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Vom alten Pool zum Wellness-Deck

Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, weiß: Unser Bestway Lay-Z-Spa Cabo ist voll in Home Assistant integriert und heizt quasi kostenlos mit PV-Überschuss, doch was noch fehlte war die Beschreibung wie diese Wellness Oase entstanden ist.

Bis Anfang dieses Jahres hatten wir jahrelang einen klassischen Gartenpool in unterschiedlichen Ausführungen. Da die Kinder ausgezogen sind, stand der Pool am Ende fast nur noch ungenutzt herum, machte aber jede Menge Arbeit. Die Entscheidung stand fest: Der Pool fliegt raus und stattdessen bauen wir an der gleichen Stelle ein großes, gemütliches Holzdeck zum Relaxen.

Und weil man nach handwerklicher Arbeit im Garten oder zum Abkühlen im Sommer einen Platz braucht, sollte zusätzlich zu dem neuen Holzdeck noch ein Jacuzzi und eine 40-Liter-Solardusche Platz finden.

Hier ist der ungeschönte Baubericht von den Erdarbeiten über die statischen Tücken eines Sandkastens bis hin zur perfekten millimetergenauen Anpassung an die Rasenkanten.


Wellness

📸 Aus alt mach neu


🛠️ Phase 1: Die Abriss- und Erdarbeiten (Eine Heidenarbeit)

Der Platz, den ich mir für das neue Holzdeck ausgesucht hatte, war ein alter, gepflasterter Bereich von ca. 10 m². Schön war er schon lange nicht mehr und genutzt wurde er dementsprechend auch nicht. Den Jacuzzi einfach auf die alten Beton-Pflastersteine zu stellen, kam für mich überhaupt nicht infrage – das hätte optisch einfach nichts hergemacht und wäre spätestens bei der Montage der Solardusche zu einem echten Problem geworden.

  • Schritt 1: Die kompletten Beton-Pflastersteine auf den 10 m² herausreißen. Wer schon mal Betonpflaster geschleppt hat, weiß, wie verdammt schwer die Dinger sind.
  • Schritt 2: Darunter lag eine 2 bis 4 cm dicke Schicht alter Split. Auch die musste komplett weichen.

Als der Split weg war, kam eine Überraschung zum Vorschein: Der Großteil des Platzes war darunter komplett betoniert! Zuerst dachte ich an eine alte Sickergrube, doch meine Schwiegermutter brachte Licht ins Dunkel: Früher war hier einmal ein Freisitz.

Das Sandkasten-Problem in der Mitte

Die eigentliche Schmerzstelle zeigte sich genau in der Mitte dieses alten Freisitzes: Eine exakte Aussparung im Beton von 1,40 m × 1,40 m. Hier war früher der Sandkasten! Heute war das Loch einfach mit Erde gefüllt.

Statisch gesehen der absolute Albtraum für ein Whirlpool-Fundament. Ein gefüllter Jacuzzi wiegt rund 1,1 Tonnen auf einer winzigen Fläche. Hätte ich meine Tragkonstruktion einfach auf dieses Erdloch gestellt, wären die Stelzlager über kurz oder lang im weichen Boden eingesunken. Die Terrasse hätte sich unweigerlich verzogen.

Die Lösung: Ich habe das Erdloch gut 9 cm tief ausgehoben, eine Schicht frischen Split eingebracht und verdichtet. Darauf habe ich dann die alten Pflastersteine, die ich vorher herausgerissen hatte, im Loch sauber neu verlegt. Das Ergebnis: Eine durchgehend stabile, tragfähige Ebene aus Beton und Pflaster.

📐 Phase 2: Die Unterkonstruktion – Statik trifft auf Gefälle

Da der Untergrund nach vorne hin leicht abschüssig war, stand ich vor der nächsten Herausforderung. Das Deck musste am Ende absolut waagerecht sein – besonders für den Whirlpool, da das Wasser sonst schief im Becken steht.

Aus diesem Grund kamen zwei verschiedene Größen von verstellbaren Stelzlagern (Balkenlager PRO von gartenwelt_riegelsberger) zum Einsatz:

  • Im hinteren (höheren) Bereich: Größe 27–40 mm (90 Stück)
  • Im vorderen (tieferen) Bereich zum Ausgleichen: Größe 40–64 mm (40 Stück)

Insgesamt knapp 130 Stelzlager sorgen nun dafür, dass das Deck perfekt in Waage liegt.

Warum so viele Stelzlager und so enge Abstände?

Vielleicht fragst du dich, warum man für ein 10 m² Deck so extrem viele Stelzlager und Balken braucht. Die Antwort liegt wieder im enormen Gewicht des Jacuzzis.

Normalerweise verlegt man die Unterkonstruktion bei Terrassendielen in einem Abstand von 40 bis 50 cm. Unter dem Whirlpool habe ich das Raster jedoch massiv verdichtet und die Balken (Kiefer KDI, 45 × 70 mm, flach hingelegt für eine optimale Auflagefläche) alle 20 cm gesetzt! Dadurch verteilt sich das Gewicht des Pools auf unzählige Kreuzungspunkte. Auf jedes einzelne Stelzlager drückt am Ende nur ein kleiner Bruchteil des Gewichts. Hier biegt sich garantiert nichts durch.

🚫 Warum wir die teuren Abstandshalter nicht verbaut haben

Im Laufe der Planung hatte ich überlegt, spezielle Terrassendielen-Abstandshalter (Kunststoff-Clips zwischen Balken und Diele) zu kaufen. Bei über 500 benötigten Kreuzungspunkten hätte ich jedoch locker 600 bis 700 Stück kaufen müssen. Das stand finanziell in absolut keinem Verhältnis mehr zum Nutzen.

Wir haben das Ganze handwerklich clever und extrem günstig gelöst:

  1. Konstruktiver Holzschutz durch Gefälle: Nach hinten wird das Deck von einer Mauer begrenzt, nach vorne schließt es an bestehende Rasenkantensteine an. Die Unterkonstruktion wurde so ausgerichtet, dass das Wasser durch ein minimales Gefälle in den Fugen ablaufen kann und keine Staunässe zwischen Dielen und Balken entsteht.
  2. Fugenkeile statt Dauerelemente: Um beim Verschrauben der Douglasie-Dielen (2500 × 124 × 21 mm) überall exakt die wichtigen 5 mm Fugenbreite einzuhalten, kamen einfache, wiederverwendbare Kunststoff-Steckkreuze aus dem Baumarkt zum Einsatz. Nach dem Festschrauben zieht man sie einfach wieder raus – Kostenpunkt: keine 10 Euro.

🚿 Das Statik-Highlight: Die Solardusche bombenfest montiert

Ein weiteres wichtiges Element auf dem Deck ist die CCLIFE Solardusche mit 40 Litern Tankvolumen. Vollgefüllt bringt das gute Stück gut 45 bis 50 kg auf die Waage. Da die Dusche über 2 Meter hoch ist, wirken durch Hebelkräfte (Wind, Festhalten beim Duschen) enorme Kräfte auf den Standfuß. Schraubt man diese einfach nur in die 21 mm dünnen Dielen, reißen die Schrauben beim ersten Sturm aus.

Glücklicherweise lag genau an der Stelle, wo die Dusche hin sollte, ein Unterkonstruktionsbalken darunter. Ich habe direkt unter diese Stelle zwei zusätzliches Stelzlager gesetzt, um den Druck nach unten abzufangen und auch noch 3 Querbalken eingefügt.

Der Schrauben-Größen-Krimi

Die Dielen und flach liegenden Balken haben zusammen eine Stärke von 66 mm (21 mm Diele + 45 mm Balken). Der Standfuß der Dusche schlägt noch einmal mit 10 mm zu Buche. Macht eine Gesamttiefe von 76 mm.

Da es im Baumarkt keine 70 mm Schrauben in Edelstahl A2 gab, musste ich zu 80 mm Sechskant-Schlüsselschrauben greifen. Um zu verhindern, dass die Schraube unten aus dem Balken herausschaut und das darüberliegende Kunststoff-Stelzlager zerstört, habe ich einen einfachen Handwerkertrick angewendet: Ich habe unter jeden Schraubenkopf am Fuß der Dusche 3 dicke Edelstahl-Unterlegscheiben (M8) gestapelt. Dadurch wanderte die Schraube ca. 5 mm nach oben, sitzt perfekt tief im Holz und das Stelzlager bleibt absolut unberührt.

📐 Phase 3: Die millimetergenauen Randarbeiten

Eine Terrasse wirkt erst dann richtig professionell, wenn die Anschlüsse an die Umgebung stimmen. Da der Platz zu den Seiten hin nicht perfekt rechtwinklig verlief, musste an den Rändern Maßarbeit her:

  • Die schräge Seite: Hier habe ich im Zuge des Baus neue Rasenkantensteine gesetzt. Jede einzelne Douglasie-Diele wurde dann auf dieser Seite mit der Kappsäge im exakten Winkel so zugeschnitten, dass sie gut mit dem Kantenstein abschließt.
  • Die andere (gerade) Seite: Auch hier war der Verlauf der alten Pflastersteine ungenau. Ich habe zuerst die Terrassendielen komplett verlegt und danach Teile des angrenzenden Pflasters entfernt. Am Schluss habe ich die Pflastersteine mit dem Winkelschleifer und einer Diamanttrennscheibe so exakt zugeschnitten, dass sie nun nahtlos und ohne hässliche Lücken an die Dielen anstoßen.

📋 Materialliste: Was wurde für das Projekt benötigt?

Für alle, die ein ähnliches Projekt planen, habe ich hier noch einmal das gesamte benötigte Material und die wichtigsten Werkzeuge zusammengefasst:

Holz & Unterkonstruktion

  • Terrassendielen: Douglasie-Dielen (Maße: 2500 × 124 × 21 mm)
  • Unterkonstruktionsbalken: Kiefer KDI (Maße: 45 × 70 mm), flach verlegt für optimale Lastenverteilung

Fundament & Ausgleich

  • Stelzlager hinten (niedrig): 90x Balkenlager PRO Stellfuß (Größe 27–40 mm) von gartenwelt_riegelsberger
  • Stelzlager vorne (hoch): 40x Balkenlager PRO Stellfuß (Größe 40–64 mm) von gartenwelt_riegelsberger
  • Erdlochausgleich: Frischer Split (zum Verdichten) & vorhandene alte Beton-Pflastersteine
  • Randabschluss: Neue Rasenkantensteine für die schräge Seite

Schrauben & Montagezubehör

  • Dielenschrauben: Terrassenschrauben aus Edelstahl A2 mit Torx-Antrieb (Größe 5 × 50 mm oder 5 × 60 mm)
  • Duschbefestigung: 4x Sechskant-Holzschrauben / Schlüsselschrauben aus Edelstahl A2 (Größe 8 × 80 mm)
  • Unterlegscheiben: 12x dicke Edelstahl-Unterlegscheiben (M8) zum Höhenausgleich unter den Dusch-Schraubenköpfen
  • Fugenhelfer: Wiederverwendbare Fliesen-/Steckkreuze aus Kunststoff (5 mm Fugenbreite)

Wellness-Ausstattung

  • Bestway LAY-Z-SPA Energiespar-Whirlpool Cabo HydroJet
  • CCLIFE Solardusche mit 40 Litern Tankvolumen

💎 Fazit: Unsere ganz persönliche Wohlfühloase

Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt. Die Kombination aus dem warmen Holzdeck, dem perfekt eingelassenen Jacuzzi und der Solardusche hat den ehemals hässlichen Freisitz komplett verwandelt. Dank der extrem dichten Unterkonstruktion steht der Whirlpool absolut sicher, und die Solardusche übersteht dank des Schrauben-Tricks auch den stärksten Windstoß.

Wenn du wissen willst, wie ich diesen Jacuzzi jetzt so automatisiert habe, dass er komplett kostenlos mit Solarstrom aufheizt, schau dir unbedingt meinen Artikel zur Home Assistant Jacuzzi-Integration an!

Hast du Fragen zum Unterbau, den Stelzlagern oder dem statischen Aufbau? Schreib es mir gerne unten in die Kommentare! 👇

Und ganz am Ende noch das Wichtigste … macht Euch vorher einen Plan von dem was ihr vorhabt, dann könnt ihr sehr sicher sein, dass ihr an „fast“ alles gedacht habt!