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Laufen zwischen Leoparden und Giraffen

Gestern noch beim Funrun im Nürnberegr Südwestpark und heute dann beim Nürnberger Tiergartenlauf. Zwei schnellere 10er hintereinader … eigentlich kein Problem, wäre da nicht  noch der Ultratrail Lamer Winkel , der mir vom vergangenen Samstag noch in den Knochen steckte, aber für seine schlechte Planung ist ja jeder selbst verantwortlich.

Der gestrige Funrun lief eigentlich ganz gut, 5 Tage Pause hatten zur Regeneration gereicht, um die 9,9 km nicht krichen zu müssen. Doch heute, wie würde es heute aussehen, noch dazu hatte es selbst am Abend um 18:30 Uhr fast 30 Grand und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit.

Den Nürnberger Tiergartenlauf wollte ich eigentlich schon letztes Jahr laufen, musste aber krankheitsbedingt auf den Start verzichten. Dieses Jahr wollte ich endlich mal zwischen Leoparden und Giraffen laufen und wer den Nürnberger Tiergarten kennt, der weiß dass es eine sehr schöne Anlage ist, auf der auch ein paar Höhenmeter zusammen kommen.

Die 10 Kilometer bestehen aus 3 Runden, vorbei an Giraffen, Affen, Dromedaren, Eisbären, Leoparden, Löwen und allem was so ein Tiergarten zu bieten hat … fast eine Lauf-Safari.

Hautplauf

Dieses war einer der wenigen Läufe, wenn nicht sogar der einzigste Lauf, an dem meine komplette Familie dabei war. Die Zuschauer hatten ab 17:30 freien Eintritt in den Tiergarten und konnten so an verschiedenen Stellen denn Läufern zusehen, sie anfeuern und bejubeln.

Der Hauptlauf über die 10 km startete um 19:00 Uhr, zeitgleich mit den 6,6 km Läufern die nur 2 Runden laufen würden, somit waren wir ungefähr 350 Starter.

Kurz vor dem Start stand trotz der hohen Temperaturen noch kurzes einlaufen an, also um 18:45 Uhr eine kurze 1,5 Kilometer Runde gedreht und mein Aufwärmprogramm abgespult. Da ich nach diesem Einlaufen schon so schwitzte, wollte ich mir zumindest noch kurz einen Becher Wasser im Start/Ziel-Bereich gönnen, doch die Helfer rückten nichts raus, was bei mir auf ein völliges Unverständnis traf. Ich bekam nur zu hören, das er (der Helfer) schon über 100 andere Läufer vor mir abgewiesen hätte und es doch schon nach 1 km eine Verpflegungsstelle geben würde (sie kam leider erst nach 2,5 km). Also stellte ich mich schon durchgeschwitzt und durstig in die Startaufstellung und sehnte die erste Verpflegungsstaion herbei.

Der Sprecher gab uns noch ein paar gute Worte mit auf den Weg und um Punkt 19:00 Uhr wurden wir dann auf die Strecke gelassen. Ich hatte mich relativ weit vorne eingereiht, wollte ich doch dem Gedränge im hinteren Starterfeld aus dem Weg gehen, denn die Wege im Tiergarten sind nun mal nicht immer ganz so breit.

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Fotografen Niklas Deutschmann

Da ich meine schweren Beine schnell spürte, wollte ich auf dem ersten Kilometer mal testen was so geht und dann meine weitere Renneinteilung vornehmen. Zu Beginn ging die Runde gleich mal an der Giraffen vorbei … man so lange schmale und kräftige Beine bräuchte man!

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… und anschließend bei den Affen, die diese ganze Lauferei vollkommen cool blieben ließ.

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Fotografen Niklas Deutschmann

Danach ging es dann bis zum 1 Kilometer Schild sehr flach bei den Flamingos und anderem Gefiederzeuch vorbei und nach 4:18 Minuten piepste meine Uhr zum ersten Mal. Für den Start mal wieder relativ flott, doch die Anstiege (immerhin 66 Meter pro Runde) sollten noch kommen und somit garantiert auch eine Verminderung der Pace.

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Hier sah ich auch zum ersten Mal meine Familie, die mich anfeuerte und mir wohl auch schon ansahen, dass das heute nix großes wird. Eigentlich fühlte ich mich noch ganz gut, doch schwitzte ich schon wie ein Wahnsinniger und wollte unbedingt etwas zu trinken haben. Nach der Aussage vom Helfer sollte ja bald eine Verpflegungsstation kommen.

Jetzt ging es hoch zu den Eisbären, hat schon was, so 10 Meter an einem Eisbär vorbei zu laufen, aber es war auch gut zu wissen, dass er nicht hinter einem her kommen konnte. Nach weiteren 500 Metern hatten wir die Waldschänke erreicht und somit auch den höchsten Punkt der Strecke. Der zweite Kilometer schlug mit einer 5:13 zu Buche, was zu erwarten war, da ich den kleinen Anstieg am liebsten hoch gegangen wäre. Doch zum Glück ging es nun auch schon wieder Bergab zu den Nashörnern und leider immer noch keine Verpfelgungsstation in Sicht. Doch dann, nach dem nächsten kleinen Anstieg vorbei an den Antilopen  zu den Raubtieren, endlich eine Verpfelgungsstation! Ich gönnte mir zwei Becher Wasser im laufen, wobei mal wieder nicht viel im Mund landete aber es tat trotzdem gut. Hier hatten wir dann auch bald den 3 Kilometer voll und die 4:52 für den 3ten km ging in Ordnung, hatte ich mir auf den letzten Metern doch schon überlegt, dass es ganz ok wäre wenn ich im Schnitt weiter mit einer 5er Pace laufen würde. Ich musste mir eingestehen, dass an diesem Tag einfach nicht mehr drin war, nicht mit dem was ich in den Beinen hatte und auch nicht bei dem schwül-waremn Wetter.

Und schon begann die zweite Runde. Meine Familie hatte sich in Richtung Ziel bewegt und so konnte ich ihnen bei Kilometer 4 meine Brille in die Hände drücken, die mich heute irgendwie nervte.

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Wie auf dem Bild zu sehen sah ich hier gar nicht mehr frisch aus und die Runde wurde zu einem Kampf, auf dem ich auch immer wieder andere Läufer passieren lassen musste, was mir aber gar nichts ausmachte. Zum Ende der zweiten Runde liefen wir auf die langsamen Läufer auf, beachtlich fand ich hier einen Sanitäter und einen Feuerwehrmann, die in voller Montur mit liefen.

Die Kilometer 4-6 absolvierte ich in 15:14 Minuten, womit mein Plan ungefähr aufging und ich froh war als ich in die letzte Runde aufbrechen durfte. ich muss aber sagen, dass ich den Lauf die ganze Zeit wirklich genoss habe, auch wenn es stellenweise hart war. Ich habe immer mal links und rechts geschaut, um auch ein paar Tiere zu sehen und die Stimmung an der Strecke zu genießen. Apropos Stimmung an der Strecke; Es gab verschiedene Hotspots, wo viele Zuschauer standen und uns anfeuerten und zujubelten, nur die Tiere waren relativ verhalten mit ihrem Jubel!

Die dritte und letzte Runde, war stellenweise hart, da die Beine nicht mehr so recht wollten. Auf der anderen Seite war die letzte Runde aber auch sehr kurzweilig. Hier war natürlich jetzt wesentlich mehr Betrieb als auf den Runden davor, vor allem überrundeten wir die Läufer, die nur 6,6 km gewählt hatten und jetzt auch noch auf Ihrer letzten Runde waren. Insgesamt war aber immer genug Platz um vorbei zu kommen, nur an der einzigste Verpflegungsstation herrschte jetzt Hochbetrieb.

Und dann kam auch schon der letzte Kilometer, kurz noch vorbei an den Steinböcken und Kängurus und schon war die Ziellinie in Sicht.

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Ich mobilisierte noch einmal meine letzten Kräfte und legte einen Schlussspurt hin, den aber mehr just for fun und nicht um noch einen Läufer unbedingt überholen zu müssen.

Bei der Zielverpflegung bekam ich dieses Mal sogar etwas zu trinken, leider gab es nur Wasser und ISO, ein kühles alkoholfreies Weizen wäre mir jetzt lieber gewesen.

Kurzer Blick auf die Uhr … 48:37 Minuten … eine Zeit, die für mich vollkommen in Ordnung ging, mehr war heute einfach nicht drin. Trotz alledem wurde ich bei den Männern 29ter und 4ter in meiner Altersklasse, da sieht man was ausgeruht gehen würde. Mal sehen vielleicht ja nächstes Jahr noch einmal, dann aber ohne Ultratrail und Funrun im Vorfeld.

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Die Siegerehrung fand dann anschließend in der Lagune statt, was mal was ganz anderes war als die sonstigen Siegerehrungen.

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Ins Wasser musste und sollte sich hier aber keiner stürzen, da hier bereits die Delphine ihr Runden drehten und wir nach der Siegerehrung auch noch eine Sondervorstellung bekamen.

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Der Tiergartenlauf ist wirklich ein ganz besonderes Event, in einer speziellen Location. Wenn die Sache mit der Wasserversorgung bei der Hitze noch besser gewesen wäre, wäre es eine perfekte Laufveranstaltung gewesen.

So jetzt leg ich erstmal die Beine hoch und überlege mir wo ich als nächstes laufe und bis dahin …

Keep on running!

Nürnberger Funrun

Am 5 Tag nach dem Ultratrail Lamer Winkel, steht schon der nächste Wettkampf bei mir auf dem Programm. Der Funrun in Nürnberg. Es ist einer der vielen Firmenläufe, die derzeit  in allen Städten angeboten werden und meine Firma hat sich gerade für diesen dieses Jahr entschieden.

Eigentlich könnte man so einen Firmenlauf ja nur mal zum Spaß laufen, in einem ganz gemütlichen Tempo, ohne sich und vor allem seinen Körper zu stressen. Aber ganz ehrlich, auch wenn es mir nicht um irgendwelche Platzierungen geht oder eine neue Bestzeit, sobald ich an einer Startlinie stehe packt mich der Ehrgeiz und ich möchte wissen was an dem Tag geht. Und so sollte es dann auch heute sein, doch dazu gleich mehr.

Beim Funrun im Nürnberger Südwestpark kann zwischen einer 5 oder 9,9 Kilometer Runde für Läufer gewählt werden. Für die Nordicwalker gibt es dann noch die 9,9 Kilometer Runde, sowie zwei Distanzen für Kinder. Die 5 und 9,9 Kilometer Runden sind nicht gerade optimal von der Streckenführung, aber bei diesem Laufevent ist der Grundgedanke ja eher sich gemeinsam zu bewegen und was für seine Gesundheit zu tuen.

Bevor es für uns 10 Kilometer Läufer auf die Strecke ging, waren aber zuerst noch die Kidis dran und es hat wirklich Spaß gemacht ihnen zu zu sehen. Beim Start hatten die Sprecher allerhand damit zu tun die Kids etwas geordnet auf die Strecke los zulassen und wären hierbei beinahe überrollt worden.

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30 Minuten später waren wir dann an der Reihe und Rudi Obermeier (Sprecher) ließ uns nach einem kurzen Countdown auf die Strecke.

Wie schon gesagt, Firmenlauf – gemeinsam mit Kollegen laufen und so lief ich auch mit einem meiner Kollegen (Kevin) gemeinsam los. Plan war es eine lockere 5er Pace zu laufen und wenn gar nix mehr gehen sollte noch etwas langsamer zu werden. Das Feld sortierte sich zum Glück sehr schnell und nachdem wir den Zickzack-Kurs durch den Businesspark erfolgreich hinter uns gelassen hatten, versuchte ich das Tempo auf eine 5er Pace zu bringen.

Das mit der Pace wollte aber irgendwie nicht hinhauen, zeigte meine Uhr eine 5er Pace an, hatte Kevin eine 4:20er auf seiner Uhr und so war uns nicht ganz klar, wie schnell wir jetzt wirklich sind. Als wir dann das 1 km Schild passierten blickte ich auf die Uhr, ich hatte erst 850 Meter auf der Uhr und es wurden mir 4:42 Minuten angezeigt. Wir hatten die ganze Zeit sehr stark unterschiedliche Paces und als ich beim Schild für Kilometer 2 wieder auf die Uhr schaute waren wir sogar eine 4:28er Pace gelaufen. Ich wusste, dass wenn wir so weiterlaufen Kevin schnell an seine Grenzen kommt, also Tempo raus genommen. Bei Kilometer 3 und 4 hatten wir dann eine 4:45 und 4:47 Pace und am Anfang von Kilometer 5 merkte ich dann langsam, dass es für Kevin schwieriger wurde mir zu folgen. Wir blieben dann noch bis zum Ende von Kilometer 5 zusammen und dann beschloß ich ihn alleine in Ruhe weiterlaufen zu lassen.

Soviel dazu mal gemütlich mit Kollegen laufen!

Da ich die Strecke von einigen Trainigsläufen her kannte, wusste ich dass es bald nur noch am Main-Donau-Kanal entlang gehen würde und wir noch dazu Rückenwind haben werden. Also hab ich die Pace etwas angezogen und konnte mich langsam an dem einen oder anderen Läufer vorbei arbeiten. Da es plötzlich so gut lief, beschloss ich noch etwas zu zulegen und so absolvierte ich die letzten 2,9 Kilometer durchschnittlich in einer 4:20er Pace. Mein Puls dankte mir diese Tempoverschärfung und ging auf einen Maximalwert den ich lange nicht mehr erreicht hatte. Im Ziel war ich am Ende und brauchte erstmal ein paar Becher Wasser und alkoholfreies Weizen. Nach einer kurzen Erholung begab ich mich dann wieder zu Zielbereich und wartete den Zieleinlauf meiner Kollegen ab. Alle kamen noch wohlbehalten ins Ziel und wir feierten jeden der die Ziellinie überschritt.

Am Ende stand eine 43:12 für die 9,9 Kilometer auf der Uhr, was ich aber ehrlich gesagt nicht ganz glauben kann. Diese Endzeit würde eine durchschnittliche Pace von 4:22 bedeuten, die ich definitiv nicht gelaufen bin. Ich glaube die Strecke war einiges kürzer als angegeben, meine Uhr zeigte nur 9,54 Kilometer an, was eine 4:32 Pace bedeuten würde und schon eher hinkommt.

Dafür, dass ich erst vor 5 Tagen einen Ultratrail gelaufen bin, ging es heute verdammt gut. Mal sehen wie es mir am nächsten Tag, beim nächsten Wettkampf, dem Nürnberger Tiergartenlauf sein wird.

… and Keep on running!

18. Erlangener Winterwaldlauf mit der Trail Premiere

Wie war das noch?

Die Läufe, die man gar nicht einplant, sind die besten Läufe!

Ich hatte diesen Erlangener Winterwaldlauf überhaupt nicht auf dem Schirm, obwohl ich hier letztes Jahr schon die 15 km gelaufen bin und es sau gut lief. Erst über Facebook wurde ich am Freitag morgen auf den Lauf aufmerksam und als ich dann noch laß, dass es dieses Jahr einen Trail geben würde, war mir klar, dass ich dabei bin.

Also am Freitag gleich nach der Arbeit noch schnell nach gemeldet, so schnell kann’s gehen.

Als meine Frau davon hörte war sie zuerst gar nicht so happy, war ich doch immer noch  dabei meine Grippe/Erkältung auszukurieren. Als sie aber hörte, dass es nur 7,5k sind, gab sie mir grünes Licht.

Am Samstag morgen war ich pünktlich um 9:30 Uhr im Startbereich, um in Ruhe noch eine Runde zum warm werden drehen zu können. Es waren -4 Grad, also warm genug für eine kurze Hose und eine leichte Jacke.

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Pünktlich, kurz vor 10:00 Uhr versammelten sich alle Trailrunner an der „Startlinie“, wobei eine Linie gab es eigentlich nicht nur so eine gedachte Linie, aber wir Trailrunner sehen sowas ja nicht so eng. Der Veranstalter gab uns kurz noch ein paar Informationen über die Strecke (Schlammlöcher, „Berg“, quer liegender Baum) und verließ uns dann Richtung der Walker, die hinter uns starten würden. Er meinte wir sollten starten wenn wir den Startschuss hören und so warteten wir.

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Irgendwie passierte dann nichts, bis plötzlich die Walker von 5 auf 0 herunterzählten und der Schuß ertönte.

Das Feld setzte sich sogleich in Bewegung und da ich relativ nah an der virtuellen Startlinie stand, befand ich mich sogleich im vorderen Feld. Ich hatte ca. 20 Läufer vor mir und 100 hinter mir, da wir später fast nur auf schmalen Trails unterwegs sein würden, bemühte ich mich meine Position zu halten und nicht ins Gewühl zu geraten.

Da ich nach meiner krankheitsbedingten Auszeit keine Ahnung hatte was gehen würde, war ich etwas erschrocken, als mir der erste Kilometer mit einer 4:24 min/km angezeigt wurde. Puh, … dass würde nicht gut gehen! Also etwas Pace raus genommen und der hinter mir laufende Läufer schien nichts dagegen zu haben, überholte er mich doch nicht.

Bei Kilometer 1,5 kamen wir zum einzigsten angekündigten Berg auf der ganzen Strecke und ich war wirklich froh, als ich den 5 Meter hohen Rodelberg hinter mir lassen konnte. Danach ging es wieder auf schmale Trails und das Überholen fiel hier wirklich schwer, nur wenn der Weg mal kurz etwas breiter wurde, konnte man schnell mal vorbeiziehen.

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Zwischen Kilometer 2-3 kamen wir zu den vom Veranstalter angesprochenen Schlammlöcher und wie sagte er noch: „Da müsst Ihr Euch Euren Weg außenrum suchen!“. Hallo … wir sind Trailrunner, da gibt es kein außenrum, da gibt es nur ein mittendurch. Und so nahm ich auch jedes Schlammloch mittendurch, was mir zwar nasse Füße bescherte, aber ich gewann so immer ein paar Meter auf die vor mir laufenden.

Zwischendurch ging es mal wieder auf breitere Wege, aber immer nur für ein kurzes Stück, der Veranstalter hatte sich wirklich Mühe gegeben möglichst nur schmale Trails zu finden.

7,5 km sind nicht lang und so kam ich nach 30 Minuten dem Ziel schon wieder näher. Auf den letzten 500 Metern konnte ich den vor mir laufenden Läufer endlich noch ein- und überholen, er hatte es mir wirklich nicht leicht gemacht.

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Die Runde hat echt Spaß gemacht, es war alles dabei was einen guten Trail ausmacht, sogar ein Berg!

Am Ende stand eine 32:17 auf der Uhr und somit der 14 Platz bei 119 Startern. Mir ging es hier nicht darum möglichst weit vorne zu landen, vielmehr wollte ich wissen wie fit ich nach der längeren Auszeit noch bin.

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Hoffentlich gibt es diesen Trail Lauf im Rahmen des Erlangener Winterwaldlaufs auch im nächsten Jahr, gerne auch ein paar Kilometer, Schlammlöcher und Berge mehr.

Danke für die tolle Organisation und Danke an alle Streckenposten, Ihr habt einen super Job gemacht.

… and Keep on running!

Ein Dank auch an die Fotografen: Fabiana Garske Jou, Stefan Schöner, Olaf Ulrich, Sylvio Kosse, Roland, Eduard Baumann für die Bilder. Weitere Bilder sind zu finden unter: Winterwaldlauf Fotos 2018

Altmühltrail 2017 – Wenn es mal nicht läuft!

Vorher hatte ich nur davon gehört, es aber noch nie selber so extrem erlebt. Ein Wettkampf, eine Laufveranstaltung, in der gar nichts passt, es einfach nicht läuft. Diese Erfahrung durfte ich beim Altmühltrail 2017 dieses Jahr machen.

Der Altmühltrail ist ein Trailrennen über ca. 27 km und 670hm. Es wird noch eine zweite kürzere Strecke mit ca. 9 km und 22hm angeboten, optimal für die, die mal Trail-Luft schnuppern möchten. Die Veranstaltung findet seit nun 3 Jahren im Altmühltal immer Ende Oktober statt und lockt Trailrunner aus ganz Deutschland an.

Diese Veranstaltung ist klein und fein, die Teilnehmerzahl begrenzt und fast schon eine familiäre Atmosphäre. Hier kommt es nicht immer nur auf Bestzeiten an und der Erste zu sein, vielmehr ist es eine Art „Saison-Abschluß-Treffen“.

Doch wer dabei sein will, muss schnell sein, die Startplätze sind begehrt und so sind die Startplätze sehr schnell vergeben.

Für mich sollte es dieses Jahr auch wieder der krönende Jahresabschluss werden. Im September war ich noch abtrünnig beim Berlin Marathon auf der Straße unterwegs und freute mich endlich wieder an einem Trailrennen teilzunehmen.

Die Wochen davor waren nicht lustig, nach Berlin hatte mich eine Erkältung erwischt und diese wollte einfach nicht komplett verschwinden. So viel die Vorbereitung für diesen Lauf auch mehr als nur mäßig aus, doch 27 km sollten eigentlich kein Problem sein, eigentlich.

Doch ein letzter Lauf kurz vorher stimmte mich wieder ganz positiv, die Beine schienen fit und die Erkältung auch endlich bezwungen. So machte ich mich am Samstag gegen 9:30 Uhr Richtung Dollnstein, im Altmühltal, auf den Weg. Der Start war erst gegen 12:00 Uhr und so hatte ich genügend Zeit für die 150km weite Anreise.

Vorort machte ich mich gleich auf meine Startunterlagen abzuholen. Hier ging es wie im vergangenen Jahr ruhig und ohne Hektik zu. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich alles was ich brauchte und so setzte ich mich ganz gemütlich auf eine Bank in der Sonne und genoss die wärmenden Strahlen. Kaum saß ich, kam ich auch schon ins Gespräch mit einer Läuferin auf München und plötzlich stand dann auch Johannes vor mir. Johannes (Arbeitskollege) wollte heute eigentlich auch auf die Langstrecke gehen, doch es gibt Dinge im Leben, da muss man den Plan ändern, so schwer es ihm auch fiel. Doch er wanderte mit seinen beiden Töchtern eine Runde und ich hoffte ihn unterwegs irgendwo zu sehen.

Dann machte ich mich so langsam fertig, zog meine Laufsachen an, packte meinen Rucksack final und machte mich auf in Richtung Start. Kurz vor 12:00 war es dann endlich soweit, ich hatte mich extra etwas weiter vorne eingereiht, wollte ich zu Beginn doch etwas Gas geben, um nicht auf den schnell kommenden Singletrails eingekeilt zu sein.

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Es wurde gemeinsam noch von 10 heruntergezählt und dann ging es los. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, ging es dieses Jahr erst ein paar Meter durch Dollnstein und dann ins Gelände. Der Anfang war noch relativ flach und es lief alles wie geplant, das Feld hatte sich schnell sortiert und ich meine Position gefunden.
Nach 3km kam dann der erste ganz leichte Anstieg und plötzlich fühlte sich alles schwer und extrem anstrengend an. Meine Beine wurden schlagartig schwer, der Puls schoß in die Höhe und der erste Gedanke war „Was soll den der Schei.. jetzt?“.
Ich schaffte es nicht diesen ersten Anstieg zu laufen, obwohl es mehr ein Hügelchen war als ein Berg.

Mir schossen 1000 Gedanken durch den Kopf, sofort aufgeben, die restlichen 24km zu wandern und sich einfach nur hinzusetzen!

Doch ich lief weiter, quälte mich das Hügelchen im Gehen hoch und lief, wenn es wieder flach wurde.

So soll das noch über 20km weitergehen?

Dann kam die erste Genussstation, hier gab es allerlei zu Essen und zu Trinken. Ich begnügte mich mit einem ISO-Getränk und einem Becher Wasser, doch hatte ich nicht mal richtig Durst, geschweige den Hunger.

Weiter ging es, wieder ganz ganz leicht bergauf und es lief nicht besser. Dann ein Lichtblick, ich erblickte Johannes mit seinen zwei Mädels in der Ferne und das gab mir plötzlich wieder Kraft, es fühlte sich wieder leichter an. Er war leider nicht mehr direkt an der Strecke, rief mir irgendetwas zu, doch das reichte um mich zu motivieren.

Leider hielt diese Motivation nicht sehr lange an und es wurde wieder alles schwer und anstrengend. Ca. bei Kilometer 10 fasste ich dann zwei Entschlüsse:

  1. Ich werde dieses Ding zu Ende bringen, aufgeben geht gar nicht!
  2. Ich werde diesen Lauf wirklich als Genusslauf genießen!

Nachdem ich das beschlossen hatte, wurde es zwar nicht einfacher, aber es machte mir überhaupt nichts mehr aus überholt zu werden und fast jeden Anstieg zu gehen.
So erreichte ich bald die zweite Genussstation, ich blieb stehen, gönnte mir etwas zu Trinken und eine warme Brühe. Dann packte ich meine Handy auf und machte in Ruhe ein paar Bilder, genoss die Aussicht und trabte dann wieder los.

Jetzt ging es erstmal bergab und die Beine liefen ganz gut. Fast unten im Tal angekommen wurde es wieder eben und ich fand mein Tempo. Ich behielt es auch bei, die Anstiege zu gehen und wurde auch immer wieder von Läufern überholt. Im Kopf nur: „Schei… drauf, heute geht es nur ums Ankommen!“

Und dann war er da, der letzte richtige harte Anstieg. Anders als im Vorjahr hatten die Veranstalter dieses Jahr hier ein Bonbon eingebaut. Die letzten 200-300m zur dritten Genussstation ging es direkt am Burgsteinfelsen hoch, ca. 60hm.

Der Anreiz war, an der dritten Genussstation gab es dieses Jahr Bier 😎 und soquältee ich mich diesen Anstieg hoch. Ich musste immer wieder stehen bleiben, diese Beine waren so schwer und meine Pumpe lief auch Hochtouren (Puls von 190 😩). Irgendwie schaffte ich es bis zur Genussstation und gönnte mir einen kleinen Schluck Bier, setzte mich sogar kurz hin und atmete tief durch.

Doch dann hieß es weiter, noch weiter bergauf, nochmal 70hm. Auch hier musste ich mich wieder hoch quälen und langsam wollten meine Waden endgültig nicht mehr.
Die Waden standen kurz davor hart zu werden, da hilft nur eines, weiterlaufen, nicht mehr stehen bleiben. Und so schaffte ich auch noch diese letzte harte Steigung, überholte sogar mal jemanden Dann ging es bergab für ca. 2km und ich ließ meine Beine einfach laufen so gut es nur ging. Unten angekommen war es nur noch ca. 1,5km bis zum Ziel. Erst flach, dann leichter Anstieg und noch mal leiht bergab.

Es waren noch einmal 1,5km Qual, 1,5km Zusammenreißen, 1,5km zu Wissen, dass ich es wirklich schaffen würde.

Ich kam 3 Sekunden über die drei Stunden Grenze, über 35 Minuten langsamer als im letzten Jahr, aber genau so glücklich es geschafft zu haben. Es geschafft zu haben, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und nicht zu DNFen.

Laufen ist nicht immer einfach, Laufen ist nicht immer Ponyhof, Laufen ist auch mal sich quälen und Laufen oder nicht Laufen, ist oft nur Kopfsache.

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Somit habe ich auch hier wieder einiges über mich gelernt und es muss nicht immer eine Ultradistanz sein um an seine Grenzen zu kommen, es reichen auch mal 27km mit ca. 700hm am falschen Tag.

Und trotzdem oder genau deshalb … KEEP ON RUNNING

Noch ein kurzer Blick auf die Pulsauswertung dieses Laufes:

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Nicht gut, garnicht gut 😩. So etwas sollte man garnicht machen!

Allgäuer Panorama Marathon (Ultradistanz) – Neue Grenzen überschreiten

Seine Grenzen austesten, zu erfahren, zu was der eigene Körper in der Lage ist, dass ist es was mich immer wieder antreibt neue Herausforderungen einzugehen.

Dieses Mal sollte es eine Ultradistanz sein, mit ein paar Höhenmetern und so fiel die Wahl auf den:

Allgäuer Panorama Marathon in Sonthofen

Auf der Ultradistanz gilt es hier 69,5 km und 3272 hm zu bezwingen, dies war genau die richtige Herausforderung für mich.

Seit Anfang des Jahres hatte ich begonnen mich auf einen solchen Lauf  vorzubereiten. Ich lief zwei flache Ultras (Rodgau und 6h Lauf in Fürth), einen Marathon (Rennsteig), ein paar Mal die Marathondistanz im Training und versuchte dabei noch soviele Höhenmeter wie nur irgend möglich zu sammeln.

Dann sollte der ZUT Basetrail XL, das erste Trail-Rennen in den Bergen werden. Doch leider machte mir eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung und ich musste mehr als einen Monat pausieren. Mitte/Ende Juni nahm ich das Training endlich wieder auf und hoffte dass mich die Verletzungspause nicht zu weit zurückgeworfen hatte. Zu Beginn lief ich gleich mal den Halbmarathon beim Fürther Metropolmarathon und das Ergebnis ließ mich hoffen, bis Mitte August wieder soweit fit zu sein.

Doch kommen wir endlich zum eigentlichen Bericht über den Allgäuer Panorama Marathon (Ultradistanz).

Die Anreise nach Sonthofen war bereits am Samstag, da der Lauf am Sonntag um 6:00 Uhr startete und ich hier ganz entspannt ins Rennen gehen wollte.

Am Samstag holte ich mir noch meine Startunterlagen ab und nahm an der Wettkampfbesprechung am frühen Abend teil (…wäre nicht notwendig gewesen) und dann ging es sehr früh ins Bett, da der Wecker bereits um 4:40 Uhr wieder klingeln sollte.

Nach einem kurzen Frühstück fuhr meine Frau (Ich bin Ihr so dankbar, dass sie mich begleitet hat!) mich dann zum Start, wo sich schon sehr viele Läufer eingefunden hatten.

Kurz noch das Dropbag für Kilometer 32 abgegeben und Erleichterung gesucht und schon war es kurz vor 6:00 Uhr. Keine laute Musik, kein Countdown, der Veranstalter Alex Reusch startete das Rennen ganz in Ruhe und so setzen sich die über 250 Ultras langsam in Bewegung (manche auch schneller).

Start des APM (gefilmt von Christian Feger)

Die ersten 2 km sind ganz flach und gehen entlang der Iller und dem Sonthofener See, ideale 2 km um warm zu werden. Denn dann heißt es Höhenmeter sammeln, um genau zu sein 928 hm auf 10,6 km und dass auf sehr unterschiedlichem Untergrund. Mal liefen wir auf breiteren Schotterwege oder Asphalt und mal über Wiesen oder Singletrails im Wald. Alles in allem sehr abwechslungsreich, wenn mir der Asphalt Anteil auch etwas zu hoch war.

Diese ersten 12,6 km verlangen mir schon sehr viel ab, spürte ich doch gleich, dass es etwas anderes ist mal schnell 200 hm im Training zu überwinden als hier über 900 hm am Stück und ohne Pause. Zu diesem frühen Zeitpunkt zweifelte ich wirklich daran, ob ich die ganze Strecke schaffen würde. Mein Magen wollte auch nicht so richtig und die Beine fühlten sich elendig schwer an. Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas Blut im Hirn, später manchmal nicht mehr wie Ihr lesen werdet, und beschloss ca. bei Kilometer 5 erstmal einen Gang runterzuschalten und mich nur auf diesen ersten Anstieg zu konzentrieren.

Auf den folgenden 7 Kilometern musste ich viele an mir vorbeiziehen lassen, doch das störte mich überhaupt nicht, denn mein Ziel war es diese 69,5 km zu Ende zu laufen und bis dahin war es noch weit.

Ich beschloss auch die Landschaft zu genießen und ab und zu mal für ein Foto anzuhalten, denn die Landschaft hier hat schon etwas.

Wenn es endlich vom Asphalt und den Schotterwegen auf schmalere Pfade ging war der Untergrund trotzdem fast immer optimal, obwohl es die Tage vor dem Lauf fast nur geregnet hatte. Unsere Zuschauer auf diesem Teilstück waren fast ausschließlich wahre Rindviecher und nicht zu vergessen die sehr hilfsbereiten und immer freundlichen Helfer, bei den ersten beiden Verpflegungsstationen.

Nach ca. 1:45 erreichte ich den ersten Gipfel, den Weiherkopf mit einer Höhe von 1665 Metern und das Vertrauen in mich selber, dass ich diesen Ultra heute bezwingen würde, war wieder so stark wie vor dem Start.

Vorbei am Großen Ochsenkopf und dem Riedbergerhorn ging es teilweise wieder auf Schotterwegen, aber auch schönen Trails, in Richtung der ersten Vollverpfelgungsstation bei Kilometer 18,2, der Grasgehrer-Hütte.

Auch hier war die Stimmung der Hammer, mit großen, lauten Kuhglocken begrüßten uns die Helfer und versorgten uns mit allem was wir wollten.

Ich nahm mir nur ein Stück Melone, etwas Cola und Wasser, auf feste Nahrung wollte ich heute verzichten. Schon im Training war ich dazu übergegangen mich nur flüssig zu ernähren und so hatte ich auch wieder mein Spezialgebräu aus Tee+Salz+Maltodextrin in meinen Softflasks und der Trinkblase.

Dies war auch der erste CutOff den man nach 3:15 Stunden erreicht haben musste, ich hatte hier 45 Minuten Polster, also alles im grünen Bereich.

Von hier aus ging es fast nur bergab und die negativen 400 hm, ließen einen die Beinen spüren. Als Entschädigung gab es ein paar wunderbare Trails, die technisch anspruchsvoller waren, doch leider auch wieder viel Schotter und Asphalt.

Nach 24,6 km erreichte man die Verpflegungsstation in Rohrmoos, schnell ein Becher ISO getrunken und schon ging es auf den nächsten leichten Anstieg.

Vorbei am Kilometerschild 25 und 30 in Richtung Österreich.

Was ich hier auch schon wieder sagen kann, ist dass die Läufer-Gemeinschaft echt ein klasse Haufen ist, mit jedem kommt man kurz ins Gespräch, muntert sich gegenseitig auf und wer schneller ist wird einfach ohne Probleme vorbeigelassen. Durch solche kurzen Zwiegespräche übersteht man auch die langgezogenen Anstiege auf dem Asphalt.

Kaum in Österreich erreichen wir auch die nächste Vollverpflegungsstation, am Gasthof Hörnlepass, wo auch schon die Dropbags bereitlagen. Auch hier muss ich sagen „Hut ab“, die Helfer hatten schon von weitem erfahren welcher Läufer kommt und so legten sie jedem das Dropbag parat und man verlor keine Zeit. In meinem Dropbag war nur eine Flasche mit meinem Spezialgebräu und so füllte ich meine Vorräte auf. Ich nahm noch etwas zu trinken und weiter ging es immer noch bergab in Richtung Schwende, wo wir Schwarzwasserbach über eine doch sehr hohe Brücke überquerten.

Auf der anderen Seite ging es nun wieder bergauf und zwar für die nächsten 6 km.

Doch wenn man schon am Anfang der Steigung  von einem Helfer mit einem „Tanze Samba mit mir“ singend begrüßt wird, kann es gar nicht so schlimm werden.

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Um Kräfte zu sparen ging ich jeden Anstieg, sobald es mal etwas flacher wurde, überwindete ich aber meinen inneren Schweinehund und lief immer wieder an. Das Läuferfeld hatte sich sehr weit auseinandergezogen, doch man hatte immer wieder die gleichen Läufer in der Nähe. Mal war der eine etwas bergauf schneller, dafür der andere bergab.

Auch die Anzahl an Wanderern wurde immer größer, zeigte sich das Wetter doch auch immer mehr von seiner guten Seite. Die meisten der Wanderer grüßten und feuerten einen an, dass tat schon richtig gut und ließ einen nicht langsamer werden.

Wir erreichten Kilometer 40 und somit die nächste Verpflegungsstation am Söllereck, nach der es noch einmal leicht nach oben ging. Doch dann ging es bergab in Richtung Oberstorf vorbei am Sattelkopf nach Hochleiten (Wo die Anzahl der Wanderer schon enorm war), wo nochmal eine kleine lustige Verpflegungsstation, vor dem wirklichen Abrun/Abstieg ins Tal, uns mit etwas zu trinken verpflegte. Lustig waren sie deshalb weil sie meinten es geht nach einer Minute nur noch bergab … meine Uhr schien irgendwie anders zu ticken.

Der Downhill zum Freibergsee hatte es wirklich in sich, teils schmale ausgewaschene Pfade, schön steil und immer wieder Wanderer, die einem entgegen kamen.

Meine Knie schmerzten langsam, doch der Downhill hat richtig Laune gemacht und der Blick auf den Freibergsee entschädigte für einiges.

Auch hier waren wieder viele Wanderer unterwegs und zwei ältere Damen fragten mich, was wir hier denn machen. Auf meine Antwort, dass wir 70 km laufe , kam nur noch ein Ausruf des Erstaunens.

Kurz vor dem letzten Stück Downhill in Richtung Oberstorf hatte ich das einzige Mal an diesem Tag Orientierungsprobleme. Hier muss ich aber sagen, dass die Strecke optimal ausgeschildert war und ich einfach nur blind war. Doch zurück zu dieser Situation, ich stand an einer Wegegabelung und sah nicht wohin, links oder rechts? Schon riefen von hinten ein paar Wanderer „RECHTS!!!“, doch mein Hirn schien vollkommen Blutleer zu sein … rechts … welches rechts? Zum Glück kam zu diesem Zeitpunkt ein andere Läufer und wies mir den Weg … DANKE … ich glaube ich würde heute noch da stehen und mich fragen welches rechts die Wanderer meinten.

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Wir passierten das 45 km Schild, nur noch 4,4 km bis zur Erding Arena in Oberstorf, davon 3 km total flach. Jetzt denkt sich jeder „flach“, kein Problem! Doch wenn man über 40 km nur rauf und runter gelaufen ist, fühlt sich „flach“ sehr komisch an und so wurden viel Läufer auch langsamer. Ich hielt mein Tempo hoch, wartete doch meine Frau an der  nächsten Vollverpflegungsstation in der Erding Arena in Oberstorf auf mich.

Man muss sich Anreize auf einer solchen Strecke schaffen und wenn jemand auf jemanden wartet, ist das schon was!

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Die Erding Arena kommt in Sicht, ein Helfer kündigt jeden Läufer per Walkie Talkie an. Bei mir klappt das nur bedingt, richtige Nummer / falscher Name … na kein Problem.

Meine Frau steht schon da, erkennt dass ich nicht mehr ganz so taufrisch bin, doch ihre Anwesenheit baut mich unwahrscheinlich auf.

Hier gönne ich mir etwas Zeit, trinke etwas, esse Melone, kühle meinen Kopf mit Wasser und ziehe mir ein frisches Laufshirt an.

Auch hier gibt es einen Cutoff, der liegt bei 8:30 Stunden, ich bin  nach 6:30 Stunden hier … genug Polster für die restlichen 20 km!

Also ich wieder losziehe fragt mich meine Frau wie lange ich denn wohl noch brauchen werde. Ich sage ganz vorsichtig 2:00 – 2:30 Stunden, ein Helfer, der neben mir steht, meint gleich: „Ehr 3:00 Stunden!“

Ich mache mich auf den Weg, es geht wieder bergauf und dass für längere Zeit, für fast 10 km mit kurzen Bergabpassagen. Es geht in Richtung Sonnenkopf, der wohl waren Herausforderung auf den 69,5 km. Schon nach wenigen 100 Metern passiere ich das 50 km Schild. Hey … nicht mal mehr ein Halbmarathon und nur noch 800 hm!

Die Strecke führt jetzt viel durch den Wald, was auch gut ist, da die Sonne immer mehr raus kommt. Teils geht es auf breiteren Pfaden, teils auf Singletrails dem Sonnenkopf entgegen. Ich bin so froh, dass ich Stöcke dabei habe, ohne die wäre ist schon längst geliefert! Immer wieder trifft man andere Läufer und muntert sich gegenseitig auf, nur noch dieser eine Anstieg, doch der hat es wirklich in sich, wie ich schon bald erfahren werde.

Nach 54,5 km kommt die nächste Verpflegungsstation an der Gaisalpe. Ich bin mittlerweile auf nur noch Cola umgestiegen, mein Körper braucht die schnelle Energie. Die Kohlensäure ärgert mich zwar kurz darauf immer etwas, doch das geht schnell vorbei.

Mitten im Nirgendwo, auf einem wunderschönen Singletrail taucht plötzlich das 55 km Schild auf, für mich von den Trails fast eines der schönsten Stücke, anspruchsvoll und einsam mit schönen Aussichten.

An der Entschenalpe kurz nach Kilometer 58, kommt die letzte kleine aber sehr feine Verpflegungsstation vor dem Gipfel des Sonnenkopfs. Die Helfer sind wieder super drauf, mit lauten Kuhglocken wird man empfangen, dann gibt es eine kalte Dusche aus der Gieskanne und dann noch ein Bild mit der Kuhglocke. Zwei Becher Cola müssen wieder sein und es geht weiter auf die letzten 1,3 km zum Gipfel.

Nur noch ca. 350 hm, gut mit Steigungen bis zu 40%, aber dann, dann ist man oben.

Diese letzten 1,3 km ziehen sich. Ich hatte vorher gelesen, dass man kurz vor dem Sonnenkopf die Waldgrenze erreicht, doch die will einfach nicht kommen. Einen anderen Läufer hatte ich zu Beginn des Anstieges noch überholt, seine Konturen verschwinden hinter mir im dichten Wald.

Wo ist nur dieser Gipfel? Die Pfade sind schmal, sehr schmal und ausgetreten. Ich schiebe mich Stück für Stück mit den Stöcken nach oben, bleibe nicht stehen, will endlich am Sonnenkopf ankommen.

Und dann endlich, ganz plötzlich tut sich der Wald auf und 50 Meter über mir ist er der Gipfel des Sonnenkopfs. Die Helfer rufen sofort und motivieren mich auf den letzten Metern.

GESCHAFFT … endlich oben an der höchsten Stelle des ganzen Laufes!

Man wird sofort mit Wasser und Cola verwöhnt und auch das Bilder machen ist mit inbegriffen, sogar mit dem dezenten Hinweis der Helferin, sie müsse noch ein Bild machen, ich hätte meinen Bauch nicht eingezogen.

Ich genieße den Ausblick und den gewonnen Gipfelkampf ein paar Minuten, bevor ich mich bei den Helfern bedanke und verabschiede.

Sonthofen wartet, nur noch 10 km und fast 1000 negative Höhenmeter.

Die ersten Meter bergab fallen schon sehr schwer, die Beine müssen sich an diese Art der Belastung erst wieder gewöhnen. Schnell komm ich in den richtigen Rhythmus auch wenn die Art des Weges sich ständig ändert. Mal ausgetretene Pfade, mal über Wiesen und mal Schotterpisten, es ist wieder alles dabei, aber die Beine machen noch mit.

Im Folgenden kommen noch mal zwei Verpflegungsstationen, bei denen ich aber nur ganz kurz bleibe, ich will das Ding jetzt zu Ende bringen! Ich nehme immer weniger von der Umgebung war, so langsam raubt es mir die Kräfte.

2 Kilometer vor Sonthofen erreiche ich Hofen, wo mich ein Helfer in das Hier und Jetzt zurückholt und mir den richtigen Weg weißt, sonst wäre ich fast noch falsch abgebogen.

Ich laufe entlang des Schwarzenbach nur noch 1,5 km und plötzlich …. Seitenstechen …. ich muss ins Gehen übergehen. Seitenstechen hatte ich gefühlt seit 35 Jahren nicht mehr, was soll der Schei… den jetzt. Ich gehe kurz und laufe dann wieder an, dieses Spielchen treibe ich garantiert 1 km bis ich wieder problemlos laufen kann.

Das Ziel, es kommt endlich in Sicht. Da das Läuferfeld soweit auseinander gezogen ist habe ich die letzten Meter nur für mich. Die Fußgänger machen platz, lassen einen passiere. Die Meute auf den Bierbänken fängt das Klatschen und Gröhlen an, man fühlt sich wie ein Gewinner.

Ich biege auf die letzten 10 Meter zum Ziel ein, erblicke meine Frau, reiße die Arme nach oben und habe es geschaft, 69,5 km, 3272 hm in 9:46:30.

Auf diesem Weg möchte ich mich auch nochmal beim Veranstalter und dem ganzen Helferteam bedanken. Ihr habt alle einen super Job gemacht und mir einen perfekten Tag beschert.

DANKE!!!

Und ein riesiges Dankeschön ein meine Frau Sandra, die mit mir nach Sonthofen kam und mich dort optimal unterstützt hat.

… and KEEP ON RUNNING

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Rennsteig Marathon 2017 – Mehr als ein Marathon

Wie fasst man solche Erlebnisse/Emotionen zusammen?

Ich probiere es einfach mal und muss gleich mal gestehen, dass ich in diesen Lauf ohne spezielle Vorbereitung gegangen bin. Eigentlich bereite ich mich gerade auf den ZUT Base Trail XL und den Allgäuer Panorama Marathon (Ultra-Distanz) vor.

Jetzt sagen viele wenn sie solche Läufe in der Vorbereitung machen „… das ist ja nur ein Trainingslauf!“. Doch für mich ist jede Teilnahme an einem offiziellen Lauf ein Wettkampf, Trainingsläufe mache ich wenn ich trainiere. Und im Wettkampf will ich schon wissen was geht, auch wenn ich meine Ziele dann nicht ganz so hoch stecke.

Der Rennsteig Marathon war etwas, was ich einfach mal machen wollte. Der Lauf hat für mich einen gewissen Mythos, alle reden von ihm, sagen wie schwierig, wie hart er ist. Auf der anderen Seite soll er landschaftlich sehr schön sein und auf der Strecke eine tolle Atmosphäre herrschen.

Und deshalb habe ich mich angemeldet und  mich am 20.05.2017, um 5:45 Uhr in mein Auto gesetzt und bin die 190 km nach Neuhaus am Rennsteig gefahren.

Die Nacht vor dem Lauf war eine meiner schlechtesten der Woche und ich hatte aus irgendwelchen Gründen schon die ganze Woche beschissen Nächte … Angst vor dem Mythos des Rennsteig?!

Ich war auf jeden Fall hundemüde und fühlte mich nicht gerade fit genug um 42,195 km und positive 769 hm zu laufen! Zum Glück war auf der Strecke nichts los, war auch klar, den wer treibt sich schon um kurz vor 6:00 Uhr an einem Samstag auf der Autobahn rum.

Wie durch ein Wunder änderte sich meine Stimmung/Gefühlslage schon auf der Fahrt zum Positiven und als ich dann um 7:30 Uhr in Neuhaus am Rennsteig auf den noch sehr übersichtlich gefüllten Parkplatz direkt neben dem Start fuhr, spürte ich dieses Gefühl, diese sehr positive Nervosität und die Müdigkeit war wie weggeblasen.

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RACE-DAY … YES!!!!

Die Atmosphäre Vorort war total relaxed, die Startnummernausgabe war fast leer, nur 2 oder 3 andere Läufer holten sich gerade Ihre Unterlagen ab, erst als ich wieder aus dem Gebäude kam wurde es etwas voller. Gerade war einer der Bus, der die Läufer aus Schmiedfeld (dem Ziel unseres Laufes/One-Way-Run) abgeholt hatte angekommen. Ich machte mich wieder auf den Weg zu meinem Auto, um in Ruhe mein Drop-Bag zu packen und um mich umzuziehen.

So gegen 8:00 Uhr wurde es dann wirklich voller und ich dachte mir es wäre eine gute Idee jetzt nochmal das stille Örtchen aufzusuchen, bevor ich später endlos anstehen würde. Die Idee war gut und hatten auch viele andere und so stand ich trotz der viele Dixi- und anderen Toiletten glatte 15 Minuten an. Gut die Zeit verging schnell, da man sofort ins Gespräch kam, doch ich war froh als auch dieser Step der Vorbereitung abgeschlossen war. Ich holte aus meinem Auto den Drop-Bag und brachte ihn zum bereitstehenden LKW, der für meine Startnummer bestimmt war.

Dann war es auch schon 8:40 Uhr und da ich nicht von ganz hinten starten wollte machte ich mich auf in die Startaufstellung, ich suchte mir einen guten Platz vor der Bühne denn jetzt gab es erst noch das Rennsteig Lied und den Schneewalzer. Ich bin ja eigentlich nicht der, der bei so etwas mitmacht, doch hier … keine Chance, da bist Du einfach dabei und es macht einen riesigen Spaß mitzusingen und zu Schunkeln.

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Dann endlich kurz vor 9:00 Uhr, jetzt wurde es ernst, schnell noch gemeinsam von 10 auf 0 runtergezählt und schon wurde die Meute/ die über 3200 Läufer auf die Strecke gelassen.

Gleich zu Beginn geht es in Neuhaus die Strasse hoch, gut 1km, das Feld ist eng, doch es gibt kein Gedrängel. Schon bei diesem ersten Kilometer bekommt man mit was es heisst am Rennsteig zu Laufen. Links und rechts von der Strasse stehen Zuschauer und puschen die Läufer die Steigung hoch. Oben angekommen geht es auf der breiten Bundesstrasse zuerst flach und dann bergab weiter. Das Feld hat sich schnell sortiert und als wir endlich den harten Asphalt verlassen und auf die Schotterwege des Thüringer Waldes abbiegen bleibt das Tempo in dem Feld in dem ich mich bewege recht hoch.

Eine 4:45 min/km Pace, ob dass so gut ist?

Habe ich doch so oft gelesen, man sollte sich seine Kraft auf dieser Strecke gut einteilen, da es am Ende hart und grausam wird. Ich war aber mal optimistisch und sage mir selber: „Na dann machst Du halt am Ende etwas langsamer, wenn’s läuft dann läufts!“

Ca. bei Kilometer 8 kam die erste Steigung, nichts böses, nur einfach langsam Bergauf, zuerst ein kurzes Stück Schotterpiste und dann ging es in einen Hohlweg über, der 1-2 Läufer nebeneinander platz ließ. Hier zeigte sich schnell wer sonst auch in hügeligem Gelände unterwegs war und wer doch eher zur Kategorie Straßenläufer zählte. Der Weg war gespickt mit Wurzeln und schon erwischte es vor mir einen Läufer der zu Fall kam, sich aber nichts weiter tat. Auf diesem Stück konnte ich gleich mal ein paar Läufer überholen, die mit dem Anstieg und dem Untergrund nicht ganz so gut zu Recht kamen. Es ging jetzt gute 3 Kilometer immer leicht bergauf und meine Pace lag bei ca 5:15 min/km also alles noch im grünen Bereich, auch wenn der Puls hier etwas anstieg.

Gutsmuths Rennsteiglauf 2017

Auf diesem Stück kamen wir auch am Dreistromstein vorbei, an dem sich auch eine der Verpflegungsstationen befand. Kurz vorher nahm ich mein erstes Gel und griff mir an der Verpfelgungsstation schnell einen Tee und weit ging es.

Kurz darauf war auch diese längere Steigung mit 80hm genommen und es ging weiter über mal breitere mal schmalere Pfade wieder leicht bergab. Der Puls sank und die Pace pendelte sich bei 4:50 min/km ein, alles optimal, so konnte es weiter gehen. Auch der nächste Anstieg bei Kilometer 17 ließ sich gut Laufen, die wiederum 80hm waren nach 2 Kilometer gemeistert und zur Belohnung erreichten wir die nächste Verpflegungsstation den Turmbaude am Masserberg, einem wirklich tollen Bauwerk hier mitten im Thüringer Wald.

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An der Verpflegungsstation gönnte ich mir wieder einen Tee, ein Wasser und ein Gel, nahm diese aber im Laufschritt zu mir. Auch wenn ich die ganze Zeit konzentriert durchgelaufen bin habe ich mir zum einen immer Landschaft angesehen, die wirklich schön war und zum anderen habe ich mich bei allen bedankt die uns unterwegs zugejubelt haben und das waren nicht wenige. Gerade hier oben am Masserberg waren wieder sehr viele Zuschauer und feuerten uns an.

Kurz nach der Verpflegungsstation ging es auch mal kurz aus dem Wald heraus und es tat gut ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen, waren es doch nur knapp über 10 Grad.

Am Skilift von Masserberg war die hälfte der Strecke geschafft und mit einer knappen 1:45 war ich gut dabei. Jetzt ging es auf einen für mich der schönsten Teilabschnitte, hier konnte man dem Rennen auch den Stempel Trail-Rennen aufdrucken. Es ging auf schmalen Singeltrails bergab, technisch sehr anspruchsvoll und man merkte, dass sich viele mit diesem Gelände schwer taten. Ich genoß diese Strecke und konnte trotz des engen Weges immer wieder ein paar andere Läufer überholen.

Gutsmuths Rennsteiglauf 2017

Nach 1,5 Kilometern war der Spaß leider vorbei und wir mussten kurzzeitig wieder auf einer Bundesstraße laufen. Erst bei Kilometer 27 ging es wieder kurzzeitig in den Wald auf schmale Pfade immer leicht bergauf und bergab, bis jetzt keine bösen Steigungen, alles ließ sich sehr gut laufen.

Kurz nach Kilometer 28 erreichten wir Neustadt am Rennsteig und somit auch die nächste Verpflegungsstation. Hier machte ich leider den Fehler mit eine Apfelsaftschorle zu greifen, welche leider Kohlensäure hatte und so hatte ich noch den nächsten Kilometer etwas davon.

Der Kilometer 31 war der härteste für mich, ging es hier den Großen Burgberg hoch und dieser zwang mich wirklich dazu zu gehen. Es sollte das einzigste mal auf dieser Strecke sein, dass ich ging, doch ab und zu ist es einfach mal besser.

Beim Kilometerschild 32 wurde mir klar nur noch 10km, meine Beine fühlten sich immer noch ganz gut an, ich spürte die bereits hochgelaufenen Höhenmeter doch alles in allem war es ok. Noch 10km, 60 positive und 150 negative Höhenmeter waren es, die Pace lag im Schnitt bei 5:10 km/min, die Anstiege hatten etwas Zeit gekostet, doch ich lag mehr als nur Plan.

An der nächsten Verpflegungsstation am Großen Dreiherrenstein nahm ich mein letztes Gel, eines mit Cola-Geschmack und Koffein, der Bost für die letzten Kilometer.  Hier gab es auch den bekannten Stempel auf die Startnummer, den man sich als besonderes Andenken abholen konnte.

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Es ging die nächsten Kilometer immer leicht bergab und ich liess es einfach laufen, genoss die Landschaft und die herrliche Atmosphäre. Überall wurde man angefeuert, jeder sprach einem Mut zu, es sei doch nicht mehr weit.

Kilometer 37, wir erreichten Frauenstein, die letzte Verpflegungsstation, noch mal ein Wasser und dann ab auf die letzte 5 Kilometer. Jetzt merke ich aber langsam das meine Kraft schwindet, zeigte mein rechtes Bein doch immer mal wieder einen Schwächeanfall und knickte leicht ein. Ich hielt die Pace aber hoch und als ich nach 41 Kilometern den Wald das letzte Mal verließ lag Schmiedfeld vor mir. Hier ging es zuerst die Straße runter und ich versuchte etwas Kraft zu sparen, wusste ich doch, dass noch der letzte der harte Anstieg kommen würde.

Kurz bevor es den Berg hoch ging, schien ein Läufer gestürzt zu sein, sah nicht gut aus, doch mehrere Menschen kümmerten sich bereits um ihn.

Der letzte Anstieg, die letzten ca. 700 Meter bis ins Ziel und fast die schönsten, der gesamten Strecke. Das ganze Bergaufstück war gesäumt von Zuschauern, die einen den Berg hochpeitschten, es war ein wahnsinniges Gefühl.

Und dann die letzte Kurve, noch 100 Meter bis ins Ziel. Ich wollte dieses Stück eigentlich mit dem Handy filmen, meinte dies auch zu tun doch hatte dann wohl die Aufnahmetaste nicht richtig getroffen (schade). Ich hielt meine Handy mit der rechten Hand in die Höhe und mit der linken Hand forderte ich die Menschen auf lauter anzufeuern, was sie auch prompt taten, was eine Stimmung … Wahnsinn!

Die Uhr stoppte nach 3:37:05 und ich war mehr als happy, mein Ziel war es eigentlich nur unter 4:00 zu laufen, dass es so gut werden würde hätte ich nicht gedacht. Platz 235 von 2429 Finischern und 47er in meiner Altersklasse, garnicht schlecht für einen alten Sack im „Trainingslauf“ 😁

Eine der Helferinnen hängte mir meine Medailleum und ich suchte mir erst mal ein Stück Rasen auf dem ich mich niederlassen konnte, um mich etwas zu erholen und das Ganze zu verarbeiten.

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Im ganzen Gewühl traf ich noch auf Martin Grüning, er selber war nicht mitgelaufen hatte jedoch seine Frau auf den letzten 18 Kilometer der Supermarathon Strecke begleitet. Seine Frau belegte den 3ten Platz, was für eine Hammer Leistung!

Jetzt weiß ich was den Rennsteig aus macht und es ist wirklich was ganz spezielles!

Bevor ich mir wieder mein Drop-Bag holte gönnte ich mir noch ein Finisher Bier, was richtig gut tat.

Zuerst irrte ich etwas umher, war das treiben hier in Schmiedfeld etwas größer, doch dann fand ich die Wiese mit den Drop-Bags und machte mich auf meines zu suchen.

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Nachdem ich mich umgezogen hatte, auf das Duschen verzichtete ich bei den Massen von Läufern holte ich mir noch kurz meine Urkunde ab und machte ich mich direkt auf den Weg in Richtung Bus, denn die Fahrt nach Neuhaus sollte noch mal eine gute Stunde dauern.

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Der Bus sollte jede Stunde fahren und bei Bedarf auch öfters, der Bedarf war da wie sich zeigte doch der Bus kam erst zur vollen Stunde. Die Zeit an der Bushaltestelle verging aber sehr schnell, kam ich doch sofort mit einigen ins Gespräch.

Als ich endlich im Bus saß wurde ich hundemüde und war dem Busfahrer gar nicht böse, dass er noch den einen oder anderen Abstecher machte um andere Läufer abzusetzen.

Als ich im eigenen Auto saß war ich aber sehr froh und als ich nach insgesamt 12 Stunden wieder zuhause war, blickte ich auf einen super Tag zurück, dessen Erinnerung ich noch lange in mir tragen werde.

Und in 4 Wochen geht es schon weiter, da ruft dann der Bastrail XL des ZUT, wieder eine neue Erfahrung, wieder eine neue Herausforderung.

Einige der Bilder in diesem Bericht wurden von Norbert Wilhelmi und Stefa Weigelt zur Verfügung gestellt, danke dafür.

Ich möchte mich auf diesem Weg nochmal bei allen Helfern bedanken, Ihr habt einen super Job gemacht und mir einen tollen Tag beschert.

DANKE!!!

… and KEEP ON RUNNING

Andechs Trail 2017 – Laufen am heiligen Berg

„Laufen – Beten – Trinken“ … oder war es … „Trinken – Beten – Laufen“ ????

Wer hier am heiligen Berg zum Trail-Running kommt hat immer gleich mehrere Optionen seinen Tag zu gestalten.

Heute stand alles im Zeichen der 6ten Auflage des Andechs Trail und somit war die Reihenfolge klar:

Beten_Laufen_TrinkenBeten – Laufen – Trinken

Beim Andechs Trail werden derzeit zwei Strecken angeboten, einmal der „Beginner Trail“ der über ca. 8 km geht und dann noch der „Experten Trail“ über 15 km, für welchen ich mich auch angemeldet hatte.

Andechs liegt nun nicht gerade bei mir um die Ecke und so mahnte mich mein Wecker bereits um 5:45 Uhr zum aufstehen. Der Start war erst um 10:00 Uhr, doch gerade auf der Strecke von Erlangen Richtung München weiß man nie was einen so erwartet und so machte etwas mehr Puffer schon Sinn.

Da ich am Vortag schon alles vorbereitet hatte, machte ich mir nur noch ein schnelles Frühstück und einen starken Kaffee für unterwegs und schon befand ich mich auf meiner 230km langen Anreise. Und wie es immer so ist, wenn man ich genügend Puffer einplant, läuft alles glatt und so konnte ich ganz entspannt fahren und sogar noch eine Pause unterwegs machen. Ich erreichte den Parkplatz unterhalb des Klosters Andechs gegen 8:40 Uhr und es war noch recht friedlich, erst ein paar Autos säumten den Parkplatz.

Mein erster Weg führte mich direkt zur Startnummernausgabe, wo so gut wie gar nichts los war.

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Jetzt hatte ich noch über eine Stunde Zeit bis zum Start des Experten Trails über gute 15 km, also blieb noch Zeit sich das Kloster etwas näher anzusehen, war mein letzter Besuch hier doch schon zwei Jahrzehnte her.

Hier ein paar Bilder der Klosterkirche, wo ich mir selbstverständlich auch den Segen (Beten) für einen guten Lauf abgeholt habe.

Auch der spätere Zielbereich, leicht unterhalb der Klosterkirche, war schon vorbereitet.

Neben den vielen verschiedenen Kuchen, stand auch schon das Finisher-Bier bereit, doch das musste noch etwas warten.

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Jetzt ging es doch langsam auf den Start zu und wir hatten echt Glück mit dem Wetter. War die letzte Woche das Wetter doch noch ehr schlecht als recht, zeigte sich heute Morgen sogar die Sonne und das Termomenter war zumindest auf 9 Grad gestiegen.

Jetzt kurz vor dem Start war auf dem Parkplatz richtig was los und ich war froh mir meine Startnummer schon früh abgeholt zu haben, da die Schlange nun doch eine beachtliche Länge hatte.

Schnell noch 2 km aufgewärmt und schon war es 9:55 Uhr und der Veranstalter bat alle Teilnehmer des Experten Trails sich mal so langsam an der Startlinie einzufinden (… typisch Trailrunner, da hat und macht keiner Stress), der Beginner Trail startete von gleicher Stelle nur 10 Minuten später.

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Ich sortierte mich im vorderen Drittel des Starterfeldes ein, denn ich wusste, hier ist es nicht angesagt ganz gemächlich zu starten, da man sonst auf den Single Trails Probleme haben würde sich, weiter nach vorne zu arbeiten.

Kaum war der Lauf freigegeben setzte sich das über 200 Teilnehmer große Feld des Experten Trail in Bewegung und die Spitze gab gleich mal richtig Gas. Ich schätze mal, dass die Anfangspace im Spitzenfeld bei 3:15 – 3:45 min/km lag und selbst ich war mit meinen 4:15 min/km auf dem ersten Kilometer für mich selbst viel zu schnell unterwegs. Doch gerade dieser erste Kilometer war extrem wichtig sich richtig im Teilnehmerfeld einzusortieren, war man hier doch noch auf einem breiten Schotterweg unterwegs und konnte überholen und sich auch ohne Probleme überholen lassen.

Bilder bereitgestellt vom Andechs Trail Team

TFBild anklicken um Video zu starten

Nach guten 1,5 km ging es dann von der Schotterpiste auf die Trails und die waren wirklich erste Sahne. Platz für einen Läufer, schnelle Richtungswechsel, immer etwas rauf und runter und oft mit Wurzeln gespickt. Hier hieß es mit voller Konzentration zu laufen, um ja nicht zu stürzen, was ich vor mir während dem gesamten Lauf leider immer wieder beobachten musste.

Nach insgesamt 3 km war mein Puls in einem Bereich, der mir gar nicht gefallen hat, um hier wirklich durchlaufen zu können, beschloss ich die Geschwindigkeit etwas herauszunehmen, um meinen Puls wieder in einen annehmbaren Bereich zu bringen. Anscheinend ging es nicht nur mir so, den die paar Läufer die unmittelbar hinter mir waren, machten auch keinen Anstanden mich zu überholen.

Bei Kilometer 6 verlässt die Strecke für einige Zeit wieder den Wald und auch die Wege werden wieder breiter. Auf dem breiten Weg, schlossen zwei andere Läufer zu mir auf und wir tauschten uns kurz über die bereits absolvierte Strecke aus. Schon von weitem konnte man die Teilnehmer des Beginner Trails sehen, dessen Strecke sich mit unserer bei Kilometer 5,9 vereinten und nun für ca. 4 km gemeinsam verlief.

Platz zum überholen war auf diesem Teilstück der Strecke nun wieder genug und so konnten einige Teilnehmer des Beginner Trails auch ohne Probleme überholt werden.

Andechs Trail 2017 #6

Bild bereitgestellt von Wolfgang Weinmann

Viele Höhenmeter hatten wir bis jetzt nicht überwunden, dass sollte sich aber nach der Verpflegungsstelle bei Kilometer 7 ändern. Hier ging es dann wieder in den Wald, die Pfade schmaler und das Überholen schwieriger. Da wir hier aber bei einem Trail Rennen sind wo nicht gepöpelt und gerämpelt wird, reicht immer ein kurz gerufenes „Links“ und schon bekommt man den Platz zum Überholen den man braucht, meist noch gefolgt von ein paar aufmunternden Worte.

Andechs Trail 2017 #4

Bild bereitgestellt vom Andechs Trail Team

Die Strecke führte jetzt wieder über wunderbare Singletrails Richtung Ochsengraben, wo uns laut Veranstalter noch eine Überraschung erwarten sollte. Ich muss aber gestehen, ich habe diese angekündigte Überraschung leider nicht wahrgenommen, vielleicht war ich zu sehr damit beschäftigt keinen falschen Schritt zu machen, denn auch hier war der Weg wieder mit Wurzeln gepflastert.

Nach dem Ochsengraben kam dann die erste Steigung, welche aber gut laufbar war und bei Kilometer 10 trennten sich wieder die Wege der Beginner und Experten. Für uns ging es weiter bergauf, zu Beginn noch über schmale technisch anspruchsvolle Singletrails und dann ein gutes Stück auf einem breiten Forstweg. Obwohl wir bis jetzt nur wenig Höhenmeter gesammelt hatten wurde die Beine schwerer und ich musste meinen inneren Schweinehund überwinden nicht langsamer zu werden, bzw. zu gehen.

Oben an der höchsten Stelle dieses Teilabschnitts angekommen, gab es ein paar aufmunternde Worte der Streckenposten bevor wir uns den 1 km  langen Downhill herunterstürzen. Sich auszuruhen war hier auch fast nicht möglich musste man nach wie vor höchst Aufmerksam sein. Auf dem Downhill Stück konnte ich auch fast auf  zwei vor mir laufende Läufer aufschließen, was ganz gut war, so hatte ich auf dem nachfolgenden Bergaufstück einen guten Anreiz nicht nachzulassen. Einen der beiden konnte ich dann ca. 1,5 km vor dem Ziel überholen, der andere war noch in Sichtweite und hatte auf die zweit schnellste Frau aufgeschlossen.

Ich wusste, dass jetzt noch ein kurzes steiles Downhillstück kommen würde und hoffte hier noch mal richtig Gas geben zu können. Doch leider ging es hier Treppen herunter, wobei die Abstände zwischen den Stufen stark variierten und es unmöglich war  hier gleichmäßig runter zu laufen/springen.

Zu Beginn des letzten Anstieges konnte ich dann zu den beiden vor mir laufenden aufschließen und sie kurzzeitig überholen, musste dann aber doch ins Gehen übergehen da meine Beine nicht mehr so recht wollten. Die Beiden passierten mich wieder und erst als die zweitschnellste Frau mich noch mal anfeuerte, lief ich wieder los und erreichte das Ziel kurz hinter den Beiden.

Im Zielbereich war schon mächtig was los, ich griff mir erstmal einen Becher lauwarmen Tee und ließ mich auf eine Mauer nieder um durchzuschnaufen.

Im Anschluß versorgte ich mich noch mit Kuchen und zum Trinken sollte es dann noch ein Finisher-Bier sein. Der Kuchen war super lecker, nur von dem Bier bekam ich fast nichts runter und so beschloss ich lieber mir eine geschlossene Flasche als Andenken an den heutigen Lauf mitzunehmen.

Nach ein paar kurzen Gesprächen mit anderen Läufern machte ich mich auf den Weg um meine Rückreise anzutreten.

Wer ein gut organisiertes, kleines und feines Event sucht, ist hier genau richtig. Mal sehen, vielleicht komme ich nächstes Jahr wieder.

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Das Bier ist immer noch verschlossen, mal sehen wie lange ich widerstehen kann.

… KEEP ON RUNNING

Fürther Stadtwaldlauf … oder „Pacing through the forest“

„Schon wieder ein Wettkampf?!“ – werden sich einige von Euch fragen … „Macht der Kerl auch noch etwas anderes?“

Dazu kann ich nur sagen: „Aktuell passt einfach alles optimal zusammen (Familie – Neuer Job – Laufen)!“

Für den Fürther Stadtwaldlauf habe ich mich spontan angemeldet, zum einen war der Lauf keine 15 Minuten von mir entfernt und zum anderen liefen auch noch zwei Arbeitskollegen mit. Noch dazu kam, dass ich die Strecke sehr gut kannte, lauf ich hier doch mindestens 1x pro Woche.

Zur Auswahl standen die klassischen 10 km oder aber ein Halbmarathon. Da meine Tendenz derzeit ja eher in Richtung längere Strecken geht war klar, dass ich hier den Halbmarathon laufen würde. Ein klares Ziel hatte ich mir diesmal nicht gesetzt, alles um die 1:401:45 wäre vollkommen ok. Ich wollte diesen Lauf eher als Vorbereitung für den 15 km Andechstrail mit 285hm nehmen, der zwei Wochen später stattfinden wird. Der Fürther Stadtwaldlauf hat auf seinen zwei Runden durch den Stadtwald immerhin auch 270hm, somit also eine optimale Vorbereitung.

Der Start war erst um 13:00 Uhr, so konnte ich ausschlafen und mich ganz entspannt auf meine lange Anreise machen. Vorort war schon ordentlich was los, da am Vormittag die Schüler- und Bambini-Läufe stattgefunden hatten. Es handelt sich aber um eine kleine Veranstaltung und alles ging ganz easy zu, so kam ich schnell zu meiner Startnummer der 111. Die nette Dame an der Anmeldung und ich waren einer Meinung, dass die Startnummer einfach Glück bringen muss und so bekam ich neben meinem Namen noch einen Smiley auf die Startnummer.

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Nach dem ich mich umgezogen und meine Tasche wieder im Auto verstaut hatte , schaute ich mich etwas um und traf auf Tobias Drummer, den ich im vergangenen jahr bei der Premiere des Neideck 1000 Trailruns in der Fränkischen Schweiz, kennengelernt hatte. Im gespräch kam raus, dass wir uns dieses Jahr wohl noch ein paar mal treffen werden, läufer doch auch den ZUT Base Trail XL, den Neideck 1000 und den Altmühltrail.

20 Minuten vor dem Start hab mich ganz brav 2 km eingelaufen und stand um 13:00 Uhr entspannt am Start und war mal gespannt was heute so gehen/laufen würde.

Fürther Stadtwaldlauf #1

Der Start der 130 Läufer ging ohne Gedränge oder Ähnliches vonstatten, doch das Anfangstempo war relativ hoch (4:15 min/km). Zu Beginn wurden 1,5 Runden auf der Laufbahn absolviert bevor es ab in den Wald ging. Ab hier drosselte ich meine Pace etwas, mit dem Wissen, dass es noch über 20 km sein werden und auch ein paar Steigungen dabei sind.

Die erste Steigung begann schon bei Kilometer 1 und ich merkte relativ schnell, dass sich mein Trail-Training bezahlt macht und so nahm ich diese Steigung ganz entspannt und kassierte gleich mal ein paar andere Läufer. 1,5 km und 40hm später war die zweithöchste Stelle der Runde erreicht und die erste Verpflegungsstation kam in Sicht. Ich griff mir einen Becher Wasser, bevor ich mich auf den „wahnsinnigen“ Downhill von 100 Meter Länge begab.

Ich hatte mittlerweile auch zwei andere Läufer gefunden, die ungefähr die gleiche Pace wie ich liefen und wir wechselten uns immer mal wieder mit dem pacen ab. Die nachfolgenden 4 km ging es über leicht wellige Forstwege mit nur etwas Steigung und so schlossen auch wieder andere Läufer zu uns auf. Wusste ich doch, dass bei Kilometer 7 die zweite Steigung zum höchsten Punkt der Runde kommen würde, setzte ich mich an die Spitze der kleinen Gruppe, blickte mich noch einmal kurz um … ups ca. 15 Läufer direkt hinter mir … und versuchte die Pace die gesamte Steigung hoch zu halten. Oben angekommen war auch die zweite Verpflegungsstation, ich griff mir einen Becher Wasser, blickte mich kurz um, sah dass ich mir etwas Vorsprung herauslaufen konnte, setzte den Becher zum Trinken an und schwups landete der erste Schluck nicht im Mund sondern in meiner Nase, was nicht gerade angenehm war.

Die folgenden 3 km gingen immer leicht abwärts, so dass man es wunderbar laufen lassen konnte und auch etwas Kraft sparen konnte. So war die erste Hälfte nach 48:30 absolviert und die anderen beiden Läufer mit denen ich schon ein teil der Strecke gelaufen war, hatten auch wieder zu mir aufgeschlossen.

So ging es auf die zweite Runde und schon an der ersten Steigung musste einer der anderen Läufer abreißen lassen, doch ich hörte ein weiteres paar Schritte, dass etwas zu uns aufgeschlossen hatte.

Total auf die Steigung fixiert blickte ich mich aber nicht um, sondern versuchte wieder mit nicht zu stark abnehmender Pace die Steigung zu nehmen. Erst kurz vor der Verpflegungsstelle drehte ich mich kurz um und erblickte 150 Meter hinter mir die derzeit an der dritten Position liegenden Frau. Die zweitplatzierte Frau war nur 100 Meter vor mir und das Ziel der anderen Läuferin war wohl sich langsam nach vorne zu arbeiten. Nach dem wieder rasanten Downhill kassierte ich die zweite Frau und Ihren Begleiter und nach ca. 1 km hatte die andere Läuferin zu mir aufgeschlossen und wir liefen die nächsten 3 km gemeinsam. Leider musste Sie dann abreißen lassen und so war ich auf den letzten 4 km wieder alleine unterwegs.

Die zweite Steigung der Runde verlief optimal und ich konnte sogar nochmal einen drauf legen. An der Verpflegungsstation schnell noch einen Schluck genommen, der zum Glück diesmal gleich im Mund landetet. Der Rest der Strecke verlief dann wieder weitestgehend auf leicht abfallenden Forstwegen, so dass ich die Pace immer mal wieder steigern konnte und so noch denn einen oder anderen Läufer überholte.

Das Ziel erreichte ich nach 1:35:05.67, was nur knapp 1 Minute über meinen PB liegt und ich war mehr als zufrieden. Ich hatte aber überhaupt keine Ahnung wie ich innerhalb des Feldes abgeschnitten hatte, war der Zielraum doch voller Läufer als ich ankam. Das lag vor allem daran, dass der 10 km Lauf nur 20 Minuten nach uns gestartet war und auch diese Läufer sich jetzt im Zielbereich befanden.

Fürther Stadtwaldlauf #2

Erst Zuhause konnte ich feststellen, dass ich 4ter meiner Altersklasse und 16 insgesamt wurde.

Fazit: Mehr als zufrieden … und SUB1:30 für den HM sollten dieses Jahr doch noch möglich sein.

In diesem Sinne … KEEP ON RUNNING

Fürther Stadtwaldlauf #3

Der Winterwaldlauf, der im Frühling stattfand

Am vergangenen Wochenende fand der Erlangener Winterwaldlauf bei herrlichem Frühlingswetter statt. Gelaufen wird hier auf einer 5 km Runde durch die Brucker Lache, einem kleinen Waldgebiet im Süden von Erlangen.

Das Angebot an Läufen ist relativ vielfältig und startet beim Bambini-Lauf bis hin zum 10 km und 15 km Lauf.

Da ich das Wochenende zuvor erst am 6 Stunden Lauf in Fürth teilgenommen hatte, war ich mal gespannt was heute so gehen würde, hatte ich mich doch wieder für die 15 km angemeldet.

Das schöne war endlich mal wieder einen Lauf direkt vor der Haustür zu haben. Meine Startnummer hatte ich mir schon am Tag zuvor abgeholt, um alles ohne Stress angehen zu können. Auf Grund der kurzen Entfernung zum Start schwang ich mich morgens auf mein Fahrrad, anstatt das Auto zu nehmen.

An der Brucker Lache angekommen herrschte schon reges Treiben, startete doch gleich der 1,7 km Schülerlauf.

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Da aus der Ausschreibung nicht genau hervorging, ob und wo man sein Gepäck abgeben kann, irrte ich erst etwas umher. Leider musste ich feststellen, dass es in der Nähe von Start und Ziel nur zwei Zelte gab in denen man sich umziehen konnte und dann auch seine Sachen unbeaufsichtigt deponieren konnte.

Ich schaute mich schon vor dem Start nach ein paar bekannten Gesichtern um, wusste ich doch dass einige mir bekannte Läufer hier an den Start gehen wollten. Doch in dem Gewusel konnte ich niemanden entdecken und so konzentrierte ich mich erstmal auf meinen Lauf und begab mich auf eine kurz Einlauf-Runde. Wie gehofft waren die Wege relativ trocken und so war meine Wahl in den On Cloudsurfern zu starten die Richtige.

Kurz vor 13:00 Uhr sammelten sich alle Starter an der Startlinie und nach dem die Sprecher noch ein paar nette Worte an alle gerichtet hatten, fiel auch schon der Startschuss. Ich hatte mich extra nicht ganz vorne eingereiht, um nicht zum Slalompfosten zu werden. Doch hatten sich viele andere langsamere Läufer relativ weit vorne positioniert, wodurch sie für mich auf den ersten 500 m zu Slalompfosten wurde. Auf den ersten Metern erkannte ich auch noch einen Bekannten der mich anfeuerte, leider habe ich später vergebens nach ihm Ausschau gehalten.

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Bild von Stefan Schöner

Nach 500 m hatte sich das Feld dann aber schon ganz gut auseinander gezogen und die Überholmanöver wurden weniger, so dass man sich auf seine Pace konzentrieren konnte. Nach 1 km piepste die Uhr und zeigte 4:17 min/km … shit zu schnell, das halte ich nach dem letzten  Wochenende sicher nicht durch … also etwas Tempo herausgenommen. Die nächsten Kilometer lagen alle so um die 4:30 min/km, was eigentlich auch noch zu schnell war, peilte ich doch eine Durchschnitts-Pace von 4:45 min/km an. Doch es lief überraschend gut und so ließ ich es einfach Laufen mit dem Gedanken im Kopf, dass ich eventuell auf den letzten Kilometern einbrechen würde.

Der erste der drei 5 km Runden war nach genau 22:00 Minuten absolviert und die Beine fühlten sich fit an, also schnell ein Schluck Wasser und ab auf die nächste Runde.

Auf der zweiten Runde war die Strecke leicht variiert worden und so ging es jetzt auf gut 500 m auf ein schon fast singletrailmäßiges Stück, was mit Wurzeln gepflastert war. Hier hieß es konzentriert Laufen um ja nicht zu Stürzen. Da man den Rest der Runde kannte wusste man nun wo einen was erwartete. Die ersten 2,5 km der Runde geht es immer ganz leicht bergauf, insgesamt nur 20 Höhenmeter, aber die merkt man und zum Glück auch wenn es diese auf der zweiten Hälfte wieder bergab geht.

Ich hatte meine Pace jetzt ganz gut gefunden und so war die zweite Runde nach 22:24 Minuten absolviert etwas langsamer als die erste Runde,  aber immer noch schneller als geplant.

Ich hoffte auch die dritte Runde noch in der gleichen Pace durchziehen zu können merkte aber, dass die Beine etwas schwerer wurden. Zum Glück fand sich zu Beginn der dritten Runde eine kleine Gruppe zusammen, die fast die gleiche Pace ging und in der ließ ich mit ziehen. Das Mitlaufen in dieser Gruppe verlief bis zu Kilometer 13 ganz gut doch dann gaben zwei der Gruppe noch mal richtig Gas und zogen davon. So waren wir nur noch zu dritt und ich hoffte nur, dass die anderen Beiden nicht zu früh in den Schlussspurt gehen würden. Nach dem keiner von Beider auch nur den Anstand machte nochmal Gas zu geben war ich es dann der 1 km vor dem Ziel die Pace nochmal etwas anhob und auf den letzten 500 m nochmal. Der eine rief mir noch irgendetwas hinterher, was ich aber nicht mehr verstand, ich konzentrierte mich auf die letzten Meter und einen Läufer den ich auch noch kassieren wollte. Nach 22:10 Minuten war die dritte und letzte Runde absolviert, was eine Gesamtzeit von 1:06:34 Minuten machte.

Mit der Zeit war ich mehr als zufrieden, verbesserte ich meine eigene PB um gute 3 Minuten, was für heute eigentlich gar nicht auf dem Plan stand. Aber so ist es oft, wenns mal läuf, dann läufts und dann sollte man es auch Laufen lassen.

Somit belegte ich in meiner Altersklasse den 7ten Platz und den 45ten bei den Männern, also meh als ok.

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Im Zielbereich traf ich dann auch auf Jörg Walz, einen Läufer den ich bis jetzt nur über Strava kannt, obwohl er keine 5 km  von mir entfernt wohnt. In einem kurzen Gespräch stellte sich dann auch noch heraus, dass er meine Eltern kennt … die Welt ist wirklich ein Dorf. Jörg startete dann noch im 10 km Rennen, wo er leider sein Ziel SUB40 knapp verfehlte und er hatte wohl auch noch einen Sturz auf der Strecke.

Am Ende schwang ich mich wieder zufrieden auf mein Fahrrad und trat den Heimweg an, auch wenn die Beine etwas schwerer waren, nahm ich doch noch einen Umweg um das herrliche Wetter zu genießen.

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In diesem Sinne … KEEP ON RUNNING

6 Stunden für den guten Zweck

Das ich jemals 6 Stunden am Stück laufen würde, hätte ich nie gedacht!

Es ist immer wieder erstaunlich zu was man fähig ist!

Doch eins nach dem anderen.

Am 19.03.2017 stand der Lauf zum Welt Down Syndrom Tag in Fürth an. Wählen konnte man zwischen verschiedenen Strecken, so standen 10k, Halbmarathon, Marathon oder der 6 Stundenlauf (alleine oder im Team) zur Auswahl. Der Großteil der Einnahmen durch die Startgelder soll der Finanzierung der Beratungsstelle des Laufclubs-Down-Syndrom-Marathonstaffel e.V. zugute kommen, also hieß es Laufen für einen guten Zweck.

Warum auch immer hatte ich mich hier für die 6 Stunden angemeldet, ich glaube ich wollte einfach meine nächste Grenzerfahrung machen und sehen, ob sich das intensive Training wirklich auszahlt.

Waren die 50k in Rodgau Ende Januar diesen Jahres noch mein erster Ultramarathon, wollte ich dieses mal noch einen drauflegen. Ich hatte viel aus den 50k in Rodgau gelernt und wollte die Fehler in der Vorbereitung wie auch im Wettkampf dieses mal vermeiden.

Mein fortlaufender Trainingsplan nach Rodgau konzentrierte sich nach wie vor auf Ausdauer und in den folgenden 7 Wochen absolvierte ich weitere 460 km, wobei ich 2 mal über die Marathondistanz ging und weitere 7 Läufe über 20k. Natürlich saß mir die ganze Zeit die Angst im Nacken krank zu werden oder mich zu verletzen, doch es lief einfach optimal.

Eine große Frage für mich war natürlich wieder, wie ich die Verpflegung während dem Lauf gestalten sollte, hatte ich hier doch in Rodgau und auch bei meinem letzten Marathon erhebliche Probleme. Die Probleme lagen damals darin, das mein Magen einfach nicht mehr wollte. Der Grund war beide male, dass ich den Lauf jeweils zu schnell angegangen war, dies wollte ich diesesmal unbedingt vermeiden. Auch plante ich sehr frühzeitig mit der Nahrungsaufnahme (flüssig wie fest) zu beginnen und hier nicht nur auf Gels zu setzen, sondern auch dass was der Verpflegungsstand anbietet. Bei den Gels habe ich dieses mal auf die neuen Gels von Powerbar gesetzt, die wesentlich flüssiger als die normalen sind. Zusätzlich habe ich noch Salztabletten mitgenommen und mir vorgenommen jede Stunde eine zu nehmen.

Bei der Ausrüstung setzte ich wie schon in Rodgau auf die Hoka One One Clifton 3, von denen ich mittlerweile den zweiten Satz besitze. Da das Wetter für den Wettkampftag nicht so prickelnd sein sollte entschied ich mich für die ONE GORE-TEX® Active Run Jacke und bei den Shorts setze ich auf die Trail Shorts von Kalenji in denen man super seine Gels, Autoschlüssel und Handy unterbringen kann.

Kommen wir nun endlich zum Wettkampftag.

Die Nacht zuvor konnte ich einigermaßen gut schlafen und als mein Wecker mich um 6:30 Uhr aus dem Schlaf holte, vernahm ich gleich den leichten Regen, der auf unser Dachflächenfenster prasselt – na dass konnte ja heiter – äh feucht werden. Na mal sehen wie sich das Wetter am Tag weiterentwickeln würde. Mein Frühstück wählte ich dieses mal extrem leicht und so gab es nur Toast mit Käse und Avocado. Da ich zum Wettkampfort nur 15 Minuten Anreise hatte, reichte es vollkommen aus um 7:45 Uhr zu starten, um auch noch genug Zeit Vorort zu haben.

Ein Parkplatz Vorort war schnell gefunden und auch die Startnummer hielt ich kürzester Zeit in Händen, so konnte ich mich in Ruhe umziehen und begab mich um 8:45 Uhr in Richtung Start. Auf dem Weg zum Start traf ich noch 4 angehende Wüstenfüchse, unter anderem auch Andrea Löw von den ASIC Frontrunners, die sich an diesem Wochenende gleich mit zwei 6 Stundenläufen auf das Sahara Race 2017 vorbereiteten. Der Little Desert Runners Club, geleitet von Rafael Fuchsgruber, stellt sich dann 250 km in der Wüste, die in 7 Tagen zu bewältigen sind. Was mich noch sehr freute war Uwe Mirk endlich mal persönlich kennenzulernen, wir kannten uns bis jetzt nur über Strava. Wir beide quatschten noch, als es plötzlich hieß 9-8-7-6-5-4-3-2-1 und Los!

So begann mein Abenteuer 6-Stunden-Lauf ziemlich plötzlich.

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Bild bereitgestellt von Runner’s World

Ich fand schnell meine Pace von etwas über 5:30 min/km und ließ mich zum Glück nicht von den schneller startenden Marthon- und Staffel-Läufer mitreiße. Die ersten zwei Runden (jede Runde hatte 1,9 km) suchte ich mir meine Ideallinie heraus und schaute wo ich Kraft sparen konnte, galt es doch pro Runde auch 2 Rampen (jeweils ca. 3m Höhenunterschied auf kurzer Distanz, 3 und 10 Meter) zu absolvieren. Ich malte mir hier schon aus, wie ich nach ca. 4 Stunden Laufen hier nur noch hoch gehen würde. Doch eins kann ich schon verraten, ich bin die ganzen 6 Stunden nur immer ein paar Schritte an der Verpflegungsstation gegangen.

Ab der dritten Runde griff ich mir an der Verpflegungsstation zuerst jede zweite und ab Kilometer 45 jede Runde etwas zu trinken und jedes Zweitemal auch etwas zu Essen. Beim Essen gab es wirklich alles was man sich nur vorstellen konnte, von Erdnüssen bis zum belegten Brötchen. Ich begnügte mich jedoch mit salzigen Kleinigkeiten und mit Honigmelone.

Die ersten 2 Stunden vergingen wie im Flug und ich kam immer wieder in kurze Gespräche mit anderen Läufern. Meine Beine fühlten sich super an und ich konnte meine Pace optimal halten, ein kurzer Regenschauer nach etwa einer Stunde war schnell vorüber und so bleib es den restlichen Lauf auch trocken (Glück gehabt!)

Ab kurz vor 11:00 Uhr lief ich dann mit einem guten Freund, der Teil des 6-Stunden-Staffelteams „STAATLICHE REALSCHULE EBERMANNSTADT“ war. Wie ich vorher schon erfahren hatte wollte er eigentlich maximal eine 6er Pace laufen, doch er ließ sich von mit mitreißen und so drehten wir die nächsten 45 Minuten gemeinsam unsere Runden.

Danke nochmal Michael, dass Du mich ein Stück begleitet hast, so verging die Zeit wie im Flug!

Gegen 11:00 Uhr machten sich auch die Halbmarathonis auf ihre 21,1 km und obwohl jetzt wieder deutlich mehr auf der Strecke los war, wurde es nie eng oder hektisch. Hier ging es nicht um Bestzeiten, hier ging es vordergründig die ganze Zeit um einen guten Zweck.

Auch die nächste Stunde verlief alles optimal. Ich nahm jede Stunde ein Gel und eine Salztablette, aß und trank genug, so dass ich konstant und ohne Probleme durchlaufen konnte.

Die Stimmung auf der Strecke war wirklich riesig, wir wurden die ganze Zeit von den Streckenposten, Anwohnern und allen möglichen Leuten entlang der Strecke angefeuert. Ich sah immer wieder andere Läufer, die ich kannte, man grüßte sich und gab dem anderen ein paar aufmunternde Worte mit.

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Bild bereitgestellt von Runner’s World

Super war auch zu sehen mit welchem Spaß die Läufer mit dem Downsyndrom unterwegs waren und wenn man sie etwas angefeuert hat, haben sie sich noch mehr gefreut.

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Bild bereitgestellt von Runner’s World

Nach 4 Stunden, um 13:00 Uhr, tauchten wie versprochen meine Frau und meine Tochter auf, was mir nochmal einen richtigen Schub gab. Sie versorgten mich mit frischen Gels und ich konnte Ihnen meine Mütze und Halstuch in die Hände drücken, da es langsam zu warm dafür wurde. Beide feuerten mich immer wieder an und da es meiner Tochter irgendwann zu langweilig wurde begleitete sie mich einfach eine Runde (wenn sie wollte dann könnte sie schon!). Nach der Runde schickte ich sie zum Monitor, wo die aktuellen Ergebnisse angezeigt wurden und als sie mir mitteilt, dass ich auf Platz 9 liege war ich sehr postiv überrascht und bekam noch mal einen kleinen Boost.

Um 13:00 Uhr hatte sich auch die letzte Gruppe des Tages, die 10 km Läufer, auf die Strecke begeben. Mir kam es hierbei großtenteils so vor, als ob sie nur an mir vorbeifliegen, allen voran Peter Panter ein ehmaliger Arbeitskollege, der die 10 km in 39:35 min für sich entscheiden konnte. Auf diesem Weg auch nochmal meine Gratulation an Dich, aber nächstes Mal läufst Du eine vernünftige Distanz.

So verging die Zeit wirklich schnell und schon waren die 5 Stunden erreicht, nur noch eine Stunde. Ich fühlte mich immer noch fit, nur die Konzentration litt langsam etwas und so nahm ich mein letztes Gel mit Koffein. Ich würde die Wirkung jetzt gerne genauer beschreiben, die das Gel mit Koffein hatte, ich kann einfach nur sagen, dass es mir geholfen hat wieder voll konzentriert zu laufen. So beschloss ich dann auch das Tempo etwas anzuziehen und forcierte die Pace bei 5:20 min/km.

Dass ich mein eigentliches Ziel mindestens 60 km erreichen würde, war mir schon früh klar, doch in der letzten Stunde versuchte ich zu kalkulieren was wirklich möglich war. Hierbei merkte ich jedoch, dass es mir wirklich schwer viel zu Rechnen, 5 Stunden laufen zehren wohl doch etwas an der Substanz! Irgendwie brachte ich es dann zusammen, dass wenn ich auf der letzten Runde nochmal richtig Gas gebe, 65 km drin wären.

Als die letzte Runde anbrach hatte ich noch 10 Minuten für die letzten 2 Kilometer. Ich erhöhte die Pace auf knapp unter 5:00 min/km und wunderte mich selber, dass meine Beine das einfach so mitmachten; was Adrenalin doch alles aus machen kann.

Und so pacete ich meine letzte Runde, die letzten 10 Minuten, nahm mir unterwegs aber noch die Zeit und den Atem, mich bei jedem Streckenposten für die super Unterstützung zu bedanken.

Als nach 6 Stunden das Schlusshorn ertönte, war es geschafft!

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals 6 Stunden in einer solchen Pace laufen kann.

Ich hatte meine letzten Meter wohl gewählt, denn dort wo ich auf die Streckenvermesser warten musste, war genau eine Bank auf der ich mich selig niederließ.

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So eine Bank nach 6 Stunden hat schon was!

Nach dem meine letzten Meter ordentlich vermessen wurde, machte ich mich ganz langsam auf den Weg in Richtung Start und Ziel. Leider musste ich hier auch nochmal eine dieser Rampen überwinden, was mir jetzt viel schwerer fiel als während dem Lauf.

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Der Wahnsinn steht mir nach 6 Stunden im Gesicht geschrieben

Hier am Ende kann ich mich eigentlich nur noch einmal wiederholen:

Es war ein durch und durch perfektes Rennen!

Wenn man sich nicht hinreißen lässt und sein Rennen vorher so gut es geht plant, ist vieles möglich. Gleiches gilt übrigens für die Vorbereitung, hier muss man unbedingt darauf achten nicht zuviel zu wollen.

Vielen Dank an all die Helfer die Vorort waren und diesen Tag möglich gemacht haben, Ihr habt einen tollen Job gemacht.

Noch ein paar Bilder:

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Liste der ersten 20 beim 6 Stunden-Lauf