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18. Erlangener Winterwaldlauf mit der Trail Premiere

Wie war das noch?

Die Läufe, die man gar nicht einplant, sind die besten Läufe!

Ich hatte diesen Erlangener Winterwaldlauf überhaupt nicht auf dem Schirm, obwohl ich hier letztes Jahr schon die 15 km gelaufen bin und es sau gut lief. Erst über Facebook wurde ich am Freitag morgen auf den Lauf aufmerksam und als ich dann noch laß, dass es dieses Jahr einen Trail geben würde, war mir klar, dass ich dabei bin.

Also am Freitag gleich nach der Arbeit noch schnell nach gemeldet, so schnell kann’s gehen.

Als meine Frau davon hörte war sie zuerst gar nicht so happy, war ich doch immer noch  dabei meine Grippe/Erkältung auszukurieren. Als sie aber hörte, dass es nur 7,5k sind, gab sie mir grünes Licht.

Am Samstag morgen war ich pünktlich um 9:30 Uhr im Startbereich, um in Ruhe noch eine Runde zum warm werden drehen zu können. Es waren -4 Grad, also warm genug für eine kurze Hose und eine leichte Jacke.

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Pünktlich, kurz vor 10:00 Uhr versammelten sich alle Trailrunner an der „Startlinie“, wobei eine Linie gab es eigentlich nicht nur so eine gedachte Linie, aber wir Trailrunner sehen sowas ja nicht so eng. Der Veranstalter gab uns kurz noch ein paar Informationen über die Strecke (Schlammlöcher, „Berg“, quer liegender Baum) und verließ uns dann Richtung der Walker, die hinter uns starten würden. Er meinte wir sollten starten wenn wir den Startschuss hören und so warteten wir.

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Irgendwie passierte dann nichts, bis plötzlich die Walker von 5 auf 0 herunterzählten und der Schuß ertönte.

Das Feld setzte sich sogleich in Bewegung und da ich relativ nah an der virtuellen Startlinie stand, befand ich mich sogleich im vorderen Feld. Ich hatte ca. 20 Läufer vor mir und 100 hinter mir, da wir später fast nur auf schmalen Trails unterwegs sein würden, bemühte ich mich meine Position zu halten und nicht ins Gewühl zu geraten.

Da ich nach meiner krankheitsbedingten Auszeit keine Ahnung hatte was gehen würde, war ich etwas erschrocken, als mir der erste Kilometer mit einer 4:24 min/km angezeigt wurde. Puh, … dass würde nicht gut gehen! Also etwas Pace raus genommen und der hinter mir laufende Läufer schien nichts dagegen zu haben, überholte er mich doch nicht.

Bei Kilometer 1,5 kamen wir zum einzigsten angekündigten Berg auf der ganzen Strecke und ich war wirklich froh, als ich den 5 Meter hohen Rodelberg hinter mir lassen konnte. Danach ging es wieder auf schmale Trails und das Überholen fiel hier wirklich schwer, nur wenn der Weg mal kurz etwas breiter wurde, konnte man schnell mal vorbeiziehen.

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Zwischen Kilometer 2-3 kamen wir zu den vom Veranstalter angesprochenen Schlammlöcher und wie sagte er noch: „Da müsst Ihr Euch Euren Weg außenrum suchen!“. Hallo … wir sind Trailrunner, da gibt es kein außenrum, da gibt es nur ein mittendurch. Und so nahm ich auch jedes Schlammloch mittendurch, was mir zwar nasse Füße bescherte, aber ich gewann so immer ein paar Meter auf die vor mir laufenden.

Zwischendurch ging es mal wieder auf breitere Wege, aber immer nur für ein kurzes Stück, der Veranstalter hatte sich wirklich Mühe gegeben möglichst nur schmale Trails zu finden.

7,5 km sind nicht lang und so kam ich nach 30 Minuten dem Ziel schon wieder näher. Auf den letzten 500 Metern konnte ich den vor mir laufenden Läufer endlich noch ein- und überholen, er hatte es mir wirklich nicht leicht gemacht.

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Die Runde hat echt Spaß gemacht, es war alles dabei was einen guten Trail ausmacht, sogar ein Berg!

Am Ende stand eine 32:17 auf der Uhr und somit der 14 Platz bei 119 Startern. Mir ging es hier nicht darum möglichst weit vorne zu landen, vielmehr wollte ich wissen wie fit ich nach der längeren Auszeit noch bin.

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Hoffentlich gibt es diesen Trail Lauf im Rahmen des Erlangener Winterwaldlaufs auch im nächsten Jahr, gerne auch ein paar Kilometer, Schlammlöcher und Berge mehr.

Danke für die tolle Organisation und Danke an alle Streckenposten, Ihr habt einen super Job gemacht.

… and Keep on running!

Ein Dank auch an die Fotografen: Fabiana Garske Jou, Stefan Schöner, Olaf Ulrich, Sylvio Kosse, Roland, Eduard Baumann für die Bilder. Weitere Bilder sind zu finden unter: Winterwaldlauf Fotos 2018

Altmühltrail 2017 – Wenn es mal nicht läuft!

Vorher hatte ich nur davon gehört, es aber noch nie selber so extrem erlebt. Ein Wettkampf, eine Laufveranstaltung, in der gar nichts passt, es einfach nicht läuft. Diese Erfahrung durfte ich beim Altmühltrail 2017 dieses Jahr machen.

Der Altmühltrail ist ein Trailrennen über ca. 27 km und 670hm. Es wird noch eine zweite kürzere Strecke mit ca. 9 km und 22hm angeboten, optimal für die, die mal Trail-Luft schnuppern möchten. Die Veranstaltung findet seit nun 3 Jahren im Altmühltal immer Ende Oktober statt und lockt Trailrunner aus ganz Deutschland an.

Diese Veranstaltung ist klein und fein, die Teilnehmerzahl begrenzt und fast schon eine familiäre Atmosphäre. Hier kommt es nicht immer nur auf Bestzeiten an und der Erste zu sein, vielmehr ist es eine Art „Saison-Abschluß-Treffen“.

Doch wer dabei sein will, muss schnell sein, die Startplätze sind begehrt und so sind die Startplätze sehr schnell vergeben.

Für mich sollte es dieses Jahr auch wieder der krönende Jahresabschluss werden. Im September war ich noch abtrünnig beim Berlin Marathon auf der Straße unterwegs und freute mich endlich wieder an einem Trailrennen teilzunehmen.

Die Wochen davor waren nicht lustig, nach Berlin hatte mich eine Erkältung erwischt und diese wollte einfach nicht komplett verschwinden. So viel die Vorbereitung für diesen Lauf auch mehr als nur mäßig aus, doch 27 km sollten eigentlich kein Problem sein, eigentlich.

Doch ein letzter Lauf kurz vorher stimmte mich wieder ganz positiv, die Beine schienen fit und die Erkältung auch endlich bezwungen. So machte ich mich am Samstag gegen 9:30 Uhr Richtung Dollnstein, im Altmühltal, auf den Weg. Der Start war erst gegen 12:00 Uhr und so hatte ich genügend Zeit für die 150km weite Anreise.

Vorort machte ich mich gleich auf meine Startunterlagen abzuholen. Hier ging es wie im vergangenen Jahr ruhig und ohne Hektik zu. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich alles was ich brauchte und so setzte ich mich ganz gemütlich auf eine Bank in der Sonne und genoss die wärmenden Strahlen. Kaum saß ich, kam ich auch schon ins Gespräch mit einer Läuferin auf München und plötzlich stand dann auch Johannes vor mir. Johannes (Arbeitskollege) wollte heute eigentlich auch auf die Langstrecke gehen, doch es gibt Dinge im Leben, da muss man den Plan ändern, so schwer es ihm auch fiel. Doch er wanderte mit seinen beiden Töchtern eine Runde und ich hoffte ihn unterwegs irgendwo zu sehen.

Dann machte ich mich so langsam fertig, zog meine Laufsachen an, packte meinen Rucksack final und machte mich auf in Richtung Start. Kurz vor 12:00 war es dann endlich soweit, ich hatte mich extra etwas weiter vorne eingereiht, wollte ich zu Beginn doch etwas Gas geben, um nicht auf den schnell kommenden Singletrails eingekeilt zu sein.

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Es wurde gemeinsam noch von 10 heruntergezählt und dann ging es los. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, ging es dieses Jahr erst ein paar Meter durch Dollnstein und dann ins Gelände. Der Anfang war noch relativ flach und es lief alles wie geplant, das Feld hatte sich schnell sortiert und ich meine Position gefunden.
Nach 3km kam dann der erste ganz leichte Anstieg und plötzlich fühlte sich alles schwer und extrem anstrengend an. Meine Beine wurden schlagartig schwer, der Puls schoß in die Höhe und der erste Gedanke war „Was soll den der Schei.. jetzt?“.
Ich schaffte es nicht diesen ersten Anstieg zu laufen, obwohl es mehr ein Hügelchen war als ein Berg.

Mir schossen 1000 Gedanken durch den Kopf, sofort aufgeben, die restlichen 24km zu wandern und sich einfach nur hinzusetzen!

Doch ich lief weiter, quälte mich das Hügelchen im Gehen hoch und lief, wenn es wieder flach wurde.

So soll das noch über 20km weitergehen?

Dann kam die erste Genussstation, hier gab es allerlei zu Essen und zu Trinken. Ich begnügte mich mit einem ISO-Getränk und einem Becher Wasser, doch hatte ich nicht mal richtig Durst, geschweige den Hunger.

Weiter ging es, wieder ganz ganz leicht bergauf und es lief nicht besser. Dann ein Lichtblick, ich erblickte Johannes mit seinen zwei Mädels in der Ferne und das gab mir plötzlich wieder Kraft, es fühlte sich wieder leichter an. Er war leider nicht mehr direkt an der Strecke, rief mir irgendetwas zu, doch das reichte um mich zu motivieren.

Leider hielt diese Motivation nicht sehr lange an und es wurde wieder alles schwer und anstrengend. Ca. bei Kilometer 10 fasste ich dann zwei Entschlüsse:

  1. Ich werde dieses Ding zu Ende bringen, aufgeben geht gar nicht!
  2. Ich werde diesen Lauf wirklich als Genusslauf genießen!

Nachdem ich das beschlossen hatte, wurde es zwar nicht einfacher, aber es machte mir überhaupt nichts mehr aus überholt zu werden und fast jeden Anstieg zu gehen.
So erreichte ich bald die zweite Genussstation, ich blieb stehen, gönnte mir etwas zu Trinken und eine warme Brühe. Dann packte ich meine Handy auf und machte in Ruhe ein paar Bilder, genoss die Aussicht und trabte dann wieder los.

Jetzt ging es erstmal bergab und die Beine liefen ganz gut. Fast unten im Tal angekommen wurde es wieder eben und ich fand mein Tempo. Ich behielt es auch bei, die Anstiege zu gehen und wurde auch immer wieder von Läufern überholt. Im Kopf nur: „Schei… drauf, heute geht es nur ums Ankommen!“

Und dann war er da, der letzte richtige harte Anstieg. Anders als im Vorjahr hatten die Veranstalter dieses Jahr hier ein Bonbon eingebaut. Die letzten 200-300m zur dritten Genussstation ging es direkt am Burgsteinfelsen hoch, ca. 60hm.

Der Anreiz war, an der dritten Genussstation gab es dieses Jahr Bier 😎 und soquältee ich mich diesen Anstieg hoch. Ich musste immer wieder stehen bleiben, diese Beine waren so schwer und meine Pumpe lief auch Hochtouren (Puls von 190 😩). Irgendwie schaffte ich es bis zur Genussstation und gönnte mir einen kleinen Schluck Bier, setzte mich sogar kurz hin und atmete tief durch.

Doch dann hieß es weiter, noch weiter bergauf, nochmal 70hm. Auch hier musste ich mich wieder hoch quälen und langsam wollten meine Waden endgültig nicht mehr.
Die Waden standen kurz davor hart zu werden, da hilft nur eines, weiterlaufen, nicht mehr stehen bleiben. Und so schaffte ich auch noch diese letzte harte Steigung, überholte sogar mal jemanden Dann ging es bergab für ca. 2km und ich ließ meine Beine einfach laufen so gut es nur ging. Unten angekommen war es nur noch ca. 1,5km bis zum Ziel. Erst flach, dann leichter Anstieg und noch mal leiht bergab.

Es waren noch einmal 1,5km Qual, 1,5km Zusammenreißen, 1,5km zu Wissen, dass ich es wirklich schaffen würde.

Ich kam 3 Sekunden über die drei Stunden Grenze, über 35 Minuten langsamer als im letzten Jahr, aber genau so glücklich es geschafft zu haben. Es geschafft zu haben, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und nicht zu DNFen.

Laufen ist nicht immer einfach, Laufen ist nicht immer Ponyhof, Laufen ist auch mal sich quälen und Laufen oder nicht Laufen, ist oft nur Kopfsache.

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Somit habe ich auch hier wieder einiges über mich gelernt und es muss nicht immer eine Ultradistanz sein um an seine Grenzen zu kommen, es reichen auch mal 27km mit ca. 700hm am falschen Tag.

Und trotzdem oder genau deshalb … KEEP ON RUNNING

Noch ein kurzer Blick auf die Pulsauswertung dieses Laufes:

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Nicht gut, garnicht gut 😩. So etwas sollte man garnicht machen!

Allgäuer Panorama Marathon (Ultradistanz) – Neue Grenzen überschreiten

Seine Grenzen austesten, zu erfahren, zu was der eigene Körper in der Lage ist, dass ist es was mich immer wieder antreibt neue Herausforderungen einzugehen.

Dieses Mal sollte es eine Ultradistanz sein, mit ein paar Höhenmetern und so fiel die Wahl auf den:

Allgäuer Panorama Marathon in Sonthofen

Auf der Ultradistanz gilt es hier 69,5 km und 3272 hm zu bezwingen, dies war genau die richtige Herausforderung für mich.

Seit Anfang des Jahres hatte ich begonnen mich auf einen solchen Lauf  vorzubereiten. Ich lief zwei flache Ultras (Rodgau und 6h Lauf in Fürth), einen Marathon (Rennsteig), ein paar Mal die Marathondistanz im Training und versuchte dabei noch soviele Höhenmeter wie nur irgend möglich zu sammeln.

Dann sollte der ZUT Basetrail XL, das erste Trail-Rennen in den Bergen werden. Doch leider machte mir eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung und ich musste mehr als einen Monat pausieren. Mitte/Ende Juni nahm ich das Training endlich wieder auf und hoffte dass mich die Verletzungspause nicht zu weit zurückgeworfen hatte. Zu Beginn lief ich gleich mal den Halbmarathon beim Fürther Metropolmarathon und das Ergebnis ließ mich hoffen, bis Mitte August wieder soweit fit zu sein.

Doch kommen wir endlich zum eigentlichen Bericht über den Allgäuer Panorama Marathon (Ultradistanz).

Die Anreise nach Sonthofen war bereits am Samstag, da der Lauf am Sonntag um 6:00 Uhr startete und ich hier ganz entspannt ins Rennen gehen wollte.

Am Samstag holte ich mir noch meine Startunterlagen ab und nahm an der Wettkampfbesprechung am frühen Abend teil (…wäre nicht notwendig gewesen) und dann ging es sehr früh ins Bett, da der Wecker bereits um 4:40 Uhr wieder klingeln sollte.

Nach einem kurzen Frühstück fuhr meine Frau (Ich bin Ihr so dankbar, dass sie mich begleitet hat!) mich dann zum Start, wo sich schon sehr viele Läufer eingefunden hatten.

Kurz noch das Dropbag für Kilometer 32 abgegeben und Erleichterung gesucht und schon war es kurz vor 6:00 Uhr. Keine laute Musik, kein Countdown, der Veranstalter Alex Reusch startete das Rennen ganz in Ruhe und so setzen sich die über 250 Ultras langsam in Bewegung (manche auch schneller).

Start des APM (gefilmt von Christian Feger)

Die ersten 2 km sind ganz flach und gehen entlang der Iller und dem Sonthofener See, ideale 2 km um warm zu werden. Denn dann heißt es Höhenmeter sammeln, um genau zu sein 928 hm auf 10,6 km und dass auf sehr unterschiedlichem Untergrund. Mal liefen wir auf breiteren Schotterwege oder Asphalt und mal über Wiesen oder Singletrails im Wald. Alles in allem sehr abwechslungsreich, wenn mir der Asphalt Anteil auch etwas zu hoch war.

Diese ersten 12,6 km verlangen mir schon sehr viel ab, spürte ich doch gleich, dass es etwas anderes ist mal schnell 200 hm im Training zu überwinden als hier über 900 hm am Stück und ohne Pause. Zu diesem frühen Zeitpunkt zweifelte ich wirklich daran, ob ich die ganze Strecke schaffen würde. Mein Magen wollte auch nicht so richtig und die Beine fühlten sich elendig schwer an. Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas Blut im Hirn, später manchmal nicht mehr wie Ihr lesen werdet, und beschloss ca. bei Kilometer 5 erstmal einen Gang runterzuschalten und mich nur auf diesen ersten Anstieg zu konzentrieren.

Auf den folgenden 7 Kilometern musste ich viele an mir vorbeiziehen lassen, doch das störte mich überhaupt nicht, denn mein Ziel war es diese 69,5 km zu Ende zu laufen und bis dahin war es noch weit.

Ich beschloss auch die Landschaft zu genießen und ab und zu mal für ein Foto anzuhalten, denn die Landschaft hier hat schon etwas.

Wenn es endlich vom Asphalt und den Schotterwegen auf schmalere Pfade ging war der Untergrund trotzdem fast immer optimal, obwohl es die Tage vor dem Lauf fast nur geregnet hatte. Unsere Zuschauer auf diesem Teilstück waren fast ausschließlich wahre Rindviecher und nicht zu vergessen die sehr hilfsbereiten und immer freundlichen Helfer, bei den ersten beiden Verpflegungsstationen.

Nach ca. 1:45 erreichte ich den ersten Gipfel, den Weiherkopf mit einer Höhe von 1665 Metern und das Vertrauen in mich selber, dass ich diesen Ultra heute bezwingen würde, war wieder so stark wie vor dem Start.

Vorbei am Großen Ochsenkopf und dem Riedbergerhorn ging es teilweise wieder auf Schotterwegen, aber auch schönen Trails, in Richtung der ersten Vollverpfelgungsstation bei Kilometer 18,2, der Grasgehrer-Hütte.

Auch hier war die Stimmung der Hammer, mit großen, lauten Kuhglocken begrüßten uns die Helfer und versorgten uns mit allem was wir wollten.

Ich nahm mir nur ein Stück Melone, etwas Cola und Wasser, auf feste Nahrung wollte ich heute verzichten. Schon im Training war ich dazu übergegangen mich nur flüssig zu ernähren und so hatte ich auch wieder mein Spezialgebräu aus Tee+Salz+Maltodextrin in meinen Softflasks und der Trinkblase.

Dies war auch der erste CutOff den man nach 3:15 Stunden erreicht haben musste, ich hatte hier 45 Minuten Polster, also alles im grünen Bereich.

Von hier aus ging es fast nur bergab und die negativen 400 hm, ließen einen die Beinen spüren. Als Entschädigung gab es ein paar wunderbare Trails, die technisch anspruchsvoller waren, doch leider auch wieder viel Schotter und Asphalt.

Nach 24,6 km erreichte man die Verpflegungsstation in Rohrmoos, schnell ein Becher ISO getrunken und schon ging es auf den nächsten leichten Anstieg.

Vorbei am Kilometerschild 25 und 30 in Richtung Österreich.

Was ich hier auch schon wieder sagen kann, ist dass die Läufer-Gemeinschaft echt ein klasse Haufen ist, mit jedem kommt man kurz ins Gespräch, muntert sich gegenseitig auf und wer schneller ist wird einfach ohne Probleme vorbeigelassen. Durch solche kurzen Zwiegespräche übersteht man auch die langgezogenen Anstiege auf dem Asphalt.

Kaum in Österreich erreichen wir auch die nächste Vollverpflegungsstation, am Gasthof Hörnlepass, wo auch schon die Dropbags bereitlagen. Auch hier muss ich sagen „Hut ab“, die Helfer hatten schon von weitem erfahren welcher Läufer kommt und so legten sie jedem das Dropbag parat und man verlor keine Zeit. In meinem Dropbag war nur eine Flasche mit meinem Spezialgebräu und so füllte ich meine Vorräte auf. Ich nahm noch etwas zu trinken und weiter ging es immer noch bergab in Richtung Schwende, wo wir Schwarzwasserbach über eine doch sehr hohe Brücke überquerten.

Auf der anderen Seite ging es nun wieder bergauf und zwar für die nächsten 6 km.

Doch wenn man schon am Anfang der Steigung  von einem Helfer mit einem „Tanze Samba mit mir“ singend begrüßt wird, kann es gar nicht so schlimm werden.

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Um Kräfte zu sparen ging ich jeden Anstieg, sobald es mal etwas flacher wurde, überwindete ich aber meinen inneren Schweinehund und lief immer wieder an. Das Läuferfeld hatte sich sehr weit auseinandergezogen, doch man hatte immer wieder die gleichen Läufer in der Nähe. Mal war der eine etwas bergauf schneller, dafür der andere bergab.

Auch die Anzahl an Wanderern wurde immer größer, zeigte sich das Wetter doch auch immer mehr von seiner guten Seite. Die meisten der Wanderer grüßten und feuerten einen an, dass tat schon richtig gut und ließ einen nicht langsamer werden.

Wir erreichten Kilometer 40 und somit die nächste Verpflegungsstation am Söllereck, nach der es noch einmal leicht nach oben ging. Doch dann ging es bergab in Richtung Oberstorf vorbei am Sattelkopf nach Hochleiten (Wo die Anzahl der Wanderer schon enorm war), wo nochmal eine kleine lustige Verpflegungsstation, vor dem wirklichen Abrun/Abstieg ins Tal, uns mit etwas zu trinken verpflegte. Lustig waren sie deshalb weil sie meinten es geht nach einer Minute nur noch bergab … meine Uhr schien irgendwie anders zu ticken.

Der Downhill zum Freibergsee hatte es wirklich in sich, teils schmale ausgewaschene Pfade, schön steil und immer wieder Wanderer, die einem entgegen kamen.

Meine Knie schmerzten langsam, doch der Downhill hat richtig Laune gemacht und der Blick auf den Freibergsee entschädigte für einiges.

Auch hier waren wieder viele Wanderer unterwegs und zwei ältere Damen fragten mich, was wir hier denn machen. Auf meine Antwort, dass wir 70 km laufe , kam nur noch ein Ausruf des Erstaunens.

Kurz vor dem letzten Stück Downhill in Richtung Oberstorf hatte ich das einzige Mal an diesem Tag Orientierungsprobleme. Hier muss ich aber sagen, dass die Strecke optimal ausgeschildert war und ich einfach nur blind war. Doch zurück zu dieser Situation, ich stand an einer Wegegabelung und sah nicht wohin, links oder rechts? Schon riefen von hinten ein paar Wanderer „RECHTS!!!“, doch mein Hirn schien vollkommen Blutleer zu sein … rechts … welches rechts? Zum Glück kam zu diesem Zeitpunkt ein andere Läufer und wies mir den Weg … DANKE … ich glaube ich würde heute noch da stehen und mich fragen welches rechts die Wanderer meinten.

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Wir passierten das 45 km Schild, nur noch 4,4 km bis zur Erding Arena in Oberstorf, davon 3 km total flach. Jetzt denkt sich jeder „flach“, kein Problem! Doch wenn man über 40 km nur rauf und runter gelaufen ist, fühlt sich „flach“ sehr komisch an und so wurden viel Läufer auch langsamer. Ich hielt mein Tempo hoch, wartete doch meine Frau an der  nächsten Vollverpflegungsstation in der Erding Arena in Oberstorf auf mich.

Man muss sich Anreize auf einer solchen Strecke schaffen und wenn jemand auf jemanden wartet, ist das schon was!

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Die Erding Arena kommt in Sicht, ein Helfer kündigt jeden Läufer per Walkie Talkie an. Bei mir klappt das nur bedingt, richtige Nummer / falscher Name … na kein Problem.

Meine Frau steht schon da, erkennt dass ich nicht mehr ganz so taufrisch bin, doch ihre Anwesenheit baut mich unwahrscheinlich auf.

Hier gönne ich mir etwas Zeit, trinke etwas, esse Melone, kühle meinen Kopf mit Wasser und ziehe mir ein frisches Laufshirt an.

Auch hier gibt es einen Cutoff, der liegt bei 8:30 Stunden, ich bin  nach 6:30 Stunden hier … genug Polster für die restlichen 20 km!

Also ich wieder losziehe fragt mich meine Frau wie lange ich denn wohl noch brauchen werde. Ich sage ganz vorsichtig 2:00 – 2:30 Stunden, ein Helfer, der neben mir steht, meint gleich: „Ehr 3:00 Stunden!“

Ich mache mich auf den Weg, es geht wieder bergauf und dass für längere Zeit, für fast 10 km mit kurzen Bergabpassagen. Es geht in Richtung Sonnenkopf, der wohl waren Herausforderung auf den 69,5 km. Schon nach wenigen 100 Metern passiere ich das 50 km Schild. Hey … nicht mal mehr ein Halbmarathon und nur noch 800 hm!

Die Strecke führt jetzt viel durch den Wald, was auch gut ist, da die Sonne immer mehr raus kommt. Teils geht es auf breiteren Pfaden, teils auf Singletrails dem Sonnenkopf entgegen. Ich bin so froh, dass ich Stöcke dabei habe, ohne die wäre ist schon längst geliefert! Immer wieder trifft man andere Läufer und muntert sich gegenseitig auf, nur noch dieser eine Anstieg, doch der hat es wirklich in sich, wie ich schon bald erfahren werde.

Nach 54,5 km kommt die nächste Verpflegungsstation an der Gaisalpe. Ich bin mittlerweile auf nur noch Cola umgestiegen, mein Körper braucht die schnelle Energie. Die Kohlensäure ärgert mich zwar kurz darauf immer etwas, doch das geht schnell vorbei.

Mitten im Nirgendwo, auf einem wunderschönen Singletrail taucht plötzlich das 55 km Schild auf, für mich von den Trails fast eines der schönsten Stücke, anspruchsvoll und einsam mit schönen Aussichten.

An der Entschenalpe kurz nach Kilometer 58, kommt die letzte kleine aber sehr feine Verpflegungsstation vor dem Gipfel des Sonnenkopfs. Die Helfer sind wieder super drauf, mit lauten Kuhglocken wird man empfangen, dann gibt es eine kalte Dusche aus der Gieskanne und dann noch ein Bild mit der Kuhglocke. Zwei Becher Cola müssen wieder sein und es geht weiter auf die letzten 1,3 km zum Gipfel.

Nur noch ca. 350 hm, gut mit Steigungen bis zu 40%, aber dann, dann ist man oben.

Diese letzten 1,3 km ziehen sich. Ich hatte vorher gelesen, dass man kurz vor dem Sonnenkopf die Waldgrenze erreicht, doch die will einfach nicht kommen. Einen anderen Läufer hatte ich zu Beginn des Anstieges noch überholt, seine Konturen verschwinden hinter mir im dichten Wald.

Wo ist nur dieser Gipfel? Die Pfade sind schmal, sehr schmal und ausgetreten. Ich schiebe mich Stück für Stück mit den Stöcken nach oben, bleibe nicht stehen, will endlich am Sonnenkopf ankommen.

Und dann endlich, ganz plötzlich tut sich der Wald auf und 50 Meter über mir ist er der Gipfel des Sonnenkopfs. Die Helfer rufen sofort und motivieren mich auf den letzten Metern.

GESCHAFFT … endlich oben an der höchsten Stelle des ganzen Laufes!

Man wird sofort mit Wasser und Cola verwöhnt und auch das Bilder machen ist mit inbegriffen, sogar mit dem dezenten Hinweis der Helferin, sie müsse noch ein Bild machen, ich hätte meinen Bauch nicht eingezogen.

Ich genieße den Ausblick und den gewonnen Gipfelkampf ein paar Minuten, bevor ich mich bei den Helfern bedanke und verabschiede.

Sonthofen wartet, nur noch 10 km und fast 1000 negative Höhenmeter.

Die ersten Meter bergab fallen schon sehr schwer, die Beine müssen sich an diese Art der Belastung erst wieder gewöhnen. Schnell komm ich in den richtigen Rhythmus auch wenn die Art des Weges sich ständig ändert. Mal ausgetretene Pfade, mal über Wiesen und mal Schotterpisten, es ist wieder alles dabei, aber die Beine machen noch mit.

Im Folgenden kommen noch mal zwei Verpflegungsstationen, bei denen ich aber nur ganz kurz bleibe, ich will das Ding jetzt zu Ende bringen! Ich nehme immer weniger von der Umgebung war, so langsam raubt es mir die Kräfte.

2 Kilometer vor Sonthofen erreiche ich Hofen, wo mich ein Helfer in das Hier und Jetzt zurückholt und mir den richtigen Weg weißt, sonst wäre ich fast noch falsch abgebogen.

Ich laufe entlang des Schwarzenbach nur noch 1,5 km und plötzlich …. Seitenstechen …. ich muss ins Gehen übergehen. Seitenstechen hatte ich gefühlt seit 35 Jahren nicht mehr, was soll der Schei… den jetzt. Ich gehe kurz und laufe dann wieder an, dieses Spielchen treibe ich garantiert 1 km bis ich wieder problemlos laufen kann.

Das Ziel, es kommt endlich in Sicht. Da das Läuferfeld soweit auseinander gezogen ist habe ich die letzten Meter nur für mich. Die Fußgänger machen platz, lassen einen passiere. Die Meute auf den Bierbänken fängt das Klatschen und Gröhlen an, man fühlt sich wie ein Gewinner.

Ich biege auf die letzten 10 Meter zum Ziel ein, erblicke meine Frau, reiße die Arme nach oben und habe es geschaft, 69,5 km, 3272 hm in 9:46:30.

Auf diesem Weg möchte ich mich auch nochmal beim Veranstalter und dem ganzen Helferteam bedanken. Ihr habt alle einen super Job gemacht und mir einen perfekten Tag beschert.

DANKE!!!

Und ein riesiges Dankeschön ein meine Frau Sandra, die mit mir nach Sonthofen kam und mich dort optimal unterstützt hat.

… and KEEP ON RUNNING

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Andechs Trail 2017 – Laufen am heiligen Berg

„Laufen – Beten – Trinken“ … oder war es … „Trinken – Beten – Laufen“ ????

Wer hier am heiligen Berg zum Trail-Running kommt hat immer gleich mehrere Optionen seinen Tag zu gestalten.

Heute stand alles im Zeichen der 6ten Auflage des Andechs Trail und somit war die Reihenfolge klar:

Beten_Laufen_TrinkenBeten – Laufen – Trinken

Beim Andechs Trail werden derzeit zwei Strecken angeboten, einmal der „Beginner Trail“ der über ca. 8 km geht und dann noch der „Experten Trail“ über 15 km, für welchen ich mich auch angemeldet hatte.

Andechs liegt nun nicht gerade bei mir um die Ecke und so mahnte mich mein Wecker bereits um 5:45 Uhr zum aufstehen. Der Start war erst um 10:00 Uhr, doch gerade auf der Strecke von Erlangen Richtung München weiß man nie was einen so erwartet und so machte etwas mehr Puffer schon Sinn.

Da ich am Vortag schon alles vorbereitet hatte, machte ich mir nur noch ein schnelles Frühstück und einen starken Kaffee für unterwegs und schon befand ich mich auf meiner 230km langen Anreise. Und wie es immer so ist, wenn man ich genügend Puffer einplant, läuft alles glatt und so konnte ich ganz entspannt fahren und sogar noch eine Pause unterwegs machen. Ich erreichte den Parkplatz unterhalb des Klosters Andechs gegen 8:40 Uhr und es war noch recht friedlich, erst ein paar Autos säumten den Parkplatz.

Mein erster Weg führte mich direkt zur Startnummernausgabe, wo so gut wie gar nichts los war.

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Jetzt hatte ich noch über eine Stunde Zeit bis zum Start des Experten Trails über gute 15 km, also blieb noch Zeit sich das Kloster etwas näher anzusehen, war mein letzter Besuch hier doch schon zwei Jahrzehnte her.

Hier ein paar Bilder der Klosterkirche, wo ich mir selbstverständlich auch den Segen (Beten) für einen guten Lauf abgeholt habe.

Auch der spätere Zielbereich, leicht unterhalb der Klosterkirche, war schon vorbereitet.

Neben den vielen verschiedenen Kuchen, stand auch schon das Finisher-Bier bereit, doch das musste noch etwas warten.

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Jetzt ging es doch langsam auf den Start zu und wir hatten echt Glück mit dem Wetter. War die letzte Woche das Wetter doch noch ehr schlecht als recht, zeigte sich heute Morgen sogar die Sonne und das Termomenter war zumindest auf 9 Grad gestiegen.

Jetzt kurz vor dem Start war auf dem Parkplatz richtig was los und ich war froh mir meine Startnummer schon früh abgeholt zu haben, da die Schlange nun doch eine beachtliche Länge hatte.

Schnell noch 2 km aufgewärmt und schon war es 9:55 Uhr und der Veranstalter bat alle Teilnehmer des Experten Trails sich mal so langsam an der Startlinie einzufinden (… typisch Trailrunner, da hat und macht keiner Stress), der Beginner Trail startete von gleicher Stelle nur 10 Minuten später.

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Ich sortierte mich im vorderen Drittel des Starterfeldes ein, denn ich wusste, hier ist es nicht angesagt ganz gemächlich zu starten, da man sonst auf den Single Trails Probleme haben würde sich, weiter nach vorne zu arbeiten.

Kaum war der Lauf freigegeben setzte sich das über 200 Teilnehmer große Feld des Experten Trail in Bewegung und die Spitze gab gleich mal richtig Gas. Ich schätze mal, dass die Anfangspace im Spitzenfeld bei 3:15 – 3:45 min/km lag und selbst ich war mit meinen 4:15 min/km auf dem ersten Kilometer für mich selbst viel zu schnell unterwegs. Doch gerade dieser erste Kilometer war extrem wichtig sich richtig im Teilnehmerfeld einzusortieren, war man hier doch noch auf einem breiten Schotterweg unterwegs und konnte überholen und sich auch ohne Probleme überholen lassen.

Bilder bereitgestellt vom Andechs Trail Team

TFBild anklicken um Video zu starten

Nach guten 1,5 km ging es dann von der Schotterpiste auf die Trails und die waren wirklich erste Sahne. Platz für einen Läufer, schnelle Richtungswechsel, immer etwas rauf und runter und oft mit Wurzeln gespickt. Hier hieß es mit voller Konzentration zu laufen, um ja nicht zu stürzen, was ich vor mir während dem gesamten Lauf leider immer wieder beobachten musste.

Nach insgesamt 3 km war mein Puls in einem Bereich, der mir gar nicht gefallen hat, um hier wirklich durchlaufen zu können, beschloss ich die Geschwindigkeit etwas herauszunehmen, um meinen Puls wieder in einen annehmbaren Bereich zu bringen. Anscheinend ging es nicht nur mir so, den die paar Läufer die unmittelbar hinter mir waren, machten auch keinen Anstanden mich zu überholen.

Bei Kilometer 6 verlässt die Strecke für einige Zeit wieder den Wald und auch die Wege werden wieder breiter. Auf dem breiten Weg, schlossen zwei andere Läufer zu mir auf und wir tauschten uns kurz über die bereits absolvierte Strecke aus. Schon von weitem konnte man die Teilnehmer des Beginner Trails sehen, dessen Strecke sich mit unserer bei Kilometer 5,9 vereinten und nun für ca. 4 km gemeinsam verlief.

Platz zum überholen war auf diesem Teilstück der Strecke nun wieder genug und so konnten einige Teilnehmer des Beginner Trails auch ohne Probleme überholt werden.

Andechs Trail 2017 #6

Bild bereitgestellt von Wolfgang Weinmann

Viele Höhenmeter hatten wir bis jetzt nicht überwunden, dass sollte sich aber nach der Verpflegungsstelle bei Kilometer 7 ändern. Hier ging es dann wieder in den Wald, die Pfade schmaler und das Überholen schwieriger. Da wir hier aber bei einem Trail Rennen sind wo nicht gepöpelt und gerämpelt wird, reicht immer ein kurz gerufenes „Links“ und schon bekommt man den Platz zum Überholen den man braucht, meist noch gefolgt von ein paar aufmunternden Worte.

Andechs Trail 2017 #4

Bild bereitgestellt vom Andechs Trail Team

Die Strecke führte jetzt wieder über wunderbare Singletrails Richtung Ochsengraben, wo uns laut Veranstalter noch eine Überraschung erwarten sollte. Ich muss aber gestehen, ich habe diese angekündigte Überraschung leider nicht wahrgenommen, vielleicht war ich zu sehr damit beschäftigt keinen falschen Schritt zu machen, denn auch hier war der Weg wieder mit Wurzeln gepflastert.

Nach dem Ochsengraben kam dann die erste Steigung, welche aber gut laufbar war und bei Kilometer 10 trennten sich wieder die Wege der Beginner und Experten. Für uns ging es weiter bergauf, zu Beginn noch über schmale technisch anspruchsvolle Singletrails und dann ein gutes Stück auf einem breiten Forstweg. Obwohl wir bis jetzt nur wenig Höhenmeter gesammelt hatten wurde die Beine schwerer und ich musste meinen inneren Schweinehund überwinden nicht langsamer zu werden, bzw. zu gehen.

Oben an der höchsten Stelle dieses Teilabschnitts angekommen, gab es ein paar aufmunternde Worte der Streckenposten bevor wir uns den 1 km  langen Downhill herunterstürzen. Sich auszuruhen war hier auch fast nicht möglich musste man nach wie vor höchst Aufmerksam sein. Auf dem Downhill Stück konnte ich auch fast auf  zwei vor mir laufende Läufer aufschließen, was ganz gut war, so hatte ich auf dem nachfolgenden Bergaufstück einen guten Anreiz nicht nachzulassen. Einen der beiden konnte ich dann ca. 1,5 km vor dem Ziel überholen, der andere war noch in Sichtweite und hatte auf die zweit schnellste Frau aufgeschlossen.

Ich wusste, dass jetzt noch ein kurzes steiles Downhillstück kommen würde und hoffte hier noch mal richtig Gas geben zu können. Doch leider ging es hier Treppen herunter, wobei die Abstände zwischen den Stufen stark variierten und es unmöglich war  hier gleichmäßig runter zu laufen/springen.

Zu Beginn des letzten Anstieges konnte ich dann zu den beiden vor mir laufenden aufschließen und sie kurzzeitig überholen, musste dann aber doch ins Gehen übergehen da meine Beine nicht mehr so recht wollten. Die Beiden passierten mich wieder und erst als die zweitschnellste Frau mich noch mal anfeuerte, lief ich wieder los und erreichte das Ziel kurz hinter den Beiden.

Im Zielbereich war schon mächtig was los, ich griff mir erstmal einen Becher lauwarmen Tee und ließ mich auf eine Mauer nieder um durchzuschnaufen.

Im Anschluß versorgte ich mich noch mit Kuchen und zum Trinken sollte es dann noch ein Finisher-Bier sein. Der Kuchen war super lecker, nur von dem Bier bekam ich fast nichts runter und so beschloss ich lieber mir eine geschlossene Flasche als Andenken an den heutigen Lauf mitzunehmen.

Nach ein paar kurzen Gesprächen mit anderen Läufern machte ich mich auf den Weg um meine Rückreise anzutreten.

Wer ein gut organisiertes, kleines und feines Event sucht, ist hier genau richtig. Mal sehen, vielleicht komme ich nächstes Jahr wieder.

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Das Bier ist immer noch verschlossen, mal sehen wie lange ich widerstehen kann.

… KEEP ON RUNNING

Laufbericht – Trailrun – Race – Neideck 1000

Neideck 1000“ – eigentlich nur ein Wort und eine vierstellige Zahl, doch für die, die am letzten Sonntag dabei waren, steht nun etwas mehr dahinter!

Robert Stein hatte am letzten Wochenende zum härtester Trail~Halbmarathon Bayerns nördlich der Alpen, dem „Neideck 1000“ im schönen Wiesental eingeladen und über 40 Trailrunner waren seinem Aufruf gefolgt.

Es war die erste Auflage dieses Laufes als Wettkampf, die Strecke selber ist schon seit einiger Zeit ausgeschildert und kann dass ganze Jahr über gelaufen werden.

Der Start des Rennens sollte um 10:00 Uhr in der Nähe des Sportplatzes in Muggendorf  erfolgen. Im Vorfeld konnte man sich im nahegelegenen „Infozentrum Naturpark“, dem alten Bahnhof von Muggendorf, seine Startunterlagen abholen. Alles ging hier sehr entspannt ab, ohne Hektik und Stress, so wie man sich dass an einem sonnigen Sonntag im Herbst  wünscht.

Um kurz vor 10:00 Uhr war es dann soweit, die kleine Gruppe der Trailrunner traf sich auf dem Fußweg direkt neben der Wiesent in der Nähe des Sportplatzes. Nach einer kurzen Ansprache des Veranstalters Robert Stein und des Bürgermeisters von Muggendorf, wurde pünktlich mit dem Schlagen der Kirchturmuhr von 10 auf 0 heruntergezählt und dann ging es los auf den 22 km langen Rundkurs.

Die ersten 500 Meter meinten es noch gut mit uns, die Strecke schlängelte sich  entlang der Wiesent und bog dann links ab und kurze Zeit später in den Wald, wo das Gelände dann nicht mehr ganz so eben war … so wie wir es lieben!

Auf den folgenden Kilometern wurde langsam klar, warum man diesen 22 km langen Rundkurs auch als den „härtester Trail~Halbmarathon Bayerns nördlich der Alpen“ bezeichnet. Es galt auf den nächsten 3 km 200 Höhenmeter zu erklimmen, immer auf schönen Trails durch den fränkischen Herbstwald. Oben angekommen erreichte man den Adlerstein, einen Aussichtspunkt mit Blick auf die nördliche Fränkische Schweiz.

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Das Teilnehmerfeld hatte sich mittlerweile schon sehr stark auseinander gezogen und an dieser Stelle zeigte sich das erste Mal, dass man sehr darauf achten musste, welchen Abzweig eines Trails man nimmt, denn leider war nicht  immer 100% klar, welches der Richtige war. Ich war hier in der glücklichen Lage diesen Trail zum zweiten mal zu laufen und so kannte ich bereits einige nicht so optimal ausgeschilderte Stellen.

Hier muss ich aber gleich einwerfen, dass der Veranstalter sich extrem Mühe gegeben hat den ganzen Trail optimal auszuschildern, sogar mit zusätzlichen Schilder, die sonst nicht da sind. Doch wenn man so im Rennfieber ist übersieht man zu gerne mal ein Schild.

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An dieser Stelle hatten wir gerade mal 4 km hinter uns und es wurde klar, dass man seine Kräfte verdammt gut einteilen muss. Auf den folgenden 2 km nach dem Adlerstein ging es über Schotterpisten und Waldwegen 160 Höhenmeter hinunter zur Riesenburg. Auf diesem Stück war es gut es einfach laufen zu lassen und möglichst wenig Energie zu verschwenden.

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Unterhalb der Riesenburg wieder im Tal der Wiesent angekommen, gab es dann die erste Verpflegungsstation, an dieser Stelle wurde auch das Durchkommen jedes Läufer notiert, so dass keiner eine Abkürzung nehmen konnte. Denn das Gemeine war, dass es nach 100m im Tal sofort wieder 60 Höhenmeter auf einer Strecke von nur 300m zu erklimmen galt, um dann den gerade passierten Punkt oberhalb der Riesenburg wieder zu erreichen.

Auf schönen Trails und Wanderwegen erreichte man nach weiteren 2 km den zweithöchsten Punkt der Runde, mit 520m ganz in der Nähe der Spitze des „Hohler Berg„. Nur ein paar hundert Meter später kam man wohl an einer der interessantesten Stellen der Strecke. Es galt durch die Oswaldhöhle zu laufe und hier war Vorsicht geboten den die Höhle ist an einigen Stellen nur 1,5m hoch.

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Auf den folgenden 1,5 km ging es dann wieder fast 100 Höhenmeter bergab. Vorbei am Muggendorfer Pavillion, der einen wunderbaren Ausblick auf Muggendorf bietet und somit auch auf den Start- und Zielbereich unseres Laufes.

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Kurz darauf erreichten wir die zweite Verpflegungsstation, an der es ein paar aufmunternde Worte der ehrenamtlichen Helfer gab. Nach fast der Hälfte der Stecke scheint man uns so langsam anzusehen, was die vielen Höhenmeter mit einem machen.

Schnell noch was getrunken und ein Stück Banane gegessen um zumindest ein paar Kohlehydrate nachzutanken und schon ging es weiter. Dieses mal in Richtung Guckhüll einem wieder fast 500m hohen Berg nordöstlich von Streitberg. Die 4km bis zum Guckhüll waren für mich der angenehmste Teil der gesamten Strecke doch ich wusste was mich dort erwartet!

Es galt wieder mal auf einer Strecke von 800m 100 Höhenmeter zu erklimmen und das fällt zumindest mir nach bereits 14 gelaufenen Kilometern mit ca. 800 Höhenmetern nicht mehr ganz so einfach. Was mich aber dann doch ganz gut vorangetrieben bzw. bergauf getrieben hat war, dass ich wusste, dass dies die letzte wirklich extrem böse Steigung ist und dass es danach erstmal 2,5km nur bergab nach Streitberg geht.

Streitberg war somit schnell erreicht und somit auch die nächste Verpflegungsstation, schnell etwas aufgetankt und dann ab über die Wiesent hinauf in Richtung Burg Neideck.

Hier galt es nun die letzten 100 Höhenmeter zu überwinden. Der Weg folgte wieder teils schmalen Singeltrails und etwas breiteren Wanderwegen. Hier merkte man auch langsam, dass immer mehr Wanderer unterwegs waren. Da jeder aber auf den anderen Rücksicht nahm, kam man überall super durch und es gab keinerlei böse Wortgefechte, weil hier so ein Haufen Irrer durch den Wald rannte.

Der Weg führte nun durch Wiesen Richtung Trainmeusel, von wo aus es fast nur noch Bergab in Richtung Ziel ging. Wer wollte konnte sich kurz hinter Trainmeusel an der letzten Verpflegungsstation noch einmal für den nun folgenden 1,5km langen Downhill stärken. Auf den fast 150 Höhenmeter in Richtung Tal konnte man noch mal so richtig Gas geben. Die Singeltrails an dieser Stelle waren wieder recht anspruchsvoll, wenn man es richtig laufen ließ, für mich waren diese letzten 1,5km Downhill 100% Fun!

Nach ca. 2 Stunden und 23 Minuten erreichte ich das Ziel und war über diese Zeit mehr als glücklich.

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Wenn ich mir die Ergebnisse dieses Laufes ansehe und sehe dass der Schnellste gerade mal 1 Stunde und 53 Minuten gebraucht hat, ziehe ich meinen Hut! RESPEKT!

Aber eines weiß ich sich, egal ob jemand an diesem Tag 1 Stunde und 53 Minuten gebraucht hat oder aber etwas über 3 Stunden, wird hatten alle unseren Spaß und haben bekommen was wir wollten:

„22 km, 1000 Höhenmeter, viel Spaß und vielleicht etwas Muskelkater!“

Zum Abschluss möchte ich ein riesiges Dankeschön in Richtung des Organisators Robert Stein, allen Helfer entlang der Strecke und denen die im Hintergrund tätig waren richten:

„Ihr habt wirklich einen klasse Job gemacht, DANKE!“

Im Folgenden findet Ihr noch ein paar weitere Bilder von der Strecke.

Vielen Dank an Robert Stein und Peter Fecher, die mir viele dieser Bilder zur Verfügung gestellt haben. Irgendwie hatte ich selber fast keine Zeit welche zu machen.