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Jahresausklang beim Nürnberger Silvesterlauf 2018

Wie schon die letzten Jahre zog es mich auch dieses Silvester wieder zum Jahresabschluß-10er nach Nürnberg. Mein Trainingsfokus lag im Vorfeld natürlich nicht auf der Absolvierung von einem schnellen 10er, sondern eher auf längeren Trailläufen mit Höhenmetern. Da ich aber in den letzten zwei Monaten auch immer brav meine Tempoläufe und Intervalltrainings absolviert hatte, hoffte ich das Beste. Wollen wir doch mal sehen was mit einem Körper, der seit heute 50 Jahre alt ist, noch geht

Der Start ist in Nürnberg immer erst um 13:00 Uhr, so kann man an Silvester schön ausschlafen, in Ruhe Frühstücken und sich dann ganz gemütlich auf den Weg zum Café Seehaus („Wastl“) am Wöhrder See machen, wo die Startunterlagen ausgegeben werden.

Das Einzige was bei dieser Veranstaltung etwas tricky sein kann, ist die Parkplatzsuche, da sie direkt in einem Wohngebiet liegt. Doch da hatte ich dieses Jahr wirklich Glück und habe in unmittelbarer Nähe zum Café einen Platz bekommen (ein Stressfaktor weniger).

Die Abholung der Startunterlagen verlief wie immer super schnell und so machte ich mich auf den Weg nach ein paar bekannten Gesichtern Ausschau zu halten. Gleich am Ausgang traf ich auf Steffen und kurz darauf gesellte sich Jörg noch dazu. Kurz etwas gequatscht und dann ab zum umziehen und Warmlaufen.

Mit über 1000 Läufern ist hier schon einiges los und es machte Sinn sich etwas weiter vorne einzureihen, wenn man den Lauf etwas schneller angehen möchte und nicht Kilometerlang im Zickzack laufen will. In der Startaufstellung traf ich dann noch auf Michael, der mit zwei weiteren Bekannten am Start war. Er peilte auf den ersten 1-2 Kilometern so eine 4:15 – 4:20er Pace an und so beschloss ich mich an seine Fersen zu haften, entweder es lief gut oder aber ich würde schnell abreißen lassen

Plötzlich ging alles ganz schnell und der Lauf wurde freigegeben, dabei hatte ich meine neue Fenix 5x Plus (Geburtstagsgeschenk meiner Frau :-)) noch gar nicht angeworfen. Also schnell herumgedrückt und … das scheiß neue, scheiß teure, hochtechnisierte Ding vibriert nur noch und ist eingefroren/abgestürzt. Alles Drücken half nichts, also bin ich erstmal so los gelaufen, denn der Softreset hat auch nicht gleich funktioniert.

Jetzt war es gut, dass ich mich an Michael orientieren konnte, so wusste ich zumindest, dass ich in meiner anvisierten Pace lief. Nach den ersten 300-400 Metern, nachdem sich das Feld etwas sortiert hatte, startete ich einen neuen Versuch die Uhr doch noch wieder in einen Normalzustand zu versetzen. Wenn man so mit einer 4:15er Pace unterwegs ist, ist so ein Softreset der Uhr gar nicht so einfach. Endlich beim dritten Versuch war die Uhr gnädig mit mir und startete neu und ich konnte die Aufzeichnung starten

Es lief erstaunlich gut und ich konnte die Pace ganz gut halten und nachdem wir die ersten Engstellen gemeistert hatten, konnte ich mich ganz darauf konzentrieren meinen Rhythmus zu finden.
Auf der Südseite des Whörder Sees musste ich Michael dann ziehen lassen und etwas Speed raus nehmen, 4:10 – 4:15 waren mir auf Dauer doch etwas zu schnell.

Kurz vor Ende der ersten Runde um den Whörder See, kommt eine Stelle die viele Läufer hassen, weil es kurz mal ein paar Meter nach oben geht. Hier hat man als Trailrunner dann so seine Vorteile und kann immer ein paar Läufer überholen.

Und schon war die erste von zwei Runden absolviert, wie immer waren im Start-Ziel-Bereich die meisten Zuschauer und die Stimmung war richtig gut. Die gute Stimmung setzte noch mal extra Energie frei und so war der nächste Kilometer wieder schneller. Irgendwie ist die zweite Runde bei diesem Lauf immer etwas kurzweiliger und so befand ich mich plötzlich schon auf den letzten 2 Kilometern. Ich horchte mal kurz in meine Beine rein, ob da noch etwas Tempoverschärfung gehen würde, doch die winkten dankend ab. So versuchte ich meine Pace zu halten und auch an dem schönen kleinen Anstieg nicht langsamer zu werden.

Und dann war es schon wieder vorbei und ich passierte nach 42:43 die Ziellinie. Bei Strava (Nürnberger Silvesterlauf 2018) sieht die Zeit und Streckenlänge etwas anders aus, da hier noch die ersten paar 100 Meter fehlen, währende denen meine Uhr noch nicht so recht Lust hatte etwas aufzuzeichnen.

Im nach hinein musste ich feststellen war dies meine dritt beste 10 km Zeit! Vielleicht sollte ich doch mal darauf trainieren unter die 40:00 Minuten zu kommen.

Doch für das Jahr 2018 war dies ein sehr guter Abschluss und 2019 kann kommen.

Bis zum nächsten Laufbericht in 2019 … keep on running!

Maintal Ultratrail – Wenn mal nicht alles so kommt, wie man es sich vorgestellt hat!

Mit dem Schreiben dieses Berichtes habe ich mir dieses mal richtig Zeit gelassen. Eigentlich fange ich schon am nächsten Tag an zu schreiben, um das erlebte möglichst schnell noch frisch in Worte zu fassen. Doch dieses Mal habe ich mich schwer getan, irgendiwie war micht klar in welche Richtung mein Bericht gehen sollte. Erst jetzt, auf dem Weg in den Urlaub, auf der Überfahrt von Frederikshavn nach Oslo und nach dem Lesen der ersten beiden Kapitel meiner Urlaubslektüre, „Das Tao des Laufens“ von Gary Dudney, finde ich die inner Ruhe und das Bedürfnis zu Schreiben.

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Doch kommen wir zum Maintal Utratrail, einem 64km Trail-Rennen durch die Landschaft am Maindreieck mit ca. 1700hm. Hier wollte ich letztes Jahr schon Laufen, musste aber verletzungsbedingt verzichten. Dieses Jahr sollte es einfach ein entspannter Ultra werden, ohne ein Ziel oder besser gesagt nur mit dem Ziel den Lauf zu genießen und zu finishen. Was etwas schade war, war die größere Läuferanzahl in diesem Jahr, waren es doch letztes Jahr nur um die 150 Starter. Dies kam vor allem dadurch, dass der MTUT dieses Jahr auch als Lauf der Deutschen Meisterschaft des DUV gezählt wurde, aber hey alles Trailrunner, alles eine große Familie!?

Nach dem U.TLW Anfang Juni, hatte ich meinen müden Beinen einiges an Pause gegönnt und lief nur zum Spaß ohne Plan, einfach nur Trails, einfach wann und wie lange ich wollte. Natürlich waren auch ein paar längere Läufe dabei und so fühlte ich mich in der Woche vor dem MTUT wieder richtig fit und freute mich auf diesen Lauf.

Da es am Samstag morgen früh losgehen würde, packte ich mein Zeug schon am Freitag und stellte alles bereit, um noch möglichst lange schlafen zu können.

Meine Frau, die an diesem Tag mit meinem Auto unterwegs war, merkte am sehr späten Nachmittag noch kurz an, dass die Reifendruckkontrollleuchte angegangen sein. Das hatte ich die Woche schon mal, also entschloss ich mich noch einmal kurz nachzusehen und bei der Tankstelle den Reifendruck zu prüfen. Als ich einen Blick auf meinen Reifen warf, lächelte ich eine Schraube an, die aus dem Profil ragte. Na super, dass hab ich heute noch gebraucht! Also das Auto schnell noch in die Werkstatt gebracht und den Wagen meiner Frau in Beschlag genommen.

Sollte das schon ein schlechtes Vorzeichen für den Lauf sein? – NEIN!!

Am Samstag um 4:30 Uhr klingelte dann mein Wecker und riß mich aus meinen süßen Läuferträumen. Ich hatte super geschlafen, was bei mir schon die Ausnahme vor einem Lauf ist und so war es kein Problem in die Gänge zu kommen.

Von Erlangen nach Veitshöchheim, wo der Start und Zielpunkt des Laufes waren, war es nur eine Stunde Fahrzeit und so war ich bereits um 6:00 Uhr Vorort um meine Startunterlagen abzuholen. Das Racebriefing sollte um 6:30 Uhr sein und der Start dann um 7:00 Uhr, also alles ohne Stress.

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Beim Racebriefing gab es nichts besonderes, nur den Hinweis viel zu trinken, da es warm werden sollte (ca. 28 – 30 Grad). Die Kontrolle der Pflichtausrüstung ging schnell von statten und um kurz vor 7:00 Uhr wurden dann alle zur Startlinie gebeten. Ich finde das immer Klasse, bei einem normalen 10k, Halbmarathon oder Marathon sind immer schon sehr früh viele Läufer ganz vorne an der Startlinie. Beim Ultra lassen sich die Läufer immer bitten, da ist keiner so im Stress, dass er unbedingt ganz ganz vorne stehen muss.

 

Pünktlich um 7:00 Uhr wurden wir dann auf die Strecke gelassen, auf den ersten paar hundert Metern fuhr noch ein Quad vorne weg, bis es dann auf den Trail ging. Trails, schöne schmale Trails, so wie es sich ein Trailrunner wünscht. Die Pfade schlängelten sich im leicht welligen Gelände durch den Wald und ich genoss es in einer kleinen Gruppe mit zu laufen. Die Gruppe lief genau meine Pace und es fühlte sich alles super an. So waren die ersten 10k schnell gelaufen und wie geplant knapp in unter 1 Stunde (56:27), so konnte es jetzt weiter gehen. Die Sonne versteckte sich noch hinter Wolken und so blieb die Temperatur noch bei angenehmen 19 Grad.

Die leichten Steigungen, die immer wieder kamen waren gut zu laufen. Ab und zu gab es mal eine steilere Stelle, die dann aber nur 100-200 Meter lang waren und wie geplant ging ich diese Stücke.

Was mir aber aufgefallen war, war dass die Läufer um mich herum alle sehr konzentriert liefen und es keine Gespräche gab, wie ich es von allen anderen Läufen kannte. 64k so vor sich hin laufen kann lange werden und so hoffte ich, dass alle bald mal etwas lockerer werden.

Auch die zweiten 10k verliefen wie geplant, es ging weiterhin weitestgehend auf schönen schmalen Trails dahin und nur ab und zu gab es mal einen steileren Anstieg. Beim zweiten VP, knapp hinter Kilometer 20, zeigte meine Uhr 1:55:38 an, optimal genau wie geplant. Ich gönnte mir hier wieder etwas zu trinken, füllte meine Softflasks auf und aß eine Kleinigkeit. Wenn der Tag so weiter verlaufen sollte, würde es ein klasse Lauf werden.

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Nach einem kurzen Stück durch den Wald ging es jetzt auf Fahrwegen zwischen den Feldern und Weinbergen hindurch. Auch die Sonne kam langsam hinter den Wolken hervor und es wurde schlagartig wärmer. Ich versuchte immer wieder mit Läufern ins Gespräch zu kommen doch alle waren heute sehr wortkarg. Also konzentrierte ich mich auf die Strecke und versuchte alles weiterhin zu genießen, doch dass viel mir langsam immer schwerer. Zum einen setzen mir die höheren Temperaturen schnell zu, meine Beine wurden schwerer und ich schwitzte als ob ich direkt auf dem Grill liegen würde. Dementsprechend viel trank ich auch, doch mir kam es so vor, als ob ich nur einen Wasserbauch bekommen würde und die Flüssigkeit nicht weiter transportiert würde. Salztabletten hatte ich alle 10k genommen, daran konnte es eigentlich nicht liegen.

Ich schleppte mich bis zum dritten VP kurz hinter Kilometer 30 und die Uhr zeigte 3:09:44 an. Ich trank wieder ausgiebig, aß Gurke mit Salz und gönnte mir 2-3 Minuten Pause auf einer leeren Getränkekiste. Ich haderte hier wirklich mit mir, haderte mit mir abzubrechen. Doch plötzlich kam Kuno an, ihn hatte ich vor über einem Jahr beim 6 Stundenlauf in Fürth kennengelernt. Er war heute auch nicht so gut drauf, doch als er weiter lief, beschloß ich mich dran zu hängen und war kurzzeitig wieder motiviert.

Die Motivation hielt leider nur kurz an und ich musste die kleine Gruppe ziehen lassen als es den nächsten kleinen Anstieg hoch ging. So langsam merkte ich, dass das heute nicht mein Tag sein würde. Die Beine waren gar nicht mehr das Problem, das Problem war etwas ganz anderes.

Ich hatte einfach keine Lust mehr!

Ja ich musste mir eingestehen, ich hatte keine Lust mehr zu Laufen. Ich quälte mich die letzten Kilometer bis zum vierten VP, auf der Uhr standen 39,9k, also nur noch etwas mehr als ein Halbmarathon.

Am VP nahm ich mir erstmal eine Flasche Apfelsaftschorle, setzte mich ins Gras, nahm ein Gel und dachte nach.

Weiterlaufen oder DNF?

Es waren nur noch 24,5k bis ins Ziel. Ich hatte bis hierhin 4:33:00 Stunden gebraucht und noch genügen Puffer. Ich könnte sogar bis ins Ziel wandern und würde noch von jedem Cut-Off verschont werden.

Dann setzte sich ein anderern Läufer neben mich, der beschlossen hatte hier auszusteigen und da traf ich die Entscheidung:

DNF – Ende für heute!

Eine Bekannte des Läufers, versuchte uns noch zu motivieren weiterzulaufen, doch die Entscheidung war getroffen … hier war Schluß für heute.

Wir waren an diesem Tag nicht die einzigsten die aufhörten, vielen setzte vor allem das heiße Wetter zu. Ich fragte am VP noch ob man sich irgendwo Abmelden musste, doch das wurde verneint. Wir hatten dann Glück und eine schwedische Norwegerin nahm uns beide mit zurück zum Start-Ziel-Bereich.

So schließt sich wohl der Kreis auch wieder warum ich den Bericht erst jetzt schreibe. Die schwedische Norwegerin (in Schweden geboren und lebt in Norwegen) hatte mir auf der Rückfahrt noch ein paar Lauftips für Norwegen gegeben und davon werde ich mit Sicherheit in den nächsten 3 Wochen einigen nachgehen.

Das Ganze war mein erster DNF und ich war danach nicht mal schlecht drauf. Ich habe mich noch oft gefragt, warum ich plötzlich keine Lust mehr zum Laufen hatte. Eine 100% Antwort habe ich nicht gefunden und werde ich wohl auch nie finden. Zum einen war es wohl weil die Stimmung beim Lauf sehr nüchtern war, so etwas hatte ich noch nicht erlebt (ob hier alle nur für Ihre DUV Punkte/Zeiten liefen und deshalb so ernst bei der Sache waren, kann ich nicht sagen.). Zum Anderen hatte ich mich auf den Lauf nicht explizit vorbereitet, was auch nicht geplant war. Die Teilnahme war einfach nur so und vielleicht bin ich der Typ, der Läufe nur machen sollte, wenn er sie auch 100% ernst nimmt und somit auch 100% motiviert ist.

Wie schon geschrieben habe ich in den letzten 2 Wochen viel nachgedacht und beschlossen erst einmal einfach nur Laufen zu gehen, ohne zu denken … einfach nur Laufen.

Mal sehen was mir das „Das Tao des Laufens“ für neue Horizonte eröffnet, mal sehen ob mich die Trails von Norwegen wieder voll motivieren können. Ihr werdet es hier sicherlich im Blog lesen können, vielleicht schreib ich auch mal einen Bericht über meine Läufe in Norwegen.

Ach eines habe ich ja noch ganz vergessen, als ich am frühen Abend des Rennens so auf einer Feier beim 2ten oder 3ten Bierchen saß, klingelte plötzlich mein Handy. Es war der Veranstalter, der mich fragte ob ich noch auf der Strecke sei, ein paar Läufer würden ihm noch abgehen. Ich erzählte ihm, das ich ausgestiegen sein und am VP keiner meinen Ausstieg weitergeben wollte. Tja, auch wenn es ein DUV Lauf war, war noch nicht alles perfekt, aber dass ist auch gut so.

Da ich mit diesem Lauf ja noch eine Rechnung offen habe, hatte ich dem MTUT 2019 schon geliebäugelt. Kurz darauf habe ich aber erfahren, dass der MTUT jetzt auch Mitglied der ITRA ist und da besteht das Risiko, dass es noch verbissener und unfamiliärer wird. Also kein MTUT 2019 für mich, auch andere Gegenden haben noch schöne Ultras anzubieten und bis dahin …

Keep on running!

Laufen zwischen Leoparden und Giraffen

Gestern noch beim Funrun im Nürnberegr Südwestpark und heute dann beim Nürnberger Tiergartenlauf. Zwei schnellere 10er hintereinader … eigentlich kein Problem, wäre da nicht  noch der Ultratrail Lamer Winkel , der mir vom vergangenen Samstag noch in den Knochen steckte, aber für seine schlechte Planung ist ja jeder selbst verantwortlich.

Der gestrige Funrun lief eigentlich ganz gut, 5 Tage Pause hatten zur Regeneration gereicht, um die 9,9 km nicht krichen zu müssen. Doch heute, wie würde es heute aussehen, noch dazu hatte es selbst am Abend um 18:30 Uhr fast 30 Grand und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit.

Den Nürnberger Tiergartenlauf wollte ich eigentlich schon letztes Jahr laufen, musste aber krankheitsbedingt auf den Start verzichten. Dieses Jahr wollte ich endlich mal zwischen Leoparden und Giraffen laufen und wer den Nürnberger Tiergarten kennt, der weiß dass es eine sehr schöne Anlage ist, auf der auch ein paar Höhenmeter zusammen kommen.

Die 10 Kilometer bestehen aus 3 Runden, vorbei an Giraffen, Affen, Dromedaren, Eisbären, Leoparden, Löwen und allem was so ein Tiergarten zu bieten hat … fast eine Lauf-Safari.

Hautplauf

Dieses war einer der wenigen Läufe, wenn nicht sogar der einzigste Lauf, an dem meine komplette Familie dabei war. Die Zuschauer hatten ab 17:30 freien Eintritt in den Tiergarten und konnten so an verschiedenen Stellen denn Läufern zusehen, sie anfeuern und bejubeln.

Der Hauptlauf über die 10 km startete um 19:00 Uhr, zeitgleich mit den 6,6 km Läufern die nur 2 Runden laufen würden, somit waren wir ungefähr 350 Starter.

Kurz vor dem Start stand trotz der hohen Temperaturen noch kurzes einlaufen an, also um 18:45 Uhr eine kurze 1,5 Kilometer Runde gedreht und mein Aufwärmprogramm abgespult. Da ich nach diesem Einlaufen schon so schwitzte, wollte ich mir zumindest noch kurz einen Becher Wasser im Start/Ziel-Bereich gönnen, doch die Helfer rückten nichts raus, was bei mir auf ein völliges Unverständnis traf. Ich bekam nur zu hören, das er (der Helfer) schon über 100 andere Läufer vor mir abgewiesen hätte und es doch schon nach 1 km eine Verpflegungsstelle geben würde (sie kam leider erst nach 2,5 km). Also stellte ich mich schon durchgeschwitzt und durstig in die Startaufstellung und sehnte die erste Verpflegungsstaion herbei.

Der Sprecher gab uns noch ein paar gute Worte mit auf den Weg und um Punkt 19:00 Uhr wurden wir dann auf die Strecke gelassen. Ich hatte mich relativ weit vorne eingereiht, wollte ich doch dem Gedränge im hinteren Starterfeld aus dem Weg gehen, denn die Wege im Tiergarten sind nun mal nicht immer ganz so breit.

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Fotografen Niklas Deutschmann

Da ich meine schweren Beine schnell spürte, wollte ich auf dem ersten Kilometer mal testen was so geht und dann meine weitere Renneinteilung vornehmen. Zu Beginn ging die Runde gleich mal an der Giraffen vorbei … man so lange schmale und kräftige Beine bräuchte man!

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… und anschließend bei den Affen, die diese ganze Lauferei vollkommen cool blieben ließ.

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Fotografen Niklas Deutschmann

Danach ging es dann bis zum 1 Kilometer Schild sehr flach bei den Flamingos und anderem Gefiederzeuch vorbei und nach 4:18 Minuten piepste meine Uhr zum ersten Mal. Für den Start mal wieder relativ flott, doch die Anstiege (immerhin 66 Meter pro Runde) sollten noch kommen und somit garantiert auch eine Verminderung der Pace.

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Hier sah ich auch zum ersten Mal meine Familie, die mich anfeuerte und mir wohl auch schon ansahen, dass das heute nix großes wird. Eigentlich fühlte ich mich noch ganz gut, doch schwitzte ich schon wie ein Wahnsinniger und wollte unbedingt etwas zu trinken haben. Nach der Aussage vom Helfer sollte ja bald eine Verpflegungsstation kommen.

Jetzt ging es hoch zu den Eisbären, hat schon was, so 10 Meter an einem Eisbär vorbei zu laufen, aber es war auch gut zu wissen, dass er nicht hinter einem her kommen konnte. Nach weiteren 500 Metern hatten wir die Waldschänke erreicht und somit auch den höchsten Punkt der Strecke. Der zweite Kilometer schlug mit einer 5:13 zu Buche, was zu erwarten war, da ich den kleinen Anstieg am liebsten hoch gegangen wäre. Doch zum Glück ging es nun auch schon wieder Bergab zu den Nashörnern und leider immer noch keine Verpfelgungsstation in Sicht. Doch dann, nach dem nächsten kleinen Anstieg vorbei an den Antilopen  zu den Raubtieren, endlich eine Verpfelgungsstation! Ich gönnte mir zwei Becher Wasser im laufen, wobei mal wieder nicht viel im Mund landete aber es tat trotzdem gut. Hier hatten wir dann auch bald den 3 Kilometer voll und die 4:52 für den 3ten km ging in Ordnung, hatte ich mir auf den letzten Metern doch schon überlegt, dass es ganz ok wäre wenn ich im Schnitt weiter mit einer 5er Pace laufen würde. Ich musste mir eingestehen, dass an diesem Tag einfach nicht mehr drin war, nicht mit dem was ich in den Beinen hatte und auch nicht bei dem schwül-waremn Wetter.

Und schon begann die zweite Runde. Meine Familie hatte sich in Richtung Ziel bewegt und so konnte ich ihnen bei Kilometer 4 meine Brille in die Hände drücken, die mich heute irgendwie nervte.

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Wie auf dem Bild zu sehen sah ich hier gar nicht mehr frisch aus und die Runde wurde zu einem Kampf, auf dem ich auch immer wieder andere Läufer passieren lassen musste, was mir aber gar nichts ausmachte. Zum Ende der zweiten Runde liefen wir auf die langsamen Läufer auf, beachtlich fand ich hier einen Sanitäter und einen Feuerwehrmann, die in voller Montur mit liefen.

Die Kilometer 4-6 absolvierte ich in 15:14 Minuten, womit mein Plan ungefähr aufging und ich froh war als ich in die letzte Runde aufbrechen durfte. ich muss aber sagen, dass ich den Lauf die ganze Zeit wirklich genoss habe, auch wenn es stellenweise hart war. Ich habe immer mal links und rechts geschaut, um auch ein paar Tiere zu sehen und die Stimmung an der Strecke zu genießen. Apropos Stimmung an der Strecke; Es gab verschiedene Hotspots, wo viele Zuschauer standen und uns anfeuerten und zujubelten, nur die Tiere waren relativ verhalten mit ihrem Jubel!

Die dritte und letzte Runde, war stellenweise hart, da die Beine nicht mehr so recht wollten. Auf der anderen Seite war die letzte Runde aber auch sehr kurzweilig. Hier war natürlich jetzt wesentlich mehr Betrieb als auf den Runden davor, vor allem überrundeten wir die Läufer, die nur 6,6 km gewählt hatten und jetzt auch noch auf Ihrer letzten Runde waren. Insgesamt war aber immer genug Platz um vorbei zu kommen, nur an der einzigste Verpflegungsstation herrschte jetzt Hochbetrieb.

Und dann kam auch schon der letzte Kilometer, kurz noch vorbei an den Steinböcken und Kängurus und schon war die Ziellinie in Sicht.

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Ich mobilisierte noch einmal meine letzten Kräfte und legte einen Schlussspurt hin, den aber mehr just for fun und nicht um noch einen Läufer unbedingt überholen zu müssen.

Bei der Zielverpflegung bekam ich dieses Mal sogar etwas zu trinken, leider gab es nur Wasser und ISO, ein kühles alkoholfreies Weizen wäre mir jetzt lieber gewesen.

Kurzer Blick auf die Uhr … 48:37 Minuten … eine Zeit, die für mich vollkommen in Ordnung ging, mehr war heute einfach nicht drin. Trotz alledem wurde ich bei den Männern 29ter und 4ter in meiner Altersklasse, da sieht man was ausgeruht gehen würde. Mal sehen vielleicht ja nächstes Jahr noch einmal, dann aber ohne Ultratrail und Funrun im Vorfeld.

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Die Siegerehrung fand dann anschließend in der Lagune statt, was mal was ganz anderes war als die sonstigen Siegerehrungen.

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Ins Wasser musste und sollte sich hier aber keiner stürzen, da hier bereits die Delphine ihr Runden drehten und wir nach der Siegerehrung auch noch eine Sondervorstellung bekamen.

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Der Tiergartenlauf ist wirklich ein ganz besonderes Event, in einer speziellen Location. Wenn die Sache mit der Wasserversorgung bei der Hitze noch besser gewesen wäre, wäre es eine perfekte Laufveranstaltung gewesen.

So jetzt leg ich erstmal die Beine hoch und überlege mir wo ich als nächstes laufe und bis dahin …

Keep on running!

Nürnberger Funrun

Am 5 Tag nach dem Ultratrail Lamer Winkel, steht schon der nächste Wettkampf bei mir auf dem Programm. Der Funrun in Nürnberg. Es ist einer der vielen Firmenläufe, die derzeit  in allen Städten angeboten werden und meine Firma hat sich gerade für diesen dieses Jahr entschieden.

Eigentlich könnte man so einen Firmenlauf ja nur mal zum Spaß laufen, in einem ganz gemütlichen Tempo, ohne sich und vor allem seinen Körper zu stressen. Aber ganz ehrlich, auch wenn es mir nicht um irgendwelche Platzierungen geht oder eine neue Bestzeit, sobald ich an einer Startlinie stehe packt mich der Ehrgeiz und ich möchte wissen was an dem Tag geht. Und so sollte es dann auch heute sein, doch dazu gleich mehr.

Beim Funrun im Nürnberger Südwestpark kann zwischen einer 5 oder 9,9 Kilometer Runde für Läufer gewählt werden. Für die Nordicwalker gibt es dann noch die 9,9 Kilometer Runde, sowie zwei Distanzen für Kinder. Die 5 und 9,9 Kilometer Runden sind nicht gerade optimal von der Streckenführung, aber bei diesem Laufevent ist der Grundgedanke ja eher sich gemeinsam zu bewegen und was für seine Gesundheit zu tuen.

Bevor es für uns 10 Kilometer Läufer auf die Strecke ging, waren aber zuerst noch die Kidis dran und es hat wirklich Spaß gemacht ihnen zu zu sehen. Beim Start hatten die Sprecher allerhand damit zu tun die Kids etwas geordnet auf die Strecke los zulassen und wären hierbei beinahe überrollt worden.

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30 Minuten später waren wir dann an der Reihe und Rudi Obermeier (Sprecher) ließ uns nach einem kurzen Countdown auf die Strecke.

Wie schon gesagt, Firmenlauf – gemeinsam mit Kollegen laufen und so lief ich auch mit einem meiner Kollegen (Kevin) gemeinsam los. Plan war es eine lockere 5er Pace zu laufen und wenn gar nix mehr gehen sollte noch etwas langsamer zu werden. Das Feld sortierte sich zum Glück sehr schnell und nachdem wir den Zickzack-Kurs durch den Businesspark erfolgreich hinter uns gelassen hatten, versuchte ich das Tempo auf eine 5er Pace zu bringen.

Das mit der Pace wollte aber irgendwie nicht hinhauen, zeigte meine Uhr eine 5er Pace an, hatte Kevin eine 4:20er auf seiner Uhr und so war uns nicht ganz klar, wie schnell wir jetzt wirklich sind. Als wir dann das 1 km Schild passierten blickte ich auf die Uhr, ich hatte erst 850 Meter auf der Uhr und es wurden mir 4:42 Minuten angezeigt. Wir hatten die ganze Zeit sehr stark unterschiedliche Paces und als ich beim Schild für Kilometer 2 wieder auf die Uhr schaute waren wir sogar eine 4:28er Pace gelaufen. Ich wusste, dass wenn wir so weiterlaufen Kevin schnell an seine Grenzen kommt, also Tempo raus genommen. Bei Kilometer 3 und 4 hatten wir dann eine 4:45 und 4:47 Pace und am Anfang von Kilometer 5 merkte ich dann langsam, dass es für Kevin schwieriger wurde mir zu folgen. Wir blieben dann noch bis zum Ende von Kilometer 5 zusammen und dann beschloß ich ihn alleine in Ruhe weiterlaufen zu lassen.

Soviel dazu mal gemütlich mit Kollegen laufen!

Da ich die Strecke von einigen Trainigsläufen her kannte, wusste ich dass es bald nur noch am Main-Donau-Kanal entlang gehen würde und wir noch dazu Rückenwind haben werden. Also hab ich die Pace etwas angezogen und konnte mich langsam an dem einen oder anderen Läufer vorbei arbeiten. Da es plötzlich so gut lief, beschloss ich noch etwas zu zulegen und so absolvierte ich die letzten 2,9 Kilometer durchschnittlich in einer 4:20er Pace. Mein Puls dankte mir diese Tempoverschärfung und ging auf einen Maximalwert den ich lange nicht mehr erreicht hatte. Im Ziel war ich am Ende und brauchte erstmal ein paar Becher Wasser und alkoholfreies Weizen. Nach einer kurzen Erholung begab ich mich dann wieder zu Zielbereich und wartete den Zieleinlauf meiner Kollegen ab. Alle kamen noch wohlbehalten ins Ziel und wir feierten jeden der die Ziellinie überschritt.

Am Ende stand eine 43:12 für die 9,9 Kilometer auf der Uhr, was ich aber ehrlich gesagt nicht ganz glauben kann. Diese Endzeit würde eine durchschnittliche Pace von 4:22 bedeuten, die ich definitiv nicht gelaufen bin. Ich glaube die Strecke war einiges kürzer als angegeben, meine Uhr zeigte nur 9,54 Kilometer an, was eine 4:32 Pace bedeuten würde und schon eher hinkommt.

Dafür, dass ich erst vor 5 Tagen einen Ultratrail gelaufen bin, ging es heute verdammt gut. Mal sehen wie es mir am nächsten Tag, beim nächsten Wettkampf, dem Nürnberger Tiergartenlauf sein wird.

… and Keep on running!

U.TLW 2018 – König vom Bayerwald

Eigentlich muß ich gar nicht mehr schreiben, dass Beitragsbild sagt alles.

Es war hart, es war schön, es war wieder mal eine neue Erfahrung und ich weiß wieder was ich noch intensiver trainieren muss.

Aber vielleicht schreib ich doch etwas mehr. Zur Vorbereitung, sie lief gut ohne irgendwelche wirklichen Wehwehchen, nur habe ich zuwenig Höhenmeter trainiert und dass sollte sich dann auch während dem Lauf bemerkbar machen.

Ich reiste bereits am Freitag nachmittag an um so entspannt wie möglich in den Lauf gehen zu können. Und das war auch gut so, den die Anreise dauerte 2,5 Stunden, da es ab Amberg nur noch über Landstrassen bis Lam ging. In Lam angekommen bezog ich mein Quartier nur unweit der Ziellinie entfernt.

Hier war aber zu diesem Zeitpunkt tote Hose, da sich am Tag zuvor alles in Arrach, dem Startort der U.TLW, abspielte.

Also nur kurz alles ins Zimmer gebracht und ab ging es nach Arrach, wo ich zum einen meine Startunterlagen abholen wollte und zum anderen meinen Cousin treffen wollte, der auch beim U-TLW mitlief. Ich hatte meinen Cousin gute 20 Jahre nicht mehr gesehen und so war es wirklich klasse ihn endlich mal wieder zu treffen (Ich bin also nicht der einzigste Verrückte in dieser Familie). Nachdem wir erstmal etwas gequatscht haben, habe ich noch meine Startunterlagen abgeholt und mir das Racebriefing angehört, dabei habe ich dann noch meine Pasta verdrückt. Schon hier war eine super Stimmung und ich freute mich riesig auf den nächsten Tag.

Ich versuchte dann wirklich früh ins Bett zu kommen und habe es immerhin geschafft 6 Stunden tief und fest zu schlafen, mehr ging irgendwie nicht. Das Gasthaus war voll auf die Läufer eingestellt und so gab es bereits um 6:30 Uhr Frühstück mit allem was man sich nur wünschen konnte. Auch hier, beim Frühstück war die Stimmung wieder super und überall würde über das Laufen gequatscht. Ich hab mir nur ein Brötchen gegönnt, mehr war einfach nicht drin. Schnell noch fertig angezogen und ab ging es wieder Richtung Arrach.

Bevor es in die Startaufstellung ging, gab es noch den Check der Pflichtausrüstung, der aber schnell und sehr unbürokratisch vonstatten ging. In der Startaufstellung traf ich dann auch meinen Cousin Stefan mit seiner Freundin Cristina, sowie noch zwei weiteren Freunde von ihnen (Joao und Sachin).

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Und dann ging es auch schon los, um Punkt 8:00 Uhr wurde der Start mit Böllerschüssen freigegeben und die ersten 50 Meter ging es mit einer Blaskapelle vorweg auf die Strecke, wobei es zu Beginn noch einmal um den See des Seeparks Arrach ging und somit nochmal an allen Zuschauern am Start vorbei.

 

 

Dann ging es endlich auf die Strecke! Die ersten zwei Kilometer gingen sehr flach durch eine Wiesenlandschaft dahin, genau das Richtige um sich warm zu laufen. Hier traf ich auch wieder auch Joao und wir unterhielten uns etwas, bevor es dann für die nächsten Kilometer darum ging Höhenmeter zu machen.

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Gute 400 Höhenmeter sind es, die man auf den weiteren 7 Kilometern erklimmen muss, wobei größtenteils alles laufbar war. Beim „Eck“, dem Punkt der Strecke wo es die Bergwertung gibt, war die Hölle los. Der Veranstalter hatte uns schon am Vorabend beim Racebriefing versprochen, dass hier wieder einige Zuschauer sein werden, doch so etwas habe ich noch nicht erlebt.

Wir sind noch nicht aus dem Wal draußen, da hören wir schon die Kuhglocken und den Jubel der Zuschauer. Kurz nachdem wir dann den Wald verlassen haben, geht es durch ein Spalier von Zuschauern, die einen anfeuern und abklatschen … Gänsehaut garantiert.

Hier am Eck nach 9 km und 1 Stunde Laufzeit für mich ist auch der erste VP. Da meine Soft-Flasks noch gut gefüllt sind gönne ich mir nur zwei Becher ISO und setze meinen Weg fort, mit dem „Kleinen Arber“ (1386 m ü. NHN) als nächstes Etappenziel.

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Die Strecke ist wirklich traumhaft und so geht es über den Höhenzug stetig bergauf, hoch zum Mühlriegel (1080 m ü. NHN), zum Ödriegel (1156 m ü. NHN), zum Schwarzeck (1238 m ü. NHN) und Heugstatt (1262 m ü. NHN), dann weiter zum Enzian (1285 m ü. NHN) und endlich ist der Kleine Arber erreicht. Auch wenn es auf diesen 12 Kilometern nur knapp 600 Höhenmeter zu überwinden geht, wird es immer härter.

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Die Trails sind wie gesagt ein Traum, doch fordern sie die ganze Zeit ein höchstes Maß an Konzentration. Die Pfade sind oft nicht breiter als 40-50 cm, bespickt mit Wurzeln, Steinen und Felsen, weswegen ich das Tempo auch immer wieder stark reduzieren muß und stellenweise nur noch gehen kann. Zum Glück gibt es auf dem Abschnitt doch noch einen Mini-VP an dem man seine Soft-Flasks zumindest wieder mit Wasser auffüllen kann.

Auf diesem Teilstück denke ich sogar kurz ans Aufgeben, da mir mein Magen ab Kilometer 15 zu schaffen macht, der Gedanke daran nichts mehr essen und trinken zu können, treibt starke Zweifel in mir hoch, ob ich hier wirklich bis zum Ende dabei sein kann. Doch ab Kilometer 20 bessert sich das Ganze wieder.

Oben am Kleinen Arber muß kurz Zeit für ein Foto sein, um dann den Großen Arber in Angriff zu nehmen.

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Der Große Arber (1456 m ü. NHN) liegt nicht mal 100 Höhenmeter über dem Kleinen Arber, da es aber kurz wieder bergab geht, gilt es doch wieder fast 200 Höhenmeter auf den nächsten 2,5 Kilometern zu erklimmen. So geht es dann erstmal einen breiten Fahrweg nach oben, auf dem ich mir fast schon überlege einem vorbeikommenden Biker das Rad abzunehmen, doch ich laufe lieber weiter. Und dann geht es endlos andauernde Stufen nach oben, die aus Felsen und Holzbalken bestehen.

Auf dem Großen Arber angekommen erwartet uns auch die nächste Verpflegungsstation, mit allem was das Läuferherz nur begehrt.

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Ich gönne mir eine Cola, ein ISO-Getränk und Gummibärchen, so gestärkt könnte es eigentlich gleich weitergehen, doch es gibt Dinge … ähhhm Bedürfnisse, die auch Läufer haben. Also schnell in die Bergstation des Großen Arber und für ein paar Minuten absolute Ruhe an einem stillen Örtchen … sitzen kann ja so gut tun!

Wer einen Berg hoch rennt (ok … viel hoch geht), darf ihn auch wieder runter rennen und so hieß es auf den nächsten fast 9 Kilometern runter von 1449 m ü. NHN auf 673 m ü. NHN. Zu Beginn verlief die Strecke noch rein über Schotterpisten, mal kurz Zeit den Kopf abzuschalten, die Landschaft zu genießen und es etwas laufen zu lassen. Am Anfang schmerzten die Oberschenkel ganz schön und mussten sich erstmal an die andere Belastung gewöhnen, doch dann pendelte sich langsam alles ein und es tat gut mal bergab zu laufen.

Ca. bei Kilometer 29 erreichten wir den dann den kleinen Arbersee, auch wenn die Wege hier technisch nicht anspruchsvoll waren, so war es doch eine schöne Sache einmal den kleinen See zu umrunden und immer wieder einen schönen Blick auf diesen zu erhaschen.  Hier waren natürlich viel mehr Wanderer unterwegs, doch alle machten uns platz und feuerten uns an.

Nach dem kleinen Arbersee ging es dann weiter bergab und die Trails wurden wieder schmaler und zauberten mir immer wieder ein kleines Grinsen ins Gesicht. Gerade das letzte Stück entlang des Weißer Regen (ein Bach) war es wunderschön zu laufen und als der Trail uns am Ende ausspuckte erreichten wir einen der nächsten kleinen VPs. Hier muß ich einfach mal ein erstes Lob an alle Helfer aussprechen, so hilfsbereite Helfer habe ich wirklich selten erlebt. Die Helfer am VP haben einem die Soft-Flasks abgenommen, man hat nur kurz gesagt womit sie wieder aufgefüllt werden sollen und konnte sich dem trinken und Essen widmen. Top … wirklich ganz klasse!

Nachdem sich die Beine jetzt genug ausgeruht hatten war es wieder an der Zeit Höhenmeter zu sammeln und unser nächstes Ziel war das Zwercheck mit 1333m ü. NHN. Also ging es auf den nächsten 6 Kilometern wieder gute 650 Höhenmeter hoch, wobei der erste Teil stellenweise noch gut laufbar war.  Bei Kilometer 34,5 trafen sich dann auch die Strecke des „König vom Bayerwald“ und die des „Osser-Riesen“, wodurch neue Gesichter auftauchten und die Strecke wieder etwas belebter wurde.

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Auf diesem Teilstück kamen wir bei Kilometer 37 zum nächsten großen VP und hier war die Stimmung wieder super. Zuschauer und Helfer, jeder sprach einem gut zu und es wurde angefeuert was das Zeug hält. Ich gönnte mir wieder 2 Becher Cola ein paar Gummibärchen und ließ meine Soft-Flasks einmal mit Wasser und einmal mit ISO auffüllen.

Nachdem VP ging es zuerst locker weiter bis der letzte Kilometer hoch zum Zwergeck uns wieder einmal einiges abverlangte. 200 Höhenmeter auf 1 Kilometer Strecke mit bereits harten 37,5 Kilometern in den Beinen ist nicht gerade das, wo man einfach mal so hochsprintet. Meine Pace, na ich glaube Pace kann man dazu nicht mehr sagen, ging auf diesem Stück gegen Schneckentempo und ich war unendlich froh als ich endlich oben angekommen war.

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Die Aussicht war grandios und ich gönnte mir einen Augenblick wieder zu Atem zu kommen und vor allem um den Ausblick zu genießen. Nach nur einem kurzen Stück auf einem Höhenweg ging es gleich wieder durch den Zwechecker Wald bergab. Dieses Bergabstück war technisch wieder sehr anspruchsvoll, ca. 30% Gefälle, der Trail gespickt mit Wurzeln und Steinen/Felsen, also nichts um mal richtig Gas zu geben. Erst als es unten auf einen Forstweg ging wurde die Pace mal wieder annehmbar und ich versuchte entspannt aber doch zügig zu laufen.

UTLW Osser Wiesen 48km #6

Jetzt lag noch ein Anstieg vor uns, der Weg hoch zum Großen Osser! Bevor es jedoch hoch ging, gab es noch einmal eine kleine aber sehr feine Verpflegungsstation. Die Stimmung hier war der Hit und so schickten uns die Helfer mit frisch gefüllten Soft-Flasks und vielen aufmunternden Worten hinauf auf den Trail zum Großen Osser.

Nur noch 2 Kilometer Bergauf, nur noch 300 Höhenmeter überwinden und dann würde es nu noch bergab gehen. Davon beflügelt, legte ich einen dynamischen Start auf dem unwegsamen Trail hin, doch diese Dynamik verflog leider sehr schnell wieder. Da ich schon über 2000 Höhenmeter und 40 Kilometer in den Beinen hat, schien mein Körper diesen Anstieg nicht mehr lustig zu finden. Der Aufstieg wurde zur reinen Kopfsache und kostete mich über eine Halbestunde. Das Einzigst beruhigende war, dass keiner an einem vorbei rannte. Ich ließ ab und zu mal ein paar Läufer passieren, weil ich kurz verschnaufen musste.

Je näher ich dem Großen Osser aber kam, desto besser wurde die Stimmung der Zuschauer und die letzten Meter wurde man quasi mit Sprüchen auf Plakaten (siehe Titelbild) und den Anfeuerungsrufe hoch getragen.

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Auch solch aufmunternde Aushänge waren kurz vom dem Gipfel zu finden:

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Und dann war ich endlich oben, hatte den letzten harten Anstieg geschafft.

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Ich war so froh endlich oben zu sein und mein Körper schrie so nach Flüssigkeit, dass ich mir gut 10 Minuten Erholung gönnte. Cola, Iso, Gummibärchen und natürlich ein alkoholfreies Bier waren hier meine Pausenverpflegung und nebenbei lauschte ich der Blasmusik. Gefühlt gab es an jedem VP auch eine Blaskapelle, die ordentlich aufspielte!

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Auf ging es, auf den letzten Teil des König vom Bayerwald und wenn ich denen traute, die hier schon mal gelaufen sind, sollten die letzten 8-9 Kilometer nicht einfach nur bergab gehen. Wörter wie „Klettern“, „Tromsø-Trail“ und „Holy-Trail“ hörte ich hier im Vorfeld und ich war gespannt was mich jetzt noch erwarten würde.

Und dann kamen sie, zuerst der …

Tromsø-Trail

-Trail und danach der

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Der Anfang vom Tromsø-Trail war gleich spaßig, um eine kleine Felsformation zu überwinden, musste etwas geklettert werden. Der Veranstalter hatte hier extra noch Seile anbringen lassen und Helfer abgestellt, die den nicht so beweglichen Läufern helfen sollten.

Na das konnte ja noch lustig werden!

Zuerst ging es noch weiter über schöne, technisch anspruchsvolle Trails und dann ging es erstmal auf gut laufbaren Wegen bergab. Für einen Kilometer konnte ich es mal etwas schneller Laufen lassen und passierte Läufer die langsam an ihr Limit kamen und mit Krämpfen zu kämpfen hatten.

Auch wenn ich im Vorfeld viele kritische Stimmen über diese Streckenabschnitte gehört hatte, war ich mehr als positiv überrascht. Trails, auf die sich jeder Trailrunner freuen sollte und das Beste sollte noch vor mir liegen.

Der „Holy-Trail“ ist einfach nur Fun, nichts was man einfach so durchlaufen kann (also ich zumindest nicht), aber genau dass, warum ich Trails laufe. Größtenteils schöne schmale Pfade, weicher Waldboden, zwischendurch gespickt mit Steinen und Felsen, die es zu Umlaufen oder überwinden gilt. Ich fühlte mich super, merke rein gar nichts mehr von den harten Aufstiegen die hinter mir lagen. Meine Beine liefen einfach und mein Kopf genoß die Umgebung. Viele Läufer schienen hier Ihre Probleme zu haben und so lief ich immer wieder auf einzelne Läufer oder kleine Gruppen auf. Nur wenn diese kurz stoppten um mich vorbei zulassen, war es überhaupt möglich zu passieren, so schmal waren die Trails hier.

Nach 52,6 Kilometern in den Beinen verlassen wir endgültig den Wald und die schönen Trails. Lam ist jetzt zum greifen nah und man hört schon den Sprecher an der Ziellinie, sowie das Gejubel der Zuschauer. Jetzt geht es noch über ein paar Wiesen und das Ziel vor Augen beflügelt mich und ich erhöhe noch einmal die Pace. Ich ziehe noch an ein paar Läufern vorbei, die glaube ich genauso froh sind bald im Ziel zu sein wie ich. Hätte ich die Power, die ich zu diesem Augenblick  gerade spürte, nur auch an den Anstiegen gehabt!

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Und dann kam er, der rote Teppich, die letzten Meter ins Ziel. Der Sprecher sagte meinen Namen und ich schwebte schon fast die letzten Meter ins Ziel.

Was für ein Lauf, was für eine Herausforderung.

Meine Zielzeit von 7:57:57 geht für mich vollkommen in Ordnung, mehr ging heute einfach nicht.

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Im Zielbereich waren dann erstmal zwei Dinge wichtig:

Trinken und Sitzen!

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Ich glaube ich habe 3-4 alkoholfreie Colaweizen getrunken und dann noch ein richtiges Bier zur Belohnung bis mein Flüssigkeitshaushalt wieder hergestellt war. Hier muß ich vielleicht noch erwähnen, dass ich ab Kilometer 44 Nierenschmerzen bekommen habe, mir schien es als ob keine Flüssigkeit mehr bei den Nieren ankam, obwohl ich unterwegs soviel getrunken habe, wie bei keinem anderen lauf bisher.

Im Chill-Bereich traf ich dann noch auf Joao  der die Strecke in 7:13 Stunden absolviert hatte. Er hatte sich eigentlich mehr vorgenommen, bekam unterwegs aber auch Magenprobleme wodurch er etwas zurückstecken musste.

Ich genoß die Atmosphäre im Zielbereich noch etwas, bis ich mich in Richtung der Duschen aufmachte. Und das mit den Duschen war nicht fair, sie waren 500 Meter entnervt und noch dazu musste man einen Berg hinunter. Dies 500 Meter waren anstrengender als die 54 Kilometer zuvor, vor allem der Rückweg war hart.

Als ich vom Duschen zurückkam war mein Cousin Stefan mit Freundin Cristina, sowie  Sachin noch nicht im Ziel. Ich wartete eine ganze Weile doch sie tauchten nicht auf, wie ich später erst erfuhr, kamen sie nach 9:21 Stunden bzw. 9:48 Stunden ins Ziel, da saß ich gerade im Bus zurück zu meinem Auto in Arrach.

Das war es, das Wochenende beim Ultra Trail Lamer Winkel. Wenn es den Lauf 2020 wieder gibt, komme ich wieder … da geht noch was!

Meine letzten Worte gehören den Veranstaltern und den Helfern.

Ihr habt uns hier wirklich eine knall harte Strecke zusammengestellt, die alles von einem abfordert. Alle Helfer waren super motiviert und motivierend.

danke

… and Keep on running!