühltrail 2017 – Wenn es mal nicht läuft!

Vorher hatte ich nur davon gehört, es aber noch nie selber so extrem erlebt. Ein Wettkampf, eine Laufveranstaltung, in der gar nichts passt, es einfach nicht läuft. Diese Erfahrung durfte ich beim Altmühltrail 2017 dieses Jahr machen.

Der Altmühltrail ist ein Trailrennen über ca. 27 km und 670hm. Es wird noch eine zweite kürzere Strecke mit ca. 9 km und 22hm angeboten, optimal für die, die mal Trail-Luft schnuppern möchten. Die Veranstaltung findet seit nun 3 Jahren im Altmühltal immer Ende Oktober statt und lockt Trailrunner aus ganz Deutschland an.

Diese Veranstaltung ist klein und fein, die Teilnehmerzahl begrenzt und fast schon eine familiäre Atmosphäre. Hier kommt es nicht immer nur auf Bestzeiten an und der Erste zu sein, vielmehr ist es eine Art „Saison-Abschluß-Treffen“.

Doch wer dabei sein will, muss schnell sein, die Startplätze sind begehrt und so sind die Startplätze sehr schnell vergeben.

Für mich sollte es dieses Jahr auch wieder der krönende Jahresabschluss werden. Im September war ich noch abtrünnig beim Berlin Marathon auf der Straße unterwegs und freute mich endlich wieder an einem Trailrennen teilzunehmen.

Die Wochen davor waren nicht lustig, nach Berlin hatte mich eine Erkältung erwischt und diese wollte einfach nicht komplett verschwinden. So viel die Vorbereitung für diesen Lauf auch mehr als nur mäßig aus, doch 27 km sollten eigentlich kein Problem sein, eigentlich.

Doch ein letzter Lauf kurz vorher stimmte mich wieder ganz positiv, die Beine schienen fit und die Erkältung auch endlich bezwungen. So machte ich mich am Samstag gegen 9:30 Uhr Richtung Dollnstein, im Altmühltal, auf den Weg. Der Start war erst gegen 12:00 Uhr und so hatte ich genügend Zeit für die 150km weite Anreise.

Vorort machte ich mich gleich auf meine Startunterlagen abzuholen. Hier ging es wie im vergangenen Jahr ruhig und ohne Hektik zu. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich alles was ich brauchte und so setzte ich mich ganz gemütlich auf eine Bank in der Sonne und genoss die wärmenden Strahlen. Kaum saß ich, kam ich auch schon ins Gespräch mit einer Läuferin auf München und plötzlich stand dann auch Johannes vor mir. Johannes (Arbeitskollege) wollte heute eigentlich auch auf die Langstrecke gehen, doch es gibt Dinge im Leben, da muss man den Plan ändern, so schwer es ihm auch fiel. Doch er wanderte mit seinen beiden Töchtern eine Runde und ich hoffte ihn unterwegs irgendwo zu sehen.

Dann machte ich mich so langsam fertig, zog meine Laufsachen an, packte meinen Rucksack final und machte mich auf in Richtung Start. Kurz vor 12:00 war es dann endlich soweit, ich hatte mich extra etwas weiter vorne eingereiht, wollte ich zu Beginn doch etwas Gas geben, um nicht auf den schnell kommenden Singletrails eingekeilt zu sein.

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Es wurde gemeinsam noch von 10 heruntergezählt und dann ging es los. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, ging es dieses Jahr erst ein paar Meter durch Dollnstein und dann ins Gelände. Der Anfang war noch relativ flach und es lief alles wie geplant, das Feld hatte sich schnell sortiert und ich meine Position gefunden.
Nach 3km kam dann der erste ganz leichte Anstieg und plötzlich fühlte sich alles schwer und extrem anstrengend an. Meine Beine wurden schlagartig schwer, der Puls schoß in die Höhe und der erste Gedanke war „Was soll den der Schei.. jetzt?“.
Ich schaffte es nicht diesen ersten Anstieg zu laufen, obwohl es mehr ein Hügelchen war als ein Berg.

Mir schossen 1000 Gedanken durch den Kopf, sofort aufgeben, die restlichen 24km zu wandern und sich einfach nur hinzusetzen!

Doch ich lief weiter, quälte mich das Hügelchen im Gehen hoch und lief, wenn es wieder flach wurde.

So soll das noch über 20km weitergehen?

Dann kam die erste Genussstation, hier gab es allerlei zu Essen und zu Trinken. Ich begnügte mich mit einem ISO-Getränk und einem Becher Wasser, doch hatte ich nicht mal richtig Durst, geschweige den Hunger.

Weiter ging es, wieder ganz ganz leicht bergauf und es lief nicht besser. Dann ein Lichtblick, ich erblickte Johannes mit seinen zwei Mädels in der Ferne und das gab mir plötzlich wieder Kraft, es fühlte sich wieder leichter an. Er war leider nicht mehr direkt an der Strecke, rief mir irgendetwas zu, doch das reichte um mich zu motivieren.

Leider hielt diese Motivation nicht sehr lange an und es wurde wieder alles schwer und anstrengend. Ca. bei Kilometer 10 fasste ich dann zwei Entschlüsse:

  1. Ich werde dieses Ding zu Ende bringen, aufgeben geht gar nicht!
  2. Ich werde diesen Lauf wirklich als Genusslauf genießen!

Nachdem ich das beschlossen hatte, wurde es zwar nicht einfacher, aber es machte mir überhaupt nichts mehr aus überholt zu werden und fast jeden Anstieg zu gehen.
So erreichte ich bald die zweite Genussstation, ich blieb stehen, gönnte mir etwas zu Trinken und eine warme Brühe. Dann packte ich meine Handy auf und machte in Ruhe ein paar Bilder, genoss die Aussicht und trabte dann wieder los.

Jetzt ging es erstmal bergab und die Beine liefen ganz gut. Fast unten im Tal angekommen wurde es wieder eben und ich fand mein Tempo. Ich behielt es auch bei, die Anstiege zu gehen und wurde auch immer wieder von Läufern überholt. Im Kopf nur: „Schei… drauf, heute geht es nur ums Ankommen!“

Und dann war er da, der letzte richtige harte Anstieg. Anders als im Vorjahr hatten die Veranstalter dieses Jahr hier ein Bonbon eingebaut. Die letzten 200-300m zur dritten Genussstation ging es direkt am Burgsteinfelsen hoch, ca. 60hm.

Der Anreiz war, an der dritten Genussstation gab es dieses Jahr Bier 😎 und soquältee ich mich diesen Anstieg hoch. Ich musste immer wieder stehen bleiben, diese Beine waren so schwer und meine Pumpe lief auch Hochtouren (Puls von 190 😩). Irgendwie schaffte ich es bis zur Genussstation und gönnte mir einen kleinen Schluck Bier, setzte mich sogar kurz hin und atmete tief durch.

Doch dann hieß es weiter, noch weiter bergauf, nochmal 70hm. Auch hier musste ich mich wieder hoch quälen und langsam wollten meine Waden endgültig nicht mehr.
Die Waden standen kurz davor hart zu werden, da hilft nur eines, weiterlaufen, nicht mehr stehen bleiben. Und so schaffte ich auch noch diese letzte harte Steigung, überholte sogar mal jemanden Dann ging es bergab für ca. 2km und ich ließ meine Beine einfach laufen so gut es nur ging. Unten angekommen war es nur noch ca. 1,5km bis zum Ziel. Erst flach, dann leichter Anstieg und noch mal leiht bergab.

Es waren noch einmal 1,5km Qual, 1,5km Zusammenreißen, 1,5km zu Wissen, dass ich es wirklich schaffen würde.

Ich kam 3 Sekunden über die drei Stunden Grenze, über 35 Minuten langsamer als im letzten Jahr, aber genau so glücklich es geschafft zu haben. Es geschafft zu haben, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und nicht zu DNFen.

Laufen ist nicht immer einfach, Laufen ist nicht immer Ponyhof, Laufen ist auch mal sich quälen und Laufen oder nicht Laufen, ist oft nur Kopfsache.

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Somit habe ich auch hier wieder einiges über mich gelernt und es muss nicht immer eine Ultradistanz sein um an seine Grenzen zu kommen, es reichen auch mal 27km mit ca. 700hm am falschen Tag.

Und trotzdem oder genau deshalb … KEEP ON RUNNING

Noch ein kurzer Blick auf die Pulsauswertung dieses Laufes:

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Nicht gut, garnicht gut 😩. So etwas sollte man garnicht machen!

Der fast optimale Berlin Marathon 2017

Ja ja, der Titel verrät schon wieder einiges doch Eins nach dem Anderen!

Wie schon im vorherigen Blogbeitrag geschrieben, war meine eigentliche Marathonvorbereitung sehr kurz. Meine Beine fühlten sich während der ganzen Vorbereitung sehr gut an, keine Verletzungen und auch das Tempotraining zeigte positive Wirkung.

Doch kommen wir zum Marathon-Wochenende.

Ich reiste am Samstag ganz dekadent mit dem Flieger an und dass auch nur, weil ich noch einen Gutschein von der mittlerweile insolventen Fluggesellschaft hatte. Vom Flughafen führte mich mein Weg direkt zur Marathonmesse und das Prozedere Vorort ging extrem schnell vonstatten, ohne große Wartezeiten. Nur um an mein Finisher-Shirt zu kommen, durfte ich einmal durch alle Hallen, das bei den Massen Vorort keinen Spaß gemacht hat. Dies bestärkte mich dann auch darin diese Messe so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Alleine um Fotos vor einigen Wänden machen zu können, musste man sich in langen Schlangen anstellen. Ich hab dann lieber ein Bild vor einer Wand gemacht, wo es keine Schlange gab und verzichtete guten Gewissens auf den einen oder anderen soooooo tollen Hintergrund.

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Danach ging es ab ins Hotel, kurz umgezogen um noch mal schnell 6k durch Berlin zu gedreht.

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Als ich so am Brandenburger Tor für ein schnelles Selfi stoppte, bekam ich eine WhatsApp von Jörg, ob ich denn gerade laufe? Jörg, der auch den Berlin Marathon lief, wohnt Zuhause nur wenige Kilometer von mir entfernt und ich war wohl gerade an ihm vorbeigelaufen. Zufälle gibt’s!

An dieser Stelle einen schöne Grüße  und Kopf hoch 😉, wir sehen uns bald wieder in Berlin und dann knackst Du die 3 Stunden!

Auch diese 6k stimmten mich sehr positiv auf den Marathon am nächsten Tag, alles fühlte sich super an. Danach ab ins Hotel und Beine hochgelegt.

Die Nacht verlief so lala und ich schlief mehr auf Etappen fühlte mich am Morgen aber ganz fit. Kurzes schnelles Frühstück und um 7:15 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Start-Ziel Bereich. Zuerst U-Bahn und dann nochmal eine paar Meter laufen. Wobei ein paar Meter untertrieben sind, als ich in der Startaufstellung auf meine Uhr schaute hatte ich bereits über 5000 Schritte 😳.

Als ich das Gelände am Reichstag erreichte traf ich mich noch kurz mit Jörg, er startete auf Startblock E und hatte sich zeitlich ähnliches wie ich vorgenommen. Noch ein kurzes Shakehands und ab ging es Richtung Startblock. Bei mir war es der Startblock F, worüber ich gar nicht so unglücklich war, denn der Startblock F, ist der erste in der zweiten Startwelle war und so hoffte ich zu Beginn auf eine freie Strecke.

Ich war zum Glück relativ früh dran und so reihte ich mich sehr weit vorne ein. Dann kam was kommen musste, nur noch weniger als 30 Minuten bis zum Start und ich hatte ein dringendes Bedürfnis 😟. Also nochmal raus aus der Startaufstellung und ab ins Gebüsch. Ich hab mich dann aber wieder zu meinem alten Platz vorgearbeitet.

Um kurz vor 9:30 Uhr wurde unsere Gruppe dann langsam zum Start vorgeführt und ich stand am Ende nur wenige Meter hinter der Startlinie. Dann gab es noch ein „Highway to Hell“, was verdammt gut kam und schon wurde die Meute losgelassen.

Berlin Marathon 2017 #10Start 2. Welle

Kein Gedrängel bei der Masse von Läufern hatte schon was und so konnte ich den Lauf zu Beginn richtig genießen. Vorbei an der Siegessäule und dann Richtung Charlottenburg, immer die Straße des 17. Juni herunter. Ich hatte die 3:15 Pacer immer ca. 20 Meter vor mir und so ging es weiter vorbei am Ernst-Reuter-Platz, Richtung Alt-Moabit und vorbei an der JVA Moabit, von der ich aber irgendwie nicht so viel sah, nur das Kanzleramt war mal ganz kurz zwischen den Häuserschluchten zu sichten.

So bei Kilometer 7 meldete sich dann leider schon wieder so ein Bedürfnis und ich hatte gehofft dass ich dieses mal davon verschont bleibe. Ich beschloss aber erstmal weiter zu laufen und hoffte, dass dieses Bedürfnis wieder verschwinden würde. Die Kilometer verliefen weiter wie geplant, immer eine so um die 4:30 min/km und eine 10k Durchgangszeit von 46:06.
Doch ich musste einen Stopp einlegen und was mich nervte war, dass ich dann die Pacer verlieren würde. Also ab hinter die Hecke und dann schnell weiter, die Pacer waren 200-300m von mir entfernt 😩 und ich hatte 1:30 verloren.

Doch jetzt mal was wirklich positives, die Zuschauer hier in Berlin sind echt der Hammer, es gab keinen Meter wo niemand stand und es wurde immer angefeuert, sogar manchmal mit Namen, obwohl die einen nicht kannten. Auch die ganzen Musikbands und Musiktrucks beflügelten einen auf der gesamten Strecke!

Doch zurück zu meinem Lauf, es ging jetzt von Friedrichshain in Richtung Neu-Kölln  und bis Kilometer 14 verlief alles optimal, doch dann spürte ich plötzlich meine Oberschenkel. Jetzt schon 🤔 das war wirklich etwas früh und meine Pace ging leider etwas nach unten. So lagen die Kilometer jetzt immer etwas über 4:30, doch ich beschloss einfach weiterzulaufen und hoffte, dass sich meine Muskeln wieder beruhigten.

Ich nahm jede Getränkestelle mit und nahm auch brav meine Gels bei Kilometer 10 und 20, was mir jedes mal einen kleinen Boost gab. In Schöneberg passierte ich die Halbmarathonmarke bei 1:38:55, was eigentlich ganz ok war. Der Zustand meiner Oberschenkelmuskel besserte sich leider nicht, doch ich war nach wie vor optimistisch, auch wenn die Pace immer mehr in Richtung 4:45 ging.

Es ging jetzt von Kreuzberg nach Steglitz und irgendwo hier, ich kann mich leider nicht mehr erinnern wo genau, gab es diese geniale Balkon Party. Diese Balkon Party muss ich hier einfach mal erwähnen. Hier wurden einfach mal schnell zwei gigantische Boxen auf den Balkon gestellt und die ganze Gegend mit schnellen Beats beschallt. Die waren einfach Top und haben auf ihrem Balkon richtig Party gemacht.

Kilometer 30 passierte ich nach 2:21:27, eigentlich war ich immer noch gut unterwegs, überholte ich doch ständig andere Läufer. Ich hoffte, dass jetzt nicht auch noch dieser Typ mit dem Hammer vorbeischauen würde. Jetzt ging es wieder Richtung Charlottenburg, wo wir kurz nach der Kaiser Wilhelm Gedächnis Kirche die magische 35 Kilometermarke passierten. Bei mir standen zu diesem Augenblick 2:45:44 auf der Uhr und die Pace blieb jetzt einigermaßen konstant, auch wenn die Beine schwerer wurden.

Ab Kilometer 35 wurde es an der Strecke immer voller mit Zuschauern und leider sah ich auch immer mehr andere Läufer, die mit Krämpfen zu kämpfen hatten. Ein Läufer stand am Absperrgitter und schrie vor Schmerzen, es kümmerten sich aber schon 2 Polizisten um ihn. Bei Kilometer 37 war dann der riesige Musiktruck, der uns so nochmal so richtig einheizte … was für ein geiler Beat und Lautstärke.

Ab Kilometer 39 war es dann wirklich hart, mich ließ nur noch mein innerer Schweinehund weiterlaufen und er brachte mich auch dazu nicht wesentlich langsamer zu werden. Nun ja, die Pace ging auf den letzten 3k schon Richtung 5:00 und drüber, aber gehen ging gar nicht, also Zähne zusammen beißen und durch.

Nach ein paarmal links und rechts kam endlich das Brandenburger Tor in Sicht.

Kein Kilometer mehr, jetzt hieß es die letzten paar 100 Meter noch zu genießen. Bei so einem Marathon durch das Brandenburger Tor zu laufen hat schon was.

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Und dann war es auch schon vorbei, nach 3:22:01 hatte ich die 42,195 Kilometer in Berlin bewältigt. Das eigentliches Ziel die alte PB 3:31:26 zu eliminieren war erreicht, doch irgendwie nicht zu 100% happy. Nach den guten Trainingseinheiten der letzten Wochen und den super ersten 10k hatte ich auf eine Zeit unter 3:20 gehofft. Doch somit habe ich weiteres wieder ein Ziel für 2018 😜

Die ersten Meter nach dem Lauf ging ich wie auf rohen Eiern und ich gönnte mir erstmal mein erstes Erdinger Weißbier und eine Pause auf der Wiese vor dem Reichstag.

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Nach einer Dusche Vorort und einem weiteren kühlen Erdinger ging es mir besser. Schnell noch die Urkunde abgeholt, die Medaille gravieren lassen und dann ab ins Hotel zum Umziehen.

Danach habe ich mir dann noch etwas Berlin gegönnt, eine echte Berliner Currywurst + Pommes und einem Bier gehörten auch dazu 😋.

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Das war Berlin 2017, ob ich wiederkomme weiß ich noch nicht. Aktuell liegen mir die kleinen Läufe doch eher und auch habe ich wesentlich lieber einen Trail unter meinen Laufschuhen und ein paar Höhenmeter dürfen es auch sein.

Wer von Euch war in Berlin und wie ist es Euch ergangen?

Ich freue mich über etwas Feedback und

Keep on Running

Allgäuer Panorama Marathon (Ultradistanz) – Neue Grenzen überschreiten

Seine Grenzen austesten, zu erfahren, zu was der eigene Körper in der Lage ist, dass ist es was mich immer wieder antreibt neue Herausforderungen einzugehen.

Dieses Mal sollte es eine Ultradistanz sein, mit ein paar Höhenmetern und so fiel die Wahl auf den:

Allgäuer Panorama Marathon in Sonthofen

Auf der Ultradistanz gilt es hier 69,5 km und 3272 hm zu bezwingen, dies war genau die richtige Herausforderung für mich.

Seit Anfang des Jahres hatte ich begonnen mich auf einen solchen Lauf  vorzubereiten. Ich lief zwei flache Ultras (Rodgau und 6h Lauf in Fürth), einen Marathon (Rennsteig), ein paar Mal die Marathondistanz im Training und versuchte dabei noch soviele Höhenmeter wie nur irgend möglich zu sammeln.

Dann sollte der ZUT Basetrail XL, das erste Trail-Rennen in den Bergen werden. Doch leider machte mir eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung und ich musste mehr als einen Monat pausieren. Mitte/Ende Juni nahm ich das Training endlich wieder auf und hoffte dass mich die Verletzungspause nicht zu weit zurückgeworfen hatte. Zu Beginn lief ich gleich mal den Halbmarathon beim Fürther Metropolmarathon und das Ergebnis ließ mich hoffen, bis Mitte August wieder soweit fit zu sein.

Doch kommen wir endlich zum eigentlichen Bericht über den Allgäuer Panorama Marathon (Ultradistanz).

Die Anreise nach Sonthofen war bereits am Samstag, da der Lauf am Sonntag um 6:00 Uhr startete und ich hier ganz entspannt ins Rennen gehen wollte.

Am Samstag holte ich mir noch meine Startunterlagen ab und nahm an der Wettkampfbesprechung am frühen Abend teil (…wäre nicht notwendig gewesen) und dann ging es sehr früh ins Bett, da der Wecker bereits um 4:40 Uhr wieder klingeln sollte.

Nach einem kurzen Frühstück fuhr meine Frau (Ich bin Ihr so dankbar, dass sie mich begleitet hat!) mich dann zum Start, wo sich schon sehr viele Läufer eingefunden hatten.

Kurz noch das Dropbag für Kilometer 32 abgegeben und Erleichterung gesucht und schon war es kurz vor 6:00 Uhr. Keine laute Musik, kein Countdown, der Veranstalter Alex Reusch startete das Rennen ganz in Ruhe und so setzen sich die über 250 Ultras langsam in Bewegung (manche auch schneller).

Start des APM (gefilmt von Christian Feger)

Die ersten 2 km sind ganz flach und gehen entlang der Iller und dem Sonthofener See, ideale 2 km um warm zu werden. Denn dann heißt es Höhenmeter sammeln, um genau zu sein 928 hm auf 10,6 km und dass auf sehr unterschiedlichem Untergrund. Mal liefen wir auf breiteren Schotterwege oder Asphalt und mal über Wiesen oder Singletrails im Wald. Alles in allem sehr abwechslungsreich, wenn mir der Asphalt Anteil auch etwas zu hoch war.

Diese ersten 12,6 km verlangen mir schon sehr viel ab, spürte ich doch gleich, dass es etwas anderes ist mal schnell 200 hm im Training zu überwinden als hier über 900 hm am Stück und ohne Pause. Zu diesem frühen Zeitpunkt zweifelte ich wirklich daran, ob ich die ganze Strecke schaffen würde. Mein Magen wollte auch nicht so richtig und die Beine fühlten sich elendig schwer an. Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas Blut im Hirn, später manchmal nicht mehr wie Ihr lesen werdet, und beschloss ca. bei Kilometer 5 erstmal einen Gang runterzuschalten und mich nur auf diesen ersten Anstieg zu konzentrieren.

Auf den folgenden 7 Kilometern musste ich viele an mir vorbeiziehen lassen, doch das störte mich überhaupt nicht, denn mein Ziel war es diese 69,5 km zu Ende zu laufen und bis dahin war es noch weit.

Ich beschloss auch die Landschaft zu genießen und ab und zu mal für ein Foto anzuhalten, denn die Landschaft hier hat schon etwas.

Wenn es endlich vom Asphalt und den Schotterwegen auf schmalere Pfade ging war der Untergrund trotzdem fast immer optimal, obwohl es die Tage vor dem Lauf fast nur geregnet hatte. Unsere Zuschauer auf diesem Teilstück waren fast ausschließlich wahre Rindviecher und nicht zu vergessen die sehr hilfsbereiten und immer freundlichen Helfer, bei den ersten beiden Verpflegungsstationen.

Nach ca. 1:45 erreichte ich den ersten Gipfel, den Weiherkopf mit einer Höhe von 1665 Metern und das Vertrauen in mich selber, dass ich diesen Ultra heute bezwingen würde, war wieder so stark wie vor dem Start.

Vorbei am Großen Ochsenkopf und dem Riedbergerhorn ging es teilweise wieder auf Schotterwegen, aber auch schönen Trails, in Richtung der ersten Vollverpfelgungsstation bei Kilometer 18,2, der Grasgehrer-Hütte.

Auch hier war die Stimmung der Hammer, mit großen, lauten Kuhglocken begrüßten uns die Helfer und versorgten uns mit allem was wir wollten.

Ich nahm mir nur ein Stück Melone, etwas Cola und Wasser, auf feste Nahrung wollte ich heute verzichten. Schon im Training war ich dazu übergegangen mich nur flüssig zu ernähren und so hatte ich auch wieder mein Spezialgebräu aus Tee+Salz+Maltodextrin in meinen Softflasks und der Trinkblase.

Dies war auch der erste CutOff den man nach 3:15 Stunden erreicht haben musste, ich hatte hier 45 Minuten Polster, also alles im grünen Bereich.

Von hier aus ging es fast nur bergab und die negativen 400 hm, ließen einen die Beinen spüren. Als Entschädigung gab es ein paar wunderbare Trails, die technisch anspruchsvoller waren, doch leider auch wieder viel Schotter und Asphalt.

Nach 24,6 km erreichte man die Verpflegungsstation in Rohrmoos, schnell ein Becher ISO getrunken und schon ging es auf den nächsten leichten Anstieg.

Vorbei am Kilometerschild 25 und 30 in Richtung Österreich.

Was ich hier auch schon wieder sagen kann, ist dass die Läufer-Gemeinschaft echt ein klasse Haufen ist, mit jedem kommt man kurz ins Gespräch, muntert sich gegenseitig auf und wer schneller ist wird einfach ohne Probleme vorbeigelassen. Durch solche kurzen Zwiegespräche übersteht man auch die langgezogenen Anstiege auf dem Asphalt.

Kaum in Österreich erreichen wir auch die nächste Vollverpflegungsstation, am Gasthof Hörnlepass, wo auch schon die Dropbags bereitlagen. Auch hier muss ich sagen „Hut ab“, die Helfer hatten schon von weitem erfahren welcher Läufer kommt und so legten sie jedem das Dropbag parat und man verlor keine Zeit. In meinem Dropbag war nur eine Flasche mit meinem Spezialgebräu und so füllte ich meine Vorräte auf. Ich nahm noch etwas zu trinken und weiter ging es immer noch bergab in Richtung Schwende, wo wir Schwarzwasserbach über eine doch sehr hohe Brücke überquerten.

Auf der anderen Seite ging es nun wieder bergauf und zwar für die nächsten 6 km.

Doch wenn man schon am Anfang der Steigung  von einem Helfer mit einem „Tanze Samba mit mir“ singend begrüßt wird, kann es gar nicht so schlimm werden.

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Um Kräfte zu sparen ging ich jeden Anstieg, sobald es mal etwas flacher wurde, überwindete ich aber meinen inneren Schweinehund und lief immer wieder an. Das Läuferfeld hatte sich sehr weit auseinandergezogen, doch man hatte immer wieder die gleichen Läufer in der Nähe. Mal war der eine etwas bergauf schneller, dafür der andere bergab.

Auch die Anzahl an Wanderern wurde immer größer, zeigte sich das Wetter doch auch immer mehr von seiner guten Seite. Die meisten der Wanderer grüßten und feuerten einen an, dass tat schon richtig gut und ließ einen nicht langsamer werden.

Wir erreichten Kilometer 40 und somit die nächste Verpflegungsstation am Söllereck, nach der es noch einmal leicht nach oben ging. Doch dann ging es bergab in Richtung Oberstorf vorbei am Sattelkopf nach Hochleiten (Wo die Anzahl der Wanderer schon enorm war), wo nochmal eine kleine lustige Verpflegungsstation, vor dem wirklichen Abrun/Abstieg ins Tal, uns mit etwas zu trinken verpflegte. Lustig waren sie deshalb weil sie meinten es geht nach einer Minute nur noch bergab … meine Uhr schien irgendwie anders zu ticken.

Der Downhill zum Freibergsee hatte es wirklich in sich, teils schmale ausgewaschene Pfade, schön steil und immer wieder Wanderer, die einem entgegen kamen.

Meine Knie schmerzten langsam, doch der Downhill hat richtig Laune gemacht und der Blick auf den Freibergsee entschädigte für einiges.

Auch hier waren wieder viele Wanderer unterwegs und zwei ältere Damen fragten mich, was wir hier denn machen. Auf meine Antwort, dass wir 70 km laufe , kam nur noch ein Ausruf des Erstaunens.

Kurz vor dem letzten Stück Downhill in Richtung Oberstorf hatte ich das einzige Mal an diesem Tag Orientierungsprobleme. Hier muss ich aber sagen, dass die Strecke optimal ausgeschildert war und ich einfach nur blind war. Doch zurück zu dieser Situation, ich stand an einer Wegegabelung und sah nicht wohin, links oder rechts? Schon riefen von hinten ein paar Wanderer „RECHTS!!!“, doch mein Hirn schien vollkommen Blutleer zu sein … rechts … welches rechts? Zum Glück kam zu diesem Zeitpunkt ein andere Läufer und wies mir den Weg … DANKE … ich glaube ich würde heute noch da stehen und mich fragen welches rechts die Wanderer meinten.

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Wir passierten das 45 km Schild, nur noch 4,4 km bis zur Erding Arena in Oberstorf, davon 3 km total flach. Jetzt denkt sich jeder „flach“, kein Problem! Doch wenn man über 40 km nur rauf und runter gelaufen ist, fühlt sich „flach“ sehr komisch an und so wurden viel Läufer auch langsamer. Ich hielt mein Tempo hoch, wartete doch meine Frau an der  nächsten Vollverpflegungsstation in der Erding Arena in Oberstorf auf mich.

Man muss sich Anreize auf einer solchen Strecke schaffen und wenn jemand auf jemanden wartet, ist das schon was!

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Die Erding Arena kommt in Sicht, ein Helfer kündigt jeden Läufer per Walkie Talkie an. Bei mir klappt das nur bedingt, richtige Nummer / falscher Name … na kein Problem.

Meine Frau steht schon da, erkennt dass ich nicht mehr ganz so taufrisch bin, doch ihre Anwesenheit baut mich unwahrscheinlich auf.

Hier gönne ich mir etwas Zeit, trinke etwas, esse Melone, kühle meinen Kopf mit Wasser und ziehe mir ein frisches Laufshirt an.

Auch hier gibt es einen Cutoff, der liegt bei 8:30 Stunden, ich bin  nach 6:30 Stunden hier … genug Polster für die restlichen 20 km!

Also ich wieder losziehe fragt mich meine Frau wie lange ich denn wohl noch brauchen werde. Ich sage ganz vorsichtig 2:00 – 2:30 Stunden, ein Helfer, der neben mir steht, meint gleich: „Ehr 3:00 Stunden!“

Ich mache mich auf den Weg, es geht wieder bergauf und dass für längere Zeit, für fast 10 km mit kurzen Bergabpassagen. Es geht in Richtung Sonnenkopf, der wohl waren Herausforderung auf den 69,5 km. Schon nach wenigen 100 Metern passiere ich das 50 km Schild. Hey … nicht mal mehr ein Halbmarathon und nur noch 800 hm!

Die Strecke führt jetzt viel durch den Wald, was auch gut ist, da die Sonne immer mehr raus kommt. Teils geht es auf breiteren Pfaden, teils auf Singletrails dem Sonnenkopf entgegen. Ich bin so froh, dass ich Stöcke dabei habe, ohne die wäre ist schon längst geliefert! Immer wieder trifft man andere Läufer und muntert sich gegenseitig auf, nur noch dieser eine Anstieg, doch der hat es wirklich in sich, wie ich schon bald erfahren werde.

Nach 54,5 km kommt die nächste Verpflegungsstation an der Gaisalpe. Ich bin mittlerweile auf nur noch Cola umgestiegen, mein Körper braucht die schnelle Energie. Die Kohlensäure ärgert mich zwar kurz darauf immer etwas, doch das geht schnell vorbei.

Mitten im Nirgendwo, auf einem wunderschönen Singletrail taucht plötzlich das 55 km Schild auf, für mich von den Trails fast eines der schönsten Stücke, anspruchsvoll und einsam mit schönen Aussichten.

An der Entschenalpe kurz nach Kilometer 58, kommt die letzte kleine aber sehr feine Verpflegungsstation vor dem Gipfel des Sonnenkopfs. Die Helfer sind wieder super drauf, mit lauten Kuhglocken wird man empfangen, dann gibt es eine kalte Dusche aus der Gieskanne und dann noch ein Bild mit der Kuhglocke. Zwei Becher Cola müssen wieder sein und es geht weiter auf die letzten 1,3 km zum Gipfel.

Nur noch ca. 350 hm, gut mit Steigungen bis zu 40%, aber dann, dann ist man oben.

Diese letzten 1,3 km ziehen sich. Ich hatte vorher gelesen, dass man kurz vor dem Sonnenkopf die Waldgrenze erreicht, doch die will einfach nicht kommen. Einen anderen Läufer hatte ich zu Beginn des Anstieges noch überholt, seine Konturen verschwinden hinter mir im dichten Wald.

Wo ist nur dieser Gipfel? Die Pfade sind schmal, sehr schmal und ausgetreten. Ich schiebe mich Stück für Stück mit den Stöcken nach oben, bleibe nicht stehen, will endlich am Sonnenkopf ankommen.

Und dann endlich, ganz plötzlich tut sich der Wald auf und 50 Meter über mir ist er der Gipfel des Sonnenkopfs. Die Helfer rufen sofort und motivieren mich auf den letzten Metern.

GESCHAFFT … endlich oben an der höchsten Stelle des ganzen Laufes!

Man wird sofort mit Wasser und Cola verwöhnt und auch das Bilder machen ist mit inbegriffen, sogar mit dem dezenten Hinweis der Helferin, sie müsse noch ein Bild machen, ich hätte meinen Bauch nicht eingezogen.

Ich genieße den Ausblick und den gewonnen Gipfelkampf ein paar Minuten, bevor ich mich bei den Helfern bedanke und verabschiede.

Sonthofen wartet, nur noch 10 km und fast 1000 negative Höhenmeter.

Die ersten Meter bergab fallen schon sehr schwer, die Beine müssen sich an diese Art der Belastung erst wieder gewöhnen. Schnell komm ich in den richtigen Rhythmus auch wenn die Art des Weges sich ständig ändert. Mal ausgetretene Pfade, mal über Wiesen und mal Schotterpisten, es ist wieder alles dabei, aber die Beine machen noch mit.

Im Folgenden kommen noch mal zwei Verpflegungsstationen, bei denen ich aber nur ganz kurz bleibe, ich will das Ding jetzt zu Ende bringen! Ich nehme immer weniger von der Umgebung war, so langsam raubt es mir die Kräfte.

2 Kilometer vor Sonthofen erreiche ich Hofen, wo mich ein Helfer in das Hier und Jetzt zurückholt und mir den richtigen Weg weißt, sonst wäre ich fast noch falsch abgebogen.

Ich laufe entlang des Schwarzenbach nur noch 1,5 km und plötzlich …. Seitenstechen …. ich muss ins Gehen übergehen. Seitenstechen hatte ich gefühlt seit 35 Jahren nicht mehr, was soll der Schei… den jetzt. Ich gehe kurz und laufe dann wieder an, dieses Spielchen treibe ich garantiert 1 km bis ich wieder problemlos laufen kann.

Das Ziel, es kommt endlich in Sicht. Da das Läuferfeld soweit auseinander gezogen ist habe ich die letzten Meter nur für mich. Die Fußgänger machen platz, lassen einen passiere. Die Meute auf den Bierbänken fängt das Klatschen und Gröhlen an, man fühlt sich wie ein Gewinner.

Ich biege auf die letzten 10 Meter zum Ziel ein, erblicke meine Frau, reiße die Arme nach oben und habe es geschaft, 69,5 km, 3272 hm in 9:46:30.

Auf diesem Weg möchte ich mich auch nochmal beim Veranstalter und dem ganzen Helferteam bedanken. Ihr habt alle einen super Job gemacht und mir einen perfekten Tag beschert.

DANKE!!!

Und ein riesiges Dankeschön ein meine Frau Sandra, die mit mir nach Sonthofen kam und mich dort optimal unterstützt hat.

… and KEEP ON RUNNING

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