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Agafay Wüste und feilschen in den Souks

Wenn man eine Reise nach Marokko bucht, steht ein Erlebnis ganz weit oben auf der Bucket List: Einmal den Zauber der Wüste erleben. Die unendliche Stille, das Farbspiel im Sand und ein Abendessen unter dem sternenklaren Wüstenhimmel. Auch wir hatten uns diesen Traum fest vorgenommen und ein exklusives Abendessen in der Agafay-Wüste gebucht. Doch wie es auf Reisen manchmal so ist, läuft nicht immer alles nach Plan – und wir erwischten mit dem Anbieter Maroc Excursions leider einen absoluten Fehlgriff.

Zu allem Überfluss schlug am Tag des Ausflugs auch noch das berühmt-berüchtigte Reisedilemma zu: Mich hatte die klassische Magen-Darm-Hexe eiskalt erwischt. Während ich also das Riad-Zimmer hütete und eine unfreiwillige Date-Night mit der Toilette (🚽) verbrachte, musste meine tapfere Frau Sandra die Tour wohl oder übel ganz alleine antreten. Rückblickend war das für mich vielleicht sogar ein Segen im Unglück…


🏜️ Die Agafay-Wüste: Landschaftsträumerei trifft auf Transfer-Chaos

Schon der Start der Tour war alles andere als entspannt. Der organisierte Transfer entpuppte sich als reines Chaos. Der Fahrer schien den Begriff „Wüstenrallye“ etwas zu wörtlich zu nehmen, raste wie der Henker über die Straßen und glänzte dabei mit absoluter Unfreundlichkeit. Sandras Nerven lagen blank, noch bevor die ersten Dünen in Sicht kamen.

Dafür entschädigte zumindest die Natur: Die Agafay-Wüste ist landschaftlich ein absoluter Traum. Sie liegt etwa dreißig Kilometer südlich von Marrakesch auf den ersten sanften Ausläufern des mächtigen Hochatlas-Massivs und erstreckt sich über mehrere hundert Hektar. Wer hier allerdings riesige Sanddünen wie in der Sahara erwartet, wird überrascht: Die Agafay ist eine reine Stein- und Geröllwüste. Inmitten einer sanft hügeligen Landschaft leuchten die Steine in surrealen Nuancen, die je nach Sonnenstand von strahlendem Weiß über sanfte Ockertöne bis hin zu einem tiefen, glutvollen Dunkelrot wechseln.

Agafay Wüste
Camp in der Agafay-Wüste

Massenabfertigung statt Wüstenromantik

Im wunderschön hergerichteten Wüstencamp angekommen, konnte Sandra zu Beginn noch ein wenig die Seele baumeln lassen und die spektakuläre Weite aufsaugen. Doch die Idylle hielt nicht lange an. Minivan um Minivan rollte an und das Camp füllte sich zusehends mit fast 40 Touristen aus aller Herren Länder. Das versprochene „ruhige, traditionelle Abendessen im intimen Kreis“ mutierte im Laufe des Abends zu einer lauten, wuseligen Party. Wer genau das sucht, kommt hier voll auf seine Kosten. Wenn man sich jedoch auf einen romantischen, stillen Abend voller marokkanischer Traditionen eingestellt hat, ist die Enttäuschung vorprogrammiert.

Sandra versuchte tapfer, das Beste aus der Situation zu machen und den spektakulären Feuerzauber bei Nacht zu genießen – letztlich aber vergebens. Der Rücktransfer mitten in der Nacht war ähnlich chaotisch und rücksichtslos wie die Hinfahrt. Nach knapp sechs Stunden war sie heilfroh, als sie endlich wieder die beruhigende Schwelle unseres Riads passierte. Unser Fazit: Augen auf bei der Veranstalterwahl in der Agafay-Wüste!

Feuerzauber bei Nacht

🕌 Zurück in Marrakesch: Die Koutoubia-Moschee und das Finale in den Souks

Glücklicherweise war mein Magen am nächsten Morgen wieder besänftigt, sodass wir an unserem letzten Tag in Marrakesch noch einmal gemeinsam auf Entdeckungstour gehen konnten. Unser Ziel: Das historische Herz der Medina.

Bisher hatten wir das stolze Wahrzeichen der Stadt immer nur aus der Ferne bewundert, doch heute wollten wir endlich direkt davorstehen: an der majestätischen **Koutoubia-Moschee**. Das imposante, 77 Meter hohe Minarett ist der Orientierungspunkt schlechthin in Marrakesch – kein Gebäude in der Neustadt darf es an Höhe überragen.

Geschichtlicher Hintergrund: Die Koutoubia-Moschee stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und ist damit eine der ältesten Moscheen des Landes. Ein absolutes Meisterwerk der almohadischen Architektur! Unglaubliche 25.000 Gläubige finden in ihrem Inneren Platz. Wie fast überall in Marokko gilt jedoch: Der Zutritt zum Innenraum ist ausschließlich Muslimen vorbehalten. Abdullah hatte uns aber bereits verraten, dass das Innere bewusst sehr schlicht und schnörkellos gehalten ist – so wird kein Gläubiger beim Gebet abgelenkt.

Feilschen wie die Profis – Souvenirjagd in den Souks

Nach diesem kulturellen Stopp stürzten wir uns ein letztes Mal ins bunte Labyrinth der Souks. Und siehe da: Nach all den Tagen fühlten wir uns zwischen den engen Gassen, den bunten Lampen und den Gewürzhaufen schon fast wie Einheimische. Die anfängliche Überforderung war verflogen und wir waren bereit für die Jagd nach den perfekten Mitbringseln.

Eingang in die Souks

Beim Stöbern machte ich sogar Bekanntschaft mit einem Händler, der prompt zu meinem „neuen besten Freund“ avancierte. Ob er sich am Ende einfach nur über mein Geld gefreut hat? Gut möglich! 😂 Aber das gehört hier einfach zum guten Ton. Wir haben fair, ausgiebig und mit einem breiten Lächeln gehandelt. Am Ende habe ich garantiert immer noch ein bisschen zu viel bezahlt – aber ich hatte genau den Preis erzielt, den ich mir vorher im Kopf als Limit gesetzt hatte. Und der Spaß beim Feilschen war ohnehin unbezahlbar.

Unsere wichtigste Erkenntnis aus den Souks: Wir haben durchweg positive Erfahrungen gemacht – völlig egal, ob wir am Ende etwas gekauft haben oder nicht. Das Geheimnis ist simpel: Bleibt immer respektvoll, lächelt und ein freundliches „Schukran“ (Danke) auf den Lippen öffnet in Marokko sprichwörtlich Welten. 🇲🇦

Zum krönenden Abschluss unseres Marrakesch-Abenteuers gab es natürlich noch einen Pflichtstopp bei unserem absoluten Lieblings-Pâtissier mitten in den Souks. Der gute Mann kennt uns mittlerweile schon so gut, dass wir fast per Du sind. Mit einer Schachtel voller süßer, klebriger marokkanischer Köstlichkeiten im Gepäck verabschieden wir uns von dieser magischen Stadt.

Pâtissier in den Souks

Morgen lassen wir den Trubel der Großstadt endgültig hinter uns. Die Koffer sind gepackt, denn es geht an die wilde Atlantikküste in die Künstlerstadt Essaouira. Seid gespannt!


Hier geht es zum nächsten Marokko Beitrag: Essaouira Beach vs. Medina

Unterwegs im Atlasgebirge

Nach zwei herrlich faulen und tiefenentspannten Tagen an unserem Hotelpool war es heute endlich Zeit, die Wanderschuhe zu schnüren. Der Kontrast hätte nicht größer sein können: Vom ruhigen Mikroklima unserer Oase ging es heute auf eine spektakuläre Tagestour ins Atlasgebirge. Mit einer ganz kleinen, fast familiären Reisegruppe machten wir uns am frühen Morgen auf den Weg nach Süden, wo die mächtigen Gipfel des Hohen Atlas wie eine gigantische Kulisse hinter Marrakesch aufragen.

Auf unserem ambitionierten Plan für den heutigen Tag standen stolze fünf Täler, und der höchste Punkt unserer Route sollte uns auf fast 2.000 Meter Höhe führen. Chauffiert und begleitet wurden wir dabei von unserem fantastischen Guide Abdullah von Morocco Inspiring Tours. Er steuerte unseren Minivan nicht nur absolut sicher durch die immer schmaler und abenteuerlicher werdenden Serpentinenstraßen, sondern erwies sich auch als echtes wandelndes Lexikon.


🏞️ Station 1: Das Ourika-Tal und die versteckten Wasserfälle

Nach knapp 60 Minuten Anfahrt ließen wir die staubige Ebene von Marrakesch hinter uns und erreichten das erste Highlight: das berühmte Ourika-Tal (Ourika Valley). Während draußen die Landschaft an uns vorbeizog, versorgte uns Abdullah ununterbrochen mit fesselnden Informationen über sein Heimatland, die lokalen Gebräuche und die jahrhundertealten Traditionen der Berber. Es war die perfekte Einstimmung auf das, was uns erwarten sollte.

Das Ourika-Tal ist ein faszinierender Naturraum: Durchzogen vom gleichnamigen Ourika River ist es eines der grünsten und fruchtbarsten Täler der gesamten Region. Im malerischen Bergdorf Setti Fatma hieß es dann für uns: „Aussteigen und wandern!“. Hier trafen wir auf unseren lokalen Wanderführer Abdullatif, der uns auf einer 90-minütigen Tour zu den bekannten Ourika-Wasserfällen begleitete. Er lotste uns zielsicher über schmale, teils abenteuerliche Pfade und rutschige Felsen langsam, aber stetig bergauf. Nach gut 40 Minuten schweißtreibendem Aufstieg wurden wir mit dem erfrischenden Tosen und der kühlen Gischt des Wasserfalls belohnt. Ein magischer Ort inmitten der roten Felswände!


🏔️ Station 2 & 3: Oukaimden-Tal und die Herzlichkeit auf den Höhen des Aït Farés

Wieder zurück am Minivan fuhren wir ein paar Kilometer im Tal zurück, um die steile Abzweigung ins raue Oukaimden-Tal zu nehmen. Obwohl es hier oben stellenweise noch grün blüht, wirkt die Landschaft deutlich karger und rauer. Man spürt sofort: Das Leben der Menschen in diesen abgelegenen Bergdörfern ist hart und beschwerlich. Umso schöner war eine Beobachtung am Wegesrand: Unser Guide Abdullah, der diese Route regelmäßig fährt, kennt die lokalen Familien und Kinder in- und auswendig. Sobald sein markanter Van in Sicht kam, rannten die Kinder strahlend auf uns zu. Abdullah nutzt diese Touren immer, um ein kleines bisschen zu helfen – mal bringt er den Kids Süßigkeiten mit, ein anderes Mal dringend benötigte Schulmaterialien wie Stifte und Papier. Ein unheimlich berührender Moment gelebter Menschlichkeit! 🎒✨

Guide Abdullah von Morocco Inspiring Tours
mit den Kids

Wir folgten den Serpentinen immer weiter hinauf in die Wolken und erreichten schließlich im malerischen Aït Farés Tal den absoluten Scheitelpunkt unserer Tour auf fast 2.000 Metern Höhe. Die Ausblicke auf die weiten, terrassierten Hänge der Berbergemeinden waren schlicht atemberaubend.

Echtes Leben: Gastfreundschaft in einem Berbshaus

Hier oben im Aït Farés Tal erwartete uns eine ganz besondere Einladung: Ein traditionelles Mittagessen bei einer einheimischen Berberfamilie in ihrem Lehmhaus. Manchmal plagt einen bei solchen organisierten Stopps ja das leise Gefühl von künstlicher Kommerzialisierung – doch das ist hier völlig unbegründet. Abdullah erklärte uns, dass die Einnahmen aus diesen Besuchen direkt und ohne Abzüge an die Familien gehen. Es ist nachhaltiger sanfter Tourismus, der es den Familien ermöglicht, sich fließendes Wasser, Solarstrom und Bildung zu finanzieren.

Das Essen selbst war ein absoluter Traum aus Tausendundeiner Nacht: Es gab eine wärmende, würzige Suppe, frische Salate, eine dampfende Berber-Tajine (ein traditioneller Schmorteintopf mit zartem Fleisch und Gemüse), duftenden Couscous, süßes erntefrisches Obst und natürlich den allgegenwärtigen, rituell eingeschenkten Minztee. Wir alle haben die tiefe, ehrliche Herzlichkeit dieser Familie unglaublich genossen.

Gut zu wissen: Die Berber nennen sich selbst eigentlich Amazigh (Plural: Imazighen), was übersetzt „freie Menschen“ bedeutet. Ihre Kultur und Sprache sind wesentlich älter als die arabische Prägung Marokkos, und ihre traditionellen Lehmhäuser (Ksars) sind perfekt an die extremen klimatischen Bedingungen des Hochgebirges angepasst – sie kühlen im Sommer und wärmen im eisigen Winter.


🪵 Station 4 & 5: Das karge Asni-Tal und der Weg zurück in die Ebene

Frisch gestärkt machten wir uns an den Abstieg, um die letzten zwei Täler zu erkunden. Das vierte Tal, das **Asni-Tal** (Asni Valley), zeigte uns wieder ein völlig anderes Gesicht. Hier dominiert eine sehr karge, felsige Landschaft. Oberflächenwasser sucht man in den trockenen Monaten vergeblich; das kostbare Nass wird mühsam aus tiefen Brunnen und Quellen nach oben gepumpt. Je weiter sich die Straße nun bergab schlängelte, desto spürbarer kletterte die Temperaturanzeige im Auto wieder nach oben.

Asni Tal

Ein witziges Detail am Rande: Unterwegs begegneten wir skurrilen Verkehrsmitteln – wer braucht schon ein klassisches gelbes Taxi, wenn man den Transport im ländlichen Marokko auch stilecht und tiefenentspannt im Beiwagen lösen kann? Flexibilität ist hier eben alles! 🐪🚗

Taxi!?

Durch das fünfte und letzte, namenlose Tal öffnete sich schließlich wieder die riesige, flache Ebene, in der auch das rote Marrakesch liegt. Nach gut acht intensiven, staubigen und absolut unvergesslichen Stunden voller Kontraste im Atlasgebirge erreichten wir abends wieder unser Hotel. Dieser Tagesausflug hat tiefe Spuren hinterlassen – an die wilden Landschaften und die ehrliche Herzlichkeit der Menschen werden wir sicherlich noch sehr lange zurückdenken.

5te Tal ohne Namen

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In den Souks, Moscheen und Palais von Marrakesch

Ein Tag voller Sightseeing in Marrakesch lag vor uns. Nach einem wundervollen Frühstück in unserem Riad, holte uns um 10:00 Uhr unser Guide Hasan ab. Hasan würde uns heute durch die Souks führen und noch viel weitere Sehenswürdigkeiten in Marrakesch zeigen.

Gestern noch in den engen Gassen orientierungslos umhergeirrt ging es heute durch die unterschiedlichsten Teile der Souks und Hasan erklärte uns viele kleine Details, welche wir ohne einen Guide niemals erfahren hätten. Wenn man hier mit einem Guide unterwegs ist, ist ein riesiger Vorteil, dass nicht ständig jemand versucht einen in seinen Laden zu locken.

Souks

Nachdem wir fast 1,5 Stunden in den Souks unterwegs waren, ging es zur Medersa Ben Youssef, einer früheren Koranschule. Das mit bunten Zellij-Fliesen, stuckierten Torbögen und feinem Stuck verzierten Gebäude läd zum verweilen ein. Dieser Ort strahlt eine unwahrscheinliche Ruhe aus und man kann sich gar nicht vorstellen wie hier früher bis zu 300 Koranschüler lernten und lebten.

Als nächstes stand das Palais Bahia auf dem Programm, ein Palais, welches von einem Großwesir für seine schöne Frau gebaut wurde. Eigentlich hatte er 4 Frauen doch die eine verehrte er am meisten und so bekam sie auch die prunkvollsten Gemächer im Palais. Ein Traum sind die maurischen Innenhöfe mit ihren vielen unterschiedlichen Pflanzen.

Vor dem Mittagessen ging es dann in die Neustadt, um dort das Saaditen-Mousole zu besichtigen. Wenn man das Mausoleum und die Gräber dort sieht, fragt man sich zuerst wie dort ein Mensch drin begraben sein soll. Hasan erklärte uns jedoch wie Muslim beerdigt werden und dann war glar warum die Gräber keine 50cm breit sind.

Saaditen-Mousole

Auf dem Weg zu unserem persönlichen Highlight des Tages, kamen wir noch an einem der imposanten Stadttore vorbei.

Zum Abschluss des Tages ging es dann zum Majorelle-Garten. Dieser wunderschöne botanische Garten vom französischen Maler Jacque Majorelle ist ein Traum, wenn man die Farbe blau mag.

Nach 7 Stunden erreichten wir wieder unser Riad und nach einer kurzen Pause stürzten wir uns gleich wieder in das Gewühl der Souks und des Jemaa el-Fna.

Jemaa el-Fna

Reisevorbereitungen Neuseeland 2023

Unsere Reise nach Neuseeland ist leider erst in 6 Monaten (März 2023), doch die Planung ist schon relativ weit fortgeschritten.

Die Flüge und der Mietwagen sind gebucht und die Route steht.

4 Wochen lang bereisen wir die Nord- und Süd-Insel und erfüllen uns so einen Traum, den wir schon seit über 25 Jahren haben.

Ninety Mile Beach

Von Auckland aus geht es zuerst weiter in den Norden, hoch bis zum Ninety Mile Beach und Cape Reinga. Dann über Hamilton, Hobbiton Village, den Tongariro National Park weiter nach Wellington, von wo aus wir auf die Südinsel übersetzen.

Hobbiton Village

In der zweiten Hälfte bereisen wir dann die Süd-Insel.

McLean Falls

Von Picton, geht es über Nelson zur Golden Bay und dann entlang der Westküste vorbei an sagenhaften Gletschern bis zum Fiordland Nationalpark. Der letzte Teil der Reise führt uns dann entlang der Süd– und Ostküste bis zu Kaikoura und zurück nach Christchurch.

Los geht es am Abend des 02.03.2023 ab Frankfurt und mein Plan ist Euch dann regelmäßig von unserer Reise zu berichten.