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Erlanger Triathlon 2023

Der Wettkampf in der eigenen Homezone – Ein Fest für mich!

Zu Beginn vielleicht kurz etwas zu meinen Vorbereitungen auf diese Mitteldistanz beim M-net Erlanger Triathlon. Eigentlich bereite ich mich immer sehr gut auf meine Wettkämpfe vor, doch dieses Jahr lief bis Mitte April relativ wenig. Ich hatte zu viele private Projekte und so mussten dieses mal 14 Wochen Vorbereitung ausreichen.

Diese 14 Wochen waren gespickt mit 6-8 Einheiten pro Woche und am Ende kamen 420 Laufkilometer, 1.760 km auf dem Rad und 43 km im Wasser zusammen. Zum Glück kam ich komplett verletzungsfrei und ohne krankheitsbedingte Ausfälle durch das Training.

Während der Vorbereitungszeit hatte ich zwei kleinere Wettkämpfe, zum einen eine Sprintdistanz beim Triathlon in Feucht und dann noch einen Lauf über die Halbmarathon-Disatanz beim Panorama-Baumwipfel-Lauf. Feucht war ein Desaster, der Halbmarathon ein Highlight, also alles gut!

In der Woche vor dem Wettkampf fühlte ich mich extrem ausgeruht und gut vorbereitet, also stand einem erfolgreichen Wettkampf nicht im Weg.

Die Startunterlagen holte ich bereits am Samstag ab und nahm an der Wettkampfbesprechung teil. In der Besprechung gab es für mich nicht viel wirklich interessantes, die Strecken kenne ich auswendig und auch die Gegebenheiten im Start-, Wechsel- und Zielbereich kenne ich nur zu gut. Danach ging es schnell nach Hause, alles fertig gepackt und dann ging es relativ früh ins Bett.

Die Nacht vor dem Wettkampf war gut und ich fühlte mich ausgeruht und innerlich sehr ruhig. Nach einem kleinen Frühstück ging es gemeinsam mit meiner Tochter in Richtung Wettkampf-Location, um in Ruhe die Wechselzone einzurichten.

Vorort traf ich auf immer mehr bekannte Gesichter, hier ein Schwätzchen, da ein Schwätzchen und schon war es kurz vor 9:00 Uhr,

Zuerst starteten die Kurzdistanzler und 5 Minuten später folgten die ersten Teilnehmer auf die Mitteldistanz. Mein Startslot war um 9:15 Uhr und ich war immer noch überraschend ruhig.

Wer mich kennt weiß, dass das Schwimmen im Wettkampf nicht mein Ding ist und schon öfters schief gegangen ist. Als der Startschuss für meine Gruppe fiel hielt ich mich auf der linken Seite des Feldes. Hier war es am ruhigsten und ich konnte in Ruhe die ersten Meter schwimmen. Ich spürte keine innere Hektik oder Panik aufkommen und so konzentrierte ich mich weiter darauf langsam in meinen Rhythmus zu kommen.

Lief es auf den ersten 100m noch etwas unrund wurde es dann von Meter zu Meter besser. Ich konnte in aller Ruhe schwimmen, bekam keine Schläge ab und wurde auch nicht rüde überschwommen, wie man es nur zugut kennt. Mein erstes Ziel war die Brücke in 700m Entfernung und bis dahin lief es verdammt gut. Das zweite Ziel war die Wendeboje 300m später, hier wurde es kurz etwas eng, aber es ging relativ zivilisiert zu. In der Entfernung erspähte ich schon den Ausstieg, nur zwei Brücken weit weg bzw. 1.000m. Ab jetzt überholte ich sogar ein paar langsamere Schwimmer, spürte aber selber langsam die Ermüdung in den Armen. Konzentriert ging es weiter und nach für mich guten 43:41 Minuten, hatte ich den Ausstieg erreicht.

Beim Ausstieg gab es zum Glück einige kräftige Hände, die mir beim Ausstieg halfen und so war ich schnell auf dem Weg in die Wechselzone.

Mein kompletter Wechsel dauerte 3:44 Minuten und es gab sehr engagierte Helfer im Wechselzelt, die einem den Beutel ausleerten und die Schwimmutensilien wieder einpackten. Ich blieb hier ganz ruhig, nahm mir die Zeit einmal durchzuschnaufen, um mich dann auf die 80km Radstrecke zu begeben. Beim Schwimmen hatte man schon den stärker werdenden Wind gespürt, doch jetzt war er noch einmal etwas stärker geworden, kam in Böen mit bis zu 60 km/h aus Richtung Südwest und ließ nichts gutes erahnen.

Auch beim Radfahren versuchte ich möglichst schnell in einen ruhigen und gleichmäßigen Rhythmus zu kommen, doch die Windböen verlangten einem einiges ab. Gerade auf den offenen Flächen war an ein entspanntes Fahren nicht zu denken, es war viel mehr ein Kampf in der Spur zu bleiben. Das Fahren in der Aeroposition war für mich bei dem Wind eine sehr unsichere Sache und so kam ich in diese Position nur recht selten. Noch dazu hatte ich beim Schwimmen auf den letzten paar 100m meinen Rücken gespürt und die Schmerzen nahmen leider immer mehr zu.

Nicht in der Aeroposition fahren zu können, kostete mich sehr viel Kraft und auf der ersten Runde konnte ich gerade so einen 30km/h Schnitt halten. Die Verpflegungsstation, war optimal organisiert und die Annahme der Flaschen verlief gut. Die zweite Runde verlief relativ ähnlich und so brauchte ich am Ende für die gut 80 km 2:42:40 Stunden. Nicht optimal, hier hatte ich mir mehr erhofft, doch der Wind war einfach ein harter Gegner.

Auch der zweite Wechsel verlief gut und auch hier waren wieder helfende Hände zur Stelle. Ich schnaufte einmal kurz durch und nach 2:28 min machte ich mich auf die Laufstecke.

Ich glaube mein Gesichtsausdruck sagt fast alles, das Radfahren hatte mich wirklich viel Kraft gekostet. Die Beine waren schwer wie Blei, doch zum Glück waren nach wenigen Schritten Rückenschmerzen Geschichte. Jetzt ging es 3 Runden durch den nahegelegenen Wald, wobei es jede Runde über eine der Kanalbrücke ging.

Die ersten 700m verlief die Strecke am Kanal und das Laufen fühlte sich auf Grunde des Rückenwindes sehr locker an. Dann ging es über eine der Brücken des Kanals und in mir keimte sofort der Wunsch auf zu gehen, doch zumindest die erste Runde wollte ich noch hoch laufen. Auf der 3 km Runde durch den Wald, lief ich bis zur Verpflegungsstation, versorgte mich ausgiebig im Gehen und lief dann wieder an. Doch 300m später musste ich wieder gehen. Ich kann nicht mal sagen, ob es der Kopf war der gehen wollte oder die Beine, doch die folgenden 100m gehen taten gut und danach konnte ich auch wieder locker anlaufen. Bis zur Kanalbrücke lief es gut und sogar die Pace war plötzlich so wie geplant, doch dann kam sie wieder … diese Brücke – über den Kanal! Die Hälft der Strecke lief ich die Brücke hoch, doch dann musste ich leider gehen.

Das Bild lässt etwas erahnen, wie es mir zu diesem Zeitpunkt ging.

Nach der Brücke ging es dann wieder am Kanal zurück (gegen den Wind) bis zu einem Wendepunkt. Am Wendepunkt gab es dann das Bändchen für die erste absolvierte Rund und dazu noch ein paar aufmunternde Worte von der Moderatorin, die hier wirklich einen top Job gemacht hat.

Mit dem Wind ging es jetzt wieder Richtung meiner geliebten Kanalbrücke. Dieses mal habe ich die Verpflegungsstation am Kanal auch mitgenommen, an Essen war nicht zu denken, doch ein Becher Cola und Wasser erweckten wieder neue Energie in mir. Erste jetzt nahm ich auch Jochen wahr, der kurz hinter der Verpflegungsstation sein Motivationsprogramm lieferte. Es tat so gut ihn zu sehen, was mich noch weiter motivierte und mich sogar wieder die Brücke laufend hinauftrieb.

Diese und die dritte und letzte Runde verliefen relativ ähnlich. Nach der Brücke laufen bis zur Verpflegungsstation im Wald; im Gehen versorgen; wieder laufen bis zur Brücke; etwas die Brücke hochlaufen, den Rest hoch gehen; gegen den Wind am Kanal ankämpfen; mit Jochen abklatschen; Verpflegungsstation am Kanal mitnehmen und die Brücke hochquälen.

Nach der dritten Runde durch den Wald ging es endlich Richtung Innenstadt, also nur noch 5 km bis zum Ziel. Leider waren die ersten 1,5 km davon noch einmal gegen den Wind und langsam wurde meine Laune bzgl. des Windes immer schlechter. Dann ging es endlich weg vom Kanal, weg vom Wind! Der letzte Teil der Strecke führte uns durch den Erlanger Wiesengrund, ein sehr flacher Streckenabschnitt. Meine Motivation stieg wieder, nur meine Beine hatten keine Lust mehr. Bis zur letzten Verpflegungsstation lief ich durch und gönnte mir dort noch mal eine Cola und ein Wasser. So gestärkt ging es Richtung Innenstadt, besser gesagt Richtung des Erlanger Schlossgartens wo dieses Jahr der Zieleinlauf war.

Kurz vor dem Ziel tauchte meine ganze Familie und Sabrina auf, dass gab mir noch einmal einen Motivationsschub, um voller Elan die letzten Meter Richtung Ziel zu laufen.

Dann war es endlich geschafft. YES !!!

Es lief nicht alles optimal, die Zeit für die 2 km Schwimmen, 80 km Radfahren und 20 km Laufen war ok. Insgesamt habe ich diesen Triathlon in meiner Homezone sehr genossen. Die vielen bekannten Gesichter an der Streck waren zu jedem Zeitpunkt so motivierend, dass es noch so hart hätte sein können, ein DNF wäre heute nie eine Option gewesen.

Danke an Alle, die mich entlang der Strecke unterstützt haben.

Danke an die Helfer, die in allen Bereichen tätig waren, Ihr habt einen super Job gemacht, ohne Euch wäre eine solch tolle Veranstaltung nicht möglich gewesen.

Ein ganz besonderer Dank geht noch an meine Tochter Cara, die mich den ganzen Tag begleitet, unterstützt, angefeuert und fotografiert hat 🙌

Die letzten Dankesworte gehen an meine Frau Sandra, die in den letzten Wochen, Monaten sehr viel Verständnis für meinen Sport aufgebracht hat.

DANKE MEIN SCHATZ

19. Erlanger Winterwaldlauf

Der Erlangener Winterwaldlauf hat langsam schon Tradition und startete dieses Jahr zum 19ten mal. Da mein Fokus dieses Jahr mehr auf den lokalen Läufen liegt war der Erlanger Winterwaldlauf einfach ein Muss für mich.

Letztes Jahr hatte der Traillauf (10 km) beim Erlanger Winterwaldlauf sein Debüt und bereits nach dem Lauf fragte uns John (Veranstalter), ob wir im nächsten Jahr wieder einen Traillauf haben möchten und die Strecke länger werden soll. Die Antworten war klar: Ja und Ja. Als ich John dann irgendwann mal bei einem Lauf im Tennenloher Forst traf, erzählte er mir bereits, dass er eine 16 km Runde geplant habe, die uns gefallen würde.

Am 23.03.2019 um 9:40 sollte es dann endlich so weit sein. Der riesige Vorteil bei Läufen in der Region ist, dass man Morgens eigentlich keinen Stress hat und ganz entspannt in den Tag und den Lauf starten kann.
Der Lauf heißt ja Erlanger Winterwaldlauf, doch von Winter konnte man dieses Jahr nicht mehr sprechen, hatten wir an diesem Tag herrlichsten Sonnenschein bei 12-16 Grad. Vorort traf ich dann gleich auf Markus Siegler, einer der richtig schnellen Jungs hier aus der Ecke, der am Vortag die Strecke markiert hatte.

Der Lauf stand für mich ganz klar im Zeichen einer Standortbestimmung. Mein Training war die letzten Monate nicht ganz optimal gewesen (Grippe und ein paar private Dinge, die einfach wichtiger waren). Ich wollte die 16 km in einer 4:45er Pace angehen, was nicht Highspeed ist, aber für mich über 16 km ein harter Tempolauf.

Da ich letztes Jahr den Fehler gemacht hatte mich im Mittelfeld einzureihen und mich nach dem Start durch die Menge wühlen musste, beschloss ich dieses Jahr mich etwas weiter vorne zu positionieren.

Kurz vor dem Start rief John noch einmal alle Läufer für letzte Infos zusammen. Die wichtigste Information hierbei war, dass die erste Runde gelb markiert ist und die zweite Runde rot. Wie wichtig diese Information war, sollten einige Läufer während dem Lauf zu spüren bekommen. Dann ging es auch schon zum Start und um Punkt 9:40 Uhr wurden wir auf die Strecke geschickt.

Der Start
(Bilder wurden zur privaten Nutzung freigegeben)

Die ersten 500 Meter der Strecke waren noch aus dem Vorjahr bekannt. Doch dann ging es auf frisch geschlagene Wege (Baumfällarbeiten) und das Feld sortierte sich recht schnell. Ich hatte mich zu Beginn ganz gut einsortiert und musste so nur wenige Überholmanöver im ersten Teil der Strecke starten. Der Vorteil war ganz klar, dass ich fast vom Start an mein angestrebtes Tempo laufen konnte. Ok, der erste Kilometer war mit einer 4:29 etwas schneller, aber dass gehört bei einem Start in einen Lauf ja schon dazu.

Nach ca. 1,5 km erreichten wir dann die technisch schwierigste Stelle des gesamten Rennens, den berüchtigten 5 Meter hohen Rodelberg, mit einem extrem schwierigen Anstieg.

Der berüchtigte Rodelberg
(Bilder wurden zur privaten Nutzung freigegeben)

Nachdem diese Passage gemeistert war konnte eigentlich nichts mehr schief gehen und ich begann die kleinen engen Trails in der Bucker Lache zu genießen. Doch ich merkte, dass mir die Trainingseinheiten der letzten Woche noch ganz schön in den Beinen steckten. So locker wie ich es mir gedacht hatte würde ich heute nicht laufen können, doch ich versuchte trotzdem meine anvisierte Pace von 4:45 zu halten.

Als ich so vor mich hinlief kamen mir plötzlich 3-4 Läufer entgegen. Zuerst dachte ich es wären die Führenden, doch es stellte sich heraus, dass es Läufer waren, die meinten wir wären nicht mehr auf der richtigen Strecke. Sie hatten wohl seit ein paar 100 Metern keine gelbe Markierung mehr gesehen, sondern nur eine rote. Weiter vorne liefen die Läufer aber weiter und so beschloss ich für mich, dass ich richtig sei. Diese Entscheidung war goldrichtig, denn kurz darauf traf ich wieder auf eine gelbe Markierung.

Wir liefen weiter kreuz und quer durch die Brucker Lache und obwohl ich die Gegend sehr gut kenne, wusste ich irgendwann nicht mehr wo ich war. Markierungen gab es meiner Ansicht nach immer genug und so erreichte ich nach ca. 7 km den Start-Ziel-Bereich wieder und begab mich auf meine zweite Runde, welche von der Streckenführung aber komplett anders war.

Jetzt hieß es der roten Markierung zu folgen und ab und zu liefen wir gleiche Streckenteile in entgegengesetzte Richtung. Und so gehörte, wie bereits in der ersten Runde, der steile Rodelberg mit zur Strecke, doch zum Glück kamen wir dieses mal von der anderen Seite und stürzten uns wagemutig in die Tiefe.

1+2 Runde
Ich war wirklich mit dem Gelände überfordert
Selten dämlicher Gesichtsausdruck

Von hier aus ging es dann auf die letzten Kilometer. Als ich dachte jetzt biegen wir noch einmal ab und drehen noch eine Schleife, ging es zum Start-Ziel-Bereich. Meine Uhr zeigte gerade mal 14,6 km an! War ich falsch abgebogen, hatte ich abgekürzt, irgendwo eine Markierung übersehen?

Doch es stellte sich schnell heraus, war alles in Ordnung war und die Strecke war dieses Jahr nur knapp 15 km lang. Da ist dann ja noch Potential für nächstes Jahr drin.

Somit beendete ich die 14,6 km nach 1:11:10 als 28ter, mit einer Durchschnittspace von 4:52, die in Anbetracht der ersten Kilometer zufriedenstellend ist.

Die Schnellsten waren bereits nach etwas über 56 Minuten im Ziel unter ihnen auch Markus Siegler als Zweitplatzierter.

Siegerehrung Trailrun

Im Ziel erfuhr ich dann auch noch, dass sich einige Läufer verlaufen hatten und nicht mit der Markierung zurecht kamen, darunter auch der zu Beginn Erstplatzierte. Darum beim Trailrun immer Augen auf und nach Markierungen Ausschau halten; Schnelligkeit ist nicht alles!

Als nächstes steht bei mir am 07.04.2019 der Halbmarathon beim Obermain-Marathon in Bad Staffelstein an. Bei diesem Lauf werde ich mal testen was mit den alten Knochen noch möglich ist und versuchen eine neue PB aufzustellen.

Ob es zu einer neuen PB gereicht hat, werdet Ihr in Kürze auf meinem Blog lesen können und bis dahin … keep on running!

… Danke an meine Lektorin (Sandra)… ich gelobe Besserung!