Der Wettkampf in der eigenen Homezone – Ein Fest für mich!
Zu Beginn vielleicht kurz etwas zu meinen Vorbereitungen auf diese Mitteldistanz beim M-net Erlanger Triathlon. Eigentlich bereite ich mich immer sehr gut auf meine Wettkämpfe vor, doch dieses Jahr lief bis Mitte April relativ wenig. Ich hatte zu viele private Projekte und so mussten dieses mal 14 Wochen Vorbereitung ausreichen.
Diese 14 Wochen waren gespickt mit 6-8 Einheiten pro Woche und am Ende kamen 420 Laufkilometer, 1.760 km auf dem Rad und 43 km im Wasser zusammen. Zum Glück kam ich komplett verletzungsfrei und ohne krankheitsbedingte Ausfälle durch das Training.



Während der Vorbereitungszeit hatte ich zwei kleinere Wettkämpfe, zum einen eine Sprintdistanz beim Triathlon in Feucht und dann noch einen Lauf über die Halbmarathon-Disatanz beim Panorama-Baumwipfel-Lauf. Feucht war ein Desaster, der Halbmarathon ein Highlight, also alles gut!


In der Woche vor dem Wettkampf fühlte ich mich extrem ausgeruht und gut vorbereitet, also stand einem erfolgreichen Wettkampf nicht im Weg.
Die Startunterlagen holte ich bereits am Samstag ab und nahm an der Wettkampfbesprechung teil. In der Besprechung gab es für mich nicht viel wirklich interessantes, die Strecken kenne ich auswendig und auch die Gegebenheiten im Start-, Wechsel- und Zielbereich kenne ich nur zu gut. Danach ging es schnell nach Hause, alles fertig gepackt und dann ging es relativ früh ins Bett.


Die Nacht vor dem Wettkampf war gut und ich fühlte mich ausgeruht und innerlich sehr ruhig. Nach einem kleinen Frühstück ging es gemeinsam mit meiner Tochter in Richtung Wettkampf-Location, um in Ruhe die Wechselzone einzurichten.


Vorort traf ich auf immer mehr bekannte Gesichter, hier ein Schwätzchen, da ein Schwätzchen und schon war es kurz vor 9:00 Uhr,
Zuerst starteten die Kurzdistanzler und 5 Minuten später folgten die ersten Teilnehmer auf die Mitteldistanz. Mein Startslot war um 9:15 Uhr und ich war immer noch überraschend ruhig.
Wer mich kennt weiß, dass das Schwimmen im Wettkampf nicht mein Ding ist und schon öfters schief gegangen ist. Als der Startschuss für meine Gruppe fiel hielt ich mich auf der linken Seite des Feldes. Hier war es am ruhigsten und ich konnte in Ruhe die ersten Meter schwimmen. Ich spürte keine innere Hektik oder Panik aufkommen und so konzentrierte ich mich weiter darauf langsam in meinen Rhythmus zu kommen.




Lief es auf den ersten 100m noch etwas unrund wurde es dann von Meter zu Meter besser. Ich konnte in aller Ruhe schwimmen, bekam keine Schläge ab und wurde auch nicht rüde überschwommen, wie man es nur zugut kennt. Mein erstes Ziel war die Brücke in 700m Entfernung und bis dahin lief es verdammt gut. Das zweite Ziel war die Wendeboje 300m später, hier wurde es kurz etwas eng, aber es ging relativ zivilisiert zu. In der Entfernung erspähte ich schon den Ausstieg, nur zwei Brücken weit weg bzw. 1.000m. Ab jetzt überholte ich sogar ein paar langsamere Schwimmer, spürte aber selber langsam die Ermüdung in den Armen. Konzentriert ging es weiter und nach für mich guten 43:41 Minuten, hatte ich den Ausstieg erreicht.





Beim Ausstieg gab es zum Glück einige kräftige Hände, die mir beim Ausstieg halfen und so war ich schnell auf dem Weg in die Wechselzone.
Mein kompletter Wechsel dauerte 3:44 Minuten und es gab sehr engagierte Helfer im Wechselzelt, die einem den Beutel ausleerten und die Schwimmutensilien wieder einpackten. Ich blieb hier ganz ruhig, nahm mir die Zeit einmal durchzuschnaufen, um mich dann auf die 80km Radstrecke zu begeben. Beim Schwimmen hatte man schon den stärker werdenden Wind gespürt, doch jetzt war er noch einmal etwas stärker geworden, kam in Böen mit bis zu 60 km/h aus Richtung Südwest und ließ nichts gutes erahnen.

Auch beim Radfahren versuchte ich möglichst schnell in einen ruhigen und gleichmäßigen Rhythmus zu kommen, doch die Windböen verlangten einem einiges ab. Gerade auf den offenen Flächen war an ein entspanntes Fahren nicht zu denken, es war viel mehr ein Kampf in der Spur zu bleiben. Das Fahren in der Aeroposition war für mich bei dem Wind eine sehr unsichere Sache und so kam ich in diese Position nur recht selten. Noch dazu hatte ich beim Schwimmen auf den letzten paar 100m meinen Rücken gespürt und die Schmerzen nahmen leider immer mehr zu.
Nicht in der Aeroposition fahren zu können, kostete mich sehr viel Kraft und auf der ersten Runde konnte ich gerade so einen 30km/h Schnitt halten. Die Verpflegungsstation, war optimal organisiert und die Annahme der Flaschen verlief gut. Die zweite Runde verlief relativ ähnlich und so brauchte ich am Ende für die gut 80 km 2:42:40 Stunden. Nicht optimal, hier hatte ich mir mehr erhofft, doch der Wind war einfach ein harter Gegner.


Auch der zweite Wechsel verlief gut und auch hier waren wieder helfende Hände zur Stelle. Ich schnaufte einmal kurz durch und nach 2:28 min machte ich mich auf die Laufstecke.



Ich glaube mein Gesichtsausdruck sagt fast alles, das Radfahren hatte mich wirklich viel Kraft gekostet. Die Beine waren schwer wie Blei, doch zum Glück waren nach wenigen Schritten Rückenschmerzen Geschichte. Jetzt ging es 3 Runden durch den nahegelegenen Wald, wobei es jede Runde über eine der Kanalbrücke ging.

Die ersten 700m verlief die Strecke am Kanal und das Laufen fühlte sich auf Grunde des Rückenwindes sehr locker an. Dann ging es über eine der Brücken des Kanals und in mir keimte sofort der Wunsch auf zu gehen, doch zumindest die erste Runde wollte ich noch hoch laufen. Auf der 3 km Runde durch den Wald, lief ich bis zur Verpflegungsstation, versorgte mich ausgiebig im Gehen und lief dann wieder an. Doch 300m später musste ich wieder gehen. Ich kann nicht mal sagen, ob es der Kopf war der gehen wollte oder die Beine, doch die folgenden 100m gehen taten gut und danach konnte ich auch wieder locker anlaufen. Bis zur Kanalbrücke lief es gut und sogar die Pace war plötzlich so wie geplant, doch dann kam sie wieder … diese Brücke – über den Kanal! Die Hälft der Strecke lief ich die Brücke hoch, doch dann musste ich leider gehen.

Nach der Brücke ging es dann wieder am Kanal zurück (gegen den Wind) bis zu einem Wendepunkt. Am Wendepunkt gab es dann das Bändchen für die erste absolvierte Rund und dazu noch ein paar aufmunternde Worte von der Moderatorin, die hier wirklich einen top Job gemacht hat.
Mit dem Wind ging es jetzt wieder Richtung meiner geliebten Kanalbrücke. Dieses mal habe ich die Verpflegungsstation am Kanal auch mitgenommen, an Essen war nicht zu denken, doch ein Becher Cola und Wasser erweckten wieder neue Energie in mir. Erste jetzt nahm ich auch Jochen wahr, der kurz hinter der Verpflegungsstation sein Motivationsprogramm lieferte. Es tat so gut ihn zu sehen, was mich noch weiter motivierte und mich sogar wieder die Brücke laufend hinauftrieb.



Diese und die dritte und letzte Runde verliefen relativ ähnlich. Nach der Brücke laufen bis zur Verpflegungsstation im Wald; im Gehen versorgen; wieder laufen bis zur Brücke; etwas die Brücke hochlaufen, den Rest hoch gehen; gegen den Wind am Kanal ankämpfen; mit Jochen abklatschen; Verpflegungsstation am Kanal mitnehmen und die Brücke hochquälen.


Nach der dritten Runde durch den Wald ging es endlich Richtung Innenstadt, also nur noch 5 km bis zum Ziel. Leider waren die ersten 1,5 km davon noch einmal gegen den Wind und langsam wurde meine Laune bzgl. des Windes immer schlechter. Dann ging es endlich weg vom Kanal, weg vom Wind! Der letzte Teil der Strecke führte uns durch den Erlanger Wiesengrund, ein sehr flacher Streckenabschnitt. Meine Motivation stieg wieder, nur meine Beine hatten keine Lust mehr. Bis zur letzten Verpflegungsstation lief ich durch und gönnte mir dort noch mal eine Cola und ein Wasser. So gestärkt ging es Richtung Innenstadt, besser gesagt Richtung des Erlanger Schlossgartens wo dieses Jahr der Zieleinlauf war.

Kurz vor dem Ziel tauchte meine ganze Familie und Sabrina auf, dass gab mir noch einmal einen Motivationsschub, um voller Elan die letzten Meter Richtung Ziel zu laufen.



Dann war es endlich geschafft. YES !!!
Es lief nicht alles optimal, die Zeit für die 2 km Schwimmen, 80 km Radfahren und 20 km Laufen war ok. Insgesamt habe ich diesen Triathlon in meiner Homezone sehr genossen. Die vielen bekannten Gesichter an der Streck waren zu jedem Zeitpunkt so motivierend, dass es noch so hart hätte sein können, ein DNF wäre heute nie eine Option gewesen.




Danke an Alle, die mich entlang der Strecke unterstützt haben.
Danke an die Helfer, die in allen Bereichen tätig waren, Ihr habt einen super Job gemacht, ohne Euch wäre eine solch tolle Veranstaltung nicht möglich gewesen.
Ein ganz besonderer Dank geht noch an meine Tochter Cara, die mich den ganzen Tag begleitet, unterstützt, angefeuert und fotografiert hat 🙌
Die letzten Dankesworte gehen an meine Frau Sandra, die in den letzten Wochen, Monaten sehr viel Verständnis für meinen Sport aufgebracht hat.
DANKE MEIN SCHATZ

















