Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, weiß: Unser Bestway Lay-Z-Spa Cabo ist voll in Home Assistant integriert und heizt quasi kostenlos mit PV-Überschuss, doch was noch fehlte war die Beschreibung wie diese Wellness Oase entstanden ist.
Bis Anfang dieses Jahres hatten wir jahrelang einen klassischen Gartenpool in unterschiedlichen Ausführungen. Da die Kinder ausgezogen sind, stand der Pool am Ende fast nur noch ungenutzt herum, machte aber jede Menge Arbeit. Die Entscheidung stand fest: Der Pool fliegt raus und stattdessen bauen wir an der gleichen Stelle ein großes, gemütliches Holzdeck zum Relaxen.
Und weil man nach handwerklicher Arbeit im Garten oder zum Abkühlen im Sommer einen Platz braucht, sollte zusätzlich zu dem neuen Holzdeck noch ein Jacuzzi und eine 40-Liter-Solardusche Platz finden.
Hier ist der ungeschönte Baubericht von den Erdarbeiten über die statischen Tücken eines Sandkastens bis hin zur perfekten millimetergenauen Anpassung an die Rasenkanten.
📸 Aus alt mach neu
🛠️ Phase 1: Die Abriss- und Erdarbeiten (Eine Heidenarbeit)
Der Platz, den ich mir für das neue Holzdeck ausgesucht hatte, war ein alter, gepflasterter Bereich von ca. 10 m². Schön war er schon lange nicht mehr und genutzt wurde er dementsprechend auch nicht. Den Jacuzzi einfach auf die alten Beton-Pflastersteine zu stellen, kam für mich überhaupt nicht infrage – das hätte optisch einfach nichts hergemacht und wäre spätestens bei der Montage der Solardusche zu einem echten Problem geworden.
Schritt 1: Die kompletten Beton-Pflastersteine auf den 10 m² herausreißen. Wer schon mal Betonpflaster geschleppt hat, weiß, wie verdammt schwer die Dinger sind.
Schritt 2: Darunter lag eine 2 bis 4 cm dicke Schicht alter Split. Auch die musste komplett weichen.
Als der Split weg war, kam eine Überraschung zum Vorschein: Der Großteil des Platzes war darunter komplett betoniert! Zuerst dachte ich an eine alte Sickergrube, doch meine Schwiegermutter brachte Licht ins Dunkel: Früher war hier einmal ein Freisitz.
Das Sandkasten-Problem in der Mitte
Die eigentliche Schmerzstelle zeigte sich genau in der Mitte dieses alten Freisitzes: Eine exakte Aussparung im Beton von 1,40 m × 1,40 m. Hier war früher der Sandkasten! Heute war das Loch einfach mit Erde gefüllt.
Statisch gesehen der absolute Albtraum für ein Whirlpool-Fundament. Ein gefüllter Jacuzzi wiegt rund 1,1 Tonnen auf einer winzigen Fläche. Hätte ich meine Tragkonstruktion einfach auf dieses Erdloch gestellt, wären die Stelzlager über kurz oder lang im weichen Boden eingesunken. Die Terrasse hätte sich unweigerlich verzogen.
Die Lösung: Ich habe das Erdloch gut 9 cm tief ausgehoben, eine Schicht frischen Split eingebracht und verdichtet. Darauf habe ich dann die alten Pflastersteine, die ich vorher herausgerissen hatte, im Loch sauber neu verlegt. Das Ergebnis: Eine durchgehend stabile, tragfähige Ebene aus Beton und Pflaster.
📐 Phase 2: Die Unterkonstruktion – Statik trifft auf Gefälle
Da der Untergrund nach vorne hin leicht abschüssig war, stand ich vor der nächsten Herausforderung. Das Deck musste am Ende absolut waagerecht sein – besonders für den Whirlpool, da das Wasser sonst schief im Becken steht.
Aus diesem Grund kamen zwei verschiedene Größen von verstellbaren Stelzlagern (Balkenlager PRO von gartenwelt_riegelsberger) zum Einsatz:
Im hinteren (höheren) Bereich: Größe 27–40 mm (90 Stück)
Im vorderen (tieferen) Bereich zum Ausgleichen: Größe 40–64 mm (40 Stück)
Insgesamt knapp 130 Stelzlager sorgen nun dafür, dass das Deck perfekt in Waage liegt.
Warum so viele Stelzlager und so enge Abstände?
Vielleicht fragst du dich, warum man für ein 10 m² Deck so extrem viele Stelzlager und Balken braucht. Die Antwort liegt wieder im enormen Gewicht des Jacuzzis.
Normalerweise verlegt man die Unterkonstruktion bei Terrassendielen in einem Abstand von 40 bis 50 cm. Unter dem Whirlpool habe ich das Raster jedoch massiv verdichtet und die Balken (Kiefer KDI, 45 × 70 mm, flach hingelegt für eine optimale Auflagefläche) alle 20 cm gesetzt! Dadurch verteilt sich das Gewicht des Pools auf unzählige Kreuzungspunkte. Auf jedes einzelne Stelzlager drückt am Ende nur ein kleiner Bruchteil des Gewichts. Hier biegt sich garantiert nichts durch.
🚫 Warum wir die teuren Abstandshalter nicht verbaut haben
Im Laufe der Planung hatte ich überlegt, spezielle Terrassendielen-Abstandshalter (Kunststoff-Clips zwischen Balken und Diele) zu kaufen. Bei über 500 benötigten Kreuzungspunkten hätte ich jedoch locker 600 bis 700 Stück kaufen müssen. Das stand finanziell in absolut keinem Verhältnis mehr zum Nutzen.
Wir haben das Ganze handwerklich clever und extrem günstig gelöst:
Konstruktiver Holzschutz durch Gefälle: Nach hinten wird das Deck von einer Mauer begrenzt, nach vorne schließt es an bestehende Rasenkantensteine an. Die Unterkonstruktion wurde so ausgerichtet, dass das Wasser durch ein minimales Gefälle in den Fugen ablaufen kann und keine Staunässe zwischen Dielen und Balken entsteht.
Fugenkeile statt Dauerelemente: Um beim Verschrauben der Douglasie-Dielen (2500 × 124 × 21 mm) überall exakt die wichtigen 5 mm Fugenbreite einzuhalten, kamen einfache, wiederverwendbare Kunststoff-Steckkreuze aus dem Baumarkt zum Einsatz. Nach dem Festschrauben zieht man sie einfach wieder raus – Kostenpunkt: keine 10 Euro.
🚿 Das Statik-Highlight: Die Solardusche bombenfest montiert
Ein weiteres wichtiges Element auf dem Deck ist die CCLIFE Solardusche mit 40 Litern Tankvolumen. Vollgefüllt bringt das gute Stück gut 45 bis 50 kg auf die Waage. Da die Dusche über 2 Meter hoch ist, wirken durch Hebelkräfte (Wind, Festhalten beim Duschen) enorme Kräfte auf den Standfuß. Schraubt man diese einfach nur in die 21 mm dünnen Dielen, reißen die Schrauben beim ersten Sturm aus.
Glücklicherweise lag genau an der Stelle, wo die Dusche hin sollte, ein Unterkonstruktionsbalken darunter. Ich habe direkt unter diese Stelle zwei zusätzliches Stelzlager gesetzt, um den Druck nach unten abzufangen und auch noch 3 Querbalken eingefügt.
Der Schrauben-Größen-Krimi
Die Dielen und flach liegenden Balken haben zusammen eine Stärke von 66 mm (21 mm Diele + 45 mm Balken). Der Standfuß der Dusche schlägt noch einmal mit 10 mm zu Buche. Macht eine Gesamttiefe von 76 mm.
Da es im Baumarkt keine 70 mm Schrauben in Edelstahl A2 gab, musste ich zu 80 mm Sechskant-Schlüsselschrauben greifen. Um zu verhindern, dass die Schraube unten aus dem Balken herausschaut und das darüberliegende Kunststoff-Stelzlager zerstört, habe ich einen einfachen Handwerkertrick angewendet: Ich habe unter jeden Schraubenkopf am Fuß der Dusche 3 dicke Edelstahl-Unterlegscheiben (M8) gestapelt. Dadurch wanderte die Schraube ca. 5 mm nach oben, sitzt perfekt tief im Holz und das Stelzlager bleibt absolut unberührt.
📐 Phase 3: Die millimetergenauen Randarbeiten
Eine Terrasse wirkt erst dann richtig professionell, wenn die Anschlüsse an die Umgebung stimmen. Da der Platz zu den Seiten hin nicht perfekt rechtwinklig verlief, musste an den Rändern Maßarbeit her:
Die schräge Seite: Hier habe ich im Zuge des Baus neue Rasenkantensteine gesetzt. Jede einzelne Douglasie-Diele wurde dann auf dieser Seite mit der Kappsäge im exakten Winkel so zugeschnitten, dass sie gut mit dem Kantenstein abschließt.
Die andere (gerade) Seite: Auch hier war der Verlauf der alten Pflastersteine ungenau. Ich habe zuerst die Terrassendielen komplett verlegt und danach Teile des angrenzenden Pflasters entfernt. Am Schluss habe ich die Pflastersteine mit dem Winkelschleifer und einer Diamanttrennscheibe so exakt zugeschnitten, dass sie nun nahtlos und ohne hässliche Lücken an die Dielen anstoßen.
📋 Materialliste: Was wurde für das Projekt benötigt?
Für alle, die ein ähnliches Projekt planen, habe ich hier noch einmal das gesamte benötigte Material und die wichtigsten Werkzeuge zusammengefasst:
Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt. Die Kombination aus dem warmen Holzdeck, dem perfekt eingelassenen Jacuzzi und der Solardusche hat den ehemals hässlichen Freisitz komplett verwandelt. Dank der extrem dichten Unterkonstruktion steht der Whirlpool absolut sicher, und die Solardusche übersteht dank des Schrauben-Tricks auch den stärksten Windstoß.
Wenn du wissen willst, wie ich diesen Jacuzzi jetzt so automatisiert habe, dass er komplett kostenlos mit Solarstrom aufheizt, schau dir unbedingt meinen Artikel zur Home Assistant Jacuzzi-Integration an!
Hast du Fragen zum Unterbau, den Stelzlagern oder dem statischen Aufbau? Schreib es mir gerne unten in die Kommentare! 👇
Und ganz am Ende noch das Wichtigste … macht Euch vorher einen Plan von dem was ihr vorhabt, dann könnt ihr sehr sicher sein, dass ihr an „fast“ alles gedacht habt!
Wer einen Garten hat, kennt das Gefühl: Nach einem langen Tag einfach in den Jacuzzi sinken, warmes Wasser, Ruhe – pure Erholung. Doch bis es so weit ist, wartet man entweder ewig auf die richtige Wassertemperatur, oder man verschwendet Energie, weil der Whirlpool stundenlang unnötig heizt.
Ich habe das Problem gelöst – mit Home Assistant. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich meinen Bestway Jacuzzi und meine Gartendusche vollständig automatisiert habe. Der Jacuzzi heizt nur dann, wenn genug Photovoltaik-Überschuss vorhanden ist – also praktisch kostenlos. Die Dusche schaltet sich nach einer konfigurierbaren Zeit automatisch ab. Beides lässt sich bequem per Dashboard steuern und überwachen.
Und wen es interessiert , es gibt noch einen Blogbeitrag, wie das Holzdeck und die Dusche entstanden sind ➡️ Vom alten Pool zum Wellness-Deck
📸 Dashboard der Wellness-Oase im Garten mit Jacuzzi und Dusche
🛁 Teil 1: Der smarte Jacuzzi
🔧 Ausgangsproblem
Der Bestway Lay-Z-Spa bringt von Haus aus keine nennenswerte Automatisierung mit. Man schaltet ihn ein, stellt die Zieltemperatur ein – und wartet. Das Aufheizen dauert je nach Ausgangstemperatur mehrere Stunden und kostet entsprechend Strom.
👉 Meine Probleme waren:
Heizen kostet Strom – idealerweise sollte das nur bei PV-Überschuss passieren
Wasser muss regelmäßig gefiltert werden – auch wenn die Heizung gerade nicht läuft
War der Jacuzzi manuell eingeschaltet, sollte die Automatisierung das nicht ignorieren oder gar den Spa unkontrolliert ausschalten
🔗 Die Bestway-Integration für Home Assistant
Die Grundlage für die gesamte Steuerung ist die Bestway-Integration für Home Assistant, die den Jacuzzi über die Cloud-API von Bestway einbindet. Die Installation erfolgt über HACS.
📸 Screenshot der Bestway-Integration
⚠️ Wichtiger Hinweis zum Modell: Mein konkretes Modell, der Bestway LAY-Z-SPA Energiespar-Whirlpool Cabo HydroJet, ist in der offiziellen Liste der unterstützten Geräte nicht aufgeführt. Die Integration funktioniert dennoch – jedoch nicht vollständig.
Das grundsätzliche Problem: Mehrere Entitäten liefern über die API keine zuverlässige Rückmeldung über den tatsächlichen Gerätezustand. Befehle lassen sich senden – ob sie angekommen sind und was das Gerät jetzt wirklich macht, meldet die API aber nicht immer zurück. Besonders deutlich wird das an der Filterpumpe: Hier musste ich sogar auf einen Mechanismus mit drei Ausschaltversuchen zurückgreifen, weil ein einzelner Befehl nicht garantiert zuverlässig ausgeführt wird.
Überall wo die API-Rückmeldung nicht verlässlich ist, habe ich denselben Workaround-Ansatz gewählt: interne Booleans als Zustandsspeicher, die von den Automationen selbst gesetzt werden – unabhängig davon was die API zurückmeldet. Das bekannteste Beispiel ist der Template-Switchswitch.v8_jacuzzi_spa_filter_ui in Kombination mit input_boolean.v8_jacuzzi_filter_state: Der Boolean ist die verlässliche Zustandsquelle für das Dashboard, nicht die API-Entität direkt.
Wer denselben oder einen ähnlichen Bestway-Jacuzzi besitzt und mit ähnlichen API-Problemen kämpft: Dieser Ansatz – eigene Zustandsspeicher statt API-Feedback – hat sich bei mir bewährt. Schreib gerne in die Kommentare welches Modell du hast und welche Erfahrungen du gemacht hast.
🎯 Ziele meiner Automatisierung
☀️ Jacuzzi heizt nur bei ausreichendem PV-Überschuss (≥ 2 kW für 2 Minuten)
⏹️ Automatisches Abschalten wenn Überschuss zu gering (< 1 kW für 3 Minuten)
⏱️ Mindestlaufzeit von 30 Minuten schützt vor ständigem Ein-/Ausschalten
💧 Regelmäßige Filterzyklen – unabhängig davon ob die Heizung läuft
🧠 War der Spa manuell eingeschaltet: Automatisierung greift nur in Heizung und Filter ein – Spa bleibt an
📧 E-Mail-Benachrichtigungen bei jedem automatischen Start, Stopp und bei Fehlern
📊 Übersichtliches Dashboard zur Steuerung und Statusanzeige
🌡️ Zieltemperatur erreicht → alles automatisch ausschalten, Neustart erst wenn das Wasser 2 °C abgekühlt ist und PV-Überschuss wieder ausreicht
💧 Regelmäßige Filterzyklen – unabhängig davon ob die Heizung läuft
🔌 Voraussetzungen – benötigte Entitäten
Diese Entitäten werden durch die Bestway-Integration in Home Assistant bereitgestellt und müssen bereits existieren:
switch.v8_jacuzzi_spa_power – Hauptschalter des Spas
sensor.em_available_for_heatpump – PV-Überschuss aus dem Energy Manager (mehr dazu weiter unten)
⚡ Zusammenspiel mit dem Energy Manager
Das Herzstück der PV-Steuerung ist der Sensor sensor.em_available_for_heatpump aus meinem Energy Manager Package. Dieser Sensor berechnet in Echtzeit, wie viel Solarstrom tatsächlich für weitere Verbraucher verfügbar ist:
Der entscheidende Vorteil: Läuft meine Wärmepumpe gerade, ist ihr Verbrauch bereits in der Haushaltslast enthalten. Der Sensor sinkt automatisch. Der Jacuzzi startet dann nur noch bei echtem Zusatzüberschuss – kein separater Konfliktschutz zwischen Wärmepumpe und Jacuzzi nötig.
🧩 Helper – automatisch durch das Package erstellt
Das Package erstellt beim Start alle benötigten Helfer automatisch. Kein manuelles Anlegen notwendig.
🔘 Steuer-Flags
input_boolean.jacuzzi_pv_auto – PV-Heizautomatik ein/aus (Standard: an). Perfekt für den Urlaubsfall.
input_boolean.jacuzzi_filter_auto – Filter-Automatik ein/aus (Standard: an). Unabhängig von der Heizautomatik.
input_boolean.jacuzzi_spa_started_by_pv – Merkt sich ob der Spa durch die PV-Automatik eingeschaltet wurde. Verhindert, dass ein manuell eingeschalteter Spa automatisch wieder ausgeschaltet wird.
input_boolean.jacuzzi_temp_reached – Merkt sich ob der letzte Stopp durch das Erreichen der Zieltemperatur ausgelöst wurde. Verhindert, dass der Spa sofor
t neu startet, bevor das Wasser 2 °C abgekühlt ist.
⚙️ Schwellenwerte & Konfiguration
input_number.jacuzzi_pv_start – PV-Überschuss zum Einschalten (Standard: 2,0 kW)
input_number.jacuzzi_pv_stop – PV-Überschuss zum Abschalten (Standard: 1,0 kW)
input_number.jacuzzi_min_runtime – Mindestlaufzeit vor automatischem Stopp (Standard: 30 Min)
input_number.jacuzzi_filter_duration – Dauer eines Filterzyklus (Standard: 60 Min)
🕐 Filterzeiten
input_datetime.jacuzzi_filter_time_1 – Erste tägliche Filterzeit (z. B. 08:00 Uhr)
input_datetime.jacuzzi_filter_time_2 – Zweite tägliche Filterzeit (z. B. 20:00 Uhr)
💡 Tipp: Die Heizphasen tagsüber liefern automatisch zusätzliche Filterzeit – die zwei konfigurierten Zyklen dienen als Mindestabsicherung für Tage ohne PV-Überschuss.
🤖 Die 8 Automationen im Überblick
1️⃣ PV-Überschuss EIN
Sobald der verfügbare PV-Überschuss die Start-Schwelle (Standard: 2 kW) für mindestens 2 Minuten überschreitet, startet der Jacuzzi automatisch. Der Debounce von 2 Minuten verhindert, dass kurze Schwankungen im Energieangebot den Spa ständig ein- und ausschalten.
👉 Besonderheit: War der Spa bereits manuell eingeschaltet, schaltet die Automatisierung ihn nicht nochmal ein – sie setzt nur Heiztemperatur und Filter. Der jacuzzi_spa_started_by_pv-Boolean merkt sich dabei, ob die Automatisierung den Spa selbst gestartet hat.
2️⃣ PV-Überschuss AUS
Fällt der Überschuss für 3 Minuten unter die Stop-Schwelle (Standard: 1 kW), schaltet die Automatisierung Heizung und Filter ab. Zusätzlich greift eine Mindestlaufzeit: Der Spa läuft immer mindestens 30 Minuten, bevor er automatisch gestoppt werden kann.
👉 War der Spa vor dem PV-Start bereits manuell eingeschaltet, wird er nicht ausgeschaltet – nur Heizung und Filter stoppen.
3️⃣ Filter-Zyklus
Täglich zu den zwei konfigurierten Zeiten startet automatisch ein Filterzyklus – unabhängig davon ob die Heizung gerade läuft. Die Automation ist dabei smart:
Spa war aus → Spa kurz einschalten, Filter starten, nach Ablauf der Filterdauer: Filter stoppen, Spa wieder ausschalten (außer die Heizung ist inzwischen aktiv)
Spa war bereits an → nur Filter starten und nach Ablauf stoppen
Filter läuft bereits (z. B. wegen Heizung) → Zyklus wird übersprungen
4️⃣ Auto-Modus deaktiviert
Schaltet man jacuzzi_pv_auto manuell aus während der Spa läuft, stoppt diese Automation sauber Heizung und Filter. Den Spa selbst schaltet sie nur aus wenn er ursprünglich durch die PV-Automatik gestartet wurde – war er manuell eingeschaltet, bleibt er an.
5️⃣ Fehler-Benachrichtigung
Meldet der Spa einen Fehler (z. B. den gefürchteten E02 bei verstopfter Filterkartusche), kommt sofort eine E-Mail-Benachrichtigung und ein Eintrag im System-Log.
💡 Tipp zur Filterpflege: Die Filterkartusche sollte spätestens alle 2–3 Tage gereinigt werden, sonst kommt es schnell zu Fehlern durch schlechten Durchfluss.
6️⃣ Zieltemperatur sofort übernehmen
Ändert man die Zieltemperatur im Dashboard während der Spa bereits läuft, soll die neue Temperatur sofort an den Thermostat weitergegeben werden – ohne auf den nächsten automatischen Start warten zu müssen.
Diese Automation überwacht input_number.jacuzzi_target_temp auf Änderungen. Ist der Spa zu diesem Zeitpunkt eingeschaltet, wird die neue Temperatur unmittelbar per climate.set_temperature gesetzt. Ist der Spa aus, passiert nichts – beim nächsten Einschalten greift dann wie gewohnt die PV-EIN-Automation.
7️⃣ Zieltemperatur erreicht – alles ausschalten
Damit der Jacuzzi nicht eingeschaltet bleibt, wenn die Zieltemperatur erreicht ist und unnötiger Stromverbrauch verbraucht wird, gibt es diese zusätzliche Automatisierung.
Diese neue Automation löst das Problem mit einer Hysterese-Regelung: Sobald climate.v8_jacuzzi_spa_thermostat in den Zustand idle
wechselt (= Zieltemperatur ist erreicht), schaltet die Automation alles ab: Heizung off, Filter 3× off, Spa Power off. Gleichzeitig wird der interne Merker jacuzzi_temp
_reached gesetzt.
👉 Die Automation greift nur wenn jacuzzi_pv_auto aktiv ist – bei manuellem Betrieb bleibt das normale Thermostat-Verhalten (heat → idle → heat) erhalten.
8️⃣ Temperatur gesunken – automatischer Neustart
Das Gegenstück zu Automation 7: Sobald die Wassertemperatur um 2 °C unter die Zieltemperatur gefallen ist – und das für mindestens 1 Minute stabil bleibt –
startet der Jacuzzi automatisch neu, sofern alle Bedingungen erfüllt sind:
PV-Auto ist aktiv
Der Merker jacuzzi_temp_reached ist gesetzt (kein versehentlicher Neustart aus anderen Szenarien)
Spa ist verbunden und fehlerfrei
PV-Überschuss ist wieder ausreichend (≥ Start-Schwelle)
💡 Wichtig: Reicht der PV-Überschuss beim 2-°C-Abfall noch nicht aus, bleibt der Spa aus und wartet. Sobald der Überschuss wieder steigt und die Temperatur noch 2 °C unter Ziel liegt, springt entweder diese Automation an – oder die normale PV-EIN-Automation übernimmt. Ein Doppelstart wird durch den jacuzzi_temp_reached-Merker sicher verhindert.
🖥️ Das Jacuzzi-Dashboard
Das Jacuzzi-Dashboard ist ein extra Dashboard aufgebaut und nutzt das Theme Nordic. Es ist über eine klickbaren Heading direkt aus meinem Hauptdashboard ereichbar. Alle Buttons basieren auf custom:button-card.
📸 Screenshot des Jacuzzi-Dashboard
Steuer-Buttons
Die Steuer-Buttons sind in einem 2-Spalten-Grid angeordnet. Jeder Button zeigt Icon, Name und Zustand in einer kompakten 60px-Karte:
Jacuzzi Power – grün wenn an, dunkel wenn aus. Tippen schaltet den Spa direkt um.
Heizung – rot bei aktiver Heizung, orange im Idle-Modus (Zieltemp erreicht, Thermostat wartet), dunkel wenn aus. Tippen ruft das Script jacuzzi_heat_toggle auf, das Heizung und Filter gemeinsam schaltet.
Filterpumpe – blau wenn aktiv, dunkel wenn aus. Arbeitet über den Template-Switch switch.v8_jacuzzi_spa_filter_ui als verlässliche Zustandsquelle (siehe API-Hinweis oben).
Bubble-Modus – orange wenn MAX, dunkel wenn OFF. Tippen wechselt direkt zwischen OFF und MAX.
Massagefunktion – lila wenn aktiv, dunkel wenn aus.
📸 Die fünf Steuer-Buttons – verschiedene Zustände sichtbar
📌 Übersichts-Widget auf dem Hauptdashboard
Auf meinem zentralen Tablet-Dashboard habe ich zusätzlich ein kompaktes 4-Button-Widget eingebaut, das auf einen Blick den wichtigsten Status von Jacuzzi und Dusche zeigt – ohne in die Detailansicht wechseln zu müssen. Die vier Buttons sind in einem 2-Spalten-Grid angeordnet:
Jacuzzi Power – Hauptschalter, grün wenn an
Jacuzzi Status – Der Button zeigt z. B. „Heizung AN · Filter AN · Massage AN“ wenn mehrere Funktionen aktiv sind, oder schlicht „Alles aus“. Er reagiert nicht auf Tippen – er dient nur der Anzeige. Die Kartenfarbe wechselt zu Blau sobald mindestens eine Funktion aktiv ist.
Dusche – Ventilstatus, „Ein“ oder „Aus“
Jacuzzi Heizung – zeigt Ist- und Solltemperatur direkt im Button: „Ist: 34°C / Soll: 37°C“ – so sieht man sofort wie weit der Jacuzzi noch aufheizen muss
Der Heizungs-Button ist dabei besonders praktisch: Dank einem state_display-Template werden Ist- und Zieltemperatur direkt in der Statuszeile angezeigt. Kein Aufklappen, kein More-Info nötig.
📸 4-Button-Übersichts-Widgets auf dem Hauptdashboard
⚡ Stromverbrauch im Blick
Auf der Jacuzzi-Detailseite habe ich drei Verbrauchs-Anzeigen eingebaut, damit ich jederzeit sehe was der Jacuzzi gerade und in den letzten Tagen verbraucht hat:
Gauge – aktueller Verbrauch: Zeigt die aktuelle Leistungsaufnahme in Watt an. Farblich abgestuft: grün (Normalbetrieb), gelb (erhöht), rot (Volllast).
Stündliche Übersicht (24h): Ein Balkendiagramm auf Stundenbasis zeigt den Leistungsverlauf der letzten 24 Stunden – ideal um zu sehen, wann die Heizphasen und Filterzyklen stattgefunden haben.
14-Tage-Übersicht: Ein Tagesbalken-Diagramm der letzten 14 Tage zeigt den täglichen Energieverbrauch in kWh. Auf einen Blick sieht man, an welchen Tagen der Jacuzzi viel oder wenig PV-Überschuss genutzt hat.
Meine Gartendusche ist Teil meiner Gardena Gartenbewässerung. Die gesamte Bewässerungsanlage wird über die Gardena Integration in Home Assistant eingebunden – damit lassen sich alle Ventile der Anlage direkt aus HA heraus steuern.
Die Gartendusche hat dabei ein eigenes dediziertes Ventil in der Bewässerungsanlage, das unabhängig von den anderen Bewässerungskreisen angesteuert werden kann. In Home Assistant erscheint es als valve.morpheus_reich_valve_4 bzw. Dusche nach Umbenennung.
📸 Screenshot der Gardena Integration in Home Assistant
Das Problem: Wer kennt das nicht – man dreht die Dusche auf, geht kurz ins Haus und vergisst sie oder man nutzt die Dusche nur kurz und es liegt die ganze Zeit der Wassserdruck an. Gerade bei einer Gartendusche, die über ein steuerbares Ventil läuft, ist eine automatische Abschaltung ein Muss.
Außerdem liefert das Ventil intern die Zustände „open“ und „closed“ – für ein deutschsprachiges Dashboard möchte ich lieber „Ein“ und „Aus“ sehen.
🎯 Ziele
⏱️ Dusche schaltet sich nach konfigurierbarer Zeit automatisch ab (Standard: 60 Minuten)
🔢 Laufzeit per Eingabefeld einstellbar (5–180 Minuten) – kein Schieberegler
🔄 Öffnet man die Dusche erneut während der Timer läuft, startet der Countdown von vorne
🏷️ Dashboard-Button zeigt „Ein“ / „Aus“ statt der internen Zustände „open“ / „closed“
🧩 Helper
input_number.dusche_laufzeit – Einstellbare Laufzeit bis zum automatischen Abschalten. Standard: 30 Min, Bereich: 5–180 Min, Eingabe als Zahlenfeld (kein Schieberegler).
🤖 Die Automation: Auto-Aus nach Laufzeit
Die Automation ist einfach und zuverlässig aufgebaut:
Trigger: Ventil wird geöffnet
Action: Warte die konfigurierte Laufzeit, prüfe ob das Ventil noch offen ist, schließe es dann automatisch
mode: restart – Wird die Dusche erneut geöffnet während der Timer läuft, startet der Countdown neu. Es läuft immer nur ein Timer gleichzeitig.
Die Condition vor dem Schließen ist wichtig: Hat jemand die Dusche in der Zwischenzeit manuell geschlossen, passiert beim automatischen Schließversuch nichts – kein unnötiger Schaltvorgang.
🖥️ Die Dashboard-Button
Die Button folgt dem gleichen Design wie die Jacuzzi-Buttons: grüner Hintergrund wenn die Dusche läuft, dunkler Hintergrund wenn sie geschlossen ist. Der interne Zustand „open“ / „closed“ wird per state_display-Template in „Ein“ / „Aus“ übersetzt. Und dann noch der Button über den die Laufzeit eingestellt werden kann.
📸 Screenshot des Dusche-Buttons im Dashboard – sowie der Laufzeit
Mit relativ wenig Aufwand ist aus einem gewöhnlichen Garten-Jacuzzi und einer Dusche eine vollständig smarte Wellness-Oase geworden. Der Jacuzzi heizt praktisch kostenlos mit Solarstrom, filtert das Wasser zuverlässig auch an sonnenarmen Tagen – und schaltet sich bei manueller Nutzung einfach gar nicht erst in den Weg. Die Gartendusche vergisst sich nicht mehr von selbst.
Was mich dabei am meisten überzeugt: Das System ist robust gegenüber manuellen Eingriffen. Wer den Spa von Hand einschaltet, wird nicht von der Automatisierung überrascht. Wer die Dusche früher zudreht als geplant, muss sich nicht um den laufenden Timer sorgen. Die Automatisierung hilft – sie übernimmt nicht die Kontrolle.
Hast du ähnliche Geräte im Garten? Ich freue mich über Fragen und Feedback in den Kommentaren! 👇